Eine große oder kleine Republik?

Die Konzeption der optimalen Größe des Staates bei Jean-Jacques Rousseau und den 'Federalist Papers' im Vergleich


Hausarbeit, 2012

23 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1.) Vergleichsansätze zur Größenkonzeption der Republik bei Rousseau und den Federalists

2.) Die Größenkonzeption der Republik im Vergleich
2.1) Innenpolitische Faktoren der Größenkonzeptionen
2.1.1) Innenpolitische Faktoren bei Jean-Jacques Rousseau
2.1.2) Innenpolitische Faktoren bei den Federalist Papers
2.1.3) Zwischenfazit zu den innenpolitischen Faktoren von Rousseau und den Federalists
2.2) Außenpolitische Faktoren der Größenkonzeptionen
2.2.1) Außenpolitische Faktoren bei Jean-Jacques Rousseau
2.2.2) Außenpolitische Faktoren bei den Federalist Papers
2.2.3) Zwischenfazit zu den außenpolitischen Faktoren von Rousseau und den Federalists

3.) Schlussfazit: Federalists realitätsnäher, aber verdiente Aufmerksamkeit für Rousseau

4.) Literaturverzeichnis
4.1) Primärliteratur
4.2) Sekundärliteratur

1.) Vergleichsansätze zur Größenkonzeption der Republik bei Rousseau und den Federalists

Jean-Jacques Rousseaus Philosophie wurde schon mit denen verschiedenster Theoretikern verglichen. Umso erstaunlicher ist es, dass es kaum Vergleiche mit dem Denken der Federalist Papers gibt – obwohl beide zeitnah beieinander verfassten Konzepte das Ziel des Gemeinwohls hatten[1], aber ihre Ideen sich diametral gegenüber stehen. So will Rousseau in der Republik möglichst eine direkte Demokratie zur Verwirklichung des Gemeinwillens und die Federalists[2] forcieren ein Repräsentativsystem.

Die Unterschiede beginnen schon bei den Vorbedingungen für den jeweiligen Staat, etwa bei der Frage nach der besten Größe der Republik. So kommt Rousseau zu einem ähnlichen Schluss wie die Anti-Federalists[3]: Das gesellschaftliche Band sei bei kleinen Völkern enger und eine direkte Demokratie nur in Kleinstaaten zu verwirklichen[4] - denn „im allgemeinen ist ein kleiner Staat verhältnismäßig stärker als ein großer“[5] und es gebe Gründe für große und kleine Staaten, aber generell seien „die Gründe für eine Vergrößerung, da sie nur äußere und bedingte sind, den Gründen für die Verkleinerung, die innerlich und unbedingt sind“[6] untergeordnet. Denn es bedürfe nahezu einer Gleichheit der Interessen im Staate für die Bildung des Gemeinwillens[7]. Die Federalists plädieren dagegen für eine große föderalistische Republik in Amerika, einer Union, die sich von den Polisdemokratien absetze[8].

Daher soll das Thema dieser Arbeit ein Vergleich der Größenkonzeptionen sein, soll also darstellen, worin und weshalb sich die Größen der Republik bei Rousseau und den Federalists unterscheiden und was im Rückschluss realistischer und überzeugender wirkt. Dazu möchte ich die Arbeit folgendermaßen untergliedern: Erst wird auf die innenpolitischen Faktoren jeweils eingegangen, wie Homo- und Heterogenität, Herrschaftsmodelle und die Rolle von Parteiungen. Dann werden außenpolitische Faktoren jeweils beleuchtet, wie Handel, Autarkie, Bevölkerungsdichte, Krieg und Frieden. Je ein Zwischenfazit bilanziert die vorläufige Lage und ein Schlussresümee rundet das Ganze ab.

2.) Die Größenkonzeption der Republik im Vergleich

2.1) Innenpolitische Faktoren der Größenkonzeptionen

Begonnen wird also mit den innenpolitischen Faktoren, durch die Rousseau kleinere Staaten favorisiert, wie der Homogenität, Autarkie, Volkssouveränität, Patriotismus, Verwaltung etc. Es folgen die Gründe der Federalists, wie Repräsentation, Heterogenität, Faktionen, ein föderalistischer Aufbau etc.

2.1.1) Innenpolitische Faktoren bei Jean-Jacques Rousseau

Der wichtigste Punkt für Rousseau ist die Volkssouveränität: Denn je kleiner die Bevölkerung, desto größer ist der Anteil des Einzelnen am Souverän, weshalb er oft Kritik an großen Staaten übt[9]. Er wünscht sich einen kleineren Staat mit einem homogenen Volk und gleichen Interessen, denn je „weiter sich das gesellschaftliche Band dehnt, umso mehr erlahmt es“[10]. Er konkretisiert im Gesellschaftsvertrag nicht, wie groß ein Staat sein sollte, da verschiedene Faktoren wichtig seien. Die richtige Mitte ist zu finden[11]. Das sei Aufgabe des Politikers, wobei der kleine Staat Vorrang habe[12]. Die Mindestgröße wird durch das Ziel der Autarkie, das Maximum durch verschiedene Einflüsse bestimmt[13]:

Da allein der Souverän als versammeltes Volk die Legislative darstellt[14], muss das Volk an einem Ort versammelt werden, was schon in kleinen Staaten nur schwer zu realisieren ist[15]. Wenn ein Staat nun zu groß sei, könnte das Volk, das kein Berufspolitiker ist, sich nicht mehr versammeln und eine Repräsentation - die Rousseau harsch kritisiert, denn dies würde den Gemeinwillen schwächen - wäre notwendig[16]. So favorisiert Rousseau einen Stadtstaat, nach dem Vorbild der antiken Polisdemokratien[17].

Auch würde die Verwaltung mit zunehmender Entfernung vom Zentrum schwieriger und teurer. Jede regionale Unterteilung müsse vom jeweiligen Volksteil bezahlt werden und je mehr Verwaltungen entstehen, desto teurer werde es. Außerdem würde die oberste Verwaltungsebene alles erdrücken.[18] Ein armes Land muss ergo klein sein, da es die teure Verwaltung des Großstaates – wegen regionalen „Zwischenrufen“, die gesteuert und moderiert werden müssten - nicht stemmen könnte[19].

Das Volk kann dabei auch weniger Liebe zu seinen Oberhäuptern entwickeln, „die es nie sieht, zum Vaterland, das in seinen Augen wie eine Welt ist, und zu seinen Mitbürgern, von denen ihm die meisten fremd sind“[20]. Für ein größeres Zusammengehörigkeitsgefühl und einem höheren Grad an Patriotismus, empfiehlt er einen kleinen Staat, nach aristotelischem Vorbild mit Face-to-Face-Beziehungen.

Damit verbunden würden mit wachsender Größe auch die Gesetze ungleich gut auf die verschiedenen Regionen passen. Denn es würden sich verschiedene Sitten ausbilden, je nach Klima. Die gleichen Gesetze und Regierungsformen passen nicht mehr gleich gut und man müsste für die Regionen unterschiedliche Gesetze einführen, was aber im Staat Verwirrung und Ärger stiften würde. Dabei wären auch die Oberhäupter überfordert, Beamte würden den Staat missbrauchen, Tugenden und Talente des Volkes ungenutzt bleiben.[21] Aus der notwendigen „Einheit der Gesetzgebung folgt so die Einheit des Staates im Souverän und dem Wesen des Gesetzes“[22]. Ein homogenes und dementsprechend kleines Volk in einem kleinen Staat, wäre also ideal für Zusammenhalt und Gleichheit.

Im Gesellschaftsvertrag betreibt Rousseau ergo weitgehend eine Kleinstaatenphilosophie der Peripherie – mit einem Stadtstaat, wo alle sich kennen, die gleichen Gesetze und Sitten haben, sich schnell versammeln können, die Oberhäupter kennen und kaum Verwaltungsapparate benötigen.[23]

Jedoch entwirft Rousseau auch Verfassungen für größere Staaten wie Polen oder Korsika und versucht darin die Prinzipien des Kleinstaates aufrechtzuerhalten. Durch die Größe empfiehlt er Korsika eine gemischte Regierungsform[24]. Für die Versammlungsfähigkeit des Volkes und die Unabhängigkeit des Landes gegenüber der Stadt, seien die bestehenden Landkreise und Bezirke nun nötig[25]. Trotz dieser regionalen Untergliederung, negiert er eine erdrückende Verwaltung: Denn er will ein Regierungszentrum, erwägt dabei eine unter den Provinzen wechselnde oberste Verwaltung, mit einer Untergliederung Korsikas in einzelne Bundesstaaten. Da aber die Insel zu klein für diese Unterteilung und zu groß sei, ohne Hauptstadt zu existieren, forciert Rousseau ein Verwaltungszentrum[26], statt einer Hauptstadt.[27]

Rousseau empfiehlt Polen eine Konföderation aus 33 kleinen Staaten mit einer monarchischen Regierung[28], wo er „der Verfassung eines großen Königreichs die Beständigkeit und Stärke einer kleinen Republik zu verleihen“[29] will. Es geht darum, einen bereits großen Staat gegen andere Großstaaten behaupten zu können und das Nationalgefühl durch Erziehung zu stärken[30], damit nicht die rein eigennützigen Leidenschaften und Sitten aller Europäer gestärkt würden, sondern die Nation als solche bestehen könne. Dazu will er die Grenzen verengen, da weitere Provinzen nie eine straffe Verwaltung eines kleinen Staates ermöglichen würden, oder Polen teilen. Da nun in diesem Großstaat eine Volksversammlung ausgeschlossen wäre, könne die gesetzgeberische Gewalt nur mit Deputationen handeln, wodurch (bestechliche) Repräsentanten nötig würden. Um Missbrauch zu verhindern, forciert er häufige Reichstage oder Repräsentanten zu Weisungsgebundenen zu machen. Die Konföderation sei hier zwar riskant, fungiere jedoch als Schutz vor Fremdeinfluss.[31] Zwar scheint Rousseau eine Welt aus friedlichen Kleinstaaten zu bezwecken, akzeptiert dafür aber eine Konföderation, wobei er versucht, Grundprinzipien, wie Souveränität, Homogenität und Autarkie zu erhalten[32]. Dabei scheint die Autarkie die Konföderation sogar nötig zu machen, da sonst andere Großstaaten Polen einnehmen könnten.

Wie lassen sich aber die Entwürfe zu größeren Staaten mit der Kleinstaatenphilosophie des Gesellschaftsvertrages vereinen? Dent glaubt, Rousseau hätte erkannt, dass die Verwirklichung des Kleinstaates Vorbereitung und den passenden Kontext benötige und er von seinen Prinzipien nicht abgewichen sei, während Fetscher zum plausibleren Schluss kommt, dass es nicht Rousseaus Absicht war – da er glaubte, dass Entwicklungen nicht rückgängig gemacht werden können -, große Staaten zu ihrer ursprünglichen kleinen Einheit zurückzuführen, sondern nur den Fortschritt bei Staaten aufzuhalten, deren Kleinheit und Lage, eine Entwicklung zur Perfektion der Gesellschaft noch verhindert habe.[33]

2.1.2) Innenpolitische Faktoren bei den Federalist Papers

Dem stehen die Federalists meist diametral gegenüber, mit ihrem Konzept der extended republic. Jay glaubt, dass die Union aus 13 nordamerikanischen Staaten zu zerfallen droht, da einige Politiker mehrere, souveräne Konföderationen errichten wollten. Darum argumentiert er, warum die Vorsehung das Land zusammengehörig geschaffen habe: Die vereinte Nation habe dieselbe Sprache und Religion und ähnliche Sitten. Geschichte, Geographie und Kultur sprächen also für einen gemeinsamen Staat.[34]

In Umkehrung von Montesquieus Lehre und mit fragwürdigen historischen Belegen zur Zerstörungskraft kleiner Republiken durch Parteienkämpfe, favorisiert Hamilton sogar eine große konföderative Republik[35]. Die amerikanische Union soll zur Bundesrepublik werden, mit der Machtkonzentration auf dem Bund und in die Ordnung eingebundene Einzelstaaten[36] - mit föderalen und nationalen Prinzipien[37]. Der Bund hätte die nötigen Befugnisse[38] und wäre mehr als eine lose Zusammenkunft[39]. Aufgaben des Bundes seien die gemeinsame Verteidigung, die Aufrechterhaltung des Friedens, die Regelung des Außen- und Binnenhandels, die Überwachung der Außen- und Wirtschaftspolitik, während die Einzelstaaten das Individuum vor Eingriffen der Zentralgewalt schützen sollten[40]. Ziel der Union sei das „Glück der Gemeinschaft“[41]. Ein generelles Problem dabei sei aber, dass Einzelstaaten versuchen würden, die Unionsregierung ihrer Vollmachten zu berauben, um in der gegenseitigen Abhängigkeit ihre Souveränität zu wahren, wobei die Organe und Beamten der Einzelstaaten zahlreicher seien und sie die Repräsentanten an die Union entsenden - nicht umgekehrt -; dabei seien die Rechte der Einzelstaaten umfassender[42]. Madison resümiert: „Die Überlegungen scheinen zu beweisen, „daß [sic!] die Kompetenzen, die dem Bund nach dem Entwurf übertragen werden sollen, so wenig gefährlich für die den Einzelstaaten verbleibenden Kompetenzen sind, wie sie unverzichtbar nötig sind, um die Aufgaben der Union zu erfüllen“[43]. Da bisher aber die Gesetze der Union nicht auf die Individuen greifen würden, sondern nur Empfehlungen an die Einzelstaaten wären, hätte die Union versagt; Hamilton fordert eine einheitliche Gesetzgebung, unter unumschränkter Leitung der Union[44]. Die Konföderation könnte sich sonst nur mit Militärgewalt und Bürgerkrieg gegen Einzelstaaten durchsetzen[45].

[...]


[1] Vgl. Kenyon, Cecelia M.: Alexander Hamilton: Rousseau of the Right, in: Political Science Quarterly 2(1958), S. 161-178, hier: S. 161

[2] Nach Gebhardt, Jürgen: <The Federalist>, in: Maier, Hans/ Rausch, Heinz/ Denzer, Horst (Hgg.): Klassiker des politischen Denkens, Bd. 2: Von Locke bis Max Weber, München 41979, S.75-103, hier: S. 86 f., untergliedern die Autoren unter dem Pseudonym Publius ihre Ausführungen so: Die Union nützte der Prosperität, die bestehende Konföderation von Amerika sei untauglich zur Bewahrung der Union, zur Erreichung des Zieles brauche es ein Regime, das stark genug sei, entsprechend der Verfassung von New York, denn das bringe dem Regime Freiheit und dem Eigentum zusätzliche Sicherheit.

[3] Vgl. Blankertz, Stefan: Rousseau, Staat und Anarchie – Der Contract Social und die Amerikanische Revolution, in: Zeitschrift für Literaturwissenschaft und Linguistik 63 (1986), S. 19-32, hier: S. 26 f.

[4] Vgl. Durand, Béatrice: Rousseau (= Grundwissen Philosophie, Bd. 21), Stuttgart 2007, S. 57.

[5] Rousseau, Jean-Jacques: Vom Gesellschaftsvertrag Oder Grundsätze des Staatsrechts, hg. von Brockard, Hand, Stuttgart 2008, Buch 2, Kapitel 9, S. 50.

[6] Ebd. S. 52.

[7] Vgl. Forschner, Maximilian: Rousseau (= Kolleg Philosophie, Bd. 11), München/ Freiburg 1977, S. 120 f.

[8] Vgl. Publius (Madison, James): 10. Artikel, in: Ders./ Hamilton, Alexander/ Jay, John: Die Federalist -Artikel. Politische Theorie und Verfassungskommentar der amerikanischen Gründerväter, hgg. von Adams, Angela/ Adams, Willi P., Paderborn et al. 1994, S. 50-58.

[9] Vgl. O´Hagan, Timothy: Rousseau (= The Arguments of the Philosophers Bd. 35), London/ New York 1999, S. 134 f.

[10] Rousseau: Vom Gesellschaftsvertrag, Buch 2, Kapitel 9, S. 50.

[11] Vgl. Fetscher, Iring: Rousseaus politische Philosophie. Zur Geschichte des demokratischen Freiheitsbegriffs (= Suhrkamp Taschenbuch: Wissenschaft, Bd. 143), Frankfurt a. M. 62009, S. 175.

[12] Vgl. Rousseau: Vom Gesellschaftsvertrag, Buch 2, Kapitel 9, S. 52.

[13] Vgl. Fetscher: Rousseaus politische Philosophie, S. 176.

[14] Vgl. Rousseau: Vom Gesellschaftsvertrag, Buch 3, Kapitel 12, S. 98.

[15] Vgl. Geisler, Antonia: Jean-Jacques Rousseau, in: Breit, Gotthart/ Buchstein, Hubertus/ Massing, Peter (Hgg.): Demokratietheorien. Von der Antike bis zur Gegenwart. Texte und Interpretationshilfen (= Schriftenreihe, Bd. 1188), Bonn 2011, S. 123-134, hier: S. 130.

[16] Vgl. Fischer, Klaus H.: Jean-Jacques Rousseau. Die soziologischen und rechtsphilosophischen Grundlagen seines Denkens, Schutterwald 1991, S. 100; Bloom, Allan: Jean-Jacques Rousseau, in: Crospey, Joseph/ Strauss, Leo (Hgg.): History of Political Thought, Chicago/ London 31987, S. 559-580, hier: S. 570.

[17] Vgl. Rousseau: Vom Gesellschaftsvertrag, Buch 3, Kapitel 12, S. 98 f.; Russel, Bertrand: Philosophie des Abendlandes. Ihr Zusammenhang mit der politischen und der sozialen Entwicklung, übersetzt von Fischer-Wernecke, Elisabeth/ Gillischewski, Ruth, Köln 2007, S. 703.

[18] Vgl. Rousseau: Vom Gesellschaftsvertrag, Buch 2, Kapitel 9, S. 50 f.: Außerdem würde das Volk durch die verschiedenen Ordnungen dabei nicht besser regiert werden, da auch kaum Hilfsmittel für Notfälle bereit stünden.

[19] Vgl. Fetscher: Rousseaus politische Philosophie, S. 176: eine relative Armut ist nämlich eine sozioökonomische Vorbedingung von Rousseaus Republik.

[20] Rousseau: Vom Gesellschaftsvertrag, Buch 2, Kapitel 9, S. 51.

[21] Ebd.: Schon vorher hat Rousseau (Ebd., Buch 2, Kapitel 8, S. 47-50) darauf hingewiesen, dass die Gesetze unbedingt zu den Eigenarten des jeweiligen Volkes passen müssten, damit der Staat bestehen könne und das Volk die Gesetze akzeptiere.

[22] Fetscher: Rousseaus politische Philosophie, S. 176.

[23] Eine Mindestgröße brauche der Staat aber, um eben autark bleiben zu können, Festigkeit zu haben und Erschütterungen standzuhalten. Denn nach Rousseau: Vom Gesellschaftsvertrag, Buch 2, Kapitel 9, S. 52, sei „allen Völkern [...] eine Art Fliehkraft eigen, durch die sie ständig gegeneinander wirken und sich auf Kosten ihrer Nachbarn zu vergrößern suchen“, wozu es ein Gleichgewicht brauche, damit der Druck in alle Richtungen etwa gleich sei; Vgl. hierzu außerdem 2.2.1).

[24] Vgl. Ottmann, Henning: Geschichte des politischen Denkens, Bd. 3: Neuzeit, Teil-Bd. 1: Von Machiavelli bis zu den großen Revolutionen, Stuttgart/ Weimar 2006, S. 495.

[25] Vgl. Rousseau, Jean-Jacques: Entwurf einer Verfassung für Korsika, übersetzt von Geißler, Rudolf, in: Rousseau, Jean-Jacques: Kulturkritische und politische Schriften in zwei Bänden, Bd. 2, hg. von Fontius, Martin, Berlin 1989, S. 373- 429, hier: S. 381.

[26] Ebd., S. 385; Vossler, Otto: Rousseaus Freiheitslehre, Göttingen 1963, S. 32: Generell lehnt er Hauptstädte und sonstige „Verführungen“ für das Volk ab.

[27] Der Vorschlag, dass man das Bürgerrecht nur durch Geburt auf Korsika erhält, wie es bei Rousseau: Entwurf einer Verfassung für Korsika, S. 418 bevorzugt wird, könnte der Versuch sein, in einem größeren Staat die ethnische Homogenität der Bevölkerung zu erhalten.

[28] Vgl. Ottmann: Geschichte des politischen Denkens, Bd. 3: Neuzeit, Teil-Bd. 1, S. 497.

[29] Rousseau, Jean-Jacques: Betrachtungen über die Regierung von Polen und ihre beabsichtigte Reformierung, übersetzt von Meinert, Joachim, in: Rousseau: Kulturkritische und politische Schriften in zwei Bänden, Bd. 2, S. 433-530, hier: Kapitel 5, S. 452.

[30] Vgl. Parry, Geraint: Thinking one´s own thoughts: autonomy and the citizen, in: Wokler, Robert (Hg.): Rousseau and liberty, Manchester/ New York 1995, S. 99-120, hier: S. 114: demnach sei die Erziehung zur nationalen Homogenität in einem großen Staat für Rousseau besonders wichtig.

[31] Vgl. Rousseau: Betrachtungen über die Regierung von Polen, Kapitel 3-7/9, S. 440-472/482-484.

[32] Vgl. Fetscher: Rousseaus politische Philosophie, S. 179.

[33] Vgl. Dent, Nicholas: Rousseau (= Routledge Philosophers, Bd. 5), London/ New York 2005, S. 177; Fetscher: Rousseaus politische Philosophie, S. 178 f.

[34] Vgl. Publius (Jay, John): 2. Artikel, in: Ders./ Hamilton/ Madison: Die Federalist -Artikel, S. 5-10, hier: S. 6 f.; Oppen-Rundstedt, Catharina von: Die Interpretation der amerikanischen Verfassung im Federalist (= Schriftenreihe der Bundeszentrale für politische Bildung, Heft 84), Bonn 1970, S. 45. Ähnliche Faktoren, wie für Rousseau, sind also erst entscheidend, jedoch geht es hier zwar um ein Einigkeitsgefühl, aber nicht um eine Interessensgleichheit, weshalb das Land größer sein darf.

[35] Ebd., S. 53 f.: Hamilton vergleicht es mit der lykischen Konföderation in der Antike, mit einem gemeinsamen Organ, wohin die Einzelstaaten Beamte entsandten. So soll auch die amerikanische Bundesverfassung jedem Staat, zumindest im Senat, die gleiche Stimmzahl geben.

[36] Vgl. Publius (Hamilton, Alexander): 9. Artikel, in: Ders./ Jay/ Madison: Die Federalist -Artikel, S. 44-50.

[37] Vgl. für Details zum Föderalismus: Publius (Madison): 39. Artikel, in: Ders./ Hamilton/ Jay: Die Federalist -Artikel, S. 225-232.

[38] Vgl. Allen, William B./ Cloonan, Kevin A.: The Federalist Papers. A Commentary. The Bacton Rouge Lectures (= Master Works in the Western Tradition, Bd. 3), New York et al. 2000, S. 118 f.; Gebhardt: <The Federalist>, S. 92 f.

[39] Vgl. Carey, George W.: The Federalist. Design for a Constitutional Republic, Urbana/Chicago 1994, S. 97 f./109 f.; Bose, Harald von: Republik und Mischverfassung – zur Staatsformenlehre der Federalist Papers (= Europäische Hochschulschriften, Reihe III: Rechtswissenschaft, Bd. 875), Frankfurt a. M. et al. 1989, S. 203 f./210-212.

[40] Vgl. Oppen-Rundstedt: Die Interpretation der amerikanischen Verfassung im Federalist, S. 68 f.

[41] Publius (Madison): 45. Artikel, in: Ders./ Hamilton/ Jay: Die Federalist -Artikel, S. 278-284, hier: S. 279.

[42] Ebd., S. 280-283; Bose: Republik und Mischverfassung, S. 218-222.

[43] Publius (Madison): 46. Artikel, in: Ders./ Hamilton/ Jay: Die Federalist -Artikel, S. 284-291, hier: S. 291.

[44] Vgl. Publius (Hamilton): 15. Artikel, in: Ders./ Jay/ Madison: Die Federalist -Artikel, S. 80-88, hier: S. 83-85; so ist er sich immerhin insoweit mit Rousseau einig, dass ein Staat gleiche Gesetze brauche, jedoch würde Rousseau behaupten, dass diese unterschiedlich gut auf den Großstaat passen.

[45] Vgl. Publius (Hamilton): 16. Artikel, in: Ders./ Jay/ Madison: Die Federalist -Artikel, S. 89-94; Dies wird noch mit diversen historischen Beispielen in den folgenden vier Artikeln belegt: Vgl. Publius (Hamilton): 17. Artikel, in: Ders./ Jay/ Madison: Die Federalist -Artikel, S. 95-99; Publius (Madison): 18. Artikel, in: Ders./ Hamilton/ Jay: Die Federalist -Artikel, S. 99-105; Publius (Madison): 19. Artikel, in: Ders./ Hamilton/ Jay: Die Federalist -Artikel, S. 106-112; Publius (Madison): 20. Artikel, in: Ders./ Hamilton/ Jay: Die Federalist -Artikel, S. 112-117.

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Details

Titel
Eine große oder kleine Republik?
Untertitel
Die Konzeption der optimalen Größe des Staates bei Jean-Jacques Rousseau und den 'Federalist Papers' im Vergleich
Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Veranstaltung
Die politische Philosophie von Jean-Jacques Rousseau
Note
1,0
Autor
Jahr
2012
Seiten
23
Katalognummer
V193740
ISBN (eBook)
9783656188735
ISBN (Buch)
9783656189831
Dateigröße
557 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Jean-Jacques Rousseau, Federalist Papers, Alexander Hamilton, JohnJay, James Madison, Amerika, USA, Polen, Korsika, Gesellschaftsvertrag, Staat, Republik, Föderalismus, Direkte Demokratie, Repräsentativsystem, Union, Konföderation, Staatsgröße, Europa, Politische Philosophie, Politische Theorie, Neuere Geschichte, Zentralismus, Publius, Stadtstaat, Polis, ausgedehnte Republik, repräsentative Demokratie, Verfassung, Europäische Integration
Arbeit zitieren
Philip J. Dingeldey (Autor), 2012, Eine große oder kleine Republik?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/193740

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