Der Zapatisten-Aufstand

Vorbedingungen zum Aufstand im revolutionärem Mexiko


Hausarbeit (Hauptseminar), 2010
13 Seiten, Note: 2,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Vorbedingungen des Zapatisten-Aufstandes

1940er – 1950e Jahre: Förderung und Kooptation

Indianische Eliten

Genese der EZLN

Wirtschaft Chiapas

Die Bedeutung von Frauen für die EZLN

Schlussbetrachtung

Literaturverzeichnis

Einleitung

Am 01.01.1994 besetzten etwa Drei- bis Fünfttausend Guerillakämpfer der, laut Gabbert, bis dato unbekannten EZLN (Zapatistische Nationale Befreiungsarmee) mehrere Dörfer und Städte von Chiapas. Die Armee schlug diesen Aufstand bereits am nächsten Tag unter Einsatz schwerster Waffen (Artillerie und Luftangriffe) nieder. Nationale und internationale Proteste führten rasch dazu, dass die Armee ihre Verfolgungsjagd aufgeben musste.[1] Ähnliche Zahlen zu den Rebellen lassen sich bei Harvey[2] finden.

LaFrance lässt uns hingegen wissen, dass die Rebellion schon 1993 begann und es bis zum Januar 1994 zahlreiche Scharmützel zwischen den Rebellen und der Armee gab. Obwohl regierungskritische Medien interne Armeeberichte publizierten, in denen die Regierung über die Zapatisten informiert wurde, dementierte die Regierung weiterhin deren Existenz. Ferner waren die USA über die Zapatisten informiert, da sich der Süden Mexikos unter ständiger Satellitenüberwachung befand. Politiker beider Staaten wollten jedoch internationale Probleme bis zur Unterzeichnung des NAFTA (Nordamerikanisches Freihandelsabkommen) vermeiden. Somit kann keinesfalls von einem überraschenden Angriff der Zapatisten am 01.01.1994 gesprochen werden.[3]

Den Regierungstruppen gelang es trotz ihrer Übermacht nicht die EZLN zu zerschlagen und Verhandlungen zwischen Regierung und EZLN produzierten keine konstruktiven Ergebnisse. Die Regierung offerierte, dass den Guerillakämpfern , welche sich der Armee ergeben würden, eine Amnestie und Vergebung gewährt wären würde.

Der im Folgenden zitierte Brief der EZLN, war eine Antwort auf diese Amnestie. Subcommandante Marcos[4] fragte in seinem Schreiben: „Was werden sie uns verzeihen? Daß wir nicht Hungers sterben? Daß wir in unserem Elend nicht stillschweigen? […] Daß wir uns mit der Waffe erhoben haben, als wir alle anderen Wege verschlossen vorfanden? […] Daß wir alle Mexikaner sind? Daß wir mehrheitlich Indigenas sind? […] Daß wir für Freiheit, Demokratie und Gerechtigkeit kämpfen? Daß wir nicht dem Schnittmuster der vorherigen Guerillas nachahmen? […].“[5]

In dieser Arbeit soll nun überprüft werden, inwieweit die oben genannten Proklamationen von Historikern bisher falsifiziert oder bestätigt wurden. Der zeitliche Fokus dieser Arbeit wird auf den Dekaden vor dem Aufstand liegen, besonders die 1970-1990er Jahre. Da ich aufgrund fehlender Spanischkenntnisse einen Großteil der Literatur nicht einsehen konnte und die in Deutschland produzierte Literatur häufig politisch determiniert ist, habe ich mich in der Majorität auf US-amerikanische Arbeiten bezogen. Diese Autoren haben größtenteils in Chiapas geforscht und die wesentliche spanische Literatur ausgewertet.

[...]


[1] Wolfgang Gabbert: Der Aufstand der Zapatisten in Chiapas 1994. Vorbedingungen und Folgen, in: Walter Bernecker u. Marianne Braig u. Karl Hölz u. Klaus Zimmermann (Hg.): Mexiko heute. Politik-Wirtschaft-Kultur, Frankfurt/Main, 2004, S. 363-384, hier: S. 363, im Folgenden: Gabbert: Vorbedingungen und Folgen.

[2] Sieht die Zahl der aufständischen Zapatisten zwischen 3000 und 4000 und bemerkt den Überraschungscharakter der Rebellion. Neil Harvey: Rebellion in Chiapas. Rural Reforms and Popular Struggle, in: Third World Quarterly, Bd. 16, Heft 1, 1995, S. 39-73, hier: S. 39, im Folgenden: Harvey: Rural Reforms.

[3] David G. LaFrance: Review of the Chiapas Rebellion. An Early Assessment, in: Mexican Studies, Bd. 12, Heft 1, 1996, S. 91-105, hier: S. 92f, im Folgenden: LaFrance: Review of the Chiapas Rebellion.

[4] Gilt als der Pressesprecher der EZLN. Er veröffentlichte Hunderte Schriften zur EZLN und Chiapas.

[5] Subcommandante Marcos: Wer muss um Verzeihung bitten? Brief an mexikanische Medien vom 18.01.1994, in: Andreas Simmen (Hg.): Mexiko. Aufstand in Chiapas, Berlin, 1994, S. 74-76, hier: S. 75.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Der Zapatisten-Aufstand
Untertitel
Vorbedingungen zum Aufstand im revolutionärem Mexiko
Hochschule
Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover
Note
2,3
Autor
Jahr
2010
Seiten
13
Katalognummer
V194229
ISBN (eBook)
9783656195511
ISBN (Buch)
9783656196136
Dateigröße
492 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Mexiko, Revolution, Zapatisten, Chiapas
Arbeit zitieren
Master of Arts Henning Priet (Autor), 2010, Der Zapatisten-Aufstand, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/194229

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Der Zapatisten-Aufstand


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden