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USA - Russland und der Jugoslawienkrieg

Title: USA - Russland und der Jugoslawienkrieg

Thesis (M.A.) , 2002 , 101 Pages , Grade: 3,0

Autor:in: Simone Konstanzer (Author)

Politics - Region: Southeastern Europe
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Zum ersten Mal seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Europa wieder von einem Krieg heimgesucht. "Die gewaltsame Desintegration des Vielvölkerstaates Jugoslawien hat Intoleranz, Fanatismus, Hass und Eroberungsstreben in einem Ausmaß zu Tage treten lassen, das nach 45 Jahren Frieden in Europa viele nicht mehr für möglich gehalten hatten."1 "Innerhalb weniger Monate haben die Nachrichten über Massaker an der Zivilbevölkerung, Internierungslager und "ethnische Säuberungen" die Hoffnung auf eine "neue Weltordnung" nach der Überwindung des Kalten Krieges zerstört.“2


Die Internationale Staatengemeinschaft traf dieser Krieg völlig überraschend. Sie benötigte einige Zeit, um eine Anzahl von Maßnahmen anzuordnen. Dabei wurden die Menschenund Minderheitenrechte durch unabhängige Beobachter überwacht. Darüber hinaus wurden diplomatische, wirtschaftliche und militärische Sanktionen verhängt. Zu einem späteren Zeitpunkt beriet man über Waffenstillstands- und Friedensverhandlungen. Bis zum heutigen Tage dauern diese Maßnahmen an. Einige Kriegsverbrecher standen bereits vor dem Kriegsverbrechertribunal von Den Haag.

„Zu Recht ist darauf hingewiesen worden, dass die Erfolgschancen der externen Vermittlung vor allem aufgrund der Komplexität der Konfliktkonstellation und der unvereinbaren Interessen und Ziele der Konfliktparteien von Anfang an begrenzt waren.“3 Erst aufgrund der Drohungen und Maßnahmen seitens der NATO und der Diplomatie von Russland und Amerika seit Anfang des Jahres 1994, konnten die Kämpfe weitreichend eingestellt werden.


Die Magisterarbeit beschäftigt sich mit der Rolle der USA und Russlands im Jugoslawienkonflikt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Veränderung der Rahmenbedingungen

2.1 Die Beziehungen der Sowjetunion zu Jugoslawien vor Kriegsbeginn

2.2 Die Beziehungen der USA zu Jugoslawien vor Kriegsbeginn

3. Russland und der Jugoslawienkonflikt

3.1 das russische Interesse an Jugoslawien

3.2 Die Parallelen zwischen der russischen und der serbischen Situation

3.3 Die schwierige russische Balancepolitik

3.4 Schwindender russischer Einfluss

3.5 Die Behandlung des Balkankonflikts auf der innerstaatlichen Ebene Russlands

4. Die USA und der Jugoslawienkonflikt

4.1 Das Verhalten der USA vor Ausbruch des Konfliktes

4.2 Zwei Lager in der amerikanischen Jugoslawienpolitik

4.3 US – Auslandshilfe für Jugoslawien

4.4 Die USA und der Krieg in Kroatien

4.4.1 Waffenembargo und Wirtschaftssanktionen

4.4.2 Die Zurückhaltung der USA

4.4.3 Die Hilflosigkeit der amerikanischen Jugoslawienpolitik

4.5 Die USA und der Krieg in Bosnien – Herzegowina

4.5.1 Ursachen für das amerikanische Einlenken

4.5.2 Die USA verstärken den Druck auf Serbien

4.5.3 Erste Aktionen seitens USA

4.5.4 Der Druck auf Präsident Bush

4.5.5 Die anhaltende Passivität der USA

4.6 Die amerikanische Jugoslawienpolitik unter Clinton

4.6.1 Die passive Haltung Clintons

4.6.2 Der Militärplan “Lift and Strike”

4.6.3 Endphase des Krieges

5. Das Zusammenspiel Russlands und der USA im Jugoslawienkonflikt

5.1 Die Kontaktgruppe

6. Fazit

7. Zeittafel

Zielsetzung & Themen

Die Magisterarbeit untersucht die Rolle der USA und Russlands während des Jugoslawienkonflikts, analysiert die jeweiligen außenpolitischen Interessen sowie deren Einfluss auf den Kriegsverlauf und die internationale Vermittlungsbemühung.

  • Historische Rahmenbedingungen der Beziehungen der USA und Russlands zu Jugoslawien.
  • Analyse der russischen Balkanpolitik, geprägt von innenpolitischem Druck und Großmachtambitionen.
  • Untersuchung der amerikanischen Jugoslawienpolitik, schwankend zwischen Passivität und späterer aktiverer Konfliktbeteiligung.
  • Das diplomatische und strategische Zusammenspiel beider Mächte im Rahmen internationaler Gremien wie der Kontaktgruppe.

Auszug aus dem Buch

3.1 Das russische Interesse an Jugoslawien

„Die These von den strategischen russischen Interessen in der Region ist ein Versuch, die traditionelle imperiale expansionistische Politik Russlands wiederzubeleben, sie dient der Begründung einer großen slawischen Allianz als Gegengewicht zur von den USA und Europa propagierten "Neuen Weltordnung" und als Keil gegen die Pläne zur NATO - Osterweiterung."20

"Das strategische Interesse an Jugoslawien, insbesondere an Serbien, wird von Moskau mit einer Vielzahl an Stereotypen, ethnischen, religiösen und historischen Gemeinsamkeiten begründet."21 Mit diesen Stereotypen unterlegte Russland seine proserbische Haltung.

Die ethnischen und religiösen Stereotype zwischen den Serben und den Russen sind, obwohl beide Völker orthodoxe Slawen sind, so unterschiedlich wie bei anderen Völkern. Der russische Politologe Sergej Romanenko kritisierte diesen Mythos der serbisch russischen Verwandtschaft.

"So seien die Russen, die sich heute lauthals als "Glaubensbrüder" der Serben bezeichnen und ihnen zu Hilfe eilen wollen, mit der Warnung vor dem "jugoslawischen Revisionismus" aufgewachsen, während die serbischen Generäle, die vehement die militärische und politische Unterstützung von Russland einfordern, in der Angst vor der sowjetischen Aggression ausgebildet worden."22

Nun fragt man sich zurecht, wieso Russland dann nicht die von Serbien bedrohten slawischen Völker unterstützte, sondern gerade die Serben.

Zum einen wird hier auf die russisch-serbische Schicksalsgemeinschaft verwiesen. Die beiden Vielvölkerstaaten Sowjetunion und Jugoslawien seien mit dem Niedergang des Kommunismus zerbrochen, unter dem sie gelitten hätten.

Hierbei vergleichen die Russen gerne die Stellung Serbiens im ehemaligen Jugoslawien, mit der Stellung Russlands in der Sowjetunion.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die unerwartete Desintegration Jugoslawiens und skizziert die methodische Untersuchung der Rollen von USA und Russland im Konflikt.

2. Veränderung der Rahmenbedingungen: Dieses Kapitel erörtert die historische Ausgangslage und die Beziehungen der Sowjetunion sowie der USA zu Jugoslawien vor Ausbruch der Feindseligkeiten.

3. Russland und der Jugoslawienkonflikt: Hier wird die russische Politik gegenüber dem Balkan untersucht, einschließlich der innenpolitischen Motive, Stereotype und des Versuchs, den Großmachtstatus zu bewahren.

4. Die USA und der Jugoslawienkonflikt: Dieses zentrale Kapitel analysiert den Wandel der amerikanischen Politik von anfänglicher Passivität hin zu einem aktiveren Eingreifen unter der Regierung Clinton.

5. Das Zusammenspiel Russlands und der USA im Jugoslawienkonflikt: Das Kapitel beleuchtet die Zusammenarbeit und Rivalität zwischen den beiden Großmächten, insbesondere im Rahmen der Bosnien-Kontaktgruppe.

6. Fazit: Die Schlussbetrachtung bewertet die untersuchten Thesen und kommt zu dem Ergebnis, dass die Führungsrolle der USA letztlich durch ein mühsames Krisenmanagement errungen wurde.

Schlüsselwörter

Jugoslawienkonflikt, USA, Russland, Balkanpolitik, Außenpolitik, Neutralitätskonflikt, Großmachtanspruch, Friedensvermittlung, NATO, Bosnien, Sanktionen, Desintegration, Kontaktgruppe, Völkermord, Diplomatie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Magisterarbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die außenpolitische Rolle der USA und Russlands während des Jugoslawienkrieges und beleuchtet, wie beide Mächte versuchten, ihre globalen Interessen im Kontext eines europäischen Konflikts zu wahren.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Fokus stehen die historische Einbettung der Beziehungen zu Jugoslawien, die russische Balancepolitik zur Wahrung ihres Großmachtstatus sowie der Wandel der amerikanischen Außenpolitik von einer zurückhaltenden Beobachterrolle hin zu einer aktiveren Konfliktmoderation.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu klären, inwieweit die Einbindung Russlands durch die USA sowie das Agieren beider Akteure zur Lösung oder zur Verlängerung des Konflikts beigetragen haben.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Die Autorin stützt sich auf eine detaillierte Analyse der historischen Ereignisse, den Rückgriff auf zeitgenössische Literatur sowie die Auswertung von Pressequellen und diplomatischen Dokumenten aus dem relevanten Zeitraum.

Was deckt der Hauptteil der Arbeit ab?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Untersuchung der Russland- und USA-Politik, die Auswirkungen des Zerfalls des ehemaligen Jugoslawiens auf beide Mächte und das konkrete diplomatische Zusammenspiel, etwa durch die Kontaktgruppe.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe wie Desintegration, Großmachtstatus, Neutralitätskonflikt, Sanktionen und internationale Diplomatie prägen die inhaltliche Ausrichtung der Analyse.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle Russlands?

Die Arbeit sieht Russland als einen Akteur, der primär versuchte, seinen schwindenden internationalen Einfluss zu stabilisieren, wobei die proserbische Haltung oft als innenpolitisches Instrument zur Profilierung gegenüber dem Westen diente.

Wie unterscheidet sich die US-Politik unter Bush von der unter Clinton?

Während die Bush-Administration den Konflikt lange als rein europäische Angelegenheit betrachtete und auf Distanz blieb, entwickelte Clinton – trotz anfänglicher Zögerlichkeit – Strategien wie „Lift and Strike“, die eine stärkere Einmischung der USA und der NATO forcierten.

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Details

Title
USA - Russland und der Jugoslawienkrieg
College
University of Freiburg  (Wissenschaftliche Politik)
Grade
3,0
Author
Simone Konstanzer (Author)
Publication Year
2002
Pages
101
Catalog Number
V19409
ISBN (eBook)
9783638235495
ISBN (Book)
9783638700467
Language
German
Tags
Russland Jugoslawienkrieg
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Simone Konstanzer (Author), 2002, USA - Russland und der Jugoslawienkrieg, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/19409
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