Einleitung:
In der heutigen Dienstleistungs- und Wissensgesellschaft, in dem das eigene Ich wie eine Unternehmensmarke behandelt und an der persönlichen Darstellung akribisch ge-arbeitet wird, bekommt Shakespeares Aussage „Die Welt ist eine Bühne“ eine ernsthafte Note.
Aus diesem Grund ist es relevant, hinter den Vorhang zu blicken und sich einen Über-blick über die unterschiedlichen Methoden der schauspielerischen Darstellungen im Klaren zu werden. Hierbei eignet sich Impression-Management als ein Teilgebiet der Sozialpsychologie. Ebert und Piwinger definieren Impression-Management als ...
Inhaltsverzeichnis
1.1 Einleitung
1.2 Arten der Impression-Management-Techniken
1.2.1 Begriffserklärung Assertiv/Defensiv
1.2.2 Kategorisierung der IM-Techniken
1.3 Identifikationseffekt
1.4 Entschuldigen (Apologies)
1.5 Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit gibt einen Überblick über verschiedene Impression-Management-Techniken (IM-Techniken) aus der Sozialpsychologie und analysiert deren Einfluss auf zwischenmenschliche Interaktionen sowie die Wahrnehmung des Individuums.
- Grundlagen und Definitionen des Impression-Management
- Unterscheidung zwischen assertiven und defensiven Techniken
- Analyse des Identifikationseffekts (Basking in Reflected Glory)
- Bedeutung und Struktur von Entschuldigungen (Apologies)
- Psychologische Mechanismen hinter der Selbstdarstellung
Auszug aus dem Buch
1.4 Entschuldigen (Apologies)
Im Gegensatz zu der assertiven Strategie des basking in reflected glory sind Entschuldigen (apologies) eine defensive Taktik des Impression-Management.
Wie oben ausgeführt ist eine Grundlage von Entschuldigungen, Situationen und Ereignissen, in denen von der Gesellschaft erwünschtes Verhalten oder Leistungserwartungen vom Akteur nicht (hinreichend) erfüllt wurde. In der Fachliteratur finden sich verschiedene Namen für diese Ereignisse: Schlenker (1980) spricht von social predicaments, Scott und Lyman (1968) von untoward behaviors und Cody und McLaughlin (1990) nennen diese failure events. Ein alltägliches Beispiel wäre „das zu Spät kommen“ bei wichtigen Verabredungen. Hierbei entsteht eine „Lücke“ zwischen der Handlung des Akteurs und der öffentlichen Erwartung. Dabei kommen Zweifel an den positiven Eigenschaften der Person auf. Diese Reaktionen entstehen laut Snyder, Higgins und Stucky (1983) bei vier Arten von Situationen, in denen der Akteur etwas tut, das man nicht hätte tun sollen, etwas unterlässt, das hätte getan werden müssen, etwas unerwartet schlecht erledigt oder auf frischer Tat ertappt wird.
Experimentelle Untersuchungen von Schlenker und Darby (1981) zeigen, dass Personen nach einer Entschuldigung sympathischer wahrgenommen werden, also ohne Entschuldigung und dadurch negative Konsequenzen gemindert werden. Jedoch ist die Qualität der Entschuldigung von großer Bedeutung. Neben der bloßen Schuldeingeständnis gibt es noch weitere Elemente, die authentische Entschuldigungen ausmachen.
Zusammenfassung der Kapitel
1.1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Relevanz der Selbstdarstellung in der heutigen Wissensgesellschaft ein und definiert Impression-Management als Steuerung der wahrgenommenen Informationen über das eigene Ich.
1.2 Arten der Impression-Management-Techniken: Dieses Kapitel klassifiziert IM-Techniken anhand ihrer zeitlichen Perspektive und Ausrichtung, wobei zwischen assertiven und defensiven Strategien unterschieden wird.
1.2.1 Begriffserklärung Assertiv/Defensiv: Hier werden die theoretischen Grundlagen erläutert, nach denen assertive Strategien auf positiven Zieleindrücken basieren, während defensive Techniken zur Abwehr von Reputationsschäden dienen.
1.2.2 Kategorisierung der IM-Techniken: Es erfolgt eine visuelle und inhaltliche Einordnung der verschiedenen Techniken, wobei verdeutlicht wird, dass die Kategorien fließende Übergänge aufweisen.
1.3 Identifikationseffekt: Dieser Abschnitt analysiert das „Basking in Reflected Glory“ (BIRGing), bei dem sich Personen durch die Assoziation mit Erfolgreichen selbst in einem positiven Licht präsentieren möchten.
1.4 Entschuldigen (Apologies): Das Kapitel behandelt Entschuldigungen als defensive Taktik, um bei Fehlern das eigene Image zu schützen und negative soziale Konsequenzen abzumildern.
1.5 Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Bedeutung von Impression-Management im Alltag zusammen und betont, dass jede soziale Interaktion subtile Formen der Inszenierung beinhaltet.
Schlüsselwörter
Impression-Management, Selbstdarstellung, Sozialpsychologie, Assertive Strategien, Defensive Strategien, Basking in Reflected Glory, BIRGing, Entschuldigungen, Apologies, MUM-Effekt, Identifikationseffekt, soziale Interaktion, Inszenierungstechnik, Reputationsmanagement, soziale Kompetenz
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit dem sozialpsychologischen Konzept des Impression-Management und untersucht, wie Menschen ihre Selbstdarstellung aktiv steuern, um in sozialen Situationen einen bestimmten Eindruck zu vermitteln.
Welches sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die theoretische Differenzierung von Impression-Management-Techniken, die Analyse von positiver Assoziation (BIRGing) und der Umgang mit Fehlern durch Entschuldigungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Hauptziel ist es, einen Überblick über verschiedene IM-Techniken zu geben und das Bewusstsein für die subtilen Inszenierungsprozesse zu schärfen, die bei alltäglichen sozialen Interaktionen ablaufen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse und die Zusammenführung fachspezifischer Erkenntnisse aus der Sozialpsychologie (u.a. von Mummendey, Schlenker und Cialdini).
Welche Aspekte werden im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Kategorisierung von IM-Techniken, den Identifikationseffekt (Basking in Reflected Glory) sowie die Struktur und Wirksamkeit von Entschuldigungen.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Wichtige Begriffe sind Impression-Management, Selbstdarstellung, BIRGing, defensive/assertive Taktiken und der MUM-Effekt.
Was unterscheidet eine assertive von einer defensiven Taktik?
Assertive Techniken zielen darauf ab, Sympathie und Kompetenz proaktiv zu erhöhen, während defensive Techniken reaktiv eingesetzt werden, um das Selbstbild bei drohendem Reputationsverlust zu schützen.
Was macht eine Entschuldigung laut der Arbeit effektiv?
Eine effektive Entschuldigung erfordert neben einem expliziten Eingeständnis auch das Zeigen von Reue, das Anbieten von Wiedergutmachung und das Versprechen zur Verhaltensbesserung.
- Citar trabajo
- Fabian Ries (Autor), 2012, Impression-Management - Die Welt ist eine Bühne, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/194459