Laktoseintoleranz - Ein Überblick über Formen, Ursachen und Therapiemethoden


Facharbeit (Schule), 2011
23 Seiten, Note: 1,2

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Was ist Laktose?
2.1 Vorkommen von Laktose in der Natur und in Milchprodukte
2.2 Vorkommen von Laktose in Fertigprodukten
2.3 Laktosenachweis in der Milch

3. Was ist Laktase?

4. Laktoseintoleranz
4.1 Formen der Laktoseintoleranz und ihre Ursachen
4.1.1 Primärer Laktasemangel
4.1.2 Sekundärer Laktasemangel
4.2 Geographische Verteilung der Milchzuckerunverträglichkeit
4.3 Symptomatik der Laktoseintoleranz
4.3.1 Diarrhoe
4.3.2 Obstipation
4.3.3 Flatulenz
4.3.4 Völlegefühl
4.3.5 Übelkeit
4.3.6 Aufstoßen und Mundgeruch
4.3.7 Bauchschmerzen und Krämpfe
4.3.8 Gestörter Vitamin- und Mineralstoff-Haushalt
4.4 Diagnosesicherungs-Methoden
4.4.1 Laktose-Toleranz-Test
4.4.2 H2-Atemtest
4.4.3 Dünndarmbiopsie
4.5 Therapiemethoden
4.5.1 Laktase-Ersatz
4.5.2 Diät/Ernährungsumstellung
4.5.3 Laktosearme Milchprodukte
4.5.4 Alternativprodukte

5. Schlussfolgerung

6. Literaturverzeichnis
6.1 Internetquellen (in alphabetischer Reihenfolge)
6.2 Quellen aus eigenständigen Werken und Sammelbänden (in alphabetischer Reihenfolge)

7. Bildnachweise
7.1 Abbildungen
7.2 Tabellen
7.3. Diagramme

1. Einleitung

„Eure Nahrungsmittel sollen eure Heilmittel und eure Heilmittel sollen eure Nahrungsmittel sein“

Dieses Zitat von Hippokrates (460 – 377 v. Chr.) zeigt, dass die heilende Wirkung von Pflanzen und die Bedeutung von gesunder Ernährung schon im alten Griechenland bekannt war und gelehrt wurde.[1]

Doch Einzelheiten über verschiedene Nahrungsmittelunverträglichkeiten waren noch nicht erforscht, da es mit den damaligen Mitteln sehr schwierig war, genaue Diagnosen aufzustellen.

Auch heute noch ist speziell in Deutschland die Laktoseintoleranz ein noch nicht sehr weit erforschtes Themengebiet.[2]

Doch handelt es sich hierbei um eine Krankheit?

Im Folgenden wird zunächst auf Laktose und das Enzym Laktase genauer eingegangen, bevor die Formen der Laktoseintoleranz vorgestellt werden.

Da die Milchzuckerunverträglichkeit mit den verschiedensten Symptomen einhergehen kann, verdeutliche ich diese, und erkläre anschließend, mit welchen Methoden man die Diagnose sichern kann.

Zum Schluss werden verschiedene Therapiemöglichkeiten vorgestellt.

2. Was ist Laktose?

Laktose, auch Lactose, Milchzucker oder Sandzucker genannt, leitet sich ab vom lateinischen lac, lactis für Milch und der Endung -ose für Zucker. Laktose ist ein vor allem in Milch und Milchprodukten enthaltener Zucker,[3] der in den Milchdrüsen von Säugetieren entsteht.[4]

Chemisch gesehen handelt es sich um ein Disaccharid, einen Zweifachzucker, welcher aus D-Galactose und D-Glucose besteht, die β-1,4-glycosidisch verbunden sind.[5]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.1: Haworth-Projektion von Laktose[6]

In der Abbildung 1 ist die Strukturformel des Milchzuckers (C12H22O11) zu sehen.

2.1 Vorkommen von Laktose in der Natur und in Milchprodukten

Das Disaccharid Laktose kommt natürlicherweise nur in Milch und Milchprodukten vor.

In der folgenden Tabelle sind einige laktosehaltige Lebensmittel dargestellt.

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Tabelle 1: Laktosegehalt in ausgewählten Lebensmitteln[7]

Tabelle 1 zeigt, dass Muttermilch im Gegensatz zur Kuhmilch, mit ca. 7% den höheren Gehalt an Laktose aufweist und dass reifer Käse so gut wie keinen Milchzucker beinhaltet.

2.2 Vorkommen von Laktose in Fertigprodukten

Die Inhaltsstoffangaben auf Lebensmittelverpackungen zeigen, dass Laktose auch in vielen Produkten, die auf den ersten Blick keinen Laktosegehalt vermuten lassen, enthalten ist.

„Vor allem Desserts, Eiscremes, Backwaren, Schokoladenerzeugnisse, Dressings, Instantsuppen und -soßen, Kartoffelpüreepulver, Streuwürzen, Senf, Ketchup, Müslis, Fleisch- und Wurstwaren (vor allem fettreduzierte Sorten) sowie Brotaufstriche können Laktose enthalten. Darüber hinaus kann Milchzucker enthalten sein in Medikamenten, Süßstoff- und Kleietabletten sowie Zahnpasten.“[8]

2.3 Laktosenachweis in der Milch

Um den Milchzucker in der Milch zu beweisen, kann man die sogenannte Fehling-Probe durchführen.

Für diesen Versuch benötigt man die Geräte Bunsenbrenner, Reagenzgläser, Reagenzglasständer und Reagenzglashalter.

Außerdem werden eiweißfreie Molke, Fehling-1-Lösung (1,7 g Kupfer(II)-Sulfat in 100 mL Wasser gelöst), Fehling-2-Lösung (35 g Natriumkaliumtartrat (Seignette-Salz) und 10 g Natriumhydroxid in 100 mL destilliertem Wasser gelöst) benötigt.

In der Durchführung stellt man zuerst Molke her, indem man 100 ml Milch zum kochen bringt und anschließend 1 EL Essigessenz hinzufügt. Da sich nun das Eiweiß von der Milch trennt, bleibt ein wässriger Rest übrig, die sogenannte Molke.

Diese besteht fast nur aus Wasser und Laktose.

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Abb.2: Milch Abb. 3: Molkeherstellung Abb. 4: Fertige Molke

Anschließend werden 2ml der Fehling-1-Lösung und 2ml der Fehling-2-Lösung in einem Reagenzglas miteinander vermischt und 1ml Molke hinzugegeben.

Zu Letzt wird die Flüssigkeit unter dem Bunsenbrenner vorsichtig erhitzt.

Gibt man zunächst die Fehling-Lösungen zusammen, färbt sich das Gemisch in einem kräftigen Blau aufgrund der Cu(II)-Ionen und es entsteht ein Di-tartrato-cuprat (II)-Komplex.

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Abb.5: Fehling-1-Lösung Abb. 6.: Fehling-2-Lösung Abb. 7: Fehling-1+2-Lösung

Danach gibt man die eiweißfreie Molke hinzu und erhitzt die vermischten Flüssigkeiten.

Es ist zu sehen, dass sich die Lösung zuerst grün, dann braun und dann mit rotbraunem Niederschlag verfärbt.

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Abb. 8: Grünliche Färbung Abb. 9: Rotbrauner Niederschlag

Bei der Reaktion der Aldehyd-Gruppe mit den Fehling-Lösungen kommt es zu einem festen Niederschlag von rotbraunem Kupfer(I)-Oxid.

Demnach werden die Cu2+-Ionen reduziert und das Alkanalmolekül wird zum Carbonsäuremolekül oxidiert.

Das Ergebnis dieses Versuches ist, dass die Laktose positiv auf die Fehling-Probe reagiert, da sich die Lösung rotbraun verfärbt.[9]

3. Was ist Laktase?

Bei Laktase, auch Lactase oder Beta-Galactosidase genannt, handelt es sich um ein Enzym, das der Mensch braucht, um Milchzucker im Dünndarm in seine Bestandteile Galactose und Glucose zu spalten. Alle Säugetiere bilden Laktase, bis sie von der Muttermilch entwöhnt sind. Normalerweise besitzen nur Säuglinge bis zum 3. Monat dieses Enzym, was bedeutet, dass Erwachsene in der Regel laktoseintolerant sind.[10]

„Einige Individuen jedoch exprimieren Laktase im gesamten Verlauf ihres Lebens in vollem Maße. Dieses Phänomen wird Laktasepersistenz (LP) genannt. Die LP wird dominant vererbt und findet sich gehäuft in Populationen Nord- und Zentraleuropas.“[11]

In der folgenden Abbildung ist die Spaltung von Laktose zu sehen:

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Abb.10: Enzymatische Spaltung von Laktose in Galaktose und Glucose[12]

4. Laktoseintoleranz

In der Fachliteratur taucht der Begriff Laktoseintolerant häufig auch unter den Namen Milchzucker-Unverträglichkeit, Alactasie, Lactasemangelsyndrom und Laktosemalabsorption auf.[13]

Bei Menschen ohne Laktoseintoleranz spaltet das Enzym Laktase die Laktose in ihre Bestandteile Galaktose und Glukose. Diese beiden Monosaccharide werden anschließend im Dünndarm resorbiert. Das ungespaltene Disaccharid Laktose kann nicht vom Dünndarm resorbiert werden (s.Abb.3).

Kommt es zu einem Mangel an laktosespaltender Laktase, gelangen unverdaute Laktosemoleküle in tiefere Darmabschnitte, wo sie von Darmbakterien aufgenommen und vergoren werden (s.Abb.4).[14]

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Abb.11: Ohne Laktoseintoleranz[15] Abb.12.:Mit Laktoseintoleranz[16]

4.1. Formen der Laktoseintoleranz und ihre Ursachen

Bei der Laktoseunverträglichkeit unterscheidet man zwischen primärer und sekundärer Laktoseintoleranz.

4.1.1 Primäre Laktoseintoleranz

Die primäre Laktoseintoleranz lässt sich noch weiter in verschiedene Unterformen untergliedern, an unterscheidet die endemische Laktoseintoleranz, den kongenitalen Laktasemangel (Alactasie) und den entwicklungsbedingten Laktasemangel.

Die endemische Laktoseintoleranz stelle die weltweit häufigste Form dar. Die Betroffenen sind vor allem die Bevölkerungen Südostasiens und Zentralafrikas sowie die Bewohner der Mittelmeerländer. Sie ist genetisch bedingt und tritt erst ca. ab dem 5. Lebensjahr auf. Bei gezielter Gabe von Milchprodukten ist diese Form reversibel.[17]

Der kongenitale Laktasemangel (Alactasie), ist als autosomal-rezessive Erbkrankheit anzusehen und wurde in einer finnischen Population, die an und für sich laktosetolerant sein sollte, beschrieben. Die Krankheit ist durch ein völliges Fehlen der Laktaseaktivität im Dünndarm bei vorhandener Aktivität anderer Disaccharidasen und histologisch unauffälliger Dünndarmschleimhaut charakterisiert.[18]

[...]


[1] http://naturheilverfahren.wordpress.com/2008/06/26/%E2%80%9Eeure-nahrung-soll-eure-medizin-und-eure-medizin-soll-eure-nahrung-sein%E2%80%9C/ (26.Juni.2008), Stand: 02.11.2011

[2] Vgl.: Paas, Doris: Das Laktose-Intoleranz Buch, Monsenstein und Vannerdat OHG, Münster 2007, S. 21

[3] Vgl.: http://de.wikipedia.org/wiki/Lactose , Stand: 31.10.2011

[4] Vgl.: Lützen A., Seibel J.: Römpp Online: „Lactose“ Stand 05.11.2011

[5] Vgl.: Wikipedia, „Glycosidische Bindung“, Stand: 06.11.11, http://de.wikipedia.org/wiki/Glycosidische_Bindung

[6] http://www.milkfacts.info/Milk%20Composition/Carbohydrate.htm , Stand: 31.10.2011

[7] Vgl.: Kasper, Heinrich: Ernährungsmedizin und Diätetik, 7. neubearb. Aufl., München/Wien/Baltimore, Urban und Schwarzenberg 1991

[8] Bayerisches Staatsministerium der Justiz und für Verbraucherschutz, 27.12.2007, http://www.vis.bayern.de/ernaehrung/lebensmittel/gruppen/milchzucker.htm#vorkommen_natur , Stand: 05.11.2011

[9] Vgl.: Kampner, M.: Fehling Probe. http://www.chemiedidaktik.uni-wuppertal.de/alte_seite_du/material/milch/lactose/fehling.pdf (07.11.2011)

[10] Vgl.: Biologie-Lexikon online, Stand: 04.03.2009,

www.biologie-lexikon.de/lexikon/lactase.php

[11] Burger, J.: „Laktasepersistenz bei meso- neolithischen Europäern, http://www.uni-mainz.de/FB/Biologie/Anthropologie/MolA/Deutsch/Forschung/Laktasepersistenz.html, Stand: 07.11.11

[12] http://www.biologie.uni-hamburg.de/b-online/library/micro229/terry/229sp00/lectures/regulation.html

[13] Vgl.: Paas, Doris (2007), S. 21

[14] Vgl.: Ledochowski M, Bair H, Fuchs D: „Laktoseintoleranz“, Journal für Ernährungsmedizin. Gablitz: Krause & Pachernegg GmbH, 2003

[15] http://www.minusl.de/5

[16] http://www.minusl.de/5

[17] Vgl.: Holfeld-Weitlof, Gabriele, Stand: 02.11.2011,

http://www.holfeld-weitlof.com/pdf/Laktoseintoleranz.PDF

[18] Vgl.: Ledochowski M, Bair H, Fuchs D: „Laktoseintoleranz“, 2003, http://www.kup.at/kup/pdf/1372.pdf

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten

Details

Titel
Laktoseintoleranz - Ein Überblick über Formen, Ursachen und Therapiemethoden
Note
1,2
Autor
Jahr
2011
Seiten
23
Katalognummer
V194484
ISBN (eBook)
9783656201250
ISBN (Buch)
9783656201588
Dateigröße
1031 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
14 Punkte Seminararbeit 14 Punkte Präsentation
Schlagworte
Laktose, Lactose, Intoleranz, Ernährung, Nahrungsmittel, Laktoseintoleranz, Lactoseintoleranz, Minusl
Arbeit zitieren
Eva Seidenath (Autor), 2011, Laktoseintoleranz - Ein Überblick über Formen, Ursachen und Therapiemethoden, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/194484

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