Durch sowohl zunehmenden Konkurrenzdruck, als auch neue Technologien und sich stetig ändernde Kundenwünsche werden Unternehmen im 21. Jahrhundert vor immer neue Herausforderungen gestellt. Um sich in diesem dynamischen Spannungsfeld hervorzuheben bedienen sich viele Unternehmen des Mittels der Innovation. Jedoch ist der professionelle Umgang mit Innovationen in der Praxis noch in den Anfängen. So zeigt eine Studie von Pricewaterhouse Coopers in Zusammenarbeit mit der European Business School Oestrich-Winkel, das lediglich 20% der befragten Unternehmen ein Innovationsmanagementsystem verwenden. Im Kontext der betrieblichen Leistungsmessung geben 33% der Unternehmen an, keine systematische Erfolgsmessung ihrer Innovationsaktivitäten durchzuführen.
Die vorliegende Arbeit versucht, die Ansätze von Controlling und Innovationsmanagement mithilfe eines explorativen Ansatzes zu verknüpfen. Hierbei soll das relativ junge Forschungsgebiet des Innovation Performance Measurement (IPM) als Teilgebiet des Controllings detailliert analysiert und strukturiert werden. Die einzelnen konzeptionellen Problemfelder innerhalb des IPM sollen aufgezeigt und beschrieben werden.
Schwerpunktmäßig wird der inhaltliche Bereich der Messung herausgearbeitet und kritisch analysiert. Auf Grundlage dieser Erkenntnisse werden drei IPM-Konzeptionen aus der gegenwärtigen Literatur vorgestellt und analysiert. Anschließend sollen mithilfe eines hergeleiteten Vergleichsrahmens Differenzen in den Konzeptionen ausgemacht und kritisch hinterfragt werden. Im Rahmen dessen, soll insbesondere auf eine mögliche Umsetzung in der Praxis eingegangen werden. Zur Beleuchtung des Status Quo innerhalb der Praxis wird exemplarisch ein ausgewählter Ansatz beschrieben. Hierbei sollen vor allem die Ausprägungen und Schwerpunkte im Vergleich zu den aus der Wissenschaft erwachsenen Konzepten herausgearbeitet werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Zielsetzung
1.2 Struktur der Arbeit
2 Grundlagen des Performance Measurements
2.1 Controlling Konzeptionen
2.2 Traditionelle Kennzahlensysteme
2.3 Performance Measurement Konzeptionen
3 Innovation
3.1 Charakterisierung und Begriffsbestimmung
3.2 Innovationsmangement
4 Innovation Performance Measurement
4.1 Innovation als immaterielle Investition
4.2 Problemefelder bei der Messung von Innovationen
4.3 Auswahl der Indikatoren
4.4 Theoretische Ansätze
4.4.1 Ansatz Bösch
4.4.2 Ansatz Möller & Janssen
4.4.3 Ansatz Godener & Söderquist
4.5 Vergleich der Ansätze
5 Umsetzung in der Unternehmenspraxis
5.1 Einführung
5.2 Lucent Value Creation Framework
6 Fazit
6.1 Kritische Würdigung
6.2 Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit verknüpft die Ansätze des Controllings und des Innovationsmanagements, um das Forschungsgebiet des Innovation Performance Measurement (IPM) systematisch zu analysieren und Konzeptionen für die Praxis zu bewerten.
- Grundlagen des Controllings und klassische Kennzahlensysteme
- Charakterisierung von Innovation als immaterielle Investition
- Analyse theoretischer IPM-Ansätze (Bösch, Möller & Janssen, Godener & Söderquist)
- Praxisbeispiel: Das Lucent Value Creation Framework (VCM)
- Herausforderungen bei der Messung von Innovationsleistung
Auszug aus dem Buch
4.2 Problemefelder bei der Messung von Innovationen
In der Literatur findet man eine Vielzahl von Konzeptionen die eine effiziente und effektive Messung der Innovationsleistung eines Unternehmens gewährleisten sollen. Im Wesentlichen lassen sich vier Kernprobleme bei der Messung abgrenzen (Kerssens-van Drongelen & Cook, 1997, S. 352; Hausschildt & Salomo, 2007, S. 501)
• Was soll mit einer Messung erreicht werden (Messziele)?
• Was liegt der Messung zugrunde (Messkritierien)?
• Wie soll gemessen werden (Messmethodik)?
• Wer soll messen (Messträger)?
Abgeleitet aus den beschriebenen Controlling Konzeptionen und den Ausführungen eines betrieblichen Innovationsmanagements lässt sich als grundlegende Ziele einer Messung die Planung, Koordination und Steuerung von Innovationsaktivitäten nennen. Hierbei soll eine kritische Evaluierung der eingesetzten Ressourcen in Form von Mitarbeitern, Kapital oder Sachmittel erfolgen. Aus der Messung können somit Entscheidungen über den möglichen Abbruch oder Fortführung einer Innovationstätigkeit erfolgen. Godener (2004) aggregiert weiterhin vier verhaltensbeeinflussende Ziele, z.B. Messung als Evaluationsgrundlage für Beförderungen, die jedoch im Rahmen seiner Konzeption später detailliert beschrieben werden sollen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Hinführung zum Thema Innovation und Problematik der Erfolgsmessung sowie Erläuterung der Zielsetzung und Struktur der Arbeit.
2 Grundlagen des Performance Measurements: Erörterung allgemeiner Controlling-Konzepte und traditioneller Kennzahlensysteme im historischen Kontext.
3 Innovation: Definition und Charakterisierung von Innovationen sowie Einordnung des Innovationsmanagements im betrieblichen Kontext.
4 Innovation Performance Measurement: Detaillierte Analyse von IPM-Herausforderungen und Vorstellung dreier theoretischer Konzeptionen.
5 Umsetzung in der Unternehmenspraxis: Darstellung und kritische Reflexion des Lucent Value Creation Frameworks als Praxisbeispiel.
6 Fazit: Kritische Würdigung der Analyseergebnisse und Ausblick auf zukünftige Entwicklungen im Bereich der Innovationsmessung.
Schlüsselwörter
Innovation Performance Measurement, Innovationsmanagement, Controlling, Kennzahlensysteme, Balanced Scorecard, Innovationsleistung, Lucent Value Creation Framework, Forschungs- und Entwicklung, Performance Measurement, Innovationsprozess, Strategisches Management, Innovationsmessung, immaterielle Investition, Projektportfolio, Effizienz und Effektivität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Forschungsfeld des Innovation Performance Measurement (IPM), welches Methoden zur Messung und Steuerung von Innovationsaktivitäten in Unternehmen bereitstellt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentral sind die Verknüpfung von Controlling-Ansätzen mit Innovationsmanagement, die Auswahl geeigneter Indikatoren und die Bewertung theoretischer sowie praxisorientierter Messkonzepte.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die konzeptionellen Problemfelder innerhalb des IPM zu analysieren, bestehende theoretische Ansätze vergleichend gegenüberzustellen und deren Praxistauglichkeit zu bewerten.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit nutzt einen explorativen Ansatz, kombiniert mit Literaturanalysen zur Herleitung von Vergleichsrahmen sowie eine Einzelfallanalyse für das Praxisbeispiel.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Definition von Innovation, den Problemfeldern bei deren Messung, der Analyse dreier spezifischer IPM-Modelle und der Vorstellung des Lucent Value Creation Frameworks.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Innovation Performance Measurement, Controlling, Innovationsmanagement, Performance Measurement Systeme und Kennzahlen.
Warum ist die Messung von Innovationen so schwierig?
Innovationen sind oft immateriell, langwierig und mit hohem Risiko behaftet, was die Zuordnung von Kosten und Nutzen sowie die isolierte Bewertung in Verbundprojekten erschwert.
Was ist das Besondere am Lucent Value Creation Framework?
Es handelt sich um ein praxisorientiertes Portfolio-Modell, das sowohl quantitative als auch qualitative Attribute nutzt, um F&E-Projekte mit der Unternehmensstrategie abzustimmen.
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- Daniel Grafe (Author), 2010, Innovation Performance Measurement, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/194502