Outsourcing von Dienstleistungen – Chancen und Risiken dargestellt an Praxisbeispielen


Hausarbeit, 2007

14 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Formen des Outsourcings

3 Chancen des Outsourcings
3.1 Kostenreduktion
3.2 Spezialisierung / Entlastung des Personalmanagements
3.3 Handlungsfähigkeit und Flexibilität
3.4 Effizienz- und Qualitätsvorteile
3.5 Leistungsoptimierung

4 Risiken des Outsourcings
4.1 Abhängigkeit
4.2 Qualitätsverlust
4.3 Räumliche Distanz
4.4 Sicherheitsverlust
4.5 Andere Faktoren

5 Fazit

Literaturverzeichnis

Abkürzungen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Deutsche Unternehmen müssen immer mehr auf den steigenden, globalen Wettbewerbsdrucks reagieren, indem sich die Unternehmen spezialisieren und durch Outsourcing die Kostenentwicklung kontrollieren. In den letzten Jahren haben Unternehmen und anbietende Dienstleister umfangreiche Erfahrungen im Outsourcing gesammelt. Durch die wachsende Konkurrenz werden effektive Produktionsverfahren benötigt, denn nur so kann ein Unternehmen die Nachfrage der besten und schnellsten Qualität decken.

Mit der Spezialisierung der Anbieter auf Outsourcing hat sich hier eine komplexe Dienstleistungsindustrie gebildet, die sich systematisch weiterentwickelt.

Im Outsourcing der ersten Generation standen die IT-Leistungen eines Unternehmens im Fokus, hierbei sollten vor allem die Kosten gesenkt werden. Doch durch diese Einengung auf Kostensenkungen ließen sich allerdings die möglichen Optimierungspotenziale nicht ausschöpfen. Denn das Wissen, über welches externe Dienstleister verfügen, kann zur Verbesserung der eigenen Geschäftsprozesse sowie die Produkt- und Servicequalität deutlich beitragen. Chancen werden von Unternehmen schnell vergeben, wenn der Outsourcing-Dienstleister nur mit geringen Geschäftsabläufen beauftragt wird, so kann der Dienstleister seine vollen Möglichkeiten nicht ausschöpfen. Die Geschäfts- und IT-Prozesse müssen heute in einen Zusammenhang gestellt werden, damit ein möglichst effektiver Nutzen entsteht.

Im Outsourcing der nächsten Generation werden neue Geschäftsmodelle entwickelt. Diese sehen Leistungsvereinbarungen vor, die durch die starken Veränderungen des geschäftlichen Umfelds des Klienten begründet sind und sich vor allem auf die geschäftlichen Ziele oder den Betrieb von Geschäftsprozessen richten.

Des Weiteren erwartet der Kunde ein höheres Maß an Flexibilität und damit verbunden eine höhere Gesamtverfügbarkeit seiner Geschäftsprozesse.

Die Bedeutung von Outsourcing hat in den letzten Jahren gravierend zugenommen.

Kaum ein Thema ist allerdings auch so umstritten wie das Outsourcing und kaum ein Thema hat so große gesellschaftspolitische Diskussionen hervorgerufen.

Daher beschäftige ich mich in meiner Arbeit mit dem Thema der Chancen aber auch den Risiken des Outsourcings. Hierbei werde ich genauer auf die Chancen und Risiken anhand von Praxisbeispielen eingehen.

2 Formen des Outsourcings

Die erste Form ist das interne Outsourcing. Es bezeichnet die Übertragung einer Unternehmensfunktion auf Organisationsbereiche. Dies kann beispielsweise eine eigenständige GmbH sein, die einem Konzernverbund angehört und ausgegliederte Funktionen des Konzerns übernimmt.

Die zweite Form ist das externe Outsourcing. Hierbei wird ein Geschäftsprozess des Unternehmens vollständig an ein drittes Unternehmen abgebeben. Diese Art des Outsourcings wird überwiegend von kleinen Unternehmen, sogenannten KMU’s, verwendet.

Im Laufe der Zeit haben sich viele spezielle Arten des Outsourcings entwickelt:

Eine weit verbreitete Form des Outsourcings ist das Business Process Outsourcing (BPO). Hierbei wird ein gesamter Unternehmensprozess an ein drittes Unternehmen vergeben. Häufig verwendet wird diese Form des Outsourcings im Einkauf einer Firma oder im HR-Management. Am häufigsten wird diese Methode in Bereichen des Unternehmens verwendet, die viel mit IT in Kontakt stehen.

Comprehensive Outsourcing oder Complete Outsourcing wird das Outsourcing genannt, wenn ein ganzer Unternehmensbereich ausgelagert wird. Beispielsweise wird die gesamte IT Abteilung eines Unternehmens an einen spezialisierten Dienstleister für eine festgesetzte Vertragslaufzeit übergeben.

Business Application Outsourcing (BAO) bezeichnet das Management von Software Anwendungen durch externe Spezialisten. BAO wird durch Application Service Provider (ASP) angeboten. ASP wird hier sowohl im Sinne von Service Application Providing (Erbringen einer Dienstleistung) und Service Application Provider (Erbringer der Dienstleistung) verwendet.

Business Transformation Outsourcing oder Transformational Outsourcing stellt die Verbindung zwischen Business Consulting und Outsourcing dar. Die Merkmale hierbei sind die langfristige Partnerschaft zwischen Auftraggeber und Dienstleister, die nachhaltige Leistungsverbesserung etc. Da diese Art des Outsourcings eine junge Form darstellt, wird es auch oft als Next Generation Outsourcing bezeichnet.

Das selektive Outsourcing, was auch Outtasking genannt wird, bezeichnet das Ausgliedern von einzelnen Teilen eines größeren Bereiches. Dies kann man sich so vorstellen, dass beispielsweise in der IT Abteilung eines Unternehmens lediglich das Network Management ausgelagert wird.

3 Chancen des Outsourcings

3.1 Kostenreduktion

Durch das Outsourcing von Dienstleistungen innerhalb Deutschlands an spezialisierte Unternehmen lassen sich bereits Kosteneinsparungen von bis zu 25% erzielen. Dies liegt an den günstigeren Ressourcen, den geringeren Infrastrukturkosten und modernere Technologie. Bei der Vergabe an einen Dienstleister in einem Niedriglohnland wie z.B. Indien sind Kostenvorteile von bis zu 90% keine Seltenheit.

Das durch Outsourcing Kosten eingespart werden können bestätigen auch Berichte von einzelnen Unternehmen. So sagt beispielsweise das Unternehmen Hydro Aluminium, dass bei ihrem Outsourcing Projekt die Reduzierung der Kosten nicht im Vordergrund stand, dies aber automatisch in den Vordergrund gestoßen ist, um die Erfüllung des Projekts zu gewährleisten.[1]

Auch Die Lufthansa hat bereits Outsourcing betrieben, so wurde von dem Unternehmen der Financial Shared Services Bereich ausgegliedert. Im Vordergrund stand die Kostenreduktion. Hier wurden drei Center aufgebaut und mehrere Prozesse von insgesamt 50 Standorten an diese drei neu gegründeten Gesellschaften verteilt.[2] Hier wurde das Ziel verfolgt einen höheren Service und bessere Qualität zu gewährleisten, dies aber mit einem wettbewerbsfähigen Preis.

3.2 Spezialisierung / Entlastung des Personalmanagements

Durch die Vergabe von Aufgaben an fremde Dienstleister kann sich das Unternehmen selbst auf seine Kernprozesse konzentrieren. Durch die Fremdvergabe stehen zudem größere Mitarbeiterkapazitäten zur Verfügung, die an anderer Stelle eingesetzt werden können.

Insbesondere das Management hat somit die Möglichkeit sich auf wichtige strategische Entscheidungen zu konzentrieren, während administrative Prozesse durch den Outsourcing Partner durchgeführt werden.

Dadurch können neue Märke und Kundensegmente schneller erschlossen werden, da sich das Management mit der Kernfrage auseinandersetzen kann.

Die Idee der Spezialisierung von Mitarbeitern auf Bereiche, in denen sie das größte Können vorweisen, beschrieb Ende des 18. Jahrhunderts schon Adam Smith. Er war schon damals der Meinung, dass diese Idee die Produktivität steigern würde.[3]

‚Dies belegte er mit seinem bekannten Beispiel der Stecknadelmanufaktur: Könnte ein Arbeiter gerade einmal 20 Stecknadeln pro Tag herstellen, so wären zehn Arbeiter, die sich auf einige wenige Produktionsschritte spezialisierten, in der Lage, täglich etwa 48.000 Nadeln herzustellen.‘[4]

3.3 Handlungsfähigkeit und Flexibilität

Unternehmen die sich in einer Wachstumsphase befinden, oder deren Geschäfte stark von der Saison abhängig sind, haben über Outsourcing die Möglichkeit auf einen erfahrenen Dienstleister und dessen Know-how zurückzugreifen. Das Unternehmen hat somit die Möglichkeit individuell auf Faktoren, z.B. Wachstum, zu reagieren. So ist bei einer geringeren Auslastung die Kapazität einfach und flexibel nach unten anpassbar, ohne dass hierfür kostspielige Mitarbeiterreduktionen notwendig werden.

Abgesehen davon kann das outsourcende Unternehmen seine Aktivitäten auf bestimmte Stufen der Wertschöpfungskette konzentrieren. So kann das Unternehmen die Komplexität reduzieren und die Handlungsfähigkeit und Flexibilität in den zentralen Geschäftsfeldern erhöhen.

[...]


[1] Vgl. Hermes, H.-J. ; Schwarz, G.: Outsourcing, Chancen und Risiken, Erfolgsfaktoren, rechtssichere Umsetzung, 2005, S. 373.

[2] Vgl. Hermes, H.-J. ; Schwarz, G.: Outsourcing, Chancen und Risiken, Erfolgsfaktoren, rechtssichere Umsetzung, 2005, S. 393.

[3] Vgl. Hermes, H.-J. ; Schwarz, G.: Outsourcing, Chancen und Risiken, Erfolgsfaktoren, rechtssichere Umsetzung, 2005, S. 16.

[4] Hermes, H.-J. ; Schwarz, G.: Outsourcing, Chancen und Risiken, Erfolgsfaktoren, rechtssichere Umsetzung, 2005, S. 16.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Outsourcing von Dienstleistungen – Chancen und Risiken dargestellt an Praxisbeispielen
Autor
Jahr
2007
Seiten
14
Katalognummer
V193871
ISBN (eBook)
9783656190882
ISBN (Buch)
9783656191728
Dateigröße
476 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
outsourcing chancen risiken, outsourcing von dienstleistungen, formen des outsourcings, chancen des outsourcings, risiken des outsourcings, outsourcing, outsourcing praxisbeispiele
Arbeit zitieren
Oliver Haas (Autor), 2007, Outsourcing von Dienstleistungen – Chancen und Risiken dargestellt an Praxisbeispielen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/193871

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Outsourcing von Dienstleistungen – Chancen und Risiken dargestellt an Praxisbeispielen



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden