[...] Es sei angemerkt, dass in ähnlichem Zusammenhang in der Literatur immer wieder von
„Amerikanisierung“ des Wahlkampfes die Rede ist. Dabei herrscht allerdings weitgehend
Uneinigkeit über die Bedeutung dieses Begriffs. Nach Holtz-Bacha (1996) ist
„Amerikanisierung“ gleichzusetzen mit einem „allgemeinen Trend zur
Professionalisierung […] an dessen Spitze die USA stehen“ (S. 12; zitiert nach Jarren &
Donges, 2006, S. 225). Andere Autoren fassen die inhaltliche Dimension dieser
Phänomenbeschreibung etwas weiter, wie etwa Schulz (1997) der einen Merkmalskatalog
erstellt hat der unter anderem folgende Aspekte beinhaltet: „Personalisierung“,
„Professionalisierung“, „Marketing-Ansatz“, „Ereignis- und Themenmanagement“ (S.
186-187; zitiert nach Jarren & Donges, 2006, S. 225).
Ungeachtet der begrifflichen Unschärfe, betonen all diese Beschreibungen die
Projektion kommerzieller Marketingstrategien auf die politische Kommunikation. Dies soll
zum Anlass genommen werden, die Wahlkampfführung der SPD von 1998 aus
marktetingtheoretischer Sicht zu analysieren. Dafür werden in einem ersten Schritt
grundlegende Begriffe und theoretische Betrachtungsweisen geklärt, um dann in einem
zweiten Schritt die Wahlkampfführung der Kampa anhand dieser zu illustrieren.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Klärung grundlegender Begriffe und theoretischer Betrachtungsweisen
- Die Entwicklung des Begriffs „Marketing“
- Marketingstrategien und -instrumente
- Die Ausweitung des Marketinggedankens
- Politik-Marketing
- Die Wahlkampfführung der SPD von 1998 aus marketingtheoretischer Sicht
- Organisation der Kampagne
- Marktforschung, Umfeldanalyse und Zielformulierung
- Strategiefestlegung
- Maßnahmendefinition und -umsetzung
- Fazit und Ausblick
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Hausarbeit analysiert die Wahlkampfführung der SPD im Jahr 1998 aus marketingtheoretischer Perspektive. Der Schwerpunkt liegt auf der Untersuchung, inwiefern die Partei Marketingkonzepte und -strategien im Wahlkampf einsetzte, um ihre Ziele zu erreichen.
- Professionalisierung des Wahlkampfes
- Marketing-Ansatz in der politischen Kommunikation
- Amerikanisierung des Wahlkampfes
- Entwicklung des Marketingbegriffs
- Anwendung von Marketinginstrumenten im Wahlkampf
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel führt in die Thematik ein und beleuchtet den Kontext des Wahlkampfes 1998. Das zweite Kapitel definiert zentrale Begriffe des Marketings, erklärt die Entwicklung des Begriffs und stellt verschiedene Marketingstrategien und -instrumente vor. Außerdem werden die Ausweitung des Marketinggedankens und das Konzept des Politik-Marketings erläutert.
Das dritte Kapitel analysiert die Wahlkampfführung der SPD aus marketingtheoretischer Sicht. Es befasst sich mit der Organisation der Kampagne, der Marktforschung, Umfeldanalyse und Zielformulierung, sowie mit der Strategiefestlegung und der Umsetzung von Maßnahmen.
Schlüsselwörter
Wahlkampf, Marketing, Politik-Marketing, SPD, Professionalisierung, Amerikanisierung, Strategien, Instrumente, Zielformulierung, Maßnahmen
Häufig gestellte Fragen
Was bedeutet "Amerikanisierung" im Wahlkampf?
Der Begriff steht für einen Trend zur Professionalisierung, Personalisierung und den Einsatz moderner Marketing-Methoden in der politischen Kommunikation, wie sie ursprünglich in den USA entwickelt wurden.
Was war die "Kampa" der SPD im Jahr 1998?
Die Kampa war die zentrale Wahlkampfzentrale der SPD, die erstmals konsequent kommerzielle Marketingstrategien, professionelle Marktforschung und strategisches Themenmanagement für den Sieg Gerhard Schröders einsetzte.
Wie wird eine Partei aus marketingtheoretischer Sicht als "Produkt" gesehen?
In dieser Analyse werden politische Inhalte und Kandidaten wie Waren behandelt, die über spezifische Markenversprechen, Zielgruppenansprache und Imagepflege an den "Wähler-Kunden" vermittelt werden.
Welche Rolle spielte die Marktforschung im SPD-Wahlkampf 1998?
Sie diente der genauen Umfeldanalyse und Zielformulierung, um Botschaften punktgenau auf die Bedürfnisse und Stimmungen der Wählerschaft zuzuschneiden.
Was ist Politik-Marketing?
Es beschreibt die Übertragung kommerzieller Marketinginstrumente (wie Branding, PR und Werbung) auf den politischen Wettbewerb, um die Zustimmung der Bürger zu maximieren.
- Quote paper
- Anna Steinleitner (Author), 2011, Die Partei als Produkt - Analyse der Wahlkampfführung der SPD 1998 aus marketingtheoretischer Sicht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/193997