Frau Hannelore Faulstich-Wieland tendiert für mehr Männer in der Grundschule um eine
Gleichberechtigung herzustellen. Somit ist eine gleiche Anzahl der Geschlechter in allen Bereichen
erstrebenswert. Des Weiteren sollte die Verschiedenartigkeit der Kinder auch der
Verschiedenartigkeit der Lehrkräfte entsprechen. Diese Heterogenität sollte nicht nur auf das
Geschlecht bezogen sein, sondern auch auf die soziale und ethnische Herkunft. Durch diese Vielfalt
und Verschiedenartigkeit von Lehrkräften sollte versucht werden, dass die Kinder Fähigkeiten und
Fertigkeiten nicht an ein Geschlecht koppeln und dass sie keine geschlechtsbezogene Arbeitsteilung
kennen lernen. Kritisch betrachtet Frau Faulstich-Wieland die Aussage, dass männliche Lehrkräfte
die Leistungen von Jungen steigern würden. Denn dies ist empirisch nicht belegt. Außerdem wird
oft davon gesprochen, dass Jungen besonders männliche Vorbilder benötigen. Grund hierfür ist,
dass für Action, wie zum Beispiel raufen, weibliche Lehrkräfte nich viel taugen. Diese sind,
überspitzt ausgedrückt, für das Trösten und Basteln zuständig.
Inhaltsverzeichnis
1. Zusammenfassung der wichtigsten Aussagen des Textes „Lehrerinnen trifft keine Schuld an der Schulkrise der Jungen“ von Marcel Helbig
2. Analyse des Vortrags von Frau Prof. Dr. Hannelore Faulstich-Wieland zum Thema „Sollten Grundschullehrer vorallem Vorbild für Jungen sein?“
3. Auseinandersetzung mit der Studienmotivation und Gründen für den Männermangel im Grundschullehramt
3a. Gründe für die geringe Anzahl männlicher Grundschullehrer
4. Eigene Positionierung zur Forderung „Mehr Männer in die Grundschule“
Zielsetzung und Themenfelder
Das Ziel der Arbeit besteht darin, die kontroverse Debatte über die Forderung nach mehr männlichen Lehrkräften an Grundschulen wissenschaftlich einzuordnen und kritisch zu hinterfragen, um eine fundierte eigene Position zu entwickeln.
- Kritische Auseinandersetzung mit der sogenannten „Feminisierung“ der Schule.
- Analyse der wissenschaftlichen Belege für den Zusammenhang zwischen Lehrkräftegeschlecht und Schulerfolg.
- Untersuchung der Motive für die Studienwahl und die Attraktivität des Grundschullehramts für Männer.
- Reflexion über geschlechtsspezifische Rollenbilder und deren Auswirkungen auf den Unterricht.
- Diskussion über gesellschaftliche Erwartungen und das Image des Lehrerberufs.
Auszug aus der Arbeit
3a) Sicherlich gibt es viele Gründe, wieso es so wenig Männer gibt, die den Beruf des Grundschullehrers ausüben wollen.
Ich denke ein wichtiger Grund spielt hierbei das Gehalt. Da, dass das Einkommen geringer ist, als zum Beispiel in wirtschaftlichen Berufen und man wenig Aufstiegsschancen besitzt, suchen sich viele Männer lieben einen anderen Job. Denn für karriereinteressierte Männer übt dieser Beruf keinen hohen Reiz aus. (vgl. Bönisch 2009) Ein weiterer Punkt, wieso der Beruf des Grundschullehrers für Männer unattraktiv ist, ist, dass sich viele Männer nicht zutrauen oder keine Lust haben, pädagogische Aufgaben zu übernehmen. Daher möchten mehr Männer Realschul- oder Gymnasiallehrer werden, da dort diese erzieherischen Aufgaben geringer sind. Ein Zitat von Josef Kraus, Vorsitzender des Deutschen Lehrerverbandes, aus der Süddeutschen Zeitung bestätigt dies.
"An der Grundschule sind sie nicht mit intellektuellen Herausforderungen konfrontiert. Da geht es mehr um pädagogische und didaktische Probleme. An weiterführenden Schulen dagegen geht es wiederum mehr ums Fachliche, das Pädagogische rückt in den Hintergrund." (Bönisch 2009)
Viele Männer wollen auch nicht mit kleinen Kindern arbeiten, weil es ihnen zu anstrengend erscheint. Ein weiterer Grund, wieso Männer selten den Beruf des Grundschullehrers wählen, ist, dass viele Männer der Meinung sind, dass man sein Wissen als Grundschullehrer nicht genug darbieten kann. Man hört oftmals Aussagen wie, dass man alle Jahre das Gleiche unterrichtet und oft nur bastelt. Im Gegensatz dazu könne man in der Sekundarschule oder auf dem Gymnasium mehr Fachwissen einbringen und hat die Möglichkeit verschiedenen Themen mit den Schülern und Schülerinnen zu bearbeiten. (Faulstich-Wieland/Niehaus/Scholand, S. 30)
Viele Männer haben auch Angst vor Anderen zu sagen, dass sie Grundschullehrer sind. Häufig gilt der Beruf bei anderen als „unmännlich“. In einem Interview vom 08.03.2008 sprach der Grundschullehrer Michael Ritter mit der Süddeutschen Zeitung über seinen Beruf und was seine Freunde dazu sagen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Zusammenfassung der wichtigsten Aussagen des Textes „Lehrerinnen trifft keine Schuld an der Schulkrise der Jungen“ von Marcel Helbig: Das Kapitel stellt die Hypothese der „Feminisierung“ der Schule vor und entkräftet diese durch Verweise auf empirische Studien, die keinen direkten Zusammenhang zwischen dem Geschlecht der Lehrkraft und der Leistung der Schüler belegen.
2. Analyse des Vortrags von Frau Prof. Dr. Hannelore Faulstich-Wieland zum Thema „Sollten Grundschullehrer vorallem Vorbild für Jungen sein?“: Hier werden die Argumente der Expertin beleuchtet, die eine rein geschlechtsorientierte Besetzung ablehnt und stattdessen für eine stärkere Professionalisierung und fachliche Qualifikation aller Lehrkräfte plädiert.
3. Auseinandersetzung mit der Studienmotivation und Gründen für den Männermangel im Grundschullehramt: Dieser Teil untersucht die verschiedenen Ursachen für die Unattraktivität des Grundschullehramts aus männlicher Sicht, wie etwa Gehaltsaspekte, mangelndes Prestige und die Angst vor stigmatisierenden Vorurteilen.
3a. Gründe für die geringe Anzahl männlicher Grundschullehrer: Ein vertiefender Abschnitt, der explizit auf die gesellschaftliche Wahrnehmung, das Image des Berufs und die Konfrontation mit geschlechtsspezifischen Rollenerwartungen eingeht.
4. Eigene Positionierung zur Forderung „Mehr Männer in die Grundschule“: Die Autorin reflektiert ihre Erkenntnisse und schließt sich der Forderung nach Diversität an, betont jedoch, dass diese auf Professionalität basieren muss und keine bloße Maßnahme zur Rollenmodell-Zuschreibung sein darf.
Schlüsselwörter
Grundschule, Männeranteil, Geschlechterrollen, Feminisierung, Lehrerbildung, Studienmotivation, Rollenvorbilder, Professionalität, Schulerfolg, Lehrkräftemangel, Image des Lehrerberufs, Heterogenität, Pädagogische Qualität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der aktuellen Debatte um den Männermangel an Grundschulen, den Vorwürfen der „Feminisierung“ und den realen Chancen sowie Risiken, die mit der Forderung nach mehr männlichen Lehrkräften verbunden sind.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die kritische Analyse von geschlechtsspezifischen Rollenbildern, das Image des Grundschullehrerberufs, die Studienmotivation von Männern sowie die wissenschaftliche Evidenz bezüglich des Einflusses des Lehrkräftegeschlechts auf den Lernerfolg.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die einseitige Forderung nach „mehr Männern“ zu hinterfragen und eine differenzierte Sichtweise zu entwickeln, die auf Professionalität und fachlicher Qualität statt auf bloßen Geschlechterzuschreibungen basiert.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Quellenanalyse von wissenschaftlichen Studien sowie der Nachbereitung von Fachvorträgen, die im Rahmen einer Tagung präsentiert wurden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zentrale Studien (z.B. ELEMENT-Studie) analysiert, die Position von Expertinnen wie Prof. Dr. Faulstich-Wieland diskutiert und die verschiedenen, oft abschreckenden Faktoren beleuchtet, warum Männer sich gegen das Grundschullehramt entscheiden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich besonders durch Begriffe wie Gender, Professionalität, Rollenvorbilder, Grundschullehramt und Heterogenität charakterisieren.
Warum fühlen sich viele Männer im Grundschullehramt als „unmännlich“ stigmatisiert?
Aufgrund gesellschaftlicher Vorurteile, die den Beruf als „weiblich“ oder „einfach“ etikettieren, sowie durch direkte Konfrontationen im sozialen Umfeld, die den Beruf des Grundschullehrers als „lauen Halbtagsjob“ abwerten.
Welche Rolle spielen „pädagogische Rollenvorbilder“ laut der Arbeit?
Die Arbeit warnt davor, männliche Lehrkräfte lediglich als „Ersatzväter“ oder Sportbegleiter für Jungen einzusetzen, da dies bestehende hierarchische Geschlechterverhältnisse zementieren kann, anstatt echte fachliche Professionalität zu fördern.
- Citar trabajo
- Lisa Julius (Autor), 2011, Schriftliche Nachbearbeitung der Tagung „Mehr Männer in die Grundschule? Chancen, Risiken und Perspektiven“, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/193858