Forschung ist seit jeher ein Prozess. Davon ist die Geschichtsforschung natürlich nicht ausgeschlossen. Theorien werden aufgestellt und durch andere ersetzt. Hat der Historiker mit dem Mittel der Quellenkritik doch ein solides Handwerkszeug an seiner Seite, so gibt es doch bei der Interpretation Quelle und deren Einordnung in einen größeren Zusammenhang allerhand Raum für unterschiedliche Definitionen. Man muss sich auch mit dem Gedanken abfinden, dass einige Fragen vielleicht nie klären lassen oder immerhin leise Zweifel an der allgemeinen Lehrmeinung bleiben. Bei meiner Suche nach einem Thema für meine Seminararbeit bin ich eher zufällig auf das Konstanzer Dekret Haec Sancta gestoßen und musste erstaunt feststellen, dass die Meinungen der Historiker bezüglich dessen Aussagegehalts doch erstaunlich weit auseinanderdriften. Damit war mein Interesse geweckt, zumal mir das Thema einen guten Einblick in den historischen Forschungsprozess bietet, der sich mir, als Geschichtsstudent im ersten Semester ja erst noch erschließen muss. In meiner Seminararbeit werde ich im Folgenden die Krise und damit den historischen Kontext des Dekretes Haec Sancta skizzieren und mich im Anschluss an dessen Analyse wagen. Dabei werde ich auch auf die Frage nach dessen Verbindlichkeit eingehen - einer Frage an der sich die „Geister scheiden“.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung.
- Die Krise von Konstanz.
- Forschungsdiskussion
- Quellenanalyse
- Die Überlieferungsverhältnisse
- Inhaltsübersicht
- Interpretation
- Kurzer Ausblick auf den weiteren Konzilsverlauf..
- Zusammenfassung.
- Quellen- und Literaturverzeichnis
- Anhang: Das Dekret Haec Sancta
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Seminararbeit analysiert das Dekret Haec Sancta des Konzils von Konstanz und untersucht dessen historischen Kontext, insbesondere die Krise des Konzils von 1415. Die Arbeit befasst sich mit der Frage nach der Verbindlichkeit des Dekrets und beleuchtet die unterschiedlichen Interpretationen von Historikern.
- Die Krise des Konzils von Konstanz und die Entstehung des Dekrets Haec Sancta
- Die verschiedenen Standpunkte zur Verbindlichkeit des Dekrets Haec Sancta
- Die Rolle des Konziliarismus in der Lösung der Kirchenspaltung
- Die Interpretation und Einordnung des Dekrets Haec Sancta in den historischen Kontext
- Die Bedeutung des Dekrets Haec Sancta für die Entwicklung der Kirche
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in die Forschungsdiskussion über das Dekret Haec Sancta ein und erläutert die Bedeutung der Quelle für die historische Forschung. Das Kapitel „Die Krise von Konstanz“ schildert die Situation des Konzils von 1415, die zur Erlassung des Dekrets Haec Sancta führte, einschließlich der Konflikte zwischen den Päpsten und den verschiedenen Obedienzen. Die Quellenanalyse befasst sich mit der Überlieferung, der Inhaltsübersicht und der Interpretation des Dekrets. Der kurze Ausblick auf den weiteren Verlauf des Konzils gibt einen Einblick in die Entwicklung der Kirchenunion nach der Erlassung des Dekrets Haec Sancta.
Schlüsselwörter
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Dekret Haec Sancta, dem Konziliarismus, der Kirchenspaltung, dem Konzil von Konstanz, der Quellenkritik, der historischen Interpretation, der Verbindlichkeit von Dekreten und der Machtverhältnisse innerhalb der Kirche im Spätmittelalter.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Dekret "Haec Sancta"?
Es ist ein zentrales Dokument des Konzils von Konstanz (1415), das die Überordnung des Konzils über den Papst in Fragen des Glaubens und der Einheit der Kirche festlegte.
Warum befand sich das Konzil von Konstanz in einer Krise?
Das Konzil musste das Abendländische Schisma beenden, bei dem drei Päpste gleichzeitig Anspruch auf die Macht erhoben, was zu tiefen politischen und religiösen Konflikten führte.
Ist das Dekret "Haec Sancta" heute noch kirchenrechtlich verbindlich?
Dies ist eine der umstrittensten Fragen der Geschichtsforschung; einige Historiker sehen es als Notmaßnahme, andere als dogmatische Grundentscheidung des Konziliarismus.
Was bedeutet "Konziliarismus"?
Konziliarismus ist die theologische Auffassung, dass ein allgemeines Konzil die höchste Autorität in der Kirche darstellt und somit über dem Papst steht.
Wie half das Konzil, die Kirchenspaltung zu überwinden?
Durch die Absetzung oder den Rücktritt der konkurrierenden Päpste und die Wahl eines neuen, allgemein anerkannten Papstes (Martin V.) konnte die Einheit wiederhergestellt werden.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2012, Das Konzil von Konstanz in der Krise, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/193488