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Städtehierarchien - Klassifizierungsansätze und Städterankings im Vergleich

Title: Städtehierarchien - Klassifizierungsansätze und Städterankings im Vergleich

Term Paper , 2011 , 21 Pages , Grade: 1.3

Autor:in: Xenia Junkereit (Author)

Sociology - Habitation and Urban Sociology
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Städte spielten schon immer eine wichtige geostrategische Rolle und solange es Städte gibt, gab es scheinbar auch immer die Unterscheidung zwischen bedeutenden und weniger bedeutenden Städten.

Beispielsweise hatte das antike Byzanz zu seiner Blütezeit um 500 n. Chr. sowohl im politischen, ökonomischen und kulturellen Bereich eine deutlich höhere Ausstrahlungskraft, als etwa Athen oder Rom, die zwar bedeutende Agglomerationen in ihrer Region darstellten, jedoch zu der Zeit ihren ursprünglichen Einfluss weitgehend eingebüßt hatten. Hier lässt sich deutlich erkennen, dass die Bedeutung, die man bestimmten Städten zuschreibt dem zeitlichen Wandel unterliegt.

Was lässt aber den Schluss zu, dass Byzanz um 500 n. Chr. einen solch hohen Bedeutungsüberschuss im Vergleich zu anderen Städten hatte? Welches sind die Kriterien und Parameter, nach denen ein solcher Bedeutungsüberschuss gemessen werden kann? Zu Zeiten des Byzantinischen Reiches ist dies noch relativ einfach zu beantworten: Byzanz war zu der Zeit Sitz der wichtigsten weltlichen und religiösen Herrscher, es war Handelsknotenpunkt und lag auf den bedeutendsten Pilgerrouten ins Heilige Land.

Nach welchen Maßstäben beurteilt man aber heutige Städte, um auf ihre Bedeutung im Vergleich zu anderen Agglomerationen zu schließen? Im welchem Umfang müssen bestimmte Kriterien erfüllt sein, um eine Stadt als bedeutend zu klassifizieren? Und auf welcher Maßstabsebene untersucht man die Beziehung von Städten untereinander?

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Inhaltsverzeichnis

1. PROLOG

2. STÄDTEHIERARCHIEN

2.1 „attributive“ versus „relationale“ Hierarchisierungsansätze

2.2 Walter Christallers „System zentraler Orte“ ein Beispiel für „attributive“ Hierarchisierungsansätze

2.2.1 Methodik

2.2.2 Kritik

2.3. Peter J. Taylors „World City Network“ ein Beispiel für „relationale“ Hierarchisierungsansätze

2.3.1 Methodik

2.3.2 Kritik

2.4 GaWC- Globalization and World Cities Research Network

3. FAZIT

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit verfolgt das Ziel, verschiedene methodische Ansätze zur Klassifizierung von Städten in Hierarchiesysteme vorzustellen, kritisch zu hinterfragen und deren Sinnhaftigkeit sowie Wirkung im globalen Kontext zu synthetisieren.

  • Unterscheidung zwischen attributiven und relationalen Hierarchisierungsansätzen.
  • Analyse der Theorie der zentralen Orte nach Walter Christaller als attributives Modell.
  • Untersuchung des „World City Network“ nach Peter J. Taylor als relationales Modell.
  • Vorstellung des GaWC (Globalization and World Cities Research Network) als moderne Forschungsinstanz.
  • Kritische Reflexion über die Angemessenheit von Städterankings in einer komplexen Welt.

Auszug aus dem Buch

2.1 „ATTRIBUTIVE“ VERSUS „RELATIONALE“ HIERARCHISIERUNGSANSÄTZE

Trotz der genannten Vielfalt unterschiedlicher Hierarchisierungsansätze und der Vielzahl begrifflicher Bestimmungsversuchen für die Klassifizierung von Städten, lassen sich zwei grundlegende, methodische Herangehensweisen unterscheiden, nach denen hierarchische Bezugssysteme für Städte erstellt werden können: „attributive“ und „relationale“ Vorgehensweisen.

Wesentliches Merkmal attributiver Ansätze ist die Beschränkung auf die Messung von Indikatoren innerhalb der untersuchten Städte, was einen direkten Vergleich der quantitativen Ausprägung dieser Indikatoren bei den untersuchten Städten ermöglicht.

Relationale Hierarchisierungsansätze hingegen kennzeichnen sich dadurch, dass sie Beziehungen zwischen den untersuchten Städten analysieren und diese als Richtschnur für die Erstellung eines hierarchischen Städtesystems nehmen.

Im Folgenden werden zwei Beispiele vorgestellt, um die jeweiligen Herangehensweisen „attributiv“ und „relational“ zu veranschaulichen. Diese Beispiele sind bewusst plakativ gewählt, um den Bedeutungsunterschied der methodischen Vorgehensweise möglichst deutlich werden zu lassen. Natürlich gibt es auch häufig Mischformen dieser beiden Ansätze. Dennoch lässt sich auch bei kombinierter Herangehensweise von „attributiv“ und „relational“ oftmals eine deutliche Tendenz in die eine oder andere Richtung erkennen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. PROLOG: Einführung in die historische Bedeutung von Städten und die Notwendigkeit, ihre heutige Stellung durch Klassifizierungen vergleichbar zu machen.

2. STÄDTEHIERARCHIEN: Darstellung verschiedener Klassifizierungssysteme sowie die theoretische Unterscheidung zwischen attributiven und relationalen Ansätzen.

2.1 „attributive“ versus „relationale“ Hierarchisierungsansätze: Definition der zwei grundlegenden methodischen Ansätze zur Einordnung von Städten in Hierarchien.

2.2 Walter Christallers „System zentraler Orte“ ein Beispiel für „attributive“ Hierarchisierungsansätze: Erläuterung der Theorie zentraler Orte, die auf der Ausstattung von Siedlungen mit Dienstleistungsfunktionen basiert.

2.2.1 Methodik: Beschreibung der neoklassischen Annahmen und der empirischen Überprüfung mittels der „Telefonmethode“ bei Christaller.

2.2.2 Kritik: Diskussion der Mängel bezüglich der idealisierten Grundannahmen und der Schwierigkeit bei der Abgrenzung von Einzugsbereichen.

2.3. Peter J. Taylors „World City Network“ ein Beispiel für „relationale“ Hierarchisierungsansätze: Vorstellung eines netzwerkbasierten Ansatzes, der Städte über die Konzentration wissensintensiver Dienstleister verbindet.

2.3.1 Methodik: Erläuterung der Analyse von Büroniederlassungen weltweit agierender Dienstleister zur Identifikation von Städtewertigkeiten.

2.3.2 Kritik: Reflexion über methodische Herausforderungen wie Dateninkohärenz und die Einseitigkeit wirtschaftlicher Maßstäbe.

2.4 GaWC- Globalization and World Cities Research Network: Porträt des GaWC als Forschungsnetzwerk, das das relationale Städteranking stetig weiterentwickelt.

3. FAZIT: Kritische Synthese, die betont, dass beide methodischen Ansätze trotz ihrer Berechtigung Komplexität nur unzureichend erfassen und vorsichtig anzuwenden sind.

Schlüsselwörter

Städtehierarchien, Zentrale Orte Theorie, World City Network, attributive Ansätze, relationale Ansätze, Walter Christaller, Peter J. Taylor, GaWC, Dienstleistungssektor, Globalisierung, Städteranking, Siedlungsstruktur, Zentralitätsgrad, Wirtschaftsgeographie, Raumplanung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den methodischen Ansätzen zur Klassifizierung von Städten in Hierarchiesysteme und untersucht, wie die Bedeutung einer Stadt im Vergleich zu anderen Agglomerationen definiert und gemessen werden kann.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die methodische Unterscheidung zwischen attributiven (merkmalsbasierten) und relationalen (beziehungsbasierten) Ansätzen, dargestellt anhand klassischer und moderner Theorien.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Wirkungsweise verschiedener Hierarchisierungsmodelle darzulegen und kritisch zu bewerten, welchen Sinn und Zweck die Einordnung von Städten in Rangordnungen erfüllt.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Es wird eine vergleichende Analyse genutzt, die einerseits die ökonomisch-geographische Theorie der zentralen Orte von Christaller und andererseits den netzwerkorientierten Ansatz von Peter J. Taylor/GaWC gegenüberstellt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der beiden Ansätze, deren spezifische Methodik, die empirische Anwendung durch die jeweiligen Autoren sowie eine fundierte Kritik an den Modellen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Städtehierarchien, Zentrale Orte, World City Network, Globalisierung und relationale versus attributive Analysemethoden sind die prägenden Begriffe.

Wie unterscheidet sich Christallers Ansatz von modernen Ansätzen?

Christaller konzentriert sich auf die Ausstattung eines Ortes mit Funktionen (attributiv), während moderne Ansätze wie der von Taylor die Vernetzung und Beziehungen zwischen den Städten in den Mittelpunkt stellen (relational).

Warum wird die Verwendung von Städterankings im Fazit kritisiert?

Der Autor warnt davor, dass Städte zu komplexe Lebensräume sind, als dass sie durch rein statistische Rankings vollständig abgebildet werden könnten, und mahnt zu Vorsicht bei raumordnungspolitischen Maßnahmen, die auf solch vereinfachten Modellen basieren.

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Details

Title
Städtehierarchien - Klassifizierungsansätze und Städterankings im Vergleich
College
Technical University of Berlin  (Institut für Soziologie)
Course
Stadt- und Regionalsoziologie
Grade
1.3
Author
Xenia Junkereit (Author)
Publication Year
2011
Pages
21
Catalog Number
V194031
ISBN (eBook)
9783656195139
ISBN (Book)
9783656197379
Language
German
Tags
städtehierarchien klassifizierungsansätze städterankings vergleich
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Xenia Junkereit (Author), 2011, Städtehierarchien - Klassifizierungsansätze und Städterankings im Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/194031
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