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Der Todesengel und seine Kollegen: Josef Mengeles Zusammenarbeit mit dem Kaiser-Wilhelm-Institut in Berlin

Titel: Der Todesengel und seine Kollegen: Josef Mengeles Zusammenarbeit mit dem Kaiser-Wilhelm-Institut in Berlin

Bachelorarbeit , 2012 , 49 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Petra Fischbäck (Autor:in)

Geschichte Deutschlands - Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg
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Zusammenfassung Leseprobe Details


Josef Mengele ist zu einer weltweit bekannten Symbolfigur für die Menschenversuche im Dritten Reich geworden. Oft wird allerdings der Eindruck erweckt, dass Mengele wahllos Eingriffe an Häftlingen vornahm, die jeder wissenschaftlichen Grundlage entbehrten. Dabei wird übersehen, dass Mengele in Kontakt mit Wissenschaftlern außerhalb des Lagers stand und teilweise in deren Auftrag handelte. Die vorliegende Arbeit untersucht diese Zusammenhänge.

Dies soll nicht einer Rechtfertigung von Mengeles Taten dienen. Die Zusammenarbeit mit dem Kaiser-Wilhelm-Institut in Berlin verringert ja nicht Mengeles Schuld, sondern erweitert den Kreis derer, die sich schuldig gemacht haben. Die Schuldfrage ist jedoch nicht Thema dieser Arbeit.

Zunächst wird die Quellenlage dargestellt. Es ist mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden, Mengeles Versuche und seine Zusammenarbeit mit dem KWI zu rekonstruieren, da nahezu der gesamte Schriftverkehr hierzu vernichtet worden ist. Nur durch die Einbeziehung von Zeugenaussagen und Sekundärquellen ergibt sich schließlich ein Gesamtbild.

Mengeles Lebensweg wird kurz zusammengefasst, um so den vielen legendenhaften Darstellungen, die sich in den Medien zu seiner Person finden, eine Rekonstruktion der Fakten entgegenzusetzen. Auch die Entwicklung des Kaiser-Wilhelm-Instituts, die Entstehung der neuen akademischen Fächer „Rassenkunde“ und „Eugenik“ sowie die Rolle von Mengeles Doktorvater Otmar von Verschuer werden kurz behandelt.

Im eigentlichen Hauptteil der Arbeit werden Mengeles Versuche in Auschwitz systematisch dargestellt. Wo immer sich aus den Quellen Hinweise auf eine Zusammenarbeit mit dem KWI ergeben, werden diese hier aufgeführt. Auch die Frage nach den Ergebnissen von Mengeles Versuchen wird behandelt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Quellenlage

3. Biografie Mengeles

4. Entwicklung der „Rassenkunde“ und Eugenik

5. Das Kaiser-Wilhelm-Institut und Otmar von Verschuer

6. Mengeles Experimente in Auschwitz

6.1. Zwillingsforschung

6.2. Projekte „Spezifische Eiweißkörper“ und „Tuberkulose“

6.3. Projekt „Augenfarbe“

6.4. Experimentelle Therapie

6.5. Eigene Weiterbildung

6.6. Sammlung von Anomalien

7. Ergebnisse von Mengeles Versuchen

8. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Bachelorarbeit untersucht die systematische Zusammenarbeit zwischen Josef Mengele und dem Kaiser-Wilhelm-Institut (KWI) in Berlin während seiner Zeit im Konzentrationslager Auschwitz. Das primäre Ziel ist es, nachzuweisen, dass Mengele nicht isoliert handelte, sondern in enger Abstimmung mit akademischen Institutionen agierte, die seine Forschungsvorhaben aktiv unterstützten und finanzierten.

  • Rekonstruktion der institutionellen Verbindung zwischen KWI und KZ Auschwitz.
  • Analyse der verschiedenen Forschungsschwerpunkte (Zwillingsforschung, Serologie).
  • Untersuchung der moralischen und wissenschaftlichen Mitverantwortung der KWI-Wissenschaftler.
  • Differenzierung zwischen Auftragsforschung und Mengeles eigenmächtigen Exzesstaten.
  • Aufarbeitung der Quellenlage unter Berücksichtigung systematischer Aktenvernichtung.

Auszug aus dem Buch

6. Mengeles Experimente in Auschwitz

Die Berichte über Mengeles Versuche in Auschwitz erwecken zunächst den Eindruck eines völlig willkürlichen Vorgehens. Da ist die Rede von Zwillingsforschung, von einer Dokumentation und Therapie seltener Krankheiten wie Noma, aber auch von Menschenversuchen mit elektrischem Strom, von unnötigen Amputationen und anderen chirurgischen Eingriffen, mit denen Mengele seine medizinischen Kompetenzen erweitern wollte. Auch Exzesstaten werden berichtet. So soll Mengele schwangeren Frauen in den Bauch getreten und dadurch eine Fehlgeburt ausgelöst haben.

Hat man es hier lediglich mit einem Sadisten zu tun, dem die Umstände in Auschwitz ermöglichten, seine Neigungen auszuleben? Vor allem populärwissenschaftliche Veröffentlichungen vermitteln ein solches Bild, indem sie Mengele auf die ihm zugeschriebenen Exzesstaten reduzieren: Er war wirklich der Todesengel, der Satan, der Schlächter: Kleinkinder sezierte er bei lebendigem Leibe; Frauen setzte er bei vollem Bewußtsein unter Strom, bis sie starben; einem Häftling, der ohne Erlaubnis die Baracke verlassen hatte, entnahm er zur Strafe Blut, bis der Tod eintrat.

Zofka war einer der ersten, der diese Sichtweise auf Mengele hinterfragte. In seinem 1986 erschienenen Artikel stellt er die These auf, dass nicht alle diese Taten tatsächlich von Mengele verübt wurden. Es handele sich vielmehr in einigen Fällen um eine Verwechslung.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in das Thema der wissenschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Josef Mengele und dem Kaiser-Wilhelm-Institut in Auschwitz sowie Darlegung der Zielsetzung.

2. Quellenlage: Diskussion über die Schwierigkeiten bei der Rekonstruktion aufgrund systematischer Aktenvernichtung und die Notwendigkeit der Einbeziehung von Sekundärquellen und Zeugenaussagen.

3. Biografie Mengeles: Zusammenfassung des Lebensweges von Josef Mengele unter besonderer Berücksichtigung seiner ideologischen Prägung und beruflichen Entwicklung.

4. Entwicklung der „Rassenkunde“ und Eugenik: Historischer Überblick über die Etablierung eugenischer Lehren in Deutschland und deren Einfluss auf die nationalsozialistische Ideologie.

5. Das Kaiser-Wilhelm-Institut und Otmar von Verschuer: Darstellung der Rolle des KWI und des Einflusses von Mengeles Doktorvater Otmar von Verschuer auf seine wissenschaftliche Arbeit.

6. Mengeles Experimente in Auschwitz: Systematische Untersuchung der verschiedenen Forschungsvorhaben und medizinischen Experimente, die von Mengele unter der Ägide des KWI durchgeführt wurden.

6.1. Zwillingsforschung: Analyse der methodischen Hintergründe und der menschenverachtenden Durchführung der Zwillingsforschung im Lager.

6.2. Projekte „Spezifische Eiweißkörper“ und „Tuberkulose“: Untersuchung der Zusammenarbeit zwischen Mengele und den KWI-Instituten bei der Erforschung von Abwehrfermenten und genetischen Dispositionen.

6.3. Projekt „Augenfarbe“: Beschreibung der Forschung von Karen Magnussen und der Rolle Mengeles bei der Materialbeschaffung aus Auschwitz.

6.4. Experimentelle Therapie: Analyse der experimentellen Behandlungen von Krankheiten wie Noma, bei denen eine wissenschaftliche Validität fehlt.

6.5. Eigene Weiterbildung: Erörterung von Mengeles eigenmächtigen chirurgischen Eingriffen zur persönlichen Kompetenzerweiterung ohne externe wissenschaftliche Begründung.

6.6. Sammlung von Anomalien: Dokumentation der systematischen Beschaffung und Versendung menschlicher Präparate nach Berlin zu wissenschaftlichen Propagandazwecken.

7. Ergebnisse von Mengeles Versuchen: Reflexion darüber, dass trotz der großen Anzahl an Versuchen keine wissenschaftlich verwertbaren Erkenntnisse gewonnen wurden.

8. Fazit: Abschließende Bewertung der engen institutionellen Verstrickung zwischen KWI und Auschwitz sowie das Scheitern der akademischen Karriere Mengeles.

Schlüsselwörter

Josef Mengele, Kaiser-Wilhelm-Institut, Auschwitz, Zwillingsforschung, Eugenik, Otmar von Verschuer, Rassenhygiene, Menschenversuche, Abwehrfermente, Nationalsozialismus, medizinische Ethik, Noma, TBC, Anatomie, Wissenschaftsgeschichte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der engen wissenschaftlichen und institutionellen Zusammenarbeit zwischen Josef Mengele im Konzentrationslager Auschwitz und dem Kaiser-Wilhelm-Institut für Anthropologie, menschliche Erblehre und Eugenik in Berlin.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Felder sind die ideologischen Grundlagen der Eugenik, die Bedeutung von Zwillingsforschung unter totalitären Bedingungen sowie die Frage nach der Mitverantwortung deutscher Wissenschaftler an den Verbrechen in Auschwitz.

Welches Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass die von Mengele durchgeführten „Experimente“ keine isolierten sadistischen Akte waren, sondern in weiten Teilen im Auftrag und zur Unterstützung wissenschaftlicher Projekte des KWI stattfanden.

Welche wissenschaftliche Methode wurde angewandt?

Die Arbeit nutzt eine historisch-analytische Methode, basierend auf der Auswertung von Primär- und Sekundärquellen, Zeugenaussagen, Korrespondenzen und vorhandenen Prozessakten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene Forschungsprojekte, darunter die Zwillingsforschung, die serologischen Untersuchungen („Abwehrfermente“), die Erforschung der Tuberkulose und Augenfarbe sowie Mengeles Sammlung menschlicher Anomalien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Kaiser-Wilhelm-Institut, Zwillingsforschung, Rassenhygiene, Eugenik und die institutionelle Verbindung zwischen NS-Wissenschaft und Lagerverbrechen.

Welche Rolle spielte der Wissenschaftler Otmar von Verschuer?

Otmar von Verschuer war Mengeles Mentor und Doktorvater. Er war der zentrale Akteur am KWI, der Mengele Anweisungen gab und das in Auschwitz gewonnene „Material“ für seine eigene Forschung nutzte.

Führten Mengeles Versuche zu wissenschaftlichen Erkenntnissen?

Nein, die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die Experimente ergebnislos blieben. Dies lag an fehlerhaften theoretischen Ansätzen und daran, dass die gesammelten Daten nach dem Krieg nicht in die medizinische Literatur einflossen.

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Details

Titel
Der Todesengel und seine Kollegen: Josef Mengeles Zusammenarbeit mit dem Kaiser-Wilhelm-Institut in Berlin
Hochschule
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Note
1,0
Autor
Petra Fischbäck (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
49
Katalognummer
V194360
ISBN (eBook)
9783656197089
ISBN (Buch)
9783656197652
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Mengele; KWI; Kaiser-Wilhelm-Institut; von Verschuer; Rassenkunde; Eugenik; Menschenversuche; Auschwitz; Liliputaner; Zigeuner; Noma; Nyiszli Zwillinge; Zwillingsforschung; Augenfarbe; Spezifische Eiweißkörper Typhus; TBC; Tuberkulose; Abderhalden Genetik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Petra Fischbäck (Autor:in), 2012, Der Todesengel und seine Kollegen: Josef Mengeles Zusammenarbeit mit dem Kaiser-Wilhelm-Institut in Berlin, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/194360
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  49  Seiten
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