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Parkinson: Die verlorene Wut

Beobachtungen und Überlegungen zu einem außergewöhnlichen Krankheits-Fall

Title: Parkinson: Die verlorene Wut

Essay , 2007 , 121 Pages

Autor:in: Mark Peter Hurni (Author)

Medicine - Alternative Medicine
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Dieses Buch offenbart die klare, scharfe, subtile und oft gewagte Beschreibung von allen Entwicklungsaspekten (prämorbid, subklinisch und klinisch) des Erlebens der Parkinson-Krankheit aus erster Hand. Denn der Autor Mark Hurni ist selbst von dieser Krankheit betroffen.

Während der Lektüre eröffnet sich dem Leser eine mitreißende Beschreibung des gesamten, äußerst komplexen Krankheits-Prozesses im Zusammenhang mit der Annahme und Bewältigung von Parkinson - einer Krankheit für die es bis heute keine Prävention oder Heilung gibt. Im Fall von Mark trat sie im Leben einer jungen, vitalen Person auf und veränderte sein ganzes Leben. Es musste in dem Maß neu gestaltet werden. in dem der Betroffene die Krankheit akzeptiert und sie lebt.

Diese mitreißende Beschreibung des Patienten wird durch Anmerkungen seines Neurologen Dr. Rafael González Maldonado ergänzt, welche als Ergänzung, Klarstellung oder Erläuterung der Darstellung seines Patienten dienen. So kann der Leser durch dieses Werk aus allererster Hand verstehen, wie man Parkinson erlebt und erfährt, was ein spezialisierter Arzt dazu sagt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Anamnese eines Syndroms

Ausgangspunkt einer Reise

Teil I

Die Suche

Aus heiterem Himmel

Ein grauer Novembertag

Der Schwung in der Schrift

Zur Säule erstarrt

Diagnose oder Urteil

Wegstecken

Lückenlose Kontrolle

Selbsterfahrung

Alltägliche Beobachtungen

Allein mit Dr. Parkinson

Bewegungsarmut

Der Dreh beim Parkieren

Die verflixte Kasse

Paradoxe Beweglichkeit

Die präklinische Phase

Eine unauffällige Kindheit

Einzelkämpfer

Festung

Das Muster

Romanze in Manhattan

Die tiefere Einsicht

Identität und Kontrolle

Erlernte Hilflosigkeit

Die Symptome, einmal anders

Am Ende stottern sie wohl alle

Blockadenbrecher

Die experimentelle Phase

Flucht mit der Wunderpille

Der erste Test: der Opiat-Antagonist

Der zweite Test: das homöopathische Opium

Sturm im Gehirn

Gegen die Gefühle schreiben

Und wieder Experimente

Die Neuauflage des Opiattests

Ermächtigung

Ohne Belohnung keine Motivation: das Antriebsmangel-Syndrom

Antriebsmangel-Syndrom

Teil II

Umdenken

Frustration

Selbst-Bewusstheit

Selbstverteidigung

Lebendigkeit

Berg- und Talfahrt

Hilflosigkeit und Ohnmacht

Die Hilflosigkeit des Kranken

Inselhüpfer

Liebe deinen Parkinson

Präsenz und Bewusstheit

Das innere Kind

Neue Wohnung, altes Muster

Der vermeintliche Tiefpunkt

Weitersuchen

Weiterleiden

Wer ist der Boss?

Hilflosigkeit und Urheberschaft

Peterli

Zurück zur Mutter

Annäherung

Konversionsneurose

Heilung des Traumas

Und doch auf dem Sofa

Fussverletzung

Das Erwachen des Tigers

Annäherungs-Schmerz

Teil III

Trauma

Null-Dopa

Scham

Scheibenwischer-Technik

Auf die Zehen getreten

Horror der Genesung

Verlassenheitsangst

Die Entscheidung

Es geht auch ohne

Schüttellähmung

Traumatherapie

Der Tiger in deinem Tank

Versprechen und Irrtum

Geschüttelt und nicht gerührt

Ausgezittert

Bestätigung

Zeichen aus Chile

Dr. Parkinson

Der vierte Musketier

Der normative Partner

Der Mord am Ehepartner

Carpe Diem

Verrückt werden oder der Irr-Sinn der Heilung

Quadratur des Kreises

Die „genügend gute“ Mutter

Struktur des emotionalen Traumas

Teil IV

Heilung

Achterbahn

Parkinson als künstlicher Schutz

Natürliche Schutzmechanismen

Komplexe Ursache

Körpersprache

Emotionale Heilung

Kuriositäten

Natürliche Energie

Immer wieder

Hilfe, ich werde gesund

(Kein) Ende

Die Ohnmacht des Neurologen

Leiden und Entdecken

Phantom der Krankheit

Neuronales Feuerwerk

Die verlorene Wut

Ärger

Stadt- oder Landneurotiker

Verloren und gefunden (Lost and found)

Abschluss ohne Ende

Nachwort

Und wieder ein Muster

Mit Mut in die Zukunft

Zielsetzung & Themen

Das Buch stellt eine sehr persönliche Auseinandersetzung mit der Parkinson-Krankheit dar, wobei der Autor, der selbst Betroffener und Psychologe ist, die Wechselwirkung zwischen neurologischen Symptomen und psychologischen Traumata erforscht. Die zentrale Forschungsfrage liegt in der Hypothese, dass die Krankheit nicht rein biologisch bedingt ist, sondern durch verdrängte Emotionen, Hilflosigkeit und traumatische Erlebnisse beeinflusst oder gar mitverursacht wird, und wie durch die Integration dieser verdrängten Anteile eine Verbesserung des Wohlbefindens und der motorischen Kontrolle erreicht werden kann.

  • Psychologische Ursachen und emotionale Blockaden bei Parkinson
  • Die Bedeutung von Traumata und deren Auswirkung auf die motorische Kontrolle
  • Interaktion zwischen Patient und Neurologe in der therapeutischen Bewältigung
  • Die Rolle der "verlorenen Wut" und die Wiederherstellung der emotionalen Lebendigkeit
  • Neuropsychologische Konzepte wie die "erlernte Hilflosigkeit" im Kontext der Krankheit

Auszug aus dem Buch

Die verlorene Wut

Ich gehe davon aus, dass meine Ärzte und Therapeuten das Bestmögliche machten oder jedenfalls in bester Absicht. Das war vielleicht auch der Grund, weshalb ich mich (fast) nie ärgerte, oder zumindest nicht wirklich.

Ich reagierte früh auf die Warnsignale und suchte Hilfe. Das erste Mal war das an der Universität, als ich feststellte, dass emotionale Nähe zu einem Freund Stress hervorrief. Nach ein paar Sitzungen resultierte jedoch keine Therapie-Empfehlung und das Problem verschwand mit der Beziehung. Der nächste Versuch folgte zehn Jahre später. Ich war in den Beratungsgesprächen stets unter Stress und schwitzte fürchterlich. Ich landete auf der Couch einer Psychoanalytikerin, welche nicht verstehen wollte, dass ich jemanden benötigte, um zu reden. Weiterempfehlen wollte sie mich auch nicht und daher liess ich die Therapie fallen. Wieder rund zehn Jahre später klappte es dann mit einer Gesprächstherapie. Dass die Therapeutin sauer auf meine Frauengeschichten reagierte, war ja nicht gerade hilfreich, genau so wenig das Verhalten der darauf folgenden Körperpsychotherapeutin.

Ihre konfrontative Sitzweise mir gegenüber veranlasste mich wohl, in Abwehrstellung zu gehen, und dazu pflegte sie noch meinen stärksten Abwehrmechanismus, indem sie mich in meiner intellektuellen Verarbeitung unterstützte. Sie glaubte, mit Informationen über die Parkinson-Krankheit auf dem Laufenden sein zu müssen, damit sie mit mir darüber sprechen konnte. Wir diskutierten stundenlange bis zur Herausforderung der letzten Reserven, welche mich oft sinnlos in Argumenten Kreise drehen liess. Ich verliess die Therapie oft völlig frustriert, weil keine Körperpsychotherapie stattgefunden hatte und ich ausserdem meine Argumente nicht anbringen konnte. Das war wieder das Trauma der Kindheit. Ich wurde weder gesehen noch gehört.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Der Autor schildert den Beginn seiner Parkinson-Erkrankung und die schwierige Suche nach einer Diagnose, begleitet von persönlichen Erinnerungen an seine Kindheit.

Teil I: Die Suche: Dieses Kapitel dokumentiert die ersten Jahre der Krankheitsentwicklung, die psychologische Auseinandersetzung damit sowie erste gescheiterte und erfolgreiche therapeutische Versuche.

Teil II: Umdenken: Hier reflektiert der Autor über die erlebte Hilflosigkeit, die Verbindung zwischen emotionalen Mustern aus der Kindheit und dem Fortschreiten der physischen Einschränkungen.

Teil III: Trauma: Der Autor vertieft das Verständnis der Parkinson-Symptome als Ausdruck eines traumatischen Prozesses und berichtet von spezifischen Körpertherapiemethoden zur Traumaauflösung.

Teil IV: Heilung: Das letzte Hauptkapitel fokussiert auf die emotionale Integration, das Loslassen alter Kontrollzwänge und die Erkenntnis, dass eine ganzheitliche Betrachtung von Körper und Emotion für das Wohlbefinden entscheidend ist.

Schlüsselwörter

Parkinson-Krankheit, Trauma, Emotionale Blockade, Hilflosigkeit, Psychosomatik, Körperpsychotherapie, Scham, Angst, motorische Kontrolle, Stress, Dissoziation, Lebensenergie, Eigenverantwortung, Neuropsychologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit ist ein sehr persönlicher Erfahrungsbericht über das Leben mit Parkinson, in dem der Autor die psychologischen Aspekte seiner Krankheit hinterfragt und mit dem medizinischen Krankheitsbild verknüpft.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Rolle von unterdrückten Emotionen, kindlichen Traumata, soziale Isolation, die Suche nach Kontrolle und die Bedeutung von Körperarbeit für die Symptomlinderung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Der Autor verfolgt die Forschungsfrage, inwieweit Parkinson-Symptome als körperlicher Ausdruck von emotionalen Blockaden, wie Angst und Scham, zu verstehen sind und ob eine psychologische Integration zur Heilung beitragen kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um einen auto-ethnographischen und phänomenologischen Ansatz. Der Autor nutzt seine Ausbildung als Psychologe und seine eigene Krankheitsgeschichte, um Hypothesen über die psychosomatische Komponente von Parkinson zu formulieren und diese durch Selbstversuche und therapeutische Interventionen zu prüfen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene Phasen: die Suche nach Erklärungen (Teil I), das Umdenken durch neue therapeutische Erkenntnisse (Teil II), die Auseinandersetzung mit dem Trauma als Ursache (Teil III) und Ansätze zur emotionalen Heilung (Teil IV).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich am besten mit Schlüsselwörtern wie Parkinson-Krankheit, Trauma, emotionale Blockade, Hilflosigkeit, Psychosomatik und Körperpsychotherapie zusammenfassen.

Wie bewertet der Autor die Rolle des Neurologen?

Der Autor sieht den Neurologen als eine notwendige Instanz für die medizinische Diagnose und Behandlung, betont jedoch, dass dieser oft an die Grenzen stösst, wenn die "Psyche" des Patienten die neurologische Symptomatik massgeblich beeinflusst.

Welche Bedeutung hat das "innere Kind" in diesem Dokument?

Das "innere Kind" dient als Metapher für die frühkindlichen Erfahrungen des Autors und dessen verdrängte Ängste und Hilflosigkeit, deren Integration als essenziell für die Verbesserung seines Gesundheitszustands angesehen wird.

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Details

Title
Parkinson: Die verlorene Wut
Subtitle
Beobachtungen und Überlegungen zu einem außergewöhnlichen Krankheits-Fall
Author
Mark Peter Hurni (Author)
Publication Year
2007
Pages
121
Catalog Number
V194046
ISBN (eBook)
9783656228837
ISBN (Book)
9783656228905
Language
German
Tags
Parkinson emotionales Trauma Dopamin-Systeme Freezing dissoziative Störung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Mark Peter Hurni (Author), 2007, Parkinson: Die verlorene Wut, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/194046
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