Zur Pflege und Aktualisierung moderner Webangebote kommen verstärkt Web Content Management Systeme zum Einsatz. Sie unterstützen den Grundsatz der Trennung von Layout und Inhalt und bieten den Vorteil, dass quasi Jedermann Webseiteninhalte erstellen und aktualisieren kann, weil hierzu nicht mehr zwingend technische Kenntnisse erforderlich sind.
Gleichzeitig hat der Begriff der Barrierefreiheit in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen – für Bundesbehörden ist ein barrierefreies Webangebot seit dem Jahr 2002 sogar verpflichtend. Barrierefreiheit zielt darauf ab, das Internet mit seinen Angeboten und Möglichkeiten allen Nutzern gleichermaßen zugänglich zu machen, auch wenn diese körperlich eingeschränkt sind – beispielsweise durch Seh-, Bewegungs- oder kognitive Behinderungen – und unabhängig vom verwendeten Endgerät, Eingabegerät oder Browser.
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich daher mit der Frage, inwiefern Web Content Management Systeme bei der Erstellung barrierefreier Webseiten unterstützen können. Es werden die Anforderungen beleuchtet, die verschiedene Richtlinien zur Barrierefreiheit stellen und auf Auswahlkriterien eingegangen, die in diesem Zusammenhang bei der Entscheidung für oder gegen ein bestimmtes WCMS-System hilfreich sind.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Definitionen
2.1 Web Content Management
2.2 Barrierefreiheit
3 Richtlinien für barrierefreie Webseiten
4 Umsetzung mittels eines Web Content Management Systems
4.1 Barrierefreiheit des Content Management Systems selbst
4.2 Unterstützung bei der Erstellung barrierefreier Webseiten
4.3 Kriterien für die Auswahl eines geeigneten Systems
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, inwiefern Web Content Management Systeme (WCMS) dazu beitragen können, die Barrierefreiheit von Webseiten zu gewährleisten, ohne den administrativen Aufwand für die Content-Ersteller unzumutbar zu steigern.
- Grundlagen der Barrierefreiheit und Relevanz für Webseiten
- Analyse der WCAG-Richtlinien für barrierefreie digitale Inhalte
- Rolle der Trennung von Layout und Inhalt in Content Management Systemen
- Workflow-Optimierung zur Unterstützung der Barrierefreiheit
- Auswahlkriterien für WCMS-Systeme unter Berücksichtigung von Compliance-Anforderungen
Auszug aus dem Buch
4.2 Unterstützung bei der Erstellung barrierefreier Webseiten
Web Content Management Systeme können auf verschiedene Arten und Weisen dabei helfen, eine barrierefreie Webseite zu erstellen und zu unterhalten. Zunächst muss aber klar sein, wie Barrierefreiheit im konkreten Einzelfall definiert werden soll und welche Maßstäbe hierzu angelegt werden. Allein auf die Werbeaussagen der Hersteller von CMS- bzw. WCMS-Systemen kann man sich hierbei nicht verlassen. Stattdessen sollte man die Eignung anhand allgemein akzeptierter Regelwerke wie beispielsweise den WCAG- oder BITV-Richtlinien messen. Dies hat auch den Vorteil, dass hierfür Prüfverfahren wie beispielsweise der webbasierte BITV-Test zur Verfügung stehen, die relativ schnell Klarheit darüber geben, ob der generierte Output eines bestimmten Softwaresystems den Anforderungen genügt.
Allerdings leistet schon das Grundprinzip eines WCMS-Systems, nämlich das Prinzip der Trennung von Layout einerseits und Inhalt andererseits, einen wichtigen Beitrag zur Barrierefreiheit. Diese Separierung ist ein oft aufgegriffener Grundgedanke in der Informatik, da sich durch die Entkopplung dieser Komponenten meist die Erweiterbarkeit, Wartbarkeit und Robustheit des zugrundeliegenden Gesamtsystems erhöhen lässt. Auf Webseiten übertragen bedeutet dies beispielsweise, dass das Design des Internetauftrittes geändert werden kann, ohne gleichzeitig die hinterlegten Inhalte antasten zu müssen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Beschreibt den technologischen Wandel der Webseiten-Pflege und die zunehmende Bedeutung der Barrierefreiheit als Anforderung an moderne Webauftritte.
2 Definitionen: Erläutert die zentralen Begriffe Web Content Management, digitale Assets und Barrierefreiheit im Kontext der Internetnutzung.
3 Richtlinien für barrierefreie Webseiten: Detailliert die WCAG-Richtlinien und deren Relevanz für die barrierefreie Gestaltung von Web-Inhalten.
4 Umsetzung mittels eines Web Content Management Systems: Analysiert, wie Systeme durch technisches Design, Workflow-Management und Trennung von Inhalt und Layout bei der Barrierefreiheit unterstützen können.
5 Fazit: Fasst zusammen, dass ein WCMS eine wertvolle Hilfestellung bietet, aber keine vollständige Lösung ohne menschliche Kontrolle und fachliche Expertise darstellt.
Schlüsselwörter
Barrierefreiheit, Web Content Management System, WCMS, WCAG, BITV, Webdesign, HTML, Layout, Workflow, Barrierefreie Informationstechnik-Verordnung, Content-Erstellung, Benutzerfreundlichkeit, Online-Publikation, WAI, digitale Barrierefreiheit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Seminararbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Möglichkeiten und Grenzen von Content Management Systemen bei der Realisierung barrierefreier Webangebote.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Schwerpunkte liegen auf den Barrierefreiheits-Richtlinien (WCAG/BITV), der Architektur von CMS-Systemen und der praktischen Umsetzung durch Workflows und Templates.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Kriterien für die Auswahl eines WCMS zu identifizieren, das Content-Autoren bei der Einhaltung von Barrierefreiheitsvorgaben bestmöglich unterstützt.
Welche wissenschaftliche Methodik wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Regelwerksanalyse bestehender Standards wie WCAG und BITV sowie deren Anwendung auf die Funktionsweisen von CMS-Systemen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden Anforderungen an Webseiten, die technische Unterstützung durch WCMS-Funktionalitäten und spezifische Auswahlkriterien für Unternehmen diskutiert.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Barrierefreiheit, WCAG, WCMS, Workflow-Steuerung und Trennung von Layout und Inhalt geprägt.
Kann ein CMS automatisch für vollständige Barrierefreiheit garantieren?
Nein, ein System kann laut Autor nur Unterstützung bieten, da die inhaltliche Qualitätssicherung und das Designdesign weiterhin menschliche Verantwortung bleiben.
Welche Rolle spielt die Trennung von Layout und Inhalt?
Diese Trennung ist essentiell, da sie sicherstellt, dass vordefinierte, barrierefreie Templates für alle Inhalte genutzt werden, ohne dass der Autor technisches Vorwissen benötigt.
Warum wird der Begriff "barrierearm" als treffender bezeichnet?
Weil eine einhundertprozentige Barrierefreiheit für alle Nutzer in jeder Situation technisch kaum umsetzbar ist und das Ideal eher eine weitgehende Annäherung darstellt.
Welche Bedeutung haben Workflow-Komponenten für die Barrierefreiheit?
Sie ermöglichen ein Mehr-Augen-Prinzip, bei dem Inhalte vor der Veröffentlichung von geschulten Mitarbeitern geprüft werden können, um die Qualität sicherzustellen.
- Citar trabajo
- Bernd Fegers (Autor), 2012, Auswahlkriterien für ein Web-CMS vor dem Hintergrund der Barrierefreiheit, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/193664