Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › History of Germany - World War I, Weimar Republic

Das Polenbild Otto von Bismarcks

Title: Das Polenbild Otto von Bismarcks

Term Paper , 2011 , 24 Pages

Autor:in: Markus Bingel (Author)

History of Germany - World War I, Weimar Republic
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

„Haut doch die Polen, daß sie am Leben verzagen, ich habe alles Mitgefühl für ihre Lage, aber wir können, wenn wir bestehen wollen, nichts andres thun, als sie ausrotten; der Wolf kann auch nichts dafür, daß er von Gott geschaffen ist, wie er ist, und man schießt ihn doch dafür todt, wenn man kann.“

Untersucht man das Polenbild Otto von Bismarcks, so finden sich diese Worte, die Bismarck in einem Brief an seine Schwester richtete, häufig in der Forschungsliteratur. Bismarcks Polenbild kann allerdings nicht an diesem einen Zitat festgemacht werden, auch wenn seine Worte in diesem Falle sehr drastisch sind. Ziel dieser Arbeit ist es, das Polenbild Otto von Bismarcks genau zu untersuchen und die in der Forschung häufig vertretene These, Bismarck hätte ein geschlossenes und einheitliches Bild von Polen gehabt, zu überprüfen, denn häufig werden beispielsweise Adel und Klerus im selben Zusammenhang genannt ohne dabei Bismarcks Positionen zu diesen Gruppen genauer von einander zu unterscheiden. Bismarcks Einstellungen zur polnischen Nationalbewegung und sein Polenbild sind entscheidend, da Bismarck die prägende Gestalt dieser Epoche war und die Germanisierungspolitik aufs Engste mit seiner Position verknüpft war.
Zur Untersuchung des Polenbildes Bismarcks ist die Arbeit in vier Teile gegliedert. Nach der Einleitung steht zunächst eine Beleuchtung von Bismarcks Äußerungen zu einem möglichen souveränen polnischen Nationalstaat. Anschließend werden das Adelsbild Bismarcks und das Bild des polnischen, katholischen Klerus genauer untersucht. Abschließend erfolgt eine genauere Analyse der bürgerlichen und bäuerlichen Schichten, die bei Bismarck häufig nur als „Volk“ zusammengefasst werden, weshalb dies auch in dieser Arbeit geschehen soll. Am Ende der Arbeit steht ein zusammenfassender Vergleich von Bismarcks Bild der einzelnen Schichten. Die Anordnung der einzelnen Themenschwerpunkte ergibt sich aus der vermeintlichen Gefährlichkeit, die Bismarck den einzelnen Gruppen für das Deutsche Reich beimaß, beziehungsweise aus der Idee eines polnischen Nationalstaates, der den Untersuchungen zu den einzelnen Bevölkerungsgruppen vorangestellt werden soll. In den einzelnen Kapiteln werden die Meinungen der bisherigen Forschung immer anhand von Aussagen Bismarcks, seien sie mündlicher oder schriftlicher Natur, überprüft werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Polnischer Nationalismus

3. Der Adel

4. Der Klerus

5. Das Volk

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Polenbild Otto von Bismarcks und überprüft die in der Forschung verbreitete These, er habe ein einheitliches Bild von Polen besessen. Dabei werden Bismarcks spezifische Positionen gegenüber den unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen – dem Adel, dem Klerus und dem einfachen Volk – analysiert, um zu klären, inwieweit sein Handeln und die preußische Germanisierungspolitik auf diesen Einschätzungen basierten.

  • Analyse von Bismarcks Einstellung zu einem souveränen polnischen Nationalstaat.
  • Untersuchung der Wahrnehmung und Bekämpfung des polnischen Adels durch Bismarck.
  • Evaluation der Rolle des polnischen Klerus und der Hintergründe des Kulturkampfes.
  • Betrachtung der Sicht Bismarcks auf das polnische Volk und dessen vermeintliche Beeinflussbarkeit.
  • Vergleichende Analyse der Germanisierungsmaßnahmen in verschiedenen gesellschaftlichen Schichten.

Auszug aus dem Buch

3. Der Adel

Der Adel war in den Augen Bismarcks aus zweierlei Gründen gefährlich: Zum einen bildete er für ihn das „Rückgrat des Widerstandes“ gegen die Germanisierungspolitik und den Träger des Nationalgedankens der Polen. Zum anderen fürchtete Bismarck den starken Einfluss des Adels auf die ländliche Bevölkerung. Engelbert behauptet, Bismarck sah in den Adligen „die Herren über Leben, Geist und Seele ihres Landvolkes“ und seine „Hauptfeinde“. Die Interessen des Adels, so Pfeiffer, liefen in Bismarcks Augen „dem preußischen Staatsinteresse überall zuwider“. Broszat spricht weiterhin davon, Bismarck habe in der polnischen Nationalbewegung eine „künstliche“ Entwicklung gesehen, die nur durch Adel und Klerus heraufbeschworen worden wäre. Den polnischen adligen Abgeordneten im Reichstag warf er tatsächlich vor, den polnischen Nationalgedanken künstlich zu schüren sowie nicht für das polnische Volk zu sprechen, sondern nur eigene Interessen zu verfolgen.

Aus den Quellen geht hervor, dass Bismarck dem polnischen Adel zutiefst misstraute. Er sah den Adel als unzuverlässig an und behauptete, dieser würde nie für deutsche Interessen eintreten. In einer Ansprache bezeichnete er ihn als „eins der reaktionärsten Gebilde, die Gott jemals geschaffen hat“. Der Adel, so der Reichskanzler weiter, sei der Hauptgegner der Assimilierungspolitik, die Bismarck in den von Polen bewohnten Gebieten Preußens verfolgte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des Polenbildes Otto von Bismarcks ein und stellt die Forschungsfrage sowie die Struktur der Arbeit vor.

2. Polnischer Nationalismus: Dieses Kapitel untersucht Bismarcks Haltung zur polnischen Bündnispolitik und seine Sicherheitsbedenken hinsichtlich eines wiedererlangten polnischen Nationalstaates.

3. Der Adel: Hier wird analysiert, warum Bismarck den polnischen Adel als seinen Hauptgegner betrachtete und welche Rolle er ihm bei der Organisation des nationalen Widerstands zuschrieb.

4. Der Klerus: Dieses Kapitel beleuchtet die Rolle des Klerus im Kontext des Kulturkampfes und Bismarcks Misstrauen gegenüber der katholischen Geistlichkeit in den polnisch besiedelten Gebieten.

5. Das Volk: Hier steht die Sicht Bismarcks auf das einfache polnische Volk im Fokus, welches er für leicht beeinflussbar und von Adel sowie Klerus manipuliert hielt.

6. Fazit: Das Fazit fasst die Untersuchungsergebnisse zusammen und betont, dass Bismarcks Politik eher auf tiefem Misstrauen gegenüber bestimmten Bevölkerungsschichten als auf rassistischen Motiven beruhte.

Schlüsselwörter

Otto von Bismarck, Polenpolitik, Germanisierungspolitik, preußischer Adel, polnischer Klerus, Kulturkampf, polnischer Nationalismus, Ansiedlungskommission, Sicherheitsaspekte, preußische Minderheiten, Reichsgründung, Nationalstaat, Assimilierung, historische Forschung, Quellenanalyse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert kritisch das Polenbild Otto von Bismarcks und hinterfragt die in der Forschung dominierende Auffassung eines einheitlichen Polenbildes des Reichskanzlers.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind die Germanisierungspolitik im 19. Jahrhundert, das Spannungsverhältnis zwischen Preußen und den polnisch bewohnten Gebieten sowie die Wahrnehmung spezifischer polnischer Stände durch Bismarck.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist es, Bismarcks Einstellungen gegenüber den gesellschaftlichen Gruppen (Adel, Klerus, Volk) präziser zu differenzieren und zu zeigen, wie diese Einschätzungen seine politische Praxis und die Polenpolitik beeinflusst haben.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Autorin oder der Autor verwendet eine Quellenanalyse, bei der primäre Äußerungen Bismarcks (Briefe, Reden, Autobiographisches) mit der vorliegenden Sekundärliteratur abgeglichen werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Bismarcks Sicherheitsüberlegungen gegenüber einem polnischen Nationalstaat sowie die detaillierte Analyse der Gegnerschaft zu Adel, Klerus und das Bild vom manipulierbaren Volk.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Germanisierungspolitik, Kulturkampf, Ansiedlungskommission, polnischer Nationalismus und das Sicherheitsverständnis des preußischen Staates.

Welche Rolle spielte der Adel laut Bismarcks Sicht?

Bismarck sah im Adel den Hauptgegner der Germanisierungspolitik, da er diesen als "Rückgrat des Widerstandes" und als treibende Kraft hinter der polnischen Nationalbewegung wahrnahm.

Warum stand der Klerus bei Bismarck unter besonderer Beobachtung?

Der Klerus wurde vor allem während des Kulturkampfes bekämpft, da Bismarck der Geistlichkeit eine enge Bindung an Rom sowie eine unzulässige politische Einflussnahme auf die polnische Bevölkerung unterstellte.

Wie bewertete Bismarck das polnische Volk?

Bismarck stufte das einfache polnische Volk als prinzipiell loyal gegenüber Preußen, aber gleichzeitig als einfältig, strenggläubig und anfällig für Manipulation durch Adel und Klerus ein.

Excerpt out of 24 pages  - scroll top

Details

Title
Das Polenbild Otto von Bismarcks
Author
Markus Bingel (Author)
Publication Year
2011
Pages
24
Catalog Number
V194533
ISBN (eBook)
9783656196853
ISBN (Book)
9783656198031
Language
German
Tags
Otto von Bismarck Bismarck Polenbild Polen Polnische Geschichte
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Markus Bingel (Author), 2011, Das Polenbild Otto von Bismarcks, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/194533
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  24  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint