Es handelt sich bei dieser Seminararbeit um eine Analyse einer Kinderzeichnung aus kunstpädagogischer Sicht. Die Arbeit beinhaltet eine Analyse der Funktion der Kinderzeichnung, die materielle Untersuchung der Zeichnung und mögliche Fördermaßnahmen.
Inhaltsverzeichnis
1. Die Funktion der Kinderzeichnung
2. Die Rahmenbedingungen zur Entstehung der Kinderzeichnung
2.1. Die allgemeine und individuelle Situation des Kindes
2.2. Der Gestaltungsanlass
3. Die materielle Untersuchung
3.1. Das Bildmotiv
3.2. Der Entstehungsprozess
3.3. Der Soll-Stand
3.4. Der Ist-Stand
4. Notwendige Fördermaßnahmen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, eine konkrete Kinderzeichnung im schulischen Kontext zu analysieren, den Entwicklungsstand des Kindes einzuordnen und pädagogische Impulse für dessen bildnerische Weiterentwicklung abzuleiten.
- Funktion und Bedeutung von Kinderzeichnungen
- Einflussfaktoren auf den kindlichen Gestaltungsprozess
- Analyse des Bildmotivs und der individuellen Zeichenphase
- Entwicklung und Umsetzung von Fördermaßnahmen im Kunstunterricht
Auszug aus dem Buch
3.2. Der Entstehungsprozess
Als Moritz das Bild gestaltete, zeichnete er zuerst die Figur im Zentrum des Bildes mit einem Drachen in der Hand. Danach zeichnete er das Haus mit einem Spitzdach um seine Figur herum und zeichnete auch ein Fenster in der oberen Etage ein. Da er gerade die Umrisse des Hauses mit einem gelben Stift auf das Papier gebracht hatte, zeichnete er sogleich auch die Sonne in die obere rechte Ecke des Bildes. Um dann sein Bild weiter zu vervollständigen, umrahmte er seine Figur mit einer Tür. Anschließend gestaltete er ein Fenster über der Tür und zog dann nochmals die unteren Konturen des Hauses mit einem grünen Stift nach, wobei er den unteren Bereich des Hauses und den Giebel mit einer Linie trennte. Nun fügte er eine grüne Wiese als Untergrund hinzu. Dem folgend ließ er mit einem braunen Stift einen Baum links neben dem Haus entstehen. Dabei zeichnete er zunächst die Konturen des Laubwerks gemeinsam mit dem Stamm vor und füllte die Baumkrone nachfolgend mit grün. Dann nahm er einen blauen Stift, mit welchem er Regentropfen um das Haus, den Baum, die Sonne und den Drachen herum entstehen ließ. Um die Regentropfen als solche erkennbar zu machen, fügte er am oberen Rand des Blattes noch blaue Regenwolken hinzu. Anschließend gab er seinem Haus rechts und links neben der Tür noch ein Fenster. Den durch das Zusammenwirken von Regen und Sonnenschein entstehenden Regenbogen zeichnete er abschließend um die Konturen des Hauses herum. Damit hatte er seine Gestaltung abgeschlossen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Die Funktion der Kinderzeichnung: Dieses Kapitel erläutert die Bedeutung kindlicher Zeichnungen als Ausdrucksmittel für die kognitive und affektive Entwicklung des Kindes sowie als eigenes Sprachsystem.
2. Die Rahmenbedingungen zur Entstehung der Kinderzeichnung: Hier werden der persönliche Hintergrund des Zeichners Moritz sowie der situative Anlass des Bildes im schulischen Kontext beleuchtet.
3. Die materielle Untersuchung: Dieser Abschnitt analysiert das konkrete Bildmotiv, den chronologischen Entstehungsprozess, den theoretischen Soll-Stand der kindlichen Entwicklung sowie den tatsächlichen Ist-Stand der Zeichnung.
4. Notwendige Fördermaßnahmen: Dieses Kapitel leitet konkrete pädagogische Strategien ab, um das Kind bei der Darstellung von Details, Körperproportionen und räumlichen Zusammenhängen zu unterstützen.
Schlüsselwörter
Kinderzeichnung, Bildanalyse, Schemaphase, Grundschule, ästhetische Bildung, Gestaltungsprozess, Entwicklungspsychologie, Kunstpädagogik, bildnerischer Ausdruck, Kindheitswissenschaften, Förderung, Raumdarstellung, Mensch-Darstellung, Baumdarstellung, Kreativitätsentwicklung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse einer spezifischen Kinderzeichnung eines 7-jährigen Schülers namens Moritz, um dessen aktuellen Stand der bildnerischen Entwicklung zu evaluieren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Funktion kindlicher Bildnerei, die Anwendung kunsttheoretischer Modelle zur Altersbestimmung der zeichnerischen Fähigkeiten und die Ableitung praktischer Förderansätze.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den Ist-Zustand der Zeichnung zu erfassen, diesen mit dem theoretisch erwarteten Soll-Stand der Schemaphase abzugleichen und methodische Anregungen zur Förderung zu geben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit kombiniert eine empirische Bildanalyse des vorliegenden Werks mit einer theoretischen Einordnung nach Hans-Günther Richter sowie einer fundierten didaktischen Reflexion.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Rahmenbedingungen, die detaillierte Beschreibung der Bildmerkmale (wie Mensch, Baum, Regenbogen) und den Abgleich mit entwicklungspsychologischen Stadien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Schemaphase, ästhetische Bildung, Bildanalyse, künstlerische Entwicklung und grundschulpädagogische Förderung definiert.
Warum wird Moritz der Schemaphase zugeordnet?
Der Autor ordnet Moritz dieser Phase zu, da die typischen Merkmale wie die rechtwinklige Anordnung der Bildelemente, Transparenz und eine erste, noch unförmige Formbildung (Stecknadelkopf-Menschen) erkennbar sind.
Welche konkrete Fördermethode wird für die Menschendarstellung vorgeschlagen?
Es wird empfohlen, das Kind durch Spiegelbetrachtung, taktiles Erleben und das Umfahren der eigenen Gliedmaßen auf dem Papier für fehlende Details wie Finger, Zehen und Ohren zu sensibilisieren.
- Quote paper
- Michel Stark (Author), 2009, Analyse einer Kinderzeichnung aus kunstpädagogischer Sicht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/194263