Ist Gott gerecht?

Das Theodizee-Problem


Seminararbeit, 2008

8 Seiten, Note: 2+


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitendes: Zitat Ijobs

2. Definition des Begriffs „Theodizee“

3. Lösungsversuche des Theodizee-Problems

4. Aktualität des Theodizee-Problems gezeigt an der Not der Opfer des Wirbelsturms „Sidr“ 11/2007

5. Abschließende Gedanken

Literaturverzeichnis

1. Einleitendes: Zitat Ijobs

„Ach, würde doch mein Gram gewogen, legte man auf die Waage auch mein Leid! Denn nun ist es schwerer als der Sand des Meeres, darum reden meine Worte irr. Die Pfeile des Allmächtigen stecken in mir, mein Geist hat ihr Gift getrunken, Gottes Schrecken stellen sich gegen mich.“ (Ijob 6, 2-4)

Schon Ijob klagte Gott an, als ihm immer mehr Unglück widerfuhr. Zunächst verhielt sich Ijob so, wie es sich für einen frommen Mann gehört und er nahm sein Unglück trauernd, aber dennoch Gott preisend an; er war ein Dulder.[1] Doch als seine Unglückswelle scheinbar nicht mehr enden will, begehrte Ijob auf, er rebellierte gegen sein Schicksal und gegen Gott. Er klagte ihn an, da er meinte, er habe Gott sein Leid und seine Not zu verdanken.

Ijobs Drama zeigt, dass sich ein solches Geschehen in der menschlichen Geschichte stets wiederholte und auch weiter wiederholen kann.[2] Auch heute noch klagen die Menschen Gott an, warum er ihr Leid und ihre Not zulasse. Es stellt sich also die Frage, ob Gott gerecht ist und welche Gründe es haben könnte, dass trotz seiner Existenz so viele Übel in der Welt passieren.

2. Definition des Begriffs „Theodizee“

Theodizee ist ein von Gottfried Wilhelm Leibniz im 18. Jahrhundert geschaffener Begriff.[3] Die Infragestellungen des theistischen Bekenntnisses resultierend aus der Leiderfahrung der Menschen werden als Theodizee-Problem bezeichnet, die Antwortversuche darauf nennt man Theodizee.[4] Beim Theodizee-Problem geht es also darum, „woher das Leid kommt und warum es Schuldige wie Unschuldige treffen kann“, warum „der Glaube keine Garantie für gerechte Vergeltung“ bietet.[5] Denn Gott ist laut dem theistischen Bekenntnis „Schöpfer und lenkender Erhalter der Welt, allmächtig, allgütig, allwissend und gerecht.[6] Sollte Gott also nicht in der Lage sein, die Übel und das übermäßige Leid auf der Welt verhindern zu können? Welche Gründe könnte er haben, es zuzulassen oder hat er vielleicht doch nicht die Macht dazu, Leid zu verhindern? Diese Fragen drängen sich einem gläubigen Christen auf, wenn er mit dem Leid, das durch konkrete eigene Erfahrung und auch durch die Medien allgegenwärtig ist, konfrontiert wird.[7] Die Erfahrung von Übel und Leid der Welt steht also in einem offenkundigen Widerspruch zum Bekenntnis zu einem allmächtigen und sittlich vollkommenen Gott.[8] Doch wichtig ist es, dass es bei der Theodizee nicht um eine Rechtfertigung Gottes durch den Menschen geht, sondern lediglich um eine Rechtfertigung des Glaubens an Gott angesichts der Widersprüche.[9]

3. Lösungsversuche des Theodizee-Problems

Im Laufe der Geschichte haben sich nun viele Theorien zum Thema Theodizee entwickelt. Viele Philosophen, Theologen und generell unterschiedliche Religionen versuchten die verschiedenen Möglichkeiten zur Lösung dieses Problems durchzuspielen, um diese drängende Frage nach dem „Woher?“ des Leides und dem „Warum?“ und dem „Wie lange noch?“ zu klären.

Epikur entwickelte ein klassisches Muster, welches die unterschiedlichen Möglichkeiten aufzeigt:

A) Gott will das Übel abschaffen, kann es aber nicht.
B) Gott kann das Übel abschaffen, will es aber nicht.
C) Gott kann weder, noch will er das Übel abschaffen.
D) Gott will und kann das Übel abschaffen.[10]

In Fall A) wäre Gott nicht allmächtig, in B) nicht gütig und gerecht, in C) träfe beides zu und in D) stellt sich einem die Frage woher die Übel kommen und warum Gott sie nicht beseitigt.[11]

[...]


[1] Vgl. Häring, Ijob 276.

[2] Vgl. ebd. 278.

[3] Vgl. Störmer, Theodizee 1396.

[4] Vgl. Kreiner, Gott im Leid 16.

[5] Gerlitz, Theodizee 210.

[6] Ebd. 222.

[7] Vgl. Kreiner, Gott im Leid 15.

[8] Vgl. ebd. 17.

[9] Vgl. ebd. 24.

[10] Vgl. ebd.

[11] Vgl. ebd.

Ende der Leseprobe aus 8 Seiten

Details

Titel
Ist Gott gerecht?
Untertitel
Das Theodizee-Problem
Hochschule
Universität Passau
Veranstaltung
Einführung in die elementare Theologie vor den Herausforderungen der modernen Gesellschaft
Note
2+
Autor
Jahr
2008
Seiten
8
Katalognummer
V193235
ISBN (eBook)
9783656182825
Dateigröße
391 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
gott, theodizee-problem
Arbeit zitieren
Laura Ostermaier (Autor), 2008, Ist Gott gerecht?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/193235

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