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Der Orden der Gesellschaft Jesu zur Zeit des Kulturkampfes

Title: Der Orden der Gesellschaft Jesu zur Zeit des Kulturkampfes

Term Paper (Advanced seminar) , 2011 , 22 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Markus Bingel (Author)

History - Miscellaneous
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Summary Excerpt Details

Ziel dieser Arbeit ist es, das Verhältnis des Staates zu den Jesuiten im Kaiserreich zu untersuchen. Hierbei soll die Frage im Mittelpunkt stehen, weshalb die Jesuiten in Deutschland verfolgt wurden und wieso deren Verfolgung auch nach der Beendigung des Kulturkampfes andauerte und den Jesuiten erst 1917 die Rückkehr nach Deutschland ermöglicht wurde. Die Arbeit wird in vier Teile aufgegliedert sein. Im ersten, einleitenden Teil soll der Orden der Gesellschaft Jesu, dessen Ideale und das Staatsverständnis des Ordens im Fokus stehen. Im zweiten Teil der Arbeit soll das Selbstverständnis der deutschen Nation im 19. Jahrhundert sowohl von Seiten der protestantischen Geistlichkeit und protestantischer Politiker, als auch von Otto von Bismarck, der prägenden Gestalt des frühen Kaiserreiches, genauer betrachtet werden, um diese Ergebnisse in einem letzten Teil zusammenzuführen. Dem Abschluß der Arbeit ist ein Einschub über die Schweiz vorgelagert, der dem Vergelich dient. Der Vergleich als Untersuchungskategorie bietet sich an, da die Bekämpfung der Jesuiten in Deutschland beinahe zeitgleich auch in diesem Land stattfand. Im Laufe der Arbeit wird der Kampf gegen die Jesuiten immer auch in den Zusammenhang des Kulturkampfes eingeordnet werden, da die Verfolgung der Jesuiten lediglich einen der vielen Aspekte des Kulturkampfes bildet, allerdings einen Aspekt der sich im Rahmen einer Seminararbeit gut bearbeiten lässt. Durch die Einordnung des Sachverhalts in den Zusammenhang des Kulturkampfes, sowie den punktuellen Vergleich zur Schweiz soll die Gefahr vermieden werden, das Vorgehen gegen die Jesuiten nicht vor dem Hintergrund eines europäischen Kulturkampfes zu sehen, der bekanntlich keinesfalls auf den deutschen Sprachraum beschränkt blieb .

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Orden der Gesellschaft Jesu – Lehre und Verhalten gegenüber Nationalstaaten

3. Das Selbstverständnis der protestantisch-dominierten deutschen Nation im 19. Jahrhundert

a) Das Katholikenbild in der protestantischen-dominierten Presse

b) Bismarcks Haltung gegenüber Katholiken und Jesuiten

4. Exkurs: Der Kulturkampf in der Schweiz

5. Abschließende Bemerkungen

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das Verhältnis des deutschen Staates zum Jesuitenorden während des Kaiserreichs, wobei der Fokus auf den Gründen für die Verfolgung des Ordens im Rahmen des Kulturkampfes sowie dessen Fortdauer über das Ende der Auseinandersetzung hinaus liegt.

  • Analyse des Selbstverständnisses und der Ideale des Jesuitenordens im 19. Jahrhundert.
  • Untersuchung des protestantisch geprägten Nationsverständnisses und des Katholikenbildes in der damaligen Presse.
  • Darstellung der Position Otto von Bismarcks und seiner Beweggründe für den Kampf gegen den Katholizismus.
  • Vergleichende Betrachtung der Jesuitenverfolgung am Beispiel der Schweiz als europäischer Kontext.

Auszug aus dem Buch

Der Orden der Gesellschaft Jesu – Lehre und Verhalten gegenüber Nationalstaaten

[wir sind verpflichtet] "was immer der jetzige und kommende Päpste für die Förderung der Seelen und die Verbreitung des Glaubnes befehlen werden, wohin immer sie uns auch senden wollen, auf der Stelle auszuführen"5

Um den Kulturkampf in Deutschland, und auch in Europa verstehen zu können, ist es wichtig, sich den Aufbau des Ordens der Gesellschaft Jesu vor Augen zu führen. Ebenso wichtig scheint es, deren Nationenverständnis und das Verhältnis zum Papst genauer zu untersuchen, um ein umfassendes Bild der Vefolgung des "größten und wichtigsten Priesterordens der katholischen Kirche"6 zu gewinnen. Hierfür sollen insbesondere die Ordensregeln der Jesuiten, sowie die in den Jahren 1871-1873 (also in den unmitelbaren Jahren des Kampfes gegen die Jesuiten) erschienenen Ausgaben der Reihe "Stimmen aus Maria Laach" untersucht werden, da diese die Geisteshaltung der Jesuiten sehr genau wiedergeben.

Der Jesuitenorden stellt innerhalb der katholischen Kirche keineswegs eine Einrichtung dar, die in der Geschichte immer unumstritten war. Der Orden wurde 1540 von Ignatius von Loyola, einem baskischen Adligen gegründet7, der nach seiner Karriere als spanischer Offizier im Kampf gegen die Mauren verwundet wurde und sich entschloss Missionar zu werden. Schon früh scharte Loyala ein "Grüppchen von Männern aus verschiedenen Nationen" um sich und schwor "Gehorsam gegenüber dem Papst"8. Schon in der Frühphase des Ordens zeigten sich somit drei Grundprinzipien der Jesuiten: Internationalität, bedingungslose Treue gegenüber dem Papst und Mission. Loyola selbst fasste diese Grundsätze 1521 unter der Formel "Gefährten [socii] Jesu im Dienst der Kirche unter dem Papst"9 zusammen, hinzu kommt der Missionsgedanke, der nicht nur auf äußere Mission, sondern auch auf die Bildung der Jugend im jeweiligen Land gezielt war10.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung definiert das Ziel der Arbeit, das Verhältnis des Staates zu den Jesuiten im Kaiserreich zu untersuchen und den Kampf gegen den Orden in den Kontext des Kulturkampfes und einer transnationalen Geschichte einzuordnen.

2. Der Orden der Gesellschaft Jesu – Lehre und Verhalten gegenüber Nationalstaaten: Dieses Kapitel erläutert die Grundprinzipien des Jesuitenordens wie Internationalität und Papsttreue sowie deren ablehnende Haltung gegenüber Liberalismus und Nationalstaatsideen im 19. Jahrhundert.

3. Das Selbstverständnis der protestantisch-dominierten deutschen Nation im 19. Jahrhundert: Der Abschnitt beleuchtet das negative Katholikenbild in der protestantischen Presse sowie Bismarcks Motivation, den Kulturkampf als Mittel zur Konsolidierung einer nationalen Identität und Abwehr einer vermeintlich staatsfeindlichen Verschwörung zu nutzen.

4. Exkurs: Der Kulturkampf in der Schweiz: Dieses Kapitel vergleicht die Situation in Deutschland mit dem Kulturkampf in der Schweiz, um die europäische Dimension der Jesuitenverfolgung aufzuzeigen und Unterschiede sowie Gemeinsamkeiten bei der staatlichen Bekämpfung des Ordens herauszuarbeiten.

5. Abschließende Bemerkungen: Das Fazit fasst zusammen, dass die Jesuiten aufgrund ihrer internationalen Ausrichtung als Gefahr für das staatliche Identitätskonzept wahrgenommen wurden, weshalb ihre Verfolgung über den offiziellen Kulturkampf hinaus andauerte.

Schlüsselwörter

Kulturkampf, Jesuitenorden, Kaiserreich, Otto von Bismarck, Katholizismus, Nationalismus, Liberalismus, Papsttreue, Identitätsbildung, Religion, Staatsverständnis, Schweiz, Transnationalität, Jesuitenverfolgung, Jesuitengesetz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die staatliche Verfolgung des Jesuitenordens im deutschen Kaiserreich im Kontext des Kulturkampfes des 19. Jahrhunderts.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zentrale Felder sind das Selbstverständnis des Jesuitenordens, das protestantische Bild vom Katholizismus sowie die Rolle Bismarcks bei der Instrumentalisierung des Kulturkampfes zur nationalen Einigung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Gründe für die Verfolgung der Jesuiten in Deutschland zu ergründen und aufzuzeigen, warum diese auch nach Ende des Kulturkampfes bis ins 20. Jahrhundert hinein anhielt.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine historisch-analytische Methode, die einschlägige Fachliteratur sowie zeitgenössische Quellen wie die Jesuiten-Zeitschrift "Stimmen aus Maria Laach" und Reden Bismarcks auswertet.

Welche Inhalte bilden den Kern des Hauptteils?

Der Hauptteil behandelt die Ordensregeln der Jesuiten, die protestantische Pressewahrnehmung des Katholizismus sowie Bismarcks politische Motive und Ängste bezüglich einer "staatsfeindlichen Allianz" aus Rom und inneren Minderheiten.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Begriffe Kulturkampf, Jesuiten, Staatsidentität, Nationalismus und Papsttreue definieren den inhaltlichen Kern der Untersuchung.

Warum wurde ein Vergleich mit der Schweiz in die Arbeit aufgenommen?

Der Vergleich dient dazu, den Kulturkampf als gesamteuropäisches Phänomen zu veranschaulichen und zu zeigen, dass die Jesuitenverfolgung nicht isoliert im deutschen Sprachraum stattfand.

Welche Rolle spielte das päpstliche Unfehlbarkeitsdogma für die Konflikte?

Das Unfehlbarkeitsdogma veränderte für Bismarck und viele protestantische Zeitgenossen das Verständnis der katholischen Kirche und bestärkte den Verdacht einer unbedingten Loyalität zu Rom, was als Gefahr für den neuen deutschen Staat gewertet wurde.

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Details

Title
Der Orden der Gesellschaft Jesu zur Zeit des Kulturkampfes
College
University of Freiburg  (Historisches Seminar)
Course
Ein säkulares Zeitalter? Globalgeschichte der Religion im 19. und 20. Jahrhundert
Grade
2,0
Author
Markus Bingel (Author)
Publication Year
2011
Pages
22
Catalog Number
V194526
ISBN (eBook)
9783656197881
ISBN (Book)
9783656199748
Language
German
Tags
Jesuiten Bismarck Orden der Gesellschaft Jesu Kulturkampf
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Markus Bingel (Author), 2011, Der Orden der Gesellschaft Jesu zur Zeit des Kulturkampfes, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/194526
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