Aggressionen und Gewalt bei Kindern und Jugendlichen


Hausarbeit, 2012
12 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung

2. Begriffsdefinition: Aggression

3. Theorien zur Entstehung von Aggressionen
3.1. Die Aggressions- Trieb Theorie (nach Freud, Konrad Lorenz)
3.2. Die Frustrations- Aggressions- Hypothese (nach Dollard)
3.3. Sozial erlernte Aggression (nach Bandura)

4. Risikofaktoren

5. Präventionsmaßnahmen

6. Fazit

7. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

In Deutschland und in vielen Teilen der westlichen Welt sind Aggressionen, Gewalt und Kriminalität in den letzten Jahren, zu einem der größten gesellschaftlichen Probleme geworden, dass dadurch verschärft wird, dass die Täter immer jünger, rücksichtsloser und brutaler geworden sind (vgl. Zimbardo; Gerrig 2003, S.333). Der Blick in die Medien zeigt, dass das Thema Kinder und Jugendgewalt auch aktuell eine besondere Aufmerksamkeit erfährt und wir begegnen immer wieder Schlagzeilen wie: „Jedes 4. Kind auffällig aggressiv“, „Elfjähriger Junge erpresst Mitschüler“, „Aggression im Kindergarten: Erzieherinnen in Not“, oder „Massenschlägerei in Hauptschule“. Zuletzt ging bundesweit ein Aufschrei durch Medien, Gesellschaft und Politik angesichts der brutalen Übergriffe von Jugendlichen in den U- Bahnhöfen Berlin Lichtenberg und Friedrichstraße. Hier überfielen jugendliche Täter ihre Opfer auf brutalste Art und Weise und verletzen diese zum Teil lebensgefährlich. Die Bilder der Überwachungskamera sind erschreckend und zeigen ein unglaubliches Ausmaß an Aggression und Gewalt. Vermehrt kursieren auch solche, oder ähnlich selbst gedrehte Filme mit Gewaltszenen auf dem Schulhof, im Internet oder werden unter den Kindern und Jugendlichen getauscht und als eine Art „Trophäe“ in der Clique stolz herumgezeigt. Die Aggressionsbereitschaft unter Kindern und Jugendlichen scheint also höher denn je zu sein. Als angehende Erzieher hat uns die Frage besonders interessiert, inwieweit Gesellschaft, Medien, Familie, Kita/Schule und Peer-Groups die Entstehung von aggressivem Verhalten bei Kindern und Jugendlichen beeinflussen und vorbeugen können?! Um diese Frage adäquat beantworten zu können, werden zunächst grundlegende Theorien zur Entstehung von Aggressionen vorgestellt, anschließend folgt eine ausführliche Darstellung der Risikofaktoren und damit der Kernteil dieser Hausarbeit. Abschließend möchte wir noch auf Interventions- und Präventionsmöglichkeiten aufmerksam machen, die im Kita- beziehungsweise Hortalltag ihre Anwendung finden und damit auch eine Antwort auf die Eingangsfrage geben können.

2. Begriffsdefinition: Aggressionen

Bevor wir zu den grundlegenden Theorien der Entstehung von Aggressionen kommen, wollen wir zunächst den Begriff der Aggression, mit Hilfe von einschlägiger Literatur, klären. Generell wird Aggression als ein Verhalten verstanden, welches Objekten oder Personen Schaden, Verletzungen oder unangenehme Zustände zufügt.

James T. Tedeschi schreibt, dass in der sozialpsychologischen Forschung schädigendes Verhalten als Aggression aufgefasst wird (vgl. Tedeschi, 2002, S.3). Eine ähnliche Definition liefern Baron und Richardson, die davon ausgehen, dass mit Aggression das Ziel verfolgt wird, ein anderes Lebewesen zu verletzen und dieses ist motiviert, eine solche Behandlung zu vermeiden (vgl. ebd.). Auch Zimbardo und Gerrig definieren Aggression zwischen Menschen „als körperliches oder verbales Handeln, das mit der Absicht ausgeführt wird, zu verletzen oder zu zerstören“ (Zimbardo; Gerrig 2003, S.334) und sehen in der Gewalt die „Aggression in ihrer extremen und sozial nicht akzeptablen Form“ (ebd.).

Wie wir feststellen konnten gibt es keinen eindeutigen wissenschaftlichen Aggressionsbegriff. Vielmehr findet man in der Literatur zahlreiche Definitionen, die versuchen das Phänomen Aggression zu beschreiben. Allen gemein ist jedoch, dass sie Aggression (lat. aggressio: „Angriff“) als ein Verhalten verstehen, hinter dem die Absicht steht, einer anderen Person Schaden zuzufügen oder ein Objekt zu zerstören. Dies impliziert, dass aggressive Handlungen nicht nur physische sondern auch psychische Schädigungen zum Ziel haben können. Dabei zeigen Menschen eine unterschiedliche Ausprägung an Aggressivität und ihre Bereitschaft Gewalt in Konfliktsituationen anzuwenden ist mehr, oder weniger groß. Wie es zur Ausprägung aggressiven Verhaltens kommt, liefern im wissenschaftlichen Diskurs unterschiedliche Theorien. Im Folgenden werden wir versuchen die bekanntesten vorzustellen.

3. Theorien zur Entstehung von Aggressionen

Sucht man nach dem Grund, warum Kinder und Jugendliche aggressiv werden, so gibt es eine Reihe von psychologischen Theorien, die von renommierten Psychologen entwickelt wurden. Aufgrund der Vielzahl dieser Theorien ist es uns im Rahmen unserer Hausarbeit nicht möglich, auf alle einzeln einzugehen. Demnach werden wir uns im Folgenden auf drei grundlegende Theorien beschränken: erstens die Aggressions-Trieb-Theorie, zweitens die Frustrations-Aggressions-Theorie und drittens die Lerntheoretischen Ansätze.

3.1. Die Aggressions- Trieb Theorie (nach Freud und Konrad Lorenz)

Freud vertrat eine dualistische Trieblehre. Diese besagt, dass jeder Mensch von Geburt an zwei einander entgegengesetzte Urtriebe besitzt: den Thanatostrieb (Todestrieb) sowie seinen Gegenspieler Eros (der Lebenstrieb) (vgl. Zimbardo; Gerrig 2003, S334). Der Thanatos ist stets bestrebt, das Lebendige zu zerstören und ist für destruktive Handlungen verantwortlich. Interpersonale Aggression versteht Freud demnach als einen nach außen gerichteten Todestrieb, wodurch eine Entladung der aufgebauten Spannung stattfindet. Der Trieblehre zufolge kann der Thantostrieb ebenso selbstzerstörerische Wirkung haben, z.B. in Form von selbstverletzendem Verhalten bis hin zum Suizid (vgl. ebd.).

Auch der Ethologe Konrad Lorenz teilt die Überzeugung, dass der Mensch eine angeborene Neigung zum Bösen besitzt. Seiner Meinung nach, werden in unserem Körper ständig aggressive Impulse erzeugt, die sich solange in uns aufstauen, bis ein bestimmter Schwellenwert überschritten wird und es somit zur Entladung der Aggressionsenergie kommt (vgl. Zimbardo; Gerrig 2003, S.335). Beide hier aufgeführten Wissenschaftler gehen also von einem anlagebedingten Aggressionstrieb aus, der vor allem der Arterhaltung dient und halten damit aggressives Verhalten als unvermeidbar.

Die Existenz eines angeborenen Aggressionstriebes kann wissenschaftlich nicht bewiesen werden, weshalb die von Freud 1920 aufgestellte Aggressions-Trieb-Theorie heutzutage eher zweifelhaft bleibt.

[...]

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Aggressionen und Gewalt bei Kindern und Jugendlichen
Hochschule
Stiftung SPI Sozialpädagogisches Institut Berlin – Walter May
Note
1,3
Autor
Jahr
2012
Seiten
12
Katalognummer
V193312
ISBN (eBook)
9783656188179
ISBN (Buch)
9783656189534
Dateigröße
462 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
aggressionen, gewalt, kindern, jugendlichen
Arbeit zitieren
Maik Ziebig (Autor), 2012, Aggressionen und Gewalt bei Kindern und Jugendlichen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/193312

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