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Freiarbeit nach dem Montessori-Prinzip: Zur Alltagspraxis an der Ostseeschule Flensburg

Titel: Freiarbeit nach dem Montessori-Prinzip: Zur Alltagspraxis an der Ostseeschule Flensburg

Masterarbeit , 2012 , 57 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Master of Education Beatrice Hölting (Autor:in)

Pädagogik - Schulpädagogik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Maria Montessori stellt eine der bekanntesten und erfolgreichsten Reformpädagogen ihrer Zeit dar, die durch ihre Forschungen mit Kindern und der damit zusammenhängenden Entwicklung zahlreicher Materialien einen entscheidenden Beitrag für das eigenmotivierte Lernen des Kindes mit allen Sinnen geschaffen hat. Das einzelne Kind steht bei ihr im Mittelpunkt und entscheidet selbst, wann und wo es lernen will und ob es die Hilfe des Erwachsenen annimmt oder nicht. Der Grundsatz ihrer Pädagogik lautet: „Hilf mir, es selbst zu tun!“ Somit gelingt es ihr, die ursprüngliche Macht des Erwachsenen durch die Motivation, die von den Sinnesmaterialien ausgeht, zurückzudrängen. Kinder zeichnen sich durch ihre Kraft, Energie und ihren Willen aus und wollen sich selbst im Leben behaupten. Deshalb müssen wir ihnen auch die Gelegenheit geben, selbst zu handeln, ohne sofort einzugreifen.
Sowohl Eltern als auch Lehrer sind sich heute einig darüber, dass das Lernen den Kindern in erster Linie Freude machen soll. In diesem Zusammenhang können auch langfristig bessere Lernergebnisse erzielt werden und die Motivation der Kinder bleibt erhalten. Die von Maria Montessori favorisierte Unterrichtsform, die bis heute in den zahlreichen nach ihr benannten Schulen praktiziert wird, stellt die Freiarbeit dar, in der die Kinder frei in der Auswahl des Materials, des Raumes, der Zeit und ihrer Lernpartner sind. Aufgrund meiner Hospitation an der Ostseeschule in Flensburg, die auch nach diesem Prinzip arbeitet und in der ich miterleben durfte, wie Freiarbeit stattfindet, bin ich auf die Idee gekommen mich tiefgreifender mit dieser Thematik der Montessori-Pädagogik auseinanderzusetzen. In meiner Masterarbeit möchte ich mich daher schwerpunktmäßig mit folgenden Fragen beschäftigen: „Was ist Freiarbeit? Wie kann diese erfolgreich in den Unterricht integriert werden?“ und „Welche Voraussetzungen müssen hierfür geschaffen sein?“Deckblatt Masterarbeit

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zur Biographie Maria Montessoris

3. Grundlegende entwicklungspädagogische Konzepte nach Montessori

3.1 Der absorbierende Geist

3.2 Die Polarisation der Aufmerksamkeit

3.3 Die sensitiven (sensiblen) Perioden und der dreiphasige Aktivitätszyklus

3.4 Freiheit und Disziplin

3.5 Hilfe zur Selbsthilfe

3.6 Faktoren, die die Entwicklung bzw. Entfaltung des Kindes bestimmen

3.7 Das Gesamtdeutungskonzept der Kosmischen Erziehung

4. Offene Unterrichtsform: Das Prinzip der Freiarbeit nach Montessori

4.1 Zum Begriff der Freiarbeit und seiner Merkmale

4.2 Die Lehrerrolle im offenen Unterricht

4.3 Die Situation des Schülers

4.4 Die Lernumgebung

4.5 Das Unterrichtsmaterial

4.5.1 Buntes Perlenmaterial zur Schulung der visuellen Wahrnehmung sowie des Tastsinns

4.5.2 Die Arbeit mit Sandpapierbuchstaben und dem beweglichen Alphabet zum Entdecken der Schreibstrukturen sowie der gesprochenen Sprache

4.6 Rahmenbedingungen für Freiarbeit

4.7 Zur Leistungsbewertung von „freier Arbeit“

4.8 Schwierigkeiten und Möglichkeiten von Freiarbeit

5. Ein Fallbeispiel aus der Praxis: Freiarbeit an der Ostseeschule in Flensburg

5.1 Das Schulprofil der Ostseeschule

5.2 Persönliche Hospitationserfahrungen

5.3 Interview mit der Konrektorin der Ostseeschule

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen der Montessori-Pädagogik mit dem Fokus auf die Freiarbeit und analysiert deren praktische Umsetzung an der Ostseeschule in Flensburg. Ziel ist es, das Konzept der Freiarbeit zu definieren, die notwendigen Voraussetzungen für den Unterrichtserfolg zu identifizieren und die Integration dieser Methode kritisch zu hinterfragen.

  • Grundlagen der Montessori-Pädagogik (z.B. absorbierender Geist, sensible Perioden).
  • Strukturen und Rahmenbedingungen für erfolgreiche Freiarbeit.
  • Die veränderte Rolle der Lehrkraft und die Situation der Schüler.
  • Praxisnahe Evaluation der Freiarbeit an einer Ganztagsschule.

Auszug aus dem Buch

3.1 Der absorbierende Geist

Der „absorbierende Geist“ beschreibt eine Verhaltensweise des Kindes bzw. das Kind als ein ganzheitliches Wesen. Laut Montessori besteht „im Kinde (…) für alles, was es umgibt, eine absorbierende Sensitivität- und nur durch das Beobachten und Absorbieren der Umwelt ist die Anpassung möglich.“ Mit dieser Beschreibung stimmt sie mit den Ergebnissen der Untersuchungen Jean Piagets überein. Dieser unterscheidet dabei zwei Stufen der Sensumotorik. Die erste Stufe beinhaltet das elementare sensumotorische Anpassungsverhalten, das auf die Betätigung und Übung der Reflexe zurückzuführen ist. Die zweite Stufe beschreibt er als das intentionale sensumotorische Anpassungsverhalten des Kindes.

Dieses lässt sich als der Beginn der eigentlichen Intelligenz interpretieren, die durch die Entdeckung neuer Gegenstände durch Ausprobieren und geistige Kombinationsversuche geprägt ist. Laut Piaget findet in dieser Situation ein schöpferischer Denkprozess statt. Des Weiteren kommt es durch Konditionierung und Übungen zu einer graduellen Anpassung an die Wirklichkeit. Damit ist der erste Lernprozess vollzogen. Aufgrund von Wiederholungsprozessen entwickelt sich beim Kind ein sensumotorisches Wiedererkennen, das er als generalisierte Assimilation bezeichnet. Dabei definiert Piaget die Assimilation als „die Grundtendenz, auf jeder neuen Stufe der Entwicklung Verhaltensweisen wieder zu vollziehen.“ Dabei kommt es zu sogenannten Zirkulärreaktionen wie beispielsweise dem Saugen, Lutschen und Lallen; zur Koordination verschiedener Sinne wie Hören, Sehen, Greifen sowie zu intentionalem Handeln. Laut Piaget ist am Ende dieser Phase die empirische Intelligenz ausgebildet. Im Vergleich zu seiner Theorie, erkennt auch Montessori welche Potentiale und geheimen Kräften im Kind auf ihre Entfaltung warten. Sie beschreibt als Grundzug der ersten Lebensjahre „das vitale Streben des Kindes nach Unabhängigkeit.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Relevanz der Montessori-Pädagogik und Formulierung der Forschungsfragen zur Freiarbeit.

2. Zur Biographie Maria Montessoris: Darstellung des Lebensweges von Maria Montessori und ihrer Entwicklung von der Medizin zur Pädagogik anhand ihrer Schlüsselerlebnisse.

3. Grundlegende entwicklungspädagogische Konzepte nach Montessori: Erläuterung der zentralen Konzepte wie der absorbierende Geist, die Polarisation der Aufmerksamkeit und die sensible Perioden.

4. Offene Unterrichtsform: Das Prinzip der Freiarbeit nach Montessori: Detaillierte Analyse des Freiarbeitsbegriffs, der veränderten Rollen von Lehrkraft und Schüler sowie der benötigten Umgebung und Materialien.

5. Ein Fallbeispiel aus der Praxis: Freiarbeit an der Ostseeschule in Flensburg: Untersuchung der praktischen Implementierung der Freiarbeit an einer konkreten Ganztagsschule, ergänzt durch ein Experteninterview.

6. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Freiarbeit als effektive, ergänzende Unterrichtsmethode für Schulen.

7. Literaturverzeichnis: Auflistung aller verwendeten Quellen.

Schlüsselwörter

Maria Montessori, Freiarbeit, Montessori-Pädagogik, absorbierender Geist, Polarisation der Aufmerksamkeit, sensible Perioden, vorbereitete Umgebung, Ostseeschule, selbstgesteuertes Lernen, Reformpädagogik, Lehrerrolle, Sinnesmaterial, Fehlerkontrolle, individuelle Leistungsbewertung, Ganzheitlichkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Montessori-Pädagogik, insbesondere mit dem Prinzip der Freiarbeit, und untersucht dessen Anwendung und Wirkung im modernen Unterricht.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zentrale Themen sind die anthropologischen Grundlagen Montessoris, die methodische Ausgestaltung der Freiarbeit, die Raumgestaltung und die Rolle der Lehrkraft.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, die Konzepte hinter der Freiarbeit zu klären und anhand der Praxis an der Ostseeschule zu zeigen, wie diese erfolgreich in den Unterricht integriert werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse sowie eine qualitative empirische Untersuchung in Form von Hospitationen und einem Experteninterview.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Konzepte und eine praxisorientierte Analyse der Rahmenbedingungen und Leistungsbewertung von Freiarbeit.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Begriffe wie "Freiarbeit", "vorbereitete Umgebung", "Polarisation der Aufmerksamkeit" und "individuelle Förderung" sind entscheidend.

Wie unterscheidet sich die Rolle des Lehrers in der Freiarbeit von der Regelschule?

In der Freiarbeit agiert die Lehrkraft primär als Beobachter und Lernbegleiter, der sich zurücknimmt, um die Aktivität und Selbstständigkeit der Kinder zu fördern.

Welche Bedeutung hat die Fehlerkontrolle im Montessori-Material?

Die Fehlerkontrolle erlaubt es den Kindern, selbstständig ihre Arbeit zu überprüfen und aus Irrtümern zu lernen, ohne auf externe Korrekturen angewiesen zu sein.

Wie geht die Ostseeschule mit der Leistungsbewertung um?

Anstatt klassischer Ziffernnoten erfolgt eine differenzierte Dokumentation der Lernfortschritte durch Protokollhefte, Pensenbücher und individuelle Gespräche.

Ende der Leseprobe aus 57 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Freiarbeit nach dem Montessori-Prinzip: Zur Alltagspraxis an der Ostseeschule Flensburg
Hochschule
Europa-Universität Flensburg (ehem. Universität Flensburg)
Note
2,0
Autor
Master of Education Beatrice Hölting (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
57
Katalognummer
V194470
ISBN (eBook)
9783656196532
ISBN (Buch)
9783656198864
Sprache
Deutsch
Schlagworte
offener unterricht freiarbeit maria montessori
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Master of Education Beatrice Hölting (Autor:in), 2012, Freiarbeit nach dem Montessori-Prinzip: Zur Alltagspraxis an der Ostseeschule Flensburg, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/194470
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Leseprobe aus  57  Seiten
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