Nationale und internationale Handelskammern


Hausarbeit, 2011

22 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Aufgabenstellung und Aufbau der Arbeit

2 Industrie- und Handelskammer „IHK“
2.1 Geschichte und Heute
2.2 Aufgaben und Bedeutung
2.3 Deutscher Industrie- und Handelskammertag „DIHK“

3 Deutsche Außenhandelskammer „AHK“
3.1 Geschichte und Heute
3.2 Aufgaben und Bedeutung

4 The European Chambers „Eurochambres“
4.1 Geschichte und Heute
4.2 Aufgaben und Bedeutung

5 Internationale Handelskammer „ICC“
5.1 Geschichte und Heute
5.2 Aufgaben und Bedeutung
5.3 International Commercial Terms „Incoterms“

6 Fazit

Verzeichnis der verwendeten Literatur

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Handelskammern in Europa

Abb. 2: Prozentualer Anteil der Unternehmensgrößen

1 Einleitung

1.1 Problemstellung

In den vergangenen Monaten wurde das Thema über die Einführung einer Frauen- quote wieder stärker diskutiert. Auch der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages Heinrich Driftmann nahm sich dieser Debatte an. Die unter- schiedlichsten Ursachen seien für den geringen Frauenanteil in Führungspositionen verantwortlich. So könne eine gesetzliche Quote diesen sehr unterschiedlichen Ur- sachen keine Rechnung tragen. Damit sprach er stellvertretend für die Wirtschaft, um deren Ansichten gegenüber Politik und Öffentlichkeit zu vertreten. Durch solch klare Stellungnahmen können Interessenvertreter entstehende Gesetze beeinflus- sen, oder sogar verhindern.

Es verdeutlicht die Wichtigkeit der Einflussnahme jeder gesellschaftlichen Gruppierung, so auch die der Wirtschaft, auf die Gestaltung der Politik. Dabei beeinflussen die Organisationen die Entscheider der zunehmend wichtigen Politik der Europäischen Union, die der Wirtschaftspolitik des Bundes und der Länder, aber auch die Politiker vor Ort, in Kommunen, Kreisen und Regionen. Demnach entwickelten sich die unterschiedlichsten Handelskammern, um auf nationaler und internationaler Ebene ein starker Partner der Wirtschaft zu sein.

1.2 Aufgabenstellung und Aufbau der Arbeit

Die vorliegende Seminararbeit erläutert nationale und internationale Handelskam- mern. Die „Industrie- und Handelskammer“ (IHK), die ihre Arbeit auf Landesebene ausübt, die „Deutsche Auslandhandelskammer“ (AHK), deren Schwerpunkt die Ver- tretung der deutschen Wirtschaft im Ausland ist, die „European Chambres“ (Eurochambres), die auf europäischer Ebene agieren und die „Internationale Han- delskammer“ (ICC), die sich eine funktionierende Weltwirtschaft zur Aufgabe macht.

Vor der Darstellung der einzelnen Kammern werden ein kurzer geschichtlicher Rück- blick sowie die heutige Position vermittelt. Die Darstellung beinhaltet dabei die Auf- gaben der Kammern für die freie Wirtschaft und der sich daraus resultierenden Be- deutung. Abschließend rundet ein darauf folgendes Fazit die Seminararbeit ab.

2 Industrie- und Handelskammer „IHK“

2.1 Geschichte und Heute

Bereits im Mittelalter gab es in Deutschland die sogenannten Zünfte und Gilden. Sie hatten einen wesentlichen Einfluss nicht nur in wirtschaftlichen, sondern auch in all- gemeinen Verwaltungs- und politischen Angelegenheiten. Die tatsächlichen Vorläufer der heutigen IHKs sind allerdings die „Chambres de Commerce“. Sie wurden wäh- rend der französischen Besatzungszeit in den Rheinlanden eingerichtet und widme- ten sich der Aufgabe, staatliche Behörden bei der Förderung von Manufaktur und Gewerbe zu beraten.

Durch die preußische Gesetzgebung kam es zu weiteren Abwandlungen. Die Verän- derungen brachten Handelskammern als Selbstverwaltungskörperschaften mit eige- nen Wahlen und eigener Finanzierung hervor. Ebenso wurde die Betreuung der Mit- glieder, sowie die Selbsthilfe der Unternehmerschaft betont. Im Jahre 1830 entstand durch diese preußischen Edikte die Handelskammer in Elberfeld-Barmen. Weitere deutsche Länder folgten diesem Vorbild, so dass im Reichsgebiet Ende des 19.

Jahrhunderts flächendeckend Handelskammern existierten und sich in Struktur und Aufgabe glichen. Während der nationalsozialistischen Zeit wurden die Industrie-, Handels- und Handwerkskammern, ebenso wie alle anderen Organisationen der ge- werblichen Wirtschaft, in Gauwirtschaftskammern überführt, die nach dem Ende des Dritten Reiches wieder aufgelöst wurden. Die landesrechtliche Zersplitterung der IHKs und die damit verbundenen Rechtsunsicherheiten der Besatzungszeit fanden mit dem „Bundesgesetz zur vorläufigen Regelung des Rechts der Industrie- und Handelskammer“ IHKG vom 18.12.1956 ein Ende. Seit der Wiedervereinigung gelten diese Gesetze auch für die IHKs der Bundesländer der ehemaligen DDR.

Heute gibt es in Deutschland 80 IHKs, die gemäß § 3 Absatz 1 IHKG als Körper schaften des öffentlichen Rechts gelten. Daher sind die jeweiligen Kammern Träger von Rechten und Pflichten. Die IHK kann im privaten wie öffentlichen Rechtsverkehr durch ihre Organe handeln, klagen und verklagt werden.

Außerdem vertritt die IHK, als wirtschaftliche Selbstverwaltung, das Gesamtinteresse ihrer zugehörigen Unternehmen gegenüber Kommunen, Landesregierungen sowie Politik und Öffentlichkeit. Die einzelnen spezifischen Ansichten werden durch die re gionalen IHKs berücksichtigt. Dabei sind sie personell, finanziell und organisatorisch unabhängig. Die Aufgaben der IHKs sind gesetzlich definiert und unterliegen dem IHKG, das zuletzt im Jahr 1998 geändert wurde.

Demzufolge unterliegen die IHKs der staatlichen Aufsicht, die auf eine reine Rechtsaufsicht beschränkt ist. Der Selbstverwaltungscharakter der IHKs, welchen kraft Gesetz alle Gewerbetreibenden angehören, wird durch diese Rechtsaufsichten garantiert. Nur wenn die IHK gegen geltendes Recht verstößt, können die Landwirt- schaftsminister eingreifen. Auch die IHK-Satzungen als Rechtsnormen zählen zum geltenden Recht. Ausschließlich das Handwerk und die handwerksähnlichen Gewerbe sind in Handwerkskammern organisiert.

Die Anzahl der Pflichtzugehörigen der deutschen IHKs beträgt ungefähr 3,6 Millionen gewerbliche Unternehmen, von denen etwa ein Drittel im Handels- und Genossen- schaftsregister eingetragen ist. Dies lässt die IHK-Organisation unabhängig von Ein- zelinteressen agieren und schafft ein besonderes Gewicht gegenüber politischen In- stanzen. Die Pflichtzugehörigkeit, die ausdrücklich vom Bundesverfassungsgericht bestätigt wurde, entspricht der allgemeinen deutschen IHK-Praxis. Die staatlichen Mitglieder sichern demnach die Finanzgrundlage der IHK und realisieren deren Unabhängigkeit. So umfasst die IHK Unternehmen aller Branchen, Betriebsgrößen und Rechtsformen und vertritt in Folge dessen die unternehmerischen Erfahrungen der gewerblichen Wirtschaft in ihrer gesamten Breite.

2.2 Aufgaben und Bedeutung

Die IHKs haben ein breites Spektrum an Aufgaben, die für die Wirtschaft eine sehr wichtige Rolle spielen. Sie sind in § 1 Abs. 1 des IHKG überwiegend general- klauselartig definiert. Dies erlaubt der IHK, Aktivitäten an wechselnde wirtschaftliche Verhältnisse und der individuellen Bedürfnisse der Unternehmen anzupassen. All- gemein hat die IHK die Aufgabe, das Gesamtinteresse der ihr zugehörigen Gewerbe- treibenden wahrzunehmen, für die Förderung der gewerblichen Wirtschaft zu agieren und dabei die wirtschaftlichen Interessen einzelner Gewerbezweige oder Gewerbe- betriebe sowie Bezirke abwägend und ausgleichend zu berücksichtigen. Dabei ist sie verantwortlich, durch Vorschläge, Gutachten und Berichte, die Behörden zu unter- stützen und zu beraten. Fünf große Aufgabenbereiche sind im Einzelnen zu unterscheiden.

Ein Aufgabenbereich ist die wirtschafts- und rechtspolitische Stellungnahme. Durch Anhörungen und Stellungnahmen sind die IHKs in der wirtschafts- und rechtspoliti- schen Meinungsbildung involviert. Dabei nehmen sie zu den kommunalen Haus- haltsplänen und Gewerbesteuerhebesätzen, zu Bauplänen und städtischen Entwick- lungsplänen, zu Infrastrukturmaßnahmen und seit neustem auch im Umweltschutz Stellung. Durch fortlaufenden Kontakt zur Landesregierung und den Landesministe- rien, wirken die IHKs bei Landesentwicklungsplänen, Wirtschaftsförderungsmaß- nahmen und Verkehrsplanungen mit. Über den „Deutschen Industrie- und Handels- kammertag“ (DIHK) als Spitzenverband, nehmen die IHKs auf Bundesebene Einfluss auf die Wirtschaftspolitik der Bundesregierung. Zu allen Gesetzen und Verordnungs- entwürfen, die die Wirtschaft betreffen, werden die IHKs von den federführenden Bundesministerien und den zuständigen Bundestagsausschüssen gehört. Als Ver- fechter der sozialen Marktwirtschaft und einer freien Unternehmensinitiative bekämp- fen die IHKs dabei dirigistische und protektionistische Maßnahmen.

Jedoch sind die IHKs nicht nur für ihre umfangreichen Stellungnahmen zur Wirt- schafts- und Rechtspolitik bekannt, sondern auch für ihre wichtige Funktion als Gutachter. So sind sie für Gerichte und Behörden stets als Sachverständiger in Einzelfällen tätig. Sie sorgen dafür, dass die Klarheit und Wahrheit der Firmenbezeichnungen im Firmenrecht gewährleistet ist und wirken damit auch bei der Führung des Han- delsregisters mit. Darüber hinaus erstellen sie Gutachten über Handelsbräuche und Verkehrssitten, über Verkehrsdurchsetzung von Warenzeichen und Handelsgepflogenheiten. Auch nehmen sie zu Kreditanträgen Stellung und werden von den Gerichten zu Insolvenzverfahren gutachtlich angehört.

Der Förderauftrag bezieht sich in erster Linie auf die Betreuung der Mitglieder und ist demnach nach innen gerichtet, während die beiden vorherigen Aufgaben ein nach außen gerichteten Zweck erfüllen. Zu dem Förderauftrag gehören fachspezifische Informationen und Auskünfte, die vor allem über die auflagenstarken IHK- Zeitschriften erhältlich sind. Aber auch Rundschreibendienste, Broschüren zu aktuel- len Fragen oder neuen Gesetzen, sowie Merkblätter dienen als Informationsquelle. Außerdem stehen für kleine und mittlere Unternehmen Beratungsdienste zur Verfügung. Hierzu gehören Außenwirtschaftsberatung, Innovationsberatung, Patentauslegestellen und die betriebswirtschaftliche Erstberatung. Letztendlich sei die Existenzgründungsberatung zu erwähnen, dort werden Unternehmensgründer im persönlichen Gespräch umfassend beraten.

Auch werden den IHKs durch Gesetze und Verordnungen eine Fülle administrativer Aufgaben übertragen, welche sie orts- und wirtschaftsnah erledigen. Zu diesen Auf- gaben zählen Einigungsstellen für Wettbewerbsstreitigkeiten, zahlreiche gewerbe- rechtliche Sach- und Fachkundeprüfungen, oder auch die Unterweisung neuer Gast- stätteninhaber. Nicht zuletzt werden den IHKs diverse Aufgaben auf dem Gebiet des Umweltschutzes übertragen. So ist eine intakte Umwelt nicht nur wichtig für die Aus- wahl des Standortes für Unternehmen, sondern bietet auch innovative Möglichkeiten und nimmt zunehmend Stellenwert im Produkt-Placement ein. Die Unternehmen können bei der IHKs Rat in allen Bereichen des Umweltschutzes einholen. Hierfür stehen IHK-Umweltberater zur Verfügung, die unmittelbar vor Ort Auskunft erteilen oder auch spezialisierte Institutionen zur Problemlösung vermitteln.

Die wohl bekannteste Aufgabe der IHKs liegt jedoch in der Begleitung der Berufsbil- dung. Bereits in den zwanziger und dreißiger Jahren haben die IHKs die Berufsaus- bildung für den industriellen und kaufmännischen Bereich aufgebaut. Anschließend wurden die Berufsbilder in einer gemeinsamen Arbeitsstelle für die betriebliche Be- rufsausbildung konzipiert. Mit dem Berufsbildungsgesetz von 1969 wurden die recht- lichen Regelungen zur Berufsbildung in Gesetze gefasst. Zeitgleich wurde den IHKs die Betreuung der beruflichen Bildung übertragen. Die IHKs erfassen jeden Ausbil- dungsvertrag in einem Verzeichnis der Berufsausbildungsverhältnisse. Hierbei wer- den die Eignung des Ausbildungsbetriebes und des Ausbilders überprüft. Im Weite- ren nehmen die IHKs Zwischen- und Abschlussprüfungen nach einer eigenen Prü- fungsverordnung ab. Darüber hinaus passen sie sich stets neuen Bedingungen, ent- stehend durch wirtschaftliche Umstrukturierung und Globalisierung, an. So ist eine ständige Modernisierung der dualen Ausbildungen, die Weiterentwicklung und Ein- führung neuer Ausbildungsberufe für die IHKs essentiell.

[...]

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Nationale und internationale Handelskammern
Hochschule
Hochschule Heilbronn Technik Wirtschaft Informatik
Note
1,7
Autor
Jahr
2011
Seiten
22
Katalognummer
V193532
ISBN (eBook)
9783656384823
ISBN (Buch)
9783656386292
Dateigröße
494 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
IHK, Handelskammer, BWL
Arbeit zitieren
Reza Mohammadi (Autor), 2011, Nationale und internationale Handelskammern, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/193532

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