Können Impfungen Autismus verursachen?

Eine empirische Betrachtung


Bachelorarbeit, 2009

30 Seiten, Note: 5.5 (Schweiz)


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Zusammenfassung

Einführung

Theorie

Befundlage des aktuellen Forschungsstands10 Diskussion

Literaturverzeichnis

Zusammenfassung

Impfungen gegen Krankheiten wie Kinderlähmung, Wundstarrkrampf, Diphtherie und Keuchhusten retten jedes Jahr weltweit 3 Millionen Menschen das Leben.

(Weltgesundheitsorganisation Europa, 2005)

Da in vielen Ländern die Impfung freiwilliger Natur ist, können Gerüchte über mögliche schwerwiegende Nebenwirkungen von Impfungen die Impfrate in einer Gesellschaft gefährlich zum absinken bringen. Wenn dies geschieht, können sich längst vergessene, vermeidbare Krankheiten wieder verstärkt verbreiten. Ende der Neunziger Jahre des 20. Jahrhunderts haben zwei Hypothesen über den Zusammenhang zwischen Impfungen und gesundheitliche Schädigungen massive öffentliche Aufmerksamkeit und Besorgnis erregt. Eine dieser Thesen postuliert, dass die Dreifachimpfung gegen Masern, Mumps und Röteln Autismus verursachen kann. Die zweite Hypothese nimmt an, dass der quecksilberhaltige Konservierungsstoff Thiomersal (engl. Thimerosal), der in einigen Impfstoffen enthalten ist, neurologische Schädigungen bewirkt, was letztlich ebenfalls zu Autismus Spektrum Störungen führen kann. Zum Zweck der empirischen Ergründung des Wahrheitsgehalts dieser Hypothesen wurden in der jüngeren Vergangenheit zahlreiche wissenschaftliche Studien durchgeführt. Die vorliegende Arbeit hat das Ziel, den Forschungsstand zu diesen zwei Hypothesen in Augenschein zu nehmen. Nach Erörterung einiger Studien zu beiden genannten Hypothesen wird abschliessend die Schlussfolgerung gezogen, dass der aktuelle Forschungsstand eine Ablehnung dieser beiden Hypothesen nahe legt.

Einführung

Es gibt über siebzig Bakterien, Viren, Parasiten und Pilze, die im Menschen schwerwiegende Krankheiten auslösen können. Für viele dieser Krankheitserreger gibt es heute Impfstoffe, die dem Organismus eines Menschen helfen, Immunität gegen die jeweilige Krankheit zu entwickeln. Immunität ist die Fähigkeit eines Organismus, eingedrungene Krankheitserreger zu eliminieren bevor die Krankheitserreger überhand nehmen und die entsprechende Krankheit ausbricht. Traditionsgemäss bestehen Impfstoffe aus abgeschwächten Krankheitserregern, deren Virulenz im Vergleich zum ursprünglichen Erreger deutlich herabgesetzt ist. Virulenz bezeichnet die Potenz eines Erregers, eine Krankheit auslösen zu können. Durch die Entwicklung von Impfstoffen konnte die Prävalenz von Infektionskrankheiten weltweit drastisch reduziert werden. Die Masern, eine hochansteckenden Infektionskrankheit, die vornehmlich Kinder betrifft und neben den typischen roten Hautflecken, dem Fieber und einem geschwächten Allgemeinzustand auch zu lebensbedrohlichen Komplikationen wie Lungen- und Hirnentzündung führen kann, sind nach der Entwicklung eines Impfstoffs um 99% reduziert worden (Gordon, A. 2001). Dasselbe gilt für die Auftretenshäufigkeit der Röteln, welche in der Schwangerschaft unter anderem zu Aborten, Frühgeburten, sowie zu Herzschädigungen, Innenohrschwerhörigkeit und Trübung der Augenlinsen seitens des Ungeborenen führen kann.

Die Antigene der Masern- und Rötelnviren verändern sich wie die einiger anderer Viren kaum bis gar nicht. Antigene sind die Oberflächenstruktur der Krankheitserreger, an denen die körpereigenen Antikörper andocken und sie so als körperfremde Eindringlinge identifizieren. Dieses Erkennen als körperfremd führt zu einer Abwehrreaktion des Immunsystems, welche die Eliminierung der Krankheitserreger zum Ziel hat, so dass der Ausbruch der Krankheit unterdrückt werden kann. Da sich also die Antigene dieser Viren höchstens geringfügig abwandeln, kann mit der flächendeckenden Verwendung von Impfstoffen theoretisch die gänzliche Ausrottung dieser Infektionskrankheiten erreicht werden. Impfungen haben also unzweifelhaft einen grossen gesundheitspolitschen Nutzen. Seit jedoch Wakefield et al. 1998 einen kausalen Zusammenhang zwischen der Dreifachimpfung gegen Masern, Mumps und Röteln und der Entstehung von Autismus postuliert hatten, kamen Zweifel an der unbestrittenen Nützlichkeit von Impfungen auf. Etwa zur gleichen Zeit verunsicherte die Empfehlung des europäischen Ausschusses für Arzneimittelspezialitäten (Committee for Proprietary Medicinal Products, CPMP)

Impfstoffe ohne den quecksilberhaltigen Konservierungsstoff Thiomersal (engl. Thimerosal) zu verwenden. Die Vorzüge von Thiomersal bestehen in seinem ausserordentlich breiten Wirkspektrum gegen Bakterien und Pilze bei gleichzeitig guten Eigenschaften für die Verwendung für Arzneimittel. Quecksilber und dessen Verbindungen, zu denen auch Thiomersal, Ethyl- und Methylquecksilber zählen, wirken aber bekannterweise toxisch auf Nerven und Nieren, allerdings erst in viel höheren Dosen als sie in Impfstoffen enthalten sind. In Impfstoffen ist zwischen einem hunderttausendsten und einem tausendsten Teil der Menge an Quecksilber enthalten, die nerven- und nierenschädigend wirkt (Margos, 2003). In den U.S.A. stellte man derweil fest, dass die kumulative Menge an Quecksilber, die Kinder in den ersten Lebensmonaten aufgrund der zunehmenden Anzahl an Impfungen verabreicht kriegen, den empfohlenen Grenzwert für Methylquecksilber unter Umständen überschreiten könnte. Im Juli 1999 veröffentlichte die American Academy of Paediatrics und der US Public Health Service deshalb eine gemeinsame Stellungnahme, in der sie die baldige Entfernung von Thiomersal aus den Impfstoffen sowie das Aussetzen der Hepatitsis-B-Impfung kurz nach der Geburt bis zur Verfügbarkeit eines thiomersalfreien Impfstoffes empfahlen. Es wurde die Hypothese aufgestellt, dass thiomersalhaltige Impfstoffe neurologische Störungen wie Autismus verursachen können. Autismus ist eine tiefgreifende Entwicklungsstörung, welche sich durch Symptome in drei Bereichen charakterisiert: gestörtes Sozialverhalten, fehlender oder eingeschränkter Spracherwerb sowie stereotype Verhaltensweisen und Interessen.

In der vorliegenden Arbeit wird im Theorieteil zunächst die Definition von Autismus geklärt. Zur Abgrenzung dieser Diagnose werden verwandte Störungsbilder beschrieben, die ebenso wie Autismus zu den tiefgreifenden Entwicklungsstörungen gezählt werden. Danach werden die beiden Hypothesen vorgestellt, welche einen Zusammenhang zwischen Impfungen und der Entstehung von Autismus postulieren. Im zweiten Abschnitt der Arbeit wird die Befundlage der Forschung in Bezug auf die beiden Hypothesen dargestellt. Danach folgt der Diskussionsteil, in dem die Befundlage rekapituliert und kritisch reflektiert wird.

Theorie

Der Begriff „Autismus“ enthält das griechische Wort „autos“ (selbst) und die lateinische Endung „ismus“ (ähnlich der Endung „heit“) und drückt aus, dass die Betroffenen ungewöhnlich in sich selbst gekehrt sind und wenig Interesse an anderen Menschen zeigen.

Bei Menschen mit Autismus ist die normale Informationsverarbeitung gestört, so dass ihr Verständnis für ihre Umwelt und für die Geschehnisse um sie herum beeinträchtigt ist. Autismus gehört zu den tiefgreifenden Entwicklungsstörungen (engl. pervasive developmental disorder, kurz PDD). Der Begriff der tiefgreifenden Entwicklungsstörung wurde ursprünglich eingeführt, um eine Diagnose für Personen zu ermöglichen, die viele Merkmale von Autisten teilen, aber nicht alle Kriterien der Diagnose erfüllen. Unter dem Oberbegriff der tiefgreifenden Entwicklungsstörungen sind die Autismus Spektrum Störungen, das Rett-Syndrom und die desintegrative Störung des Kindesalters zusammengefasst. Die Autismus Spektrum Störungen wiederum sind unterteilt in frühkindlichen Autismus, Asperger-Syndrom, und die sogenannte nicht näher bezeichnete tiefgreifende Entwicklungsstörung (pervasive developmental disorder- not otherwise specified, kurz PDD-NOS), welche zuweilen auch atypischer Autismus genannt wird. Im Folgenden sollen die genannten Untergruppen näher erläutert werden. Beim frühkindlichen Autismus handelt es sich um das Störungsbild, welches man umgangssprachlich unter dem Begriff Autismus versteht und wird charakterisiert durch die Triade der Beeinträchtigung: Beeinträchtigung der Fähigkeit zur Interaktion mit anderen Menschen sowie des angemessenen Sprachgebrauchs, gepaart mit eingeschränktem Interessensbereich und repetitiven Verhaltensweisen. Der frühkindliche Autismus ist noch vor dem dritten Lebensjahr diagnostizierbar. Bezüglich kognitiver Fähigkeiten gibt es beträchtliche Unterschiede innerhalb der Gruppe der Autisten. Die Bandbreite reicht von Autisten mit überdurchschnittlicher oder normaler Intelligenz bis hin zu Autisten mit leichter und schwerer geistiger Behinderung. In dieser Hinsicht gibt es die Unterscheidung in high und low functioning Autismus. Betroffene, die aufgrund ihrer normal bis überdurchschnittlich ausgeprägten Intelligenz sehr funktionsfähig sind, bezeichnet man als high functioning Autisten, als Autisten mit hohem Funktionsniveau. Dementsprechend sind Autisten mit unterdurchschnittlicher Intelligenz und einer dadurch verringerten Funktionsfähigkeit als low functioning Autisten zu bezeichnen. Synonym für die Bezeichnung frühkindlicher Autismus wird auch die Bezeichnung „Kanner-Syndrom“ verwendet, nach dem austro-amerikanischen Kinderpsychiater Leo Kanner, welcher das Störungsbild des Autismus 1943 erstmals beschrieb. In seiner Veröffentlichung 1943 zitierte Leo Kanner Eltern autistischer Kinder: sie beschrieben ihre Kinder unter anderem als „selbstgenügsam“, „nicht Notiz nehmend von ihrer Umgebung“, „unfähig das normale Mass an sozialem Gespür aufzubringen“ und „handelnd als ob sie hypnotisiert wären“. Bei sehr kleinen Kindern lässt sich Autismus am geringen Blickkontakt, fehlendem Antwortlächeln, fehlender Reaktion auf das Rufen des Namens, fehlende Zeichen der normalen kindlichen Kontaktaufnahme zu den Eltern und intensive Zuwendung zu Gegenständen erkennen (Dodd, 2007; Remschmidt, 2005).

Das Rett-Syndrom ist eine neurologische Störung, die vorwiegend Mädchen betrifft. Es manifestiert sich zwischen dem 7. und 24. Lebensmonat. Die Symptome sind Verlust des zielgerichteten Gebrauchs der Hände, windende Bewegungsstereotypien der Hände, vollständiger oder teilweiser Verlust der Sprache und Verlangsamung des Kopfwachstums. Charakteristisch ist zunächst der Entwicklungsstillstand, auf welchen ein fortschreitender Abbau kognitiver und motorischer Funktionen folgt, welcher zu Demenz, autistisch anmutenden Verhaltensweisen, epileptischen Anfällen und Lähmungen führt. Das Rett- Syndrom wird durch eine Mutation des MECP2-Gens auf dem X-Chromosom verursacht. Diese Mutation ist bei Jungen normalerweise tödlich, daher die vorwiegende Betroffenheit von Mädchen/ Frauen. Dennoch kommen vereinzelt auch Fälle männlicher Betroffener vor. Eine Heilung dieser Störung ist bislang nicht möglich (Remschmidt, 2005).

Die desintegrative Störung des Kindesalters (auch Heller Syndrom oder desintegrative Psychose genannt) zeichnet sich aus durch eine normale kindliche Entwicklung in den ersten 2-4 Lebensjahren, woraufhin eine kontinuierliche Regression einsetzt. Ihr Beginn ist schleichend: die Kinder ziehen sich zurück, können sich sprachlich nicht mehr verständigen, weisen Gedächtnis- und Wahrnehmungsstörungen auf, sind ängstlich oder aggressiv, können sich in sozialen Situationen nicht mehr zurecht finden und verlieren häufig auch die bereits erworbene Darm- und Blasenkontrolle. Zudem zeigen sie stereotype Bewegungen. Die desintegrative Störung führt letztlich zur Demenz, wobei vorübergehende Verbesserungen möglich, jedoch nicht von Dauer sind. Aufgrund des Rückzugverhaltens und der beeinträchtigten Kommunikation entsteht manchmal der Eindruck, es handle sich um Autismus (Remschmidt, 2005).

Von atypischem Autismus spricht man dann, wenn das Störungsbild des frühkindlichen Autismus erst nach dem dritten Lebensjahr manifest wird oder aber wenn die Störung zwar bereits vor dem dritten Lebensjahr feststellbar ist, jedoch nicht alle drei Bereiche der Beeinträchtigungstriade umfasst. Dementsprechend werden im ICD-10 zwei Varianten des atypischen Autismus unterschieden: Autismus mit atypischem Erkrankungsalter und Autismus mit atypischer Symptomatologie.

Kinder mit Asperger-Syndrom zeigen für gewöhnlich keine Verzögerung der Sprachentwicklung und auch nicht der kognitiven Entwicklung. Im Gegenteil scheinen sie eine perfekte sprachliche Ausdrucksfähigkeit zu entwickeln und bilden mitunter originelle Wortschöpfungen. Jedoch weisen sie häufig eine seltsame Sprachmelodie auf und führen zum Teil sogenannte Spontanreden, die dadurch charakterisiert sind, dass kaum eine Anpassung an den spezifischen Zuhörer vorgenommen wird. Ausserdem interpretieren Menschen mit Asperger-Syndrom Aussagen wortwörtlich und missverstehen so des Öfteren die intendierte Bedeutung des Gesagten. Asperger-Betroffene haben repetitive Routinen deren Befolgung sie sowohl sich selbst als auch anderen auferlegen. Oft fallen Asperger-Betroffene auch durch motorische Ungeschicklichkeit auf. Man beobachtet häufig auch sogenannte dyspraktische Störungen, bei denen ein Handlungsentwurf nur unzureichend in eine konkrete Handlung umgesetzt werden kann (Remschmidt, 2005).

Bezüglich des Zusammenhangs zwischen Impfungen und Autismus gibt es zwei Hypothesen: zum einen wurde postuliert, dass die Dreifachimpfung gegen Masern, Mumps und Röteln (kurz MMR-Impfung) eine regressive Form des Autismus verursachen kann, bei der betroffene Kinder sich zunächst normal entwickeln und im Alter von 15 bis 30 Monaten bereits erworbene Sprachfertigkeiten und ihr Spiel- und Kommunikationsverhalten verlieren (Wakefield et al, 1998). Es wurde angenommen, dass die Kombination der drei Impfstoffe das Immunsystem der Kinder überfordere. Dabei wird den Masernviren in der MMR-Impfung die zentrale Rolle bei der Verursachung von MMR-induziertem Autismus zugeschrieben (Singh, Lin, Newell und Nelson, 2002). Die Hypothese bezüglich des Zusammenhangs zwischen der MMR-Impfung und einem regressiven Typus von Autismus, der mit Darmproblemen verbunden ist, hat der Londoner Gastroenterologe Dr. Wakefield (1998) aufgestellt. Wakefield et al. (1998) haben zwölf Kinder untersucht, welche alle eine Vorgeschichte normaler Entwicklung aufwiesen, die bei neun der zwölf Kinder innerhalb von vierzehn Tagen nach der MMR-Impfung und bei den anderen dreien innerhalb von zwei Monaten nach der MMR-Impfung durch den Verlust von bereits erworbenen Fertigkeiten unterbrochen und von Durchfall und Unterleibsschmerzen gefolgt war. Wakefield schloss aus seinen Untersuchungen, dass es einen Subtyp von Autismus gibt, welcher von der MMR-Impfung ausgelöst wird und wesentlich durch eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung (engl. inflammatory bowel disease, kurz IBD) charakterisiert wird. Wakefield nahm an, dass die dreifache Impfung zu einer unangemessenen Immunreaktion gegenüber dem Masernvirus führen kann, woraufhin sich eine persisitierende Masern-Infektion einnistet, die dann zu chronischen Verdauungsproblemen führt. Er postulierte, dass die Verdauungsprobleme eine erhöhte Permeabilität des Darms verursachen, so dass es neurotoxischen Substanzen möglich wird, in die Blutbahn zu gelangen und so die neurologische Entwicklung des betroffenen Kindes zu stoppen. Wakefield bezieht sich diesbezüglich auf die Opioid Exzess Theorie, die Panksepp (1979) als erster vorgeschlagen hatte. Die Opioid Exzess Theorie postuliert, dass autistische Störungen aus einer unvollständigen Zersetzung von Peptiden sowie einer übermässigen Absorption von Peptiden aus der Nahrung resultieren. Peptide sind Verkettungen von Aminosäuren, ähnlich den Proteinen aber weniger lang. Sie erfüllen eine große Anzahl an physiologischen Funktionen. Einige in der Nahrung häufig auftretende Proteine wie Gluten, das zum Beispiel in Roggen, Weizen und Dinkel enthalten ist, oder Kasein, das in Käse und anderen Milchprodukten vorkommt, können durch Verdauungsprozesse zu sogenannten opioiden Peptiden umgesetzt werden. Diese Peptide wirken in ähnlicher Weise wie Morphin auf den Körper. Normalerweise werden diese endogenen, vom Körper produzierten Opioidpeptide sofort nach der Synthese wieder abgebaut. Menschen, deren Stoffwechsel nicht in der Lage ist, diese Opioidpeptide weiter zu verarbeiten, können Anzeichen körperlicher und geistiger Krankheit entwickeln. Die Opioid Exzess Theorie geht davon aus, dass die endogenen Opioidpeptide die normale Neuroregulation und die Gehirnentwicklung stören (Panksepp, 1979).

Die zweite Hypothese bezüglich eines kausalen Zusammenhangs zwischen Impfungen und Autismus fokussiert die Tatsache, dass manche Impfstoffe den Konservierungsstoff Thiomersal (engl. Thimerosal) enthalten, welcher zu 49.6% seines Gewichts Quecksilber enthält. Da man von Quecksilber weiss, dass es in hohen Dosierungen eine toxische Wirkung auf Nerven und Nieren hat, wurde Ende der Neunziger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts von verschiedenen staatlichen Gesundheitsbehörden vorsorglich die Empfehlung ausgesprochen, Thiomersal aus Impfstoffen zu entfernen und durch andere Stoffe zu ersetzen. Daraus ging die Hypothese hervor, dass Impfungen mit thiomersalhaltigen Impfstoffen neurologische Schädigungen hervorrufen und zu Autismus führen können. Dieser Hypothese, die von keiner bestimmten Person im Speziellen vertreten oder aufgeworfen wurde, gingen in Folge verschiedene Forschergruppen nach, um empirische Evidenz zu schaffen, die deren Bestätigung oder deren Entkräftigung ermöglichen sollte.

[...]

Ende der Leseprobe aus 30 Seiten

Details

Titel
Können Impfungen Autismus verursachen?
Untertitel
Eine empirische Betrachtung
Hochschule
Universität Basel  (Institut für Psychologie)
Note
5.5 (Schweiz)
Autor
Jahr
2009
Seiten
30
Katalognummer
V193231
ISBN (eBook)
9783656182283
Dateigröße
576 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Anhand eines Reviews empirischer Untersuchungen wird der Frage nachgegangen, ob der Schluss gezogen werden kann (oder eben nicht), dass Impfungen Autismus verursachen.
Schlagworte
können, impfungen, autismus, eine, betrachtung
Arbeit zitieren
Cornelia Harig (Autor), 2009, Können Impfungen Autismus verursachen?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/193231

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