Mit der Erklärung Sacrosanctum concilium wurde durch das II. Vatikanische Konzil der Auftrag zu einer Liturgiereform gegeben. Diese sollte dazu dienen, die Liturgie als „Höhepunkt, dem das Tun der Kirche zustrebt, und zugleich … Quelle, aus der all ihre Kraft strömt“ (SC10) in Texten und Riten allen Gläubigen wieder deutlicher verständlich und zugänglich zu machen. Dabei erkennt das Konzil die Notwendigkeit einer liturgischen Bildung, was deutlich im Text von SC 14 zum Ausdruck kommt.
Seit dem Konzil gab und gibt es eine große Anzahl von Veröffentlichungen zum Thema der liturgischen Bildung, wobei der Schwerpunkt häufig auf der Bildung zur Liturgie und der entsprechenden Ausbildung der Priester lag und liegt.
In der vorliegenden Arbeit soll in einem ersten Schritt versucht werden, die Dimensionen der liturgischen Bildung zu verdeutlichen, wobei von einem heutigen Begriff der Bildung ausgegangen wird.
Im zweiten Schritt wird dann die Möglichkeit liturgischer Bildung im Internet untersucht. Ausgehend von allgemeinen Anforderungen an die Gestaltung von Websites sollen Kriterien zur Beurteilung von Internetseiten aufgestellt werden, welche, wenigstens teilweise, eine liturgische Bildung der Besucher zum Ziel haben.
Anhand dieser Kriteriologie werden dann einige Seiten vorgestellt und bewertet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Liturgische Bildung - Begriff, Inhalt und Aufgaben
2.1. Bildung und liturgische Bildung – eine kurze Begriffsklärung
2.2. Inhalt und Aufgaben liturgischer Bildung
2.3. Mögliche Felder liturgischer Bildung
3. Liturgische Bildung im Internet
3.1. Das Medium Internet – Einige Grundüberlegungen
3.1.1. Möglichkeiten und Grenzen des Internets
3.1.2. Anforderungen an die Gestaltung einer Website
3.2. Allgemeine Überlegungen zur liturgischen Bildung im Internet
3.2.1. Erstes Kriterium: Formale Anforderungen
3.2.2. Zweites Kriterium: Liturgie-erklärend?
3.2.3. Drittes Kriterium: Liturgie-erschließend?
3.3. Beispiele für Websites mit liturgischen Bildungsangeboten
4. Schlussbemerkung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Anforderungen für die Vermittlung liturgischer Bildung durch das Medium Internet. Im Zentrum steht die Frage, wie Webseiten gestaltet sein müssen, um als Bildungsmedium für liturgische Inhalte sowohl inhaltlich fundiert als auch technisch zugänglich und benutzerfreundlich zu fungieren.
- Grundlagen des Bildungsbegriffs im kirchlichen Kontext.
- Analyse der Chancen und Grenzen des Internets für religiöse Bildungsprozesse.
- Definition von Qualitätskriterien für liturgische Bildungsangebote im Netz.
- Bewertung bestehender Webauftritte hinsichtlich ihrer Eignung für liturgische Bildung.
Auszug aus dem Buch
3.1.2. Anforderungen an die Gestaltung einer Website
Unabhängig davon, ob das Internet von Privatpersonen, Unternehmen oder Organisationen, als Kontakt- oder Informationsmedium genutzt wird, gibt es einige allgemeingültige Anforderungen an die Gestaltung einer Website. Hier kann man Anforderungen an den Inhalt, das Layout und technische Anforderungen unterscheiden, wobei es dabei durchaus Überschneidungen dieser drei Bereiche gibt.
Was Inhalt und Layout betrifft, so ist es wichtig, dass eine Seite übersichtlich, aktuell und verständlich gestaltet sein muss. Sie sollte informativ und interessant sein, dem Besucher einen Nutzen bringen und zu einem weiteren Besuch einladen. Es sollte darüber hinaus klar erkennbar sein, wenn für den Inhalt die Seite verantwortlich zeichnet.
Dabei sollte bei der Auswahl der Inhalte und der Formulierung der Informationen der Adressat im Blick sein - will man Grundinformationen geben oder wendet man sich an Fachleute. In jedem Fall ist auf eine klare Sprache bei hochwertigen Texten und aussagekräftige Textüberschriften, Bilder und Grafiken zu achten. Verwende Fachbegriffe und Abkürzungen sollten gekennzeichnet und mit Erklärung versehen sein, dies gilt besonders dann, wenn sich die Seite an ein breites Publikum wendet. Auch ist darauf zu achten, dass gerade bei längeren Texten Sprungmarken zu Teilüberschriften vorhanden sind. Auch sollten nicht zu viele Informationen auf einer Seite stehen, eine Seite also nicht überladen werden. Auf der Seite vorhandene Links müssen immer aktuell sein, denn Links, die sozusagen ins Leere führen, sind nicht nur ärgerlich, sondern verleiten oftmals die Besucher zum Verlassen der Seite.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung begründet die Relevanz liturgischer Bildung für alle Gläubigen und führt in die Absicht ein, das Internet als neues, ergänzendes Medium für diesen Bildungsauftrag zu untersuchen.
2. Liturgische Bildung - Begriff, Inhalt und Aufgaben: Das Kapitel definiert den Bildungsbegriff ganzheitlich und erläutert, wie liturgische Bildung das Verständnis und die aktive Teilnahme am Gottesdienst fördern soll.
3. Liturgische Bildung im Internet: Hier werden technische und inhaltliche Kriterien für Webseiten erarbeitet, die liturgische Bildung vermitteln wollen, und anhand konkreter Fallbeispiele evaluiert.
4. Schlussbemerkung: Die Arbeit resümiert, dass das Internet eine große Chance für die Kirche darstellt, Menschen niederschwellig zu erreichen, sofern die Webseiten hohe qualitative und gestalterische Standards erfüllen.
Schlüsselwörter
Liturgische Bildung, Internet, Gottesdienst, Digitale Medien, Webdesign, Kriterienkatalog, Glaubensvermittlung, Katechese, Partizipation, Kirchliche Kommunikation, Religiosität, Informationsgesellschaft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Schnittstelle von liturgischer Bildung und der digitalen Welt, insbesondere mit der Frage, wie das Internet als Medium für die kirchliche Bildungsarbeit genutzt werden kann.
Welche Themenfelder stehen im Zentrum?
Zentrale Felder sind der Bildungsbegriff der Theologie, die Anforderungen an ein modernes Webdesign sowie die spezifischen Kriterien für liturgisch relevante Internetangebote.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Erstellung eines Kriterienkatalogs zur Beurteilung von Webseiten, die das Ziel verfolgen, Wissen über die Liturgie zu vermitteln oder den Gläubigen das Mitfeiern der Gottesdienste zu erleichtern.
Welche wissenschaftliche Methode wurde gewählt?
Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die theologische Grundlagen und medienwissenschaftliche Anforderungen verknüpft und diese an praktischen Beispielen (Webseiten-Evaluation) testet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine begriffliche Herleitung der liturgischen Bildung, die Reflexion über die Möglichkeiten des Internets als Bildungsmedium und die Anwendung erarbeiteter Qualitätskriterien auf existierende kirchliche Webangebote.
Welche Keywords charakterisieren die Arbeit am besten?
Liturgische Bildung, Internet, Webdesign, Gottesdienst, Partizipation, digitale kirchliche Kommunikation und Informationsvermittlung.
Warum wird das Internet als „Leitmedium“ für die heutige Gesellschaft diskutiert?
Aufgrund seiner globalen Vernetzung und der Fähigkeit, zeit- und ortsunabhängig enorme Datenmengen zur Verfügung zu stellen, fungiert das Internet als zentrale Informationsquelle, was für die Kirche neue Wege der Verkündigung eröffnet.
Warum sind „formale Anforderungen“ bei kirchlichen Webseiten so wichtig?
Die Arbeit argumentiert, dass eine gute Gestaltung, wie intuitive Navigation und kurze Ladezeiten, die Akzeptanz und Nutzbarkeit der religiösen Inhalte maßgeblich beeinflusst; bei schlechter technischer Umsetzung verlassen Nutzer die Seite wieder.
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- Brigitte Benz (Author), 2012, Liturgische Bildung im Internet, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/193888