Wir alle kennen „unseren“ Don Juan, diese Figur, die skrupellos Frauen und Mädchen umgarnt, ihnen die Unschuld oder die Ehre raubt, diesen Libertin aus der spanischen Literatur, diese Personifizierung des Frauenverführers.
Don Juan ist „mehr als eine Theaterfigur“ , er ist ein Mythos.
Sobald jemand von einem Mann erzählt, der bei Frauen recht erfolgreich ist – und dies im für ihn besten Falle auch schamlos ausnutzt -, wird jener nur allzu häufig als „Don Juan“ bezeichnet. Selbst wenn man keines der zahlreichen Bücher über den Verführer gelesen hat, so ist er doch den meisten ein Begriff. Der Charakter Don Juan ist dafür bekannt, jede Frau in sein Bett zu bekommen, die er ins Auge gefasst hat.
Betrachtet man nun die allgemein bekannte Oper „Don Giovanni“ von Mozart, so muss man jedoch verblüfft feststellen, dass die Titelfigur ihrem Ruf so gar nicht gerecht werden will. Ein Blick auf die drei weiblichen Protagonistinnen des Stückes zeigt, „Donna Anna vermag sich rechtzeitig seines Überfalls erwehren, die kokette Zerlina entgeht ihrer Verführung infolge eines Eingreifens von Donna Elvira. Und letztere selbst? Nicht wird sie von Don Giovanni verfolgt, vielmehr ist sie es, die den treulosen Eheversprecher jagt, um ihn erneut an sich zu binden.“
Diese Beobachtung hat bereits zu vielen Spekulationen und Theorien geführt, es ist absolut augenscheinlich, dass ein erfolgloser Don Juan nicht so ins allgemeine Konzept passt. Ausgehend von jener Erkenntnis werde ich im Folgenden Don Giovannis Beziehungen zu Donna Anna, zu Zerlina und zu Donna Elvira untersuchen, alles unter dem fraglichen Aspekt eines „siegreichen Verführers“. Es wird bei einer reinen Textanalyse bleiben. Gewiss gibt es zahlreiche Inszenierungen, welche die These des „untypischen“ Helden unterstützen, oder konträr dazu wirken, in jedem Fall jedoch einen Kontrast setzen. Aber sie sind für die Argumentation nicht notwendig.
In diesem Sinne werde ich mich fast ausschließlich auf das Libretto beziehen, indem ich die Textstellen herausarbeite, die von Verführung handeln und der Einstellung der drei jeweiligen Damen zu Don Giovanni.
Inhaltsverzeichnis
1. Don Juan – der Frauenverführer?
2. Don Giovanni und Donna Anna
3. Don Giovanni und Zerlina
4. Don Giovanni und Donna Elvira
5. Fazit – Don Juan, der Frauenverführer
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die These eines angeblich erfolglosen Don Giovannis in der gleichnamigen Oper von Mozart, indem sie die Beziehungen der Titelfigur zu den drei weiblichen Hauptfiguren auf Basis einer Textanalyse des Librettos kritisch hinterfragt.
- Analyse der Verführungskünste Don Giovannis im Kontext literarischer Vorbilder.
- Untersuchung der Interaktionen zwischen Don Giovanni und Donna Anna.
- Betrachtung der Dynamik zwischen Don Giovanni und Zerlina.
- Evaluation der komplexen Beziehung zwischen Don Giovanni und Donna Elvira.
- Kritische Würdigung des Mythos Don Juan als erfolgreicher Verführer.
Auszug aus dem Buch
1. Don Juan – Der Frauenverführer?
Wir alle kennen „unseren“ Don Juan, diese Figur, die skrupellos Frauen und Mädchen umgarnt, ihnen die Unschuld oder die Ehre raubt, diesen Libertin aus der spanischen Literatur, diese Personifizierung des Frauenverführers. Don Juan ist „mehr als eine Theaterfigur“, er ist ein Mythos. Sobald jemand von einem Mann erzählt, der bei Frauen recht erfolgreich ist – und dies im für ihn besten Falle auch schamlos ausnutzt -, wird jener nur allzu häufig als „Don Juan“ bezeichnet. Selbst wenn man keines der zahlreichen Bücher über den Verführer gelesen hat, so ist er doch den meisten ein Begriff. Der Charakter Don Juan ist dafür bekannt, jede Frau in sein Bett zu bekommen, die er ins Auge gefasst hat.
Betrachtet man nun die allgemein bekannte Oper „Don Giovanni“ von Mozart, so muss man jedoch verblüfft feststellen, dass die Titelfigur ihrem Ruf so gar nicht gerecht werden will. Ein Blick auf die drei weiblichen Protagonistinnen des Stückes zeigt, „Donna Anna vermag sich rechtzeitig seines Überfalls erwehren, die kokette Zerlina entgeht ihrer Verführung infolge eines Eingreifens von Donna Elvira. Und letztere selbst? Nicht wird sie von Don Giovanni verfolgt, vielmehr ist sie es, die den treulosen Eheversprecher jagt, um ihn erneut an sich zu binden.“
Diese Beobachtung hat bereits zu vielen Spekulationen und Theorien geführt, es ist absolut augenscheinlich, dass ein erfolgloser Don Juan nicht so ins allgemeine Konzept passt. Ausgehend von jener Erkenntnis werde ich im Folgenden Don Giovannis Beziehungen zu Donna Anna, zu Zerlina und zu Donna Elvira untersuchen, alles unter dem fraglichen Aspekt eines „siegreichen Verführers“. Es wird bei einer reinen Textanalyse bleiben. Gewiss gibt es zahlreiche Inszenierungen, welche die These des „untypischen“ Helden unterstützen, oder konträr dazu wirken, in jedem Fall jedoch einen Kontrast setzen. Aber sie sind für die Argumentation nicht notwendig.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Don Juan – der Frauenverführer?: Das Kapitel führt in den Mythos Don Juan ein und stellt die zentrale Forschungsfrage, inwiefern die Titelfigur in Mozarts Oper tatsächlich ihrem Ruf als erfolgreicher Verführer gerecht wird.
2. Don Giovanni und Donna Anna: Es wird untersucht, ob Donna Annas Verhalten gegenüber Don Giovanni und ihrem Verlobten Don Ottavio auf eine unbewusste Anziehung zu Don Giovanni hindeutet oder lediglich den Umständen der versuchten Vergewaltigung geschuldet ist.
3. Don Giovanni und Zerlina: Die Analyse der Szenen zwischen Don Giovanni und Zerlina zeigt auf, dass Zerlinas Widerstand oft durch äußere Störungen bedingt ist und ihre Faszination für den Verführer sowohl textlich als auch musikalisch präsent bleibt.
4. Don Giovanni und Donna Elvira: Dieses Kapitel arbeitet heraus, dass Donna Elvira aufgrund ihrer anhaltenden Gefühle und ihrer Bereitschaft, dem Verführer trotz seines Betrugs erneut zu verfallen, den besten Beleg für Don Giovannis Erfolg liefert.
5. Fazit – Don Juan, der Frauenverführer: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass Don Giovanni trotz scheinbarer Misserfolge ein mythischer Verführer bleibt, dessen Wirkung auf die Frauenfigur in der Oper nicht als erfolglos bewertet werden kann.
Schlüsselwörter
Don Giovanni, Mozart, Oper, Don Juan, Frauenverführer, Libretto, Textanalyse, Donna Anna, Zerlina, Donna Elvira, Mythos, Verführung, Liebesbeziehung, Theaterwissenschaft, Literatur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Titelfigur aus Mozarts Oper "Don Giovanni" unter dem Aspekt, ob er seinen literarischen Ruf als erfolgreicher Frauenverführer in der konkreten Handlung des Stücks bestätigen kann.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Zentrum stehen die Interaktionen und die Beziehungsdynamik zwischen Don Giovanni und den drei weiblichen Protagonistinnen Donna Anna, Zerlina und Donna Elvira.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, mittels einer Analyse des Librettos zu klären, ob die Behauptung eines "erfolglosen" Don Giovanni in der Oper aufrechterhalten werden kann oder ob der Status als Verführer bestehen bleibt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine reine Textanalyse auf Grundlage des Librettos durchgeführt, wobei ergänzend Fachliteratur zur Interpretation der Opernfiguren herangezogen wird.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in drei inhaltliche Kapitel, die detailliert die jeweiligen Begegnungen und die psychologischen bzw. handlungsbezogenen Hintergründe der Interaktionen mit Donna Anna, Zerlina und Donna Elvira beleuchten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich maßgeblich durch Begriffe wie Don Giovanni, Verführung, Mythos, Libretto, Donna Anna, Zerlina und Donna Elvira beschreiben.
Warum wird Donna Elvira als "Beweis" für den Erfolg von Don Giovanni gesehen?
Donna Elvira wird als Beweis angeführt, weil sie Don Giovanni trotz der Kenntnis seiner zahlreichen Schandtaten und seiner Unbeständigkeit weiterhin liebt und ihm bei jeder Gelegenheit erneut verfällt.
Welche Rolle spielt die Musik in der Beziehung zwischen Zerlina und Don Giovanni?
Die Musik wird als Ausdruck ihrer Faszination gedeutet; die Komposition zeigt laut Autorin statt Empörung eher ein Gemisch aus Koketterie, Sehnsucht und Zögern.
- Citar trabajo
- Stefanie von Rossek (Autor), 2009, Don Giovanni und die Frauen - Eine Analyse des Erfolges Don Giovannis bei den weiblichen Figuren in der Mozart-Oper, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/193884