Es gibt wenige Forschungen, die dem Zusammenhang zwischen dem Regieren einer Partei und der Arbeitslosigkeitsraten in einem Bundesland gewidmet werden. Der vorliegende Aufsatz enthält den Entwurf der Forschung, die diesen Zusammenhang feststellen und interpretieren kann. Theoretische Basis einschließlich eine wissenschaftliche Hypothese sowie zwei Methoden ihrer Operationalisierung werden entworfen. Die Effektivität der Forschung aufgrund des TSCS – Modells wird präsentiert und gleichzeitig wird es darauf hingewiesen, dass es auch die anderen möglichen Forschungsmethoden gibt.
Inhaltsverzeichnis
Einführung
I. Fragestellung
II. Definitionen
III. Forschungsstand
IV. Theorien
1. Theorie der Verwirklichungschancen
V. Hypothesen
VI. Operationalisierung:
1. Beschreibung der Datenbasis
2. 1. Möglichkeit der Operationalisierung: Qualitative Beschreibung der ausgewählten Beispiele
3. 2. Möglichkeit der Operationalisierung: statistische Analyse aufgrund des TSCS – Models
a. Abhängige und unabhängige Variablen, Kontrollvariablen
b. Datenerhebung, Datenauswertung und Dateninterpretation
VII. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit entwickelt ein wissenschaftliches Forschungsdesign, um den potenziellen Zusammenhang zwischen der Regierungsbeteiligung der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) in den deutschen Bundesländern und der Entwicklung der dortigen Arbeitslosenquoten zu untersuchen.
- Entwicklung eines methodischen Forschungsablaufs
- Anwendung der Theorie der Verwirklichungschancen nach Amartya Sen
- Vergleich von qualitativen und quantitativen Operationalisierungsmethoden
- Statistische Modellierung mittels Time-Series-Cross-Section-Daten (TSCS)
- Analyse von sozioökonomischen Einflussfaktoren auf den Arbeitsmarkt
Auszug aus dem Buch
1. Theorie der Verwirklichungschancen
Die vorliegende Theorie wurde vom bekannten indischen Wirtschaftswissenschaftler Amartya Sen entwickelt. In dem vorliegenden theoretischen Rahmenbezug können die Verwirklichungschancen als die Möglichkeiten oder umfassenden Fähigkeiten von Menschen, ein Leben führen zu können, für das sie sich mit guten Gründen entscheiden konnten und das die Grundlagen der Selbstachtung nicht in Frage stellt, definiert werden (Bundesregierung 2005: 9). Die Verwirklichungschancen von Menschen werden durch Ressourcen (beispielsweise Einkommen, Vermögen, Bildung, Gesundheit), die Rechte, die den Zugang zu diesen Ressourcen verschaffen, sowie durch die gesellschaftlichen Umwandlungsfaktoren (Infrastruktureinrichtungen, Normen und Pflichten) und die individuellen Umwandlungsfaktoren (Fähigkeiten) bedingt. Diese Chancen werden je nach individuellen oder übernommenen Zielen unterschiedlich genutzt und resultieren letztendlich in der jeweiligen Teilhabe an den materiellen und immateriellen Gesellschaftsgütern (vgl. Bartelheimer 2007: 9-10).
Die Verteilung von Einkommen und Vermögen kann in diesem Kontext entweder als Teilaspekt der Verwirklichungschancen oder als Teilhabeergebnis an den Gesellschaftsgütern eingeordnet werden. Im ersten Fall sind die Verteilung von Einkommen und Vermögen das Resultat der Verteilung der Zugangsmöglichkeiten zu Erwerbsarbeit – die im Wesentlichen durch Arbeitsmarktsituation und –politik bestimmt wird -, der Leistungsbewertungs- und Vergütungssysteme, des Steuersystems, des Unterhaltsrechts (gesellschaftliche Umwandlungsfaktoren) und der Verteilung von Kompetenzen (individuelle Umwandlungsfaktoren). Dabei ist die Verteilung auf angeborene „Gaben“ und auf Bildungsinvestitionen zurückzuführen. Wenn man die Einkommensverteilung auch als Teilhabeergebnis an den Gesellschaftsgütern betrachtet, wird sie vor allem als Ergebnis der Teilhabe am Erwerbssystem unter den gegebenen gesellschaftlichen Bedingungen und individuellen Präferenzen sowie Zielen hinsichtlich Erwerbsarbeit, Familienarbeit und Freizeit (Becker 2009: 76; Sen 1999).
Zusammenfassung der Kapitel
Einführung: Der Abschnitt erläutert die Aktualität des Themas Arbeitslosigkeit und begründet die Notwendigkeit eines Forschungsdesigns zur Untersuchung des Einflusses der SPD-Politik auf die Arbeitsmarktquoten.
I. Fragestellung: Hier wird die zentrale Forschungsfrage formuliert, ob die Beteiligung der SPD an Landesregierungen zu einer Erhöhung oder Senkung der Arbeitslosenraten in den jeweiligen Bundesländern führt.
II. Definitionen: Das Kapitel definiert zentrale Fachbegriffe der Arbeit, darunter Arbeitslosenquote, Regierungspartei, Oppositionspartei sowie die politische Einordnung als linksorientierte Partei.
III. Forschungsstand: Ein Überblick über existierende Studien zeigt auf, dass spezifische Untersuchungen zum Zusammenhang zwischen SPD-Regieren in Bundesländern und Arbeitslosenquoten bislang kaum vorliegen.
IV. Theorien: Die Theorie der Verwirklichungschancen von Amartya Sen wird als analytischer Rahmen gewählt, um das Handeln politischer Akteure und dessen Auswirkungen auf das Individuum theoretisch zu fundieren.
V. Hypothesen: Basierend auf der Theorie werden eine Arbeitshypothese sowie eine Gegenhypothese formuliert, welche die Beziehung zwischen Regierungsbeteiligung der SPD und Arbeitslosenraten explizieren.
VI. Operationalisierung:: Es werden zwei Methoden zur empirischen Überprüfung vorgestellt: eine qualitative Fallstudienbeschreibung und ein statistisches Time-Series-Cross-Section-Modell (TSCS).
VII. Fazit: Das Kapitel evaluiert die TSCS-Methode als effektivstes Werkzeug für die vorliegende Fragestellung, unterstreicht jedoch die Notwendigkeit, externe Faktoren bei der Ergebnisinterpretation zu berücksichtigen.
Schlüsselwörter
Arbeitslosigkeit, SPD, Forschungsdesign, Bundesländer, Arbeitsmarktpolitik, Verwirklichungschancen, Amartya Sen, TSCS-Modell, Regierungsbeteiligung, Statistik, Sozialpolitik, Politikanalyse, Variablen, Korrelation, Umverteilung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit entwickelt ein methodisches Forschungsdesign, um den Zusammenhang zwischen der Regierungsbeteiligung der SPD auf Landesebene und den jeweiligen Arbeitslosenquoten zu untersuchen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Themenfelder umfassen die Arbeitsmarktpolitik der SPD, die Messung von Arbeitslosigkeit in Deutschland sowie die Anwendung politikwissenschaftlicher Theorien und statistischer Analyseverfahren.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Kernfrage lautet, ob die Regierungsbeteiligung der SPD (allein oder in Koalitionen) in einem Bundesland einen signifikanten Einfluss auf die dortigen Arbeitslosenquoten ausübt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit vergleicht einen qualitativen Ansatz zur Beschreibung von Einzelfällen mit einer quantitativen statistischen Analyse unter Verwendung von Time-Series-Cross-Section-Daten (TSCS).
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil erarbeitet die theoretische Basis durch die Theorie der Verwirklichungschancen, formuliert prüfbare Hypothesen und stellt die Operationalisierung der Variablen für eine empirische Auswertung dar.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Wichtige Begriffe sind Arbeitslosigkeit, SPD, Forschungsdesign, Arbeitsmarktpolitik, Verwirklichungschancen, TSCS-Modell und Regierungsbeteiligung.
Warum wurde die Theorie der Verwirklichungschancen gewählt?
Die Theorie von Amartya Sen dient als Bezugsrahmen, um zu erklären, wie politische Maßnahmen der SPD die individuellen Lebensmöglichkeiten der Bürger und damit indirekt die Erwerbsbeteiligung beeinflussen können.
Welche Rolle spielen Kontrollvariablen im Modell?
Kontrollvariablen wie wirtschaftliche Außenfaktoren, das Regieren auf Bundesebene oder Koalitionskonstellationen sind notwendig, um das Korrelationsergebnis zu bereinigen und eine Verzerrung der Daten zu vermeiden.
- Quote paper
- Andrei Horlau (Author), 2012, Der Einfluss des Regierens der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands auf die Arbeitslosenquoten in den Bundesländern , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/193411