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Die Bundeswehr – eine totale Institution?

Titre: Die Bundeswehr – eine totale Institution?

Exposé Écrit pour un Séminaire / Cours , 2011 , 20 Pages

Autor:in: Desiree Jakob (Auteur)

Sociologie - Guerre et Paix, Militaire
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„Aus jemandem einen Soldaten machen, heißt, ihn das Gehorchen in alltäglichen Situationen zu lehren (…)“ (Treiber 1973 in Wette 1992 S. 397). Mit diesen Worten beschreibt Hubert Treiber 1973 ein Aspekt der Rekrutenausbildung der Bundeswehr. Er vergleicht in seinem Werk auch die Beschreibung von totalen Institutionen durch Goffman mit den Verhältnissen in der Bundeswehr. Sein Ergebnis war, dass die Situation der Rekruten mit der in einer totalen Institution vergleichbar ist. Die vorliegende Arbeit soll die heutige Situation in der Bundeswehr ebenfalls mit den Merkmalen und Beschreibungen der totalen Institution vergleichen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. HUBERT TREIBER: „WIE MAN SOLDATEN MACHT“

2. THEORETISCHE ERLÄUTERUNG DER TOTALEN INSTITUTION UND VERGLEICH MIT BUNDESWEHR

2.1 Erving Goffman: „Asyle“

2.1.1 Formen und Kennzeichen einer totalen Institution

2.1.2 Welt der Insassen

2.1.3 Welt des Personals

2.1.4 Anstaltszeremonien

2.2 Vergleich der totalen Institutionen mit der Bundeswehr

2.2.1 Das Verhältnis zwischen Vorgesetzten und Untergebenen

2.2.2 Stellung der Bundeswehr in der Gesellschaft

2.2.3 Theorie und Realität

2.3 Zusammefassung der Wichtigsten Befunde

3. ANSTALTSZEREMONIEN

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, ob die deutsche Bundeswehr nach den soziologischen Kriterien von Erving Goffman als „totale Institution“ klassifiziert werden kann. Hierbei liegt der Fokus auf dem Spannungsfeld zwischen der theoretischen Konzeption der „Inneren Führung“ und der tatsächlichen Praxis, basierend auf Berichten des Wehrbeauftragten.

  • Soziologische Analyse totaler Institutionen nach Goffman
  • Verhältnis zwischen Vorgesetzten und Untergebenen
  • Die Rolle der „Inneren Führung“ und des „Staatsbürgers in Uniform“
  • Auswertung von Berichten des Wehrbeauftragten zu Fehlverhalten
  • Vergleich von Theorie und gelebter Realität in der Bundeswehr

Auszug aus dem Buch

2.1.2 Welt der Insassen

Kommt ein Mensch in eine totale Institution „durchläuft er eine Reihe von Erniedrigungen, Degradierungen, Demütigungen und Entwürdigungen seines Ich“ (s. Goffman 1961 S. 25). Diese Prozesse der Demütigungen sollen im Folgenden analysiert werden.

In der normalen Gesellschaft hat der Mensch eine Rolle oder verschiedene Rollen inne, doch kommt er in eine totale Institution verliert er diese. Besuche in der Außenwelt oder von der Außenwelt werden dem Insassen vorenthalten, wodurch der Rollenverlust verstärkt wird (s. Goffman 1961 S.25). Ist die Person freiwillig in die Einrichtung eingetreten, wie es etwa bei religiösen Institutionen sein kann, hat er sich „bereits teilweise von seiner heimischen Umgebung gelöst“( s. Goffman 1961 S.26). Kehrt der Insasse wieder in die Gesellschaft zurück, kann er zwar wieder neue Rollen finden, es wird aber nie das gleiche sein wie vorher. Manche Rechte können Insassen von totalen Institutionen, z.B. Häftlingen, ganz aberkannt werden, hier spricht man dann vom „bürgerlichen Tod“ (s. Goffman 1961 S.26).

Wird die Person in die totale Institution aufgenommen so wird er durch Prozeduren wie „Aufnahme des Lebenslaufes, Fotografieren, Wiegen und Messen, Abnehmen der persönlichen Habseligkeiten zur Einlagerung, Entkleiden, Baden, Desinfizieren, Haareschneide, Ausgabe von Anstaltskleidung, Einweisung in die Hausordnung, Zuweisung von Schlafplätzen“ noch einmal neu erschaffen, neu „programmiert“ (s. Goffman 1961 S.27). Er wird aufgrund seiner äußeren Merkmale einer bestimmten Kategorie eingeteilt, eine frühere Selbstidentifikation wird hier außer Acht gelassen. Neben der äußerlichen Neueinteilung des Insassen soll er auch neu sozialisiert werden. Deshalb wird oft auch gleich zu Beginn in der totalen Institution ein „Gehorsamstest“ (s. Goffman 1961 S.27) durchgeführt und der Insasse wird so lange bestraft, bis er gehorcht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. HUBERT TREIBER: „WIE MAN SOLDATEN MACHT“: Einführung in das Thema anhand von Hubert Treibers Analyse der Rekrutenausbildung und deren Vergleichbarkeit mit Goffmans Modell.

2. THEORETISCHE ERLÄUTERUNG DER TOTALEN INSTITUTION UND VERGLEICH MIT BUNDESWEHR: Detaillierte theoretische Herleitung der Merkmale totaler Institutionen und kritische Gegenüberstellung mit den normativen Vorgaben und der Alltagsrealität der Bundeswehr.

3. ANSTALTSZEREMONIEN: Untersuchung spezifischer Rituale und Medien (wie Hauszeitschriften), um zu prüfen, ob diese in der Bundeswehr ähnliche Funktionen wie in totalen Institutionen erfüllen.

Schlüsselwörter

Bundeswehr, totale Institution, Erving Goffman, Innere Führung, Wehrbeauftragter, Rekrutenausbildung, Menschenwürde, Vorgesetztenverordnung, Rollenverlust, Disziplin, Soldatengesetz, soziale Distanz, Anstaltszeremonien, Gehorsamstest, Führungskultur

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, inwieweit die soziologische Theorie der „totalen Institution“ nach Erving Goffman auf die heutige Struktur und Praxis der deutschen Bundeswehr anwendbar ist.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Felder sind die Analyse des Verhältnisses zwischen Vorgesetzten und Untergebenen, die Rolle der militärischen Ausbildung sowie die Einbindung der Soldaten in die gesellschaftlichen Werte.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet, ob die Bundeswehr Merkmale totaler Institutionen aufweist und ob das Konzept der „Inneren Führung“ in der Praxis vor Demütigungen und Entwürdigungen schützt.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse soziologischer Konzepte (Goffman) und einem Vergleich mit offiziellen Dienstvorschriften sowie einer Auswertung von Berichten des Wehrbeauftragten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden Goffmans theoretische Kriterien für totale Institutionen erarbeitet und anschließend den rechtlichen Rahmenbedingungen der Bundeswehr (ZDv 10/1, Soldatengesetz) gegenübergestellt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind totale Institution, Innere Führung, Menschenwürde, Wehrbeauftragter, Hierarchie, Gehorsam und Disziplin.

Welche Diskrepanz zeigt sich bei der Analyse der Wehrbeauftragten-Berichte?

Obwohl das Konzept der „Inneren Führung“ auf dem Papier eine würdevolle Behandlung vorsieht, zeigen die Berichte des Wehrbeauftragten, dass es in der Realität regelmäßig zu Fehlverhalten, Demütigungen und Übergriffen kommt.

Wie unterscheidet sich die Bundeswehr von der theoretischen Definition der totalen Institution nach Goffman?

Im Gegensatz zu einer totalen Institution existieren in der Bundeswehr interne Kontrollinstanzen wie der Wehrbeauftragte, ein Anspruch auf Integration in die Gesellschaft und eine rechtliche Bindung an das Grundgesetz, die Demütigungen explizit untersagt.

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Résumé des informations

Titre
Die Bundeswehr – eine totale Institution?
Université
University of Bamberg
Auteur
Desiree Jakob (Auteur)
Année de publication
2011
Pages
20
N° de catalogue
V194296
ISBN (ebook)
9783656195801
ISBN (Livre)
9783656197645
Langue
allemand
mots-clé
bundeswehr institution totale Institution Goffman
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Desiree Jakob (Auteur), 2011, Die Bundeswehr – eine totale Institution?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/194296
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Extrait de  20  pages
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