Führt man sich den Weg des Deutschen Reiches in den 2. Weltkrieg vor Augen, so denkt man häufig an den deutschen Einmarsch in die Tschechoslowakei oder auch an den Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich. Nur wenigen ist hingegen das Schicksal des Memellandes bekannt, obwohl dieser mit seiner mehrheitlich deutschsprachigen Bevölkerung bewohnte Landstrich seit dem Ende des 1. Weltkrieges häufig im Fokus der deutschen Außenpolitik stand.
Am Vorabend des 2. Weltkriegs, genauer am 22. März 1939, wurde das Memelgebiet von Litauen an das Deutsche Reich abgetreten.
Mittels dieser Arbeit wird der Versuch gewagt, die Geschichte des Memellandes in der Zwischenkriegszeit zu beleuchten und aufzuzeigen, in welchem Maße die memelländische Bevölkerung abhängig von Litauen und dem Deutschen Reich war und wie wenig Einfluss die memelländische Bevölkerung auf ihr eigenes Schicksal ausüben konnte.
Die Arbeit beruht weitestgehend auf deutscher und litauischer Nachkriegsliteratur zu diesem Thema.
Auch Quellen aus den 30er-Jahren, welche die nationalsozialistische Haltung zur Situation im Memelgebiet wiedergeben fanden Berücksichtigung, unterstreichen sie doch die Wichtigkeit des Memelgebiets für das Deutsche Reich.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der Frieden von Versailles und seine Auswirkungen auf das Memelland
3. Das Memelland bis zum Abschluss der Memelkonvention
4. Das Memelland vom Zeitpunkt des Abschlusses der Memelkonvention bis zur Machtergreifung der Nationalsozialisten
5. Das Memelland von der Machergreifung Hitlers bis zum Prozess von Kowno
6. Der Prozess von Kowno und die nationalsozialistische Propaganda
7. Die Abtretung des Memellandes an das Deutsche Reich
8. Die Folgen des 2. Weltkriegs für die deutsch-litauischen Beziehungen
9. Zusammenfassung der Ergebnisse
10. Quellen- und Literaturverzeichnis
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Diese Arbeit befasst sich mit der Geschichte des Memellandes in der Zwischenkriegszeit und untersucht die wechselseitigen Abhängigkeiten der Bevölkerung von Litauen und dem Deutschen Reich sowie den eingeschränkten Einfluss der memelländischen Bevölkerung auf ihr eigenes Schicksal.
- Analyse der historischen Auswirkungen des Versailler Friedensvertrages auf das Memelgebiet.
- Untersuchung der politischen Instabilität und der Autonomiebestrebungen während der 1920er und 1930er Jahre.
- Betrachtung des Einflusses der nationalsozialistischen Propaganda und des Prozesses von Kowno auf die deutsch-litauischen Beziehungen.
- Evaluation des Übergangs des Memellandes an das Deutsche Reich im Jahr 1939.
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Führt man sich den Weg des Deutschen Reiches in den 2. Weltkrieg vor Augen, so denkt man häufig an den deutschen Einmarsch in die Tschechoslowakei oder auch an den Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich. Nur wenigen ist hingegen das Schicksal des Memellandes bekannt, obwohl dieser mit seiner mehrheitlich deutschsprachigen Bevölkerung bewohnte Landstrich seit dem Ende des 1. Weltkrieges häufig im Fokus der deutschen Außenpolitik stand.
Am Vorabend des 2. Weltkriegs, genauer am 22. März 1939, wurde das Memelgebiet von Litauen an das Deutsche Reich abgetreten.
Mittels dieser Arbeit wird der Versuch gewagt, die Geschichte des Memellandes in der Zwischenkriegszeit zu beleuchten und aufzuzeigen, in welchem Maße die memelländische Bevölkerung abhängig von Litauen und dem Deutschen Reich war und wie wenig Einfluss die memelländische Bevölkerung auf ihr eigenes Schicksal ausüben konnte.
Die Arbeit beruht weitestgehend auf deutscher und litauischer Nachkriegsliteratur zu diesem Thema.
Auch Quellen aus den 30er-Jahren, welche die nationalsozialistische Haltung zur Situation im Memelgebiet wiedergeben fanden Berücksichtigung, unterstreichen sie doch die Wichtigkeit des Memelgebiets für das Deutsche Reich.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung stellt die Fragestellung zur politischen Abhängigkeit des Memellandes in der Zwischenkriegszeit vor und erläutert die verwendete Quellenbasis.
2. Der Frieden von Versailles und seine Auswirkungen auf das Memelland: Dieses Kapitel behandelt die völkerrechtliche Einordnung des Memellandes als Mandatsgebiet nach dem 1. Weltkrieg und die widersprüchlichen Interessen der europäischen Siegermächte.
3. Das Memelland bis zum Abschluss der Memelkonvention: Hier wird die Phase der französischen Verwaltung sowie die schwierige wirtschaftliche und ethnische Situation des jungen Kleinstaates beschrieben.
4. Das Memelland vom Zeitpunkt des Abschlusses der Memelkonvention bis zur Machtergreifung der Nationalsozialisten: Die Konvention von 1924 und ihre Auswirkungen auf das politische System und die Autonomie des Memelgebiets stehen hier im Fokus.
5. Das Memelland von der Machergreifung Hitlers bis zum Prozess von Kowno: Das Kapitel analysiert die zunehmende Einflussnahme des nationalsozialistischen Deutschlands und die Reaktion der litauischen Regierung durch den Prozess von Kowno.
6. Der Prozess von Kowno und die nationalsozialistische Propaganda: Hier wird die Rolle der Presse und politischer Karikaturen bei der Mobilisierung der Memelländer untersucht.
7. Die Abtretung des Memellandes an das Deutsche Reich: Das Kapitel beleuchtet die politischen Umstände, die 1939 zur endgültigen Abtretung des Gebietes an das Deutsche Reich führten.
8. Die Folgen des 2. Weltkriegs für die deutsch-litauischen Beziehungen: Die langfristigen politischen Konsequenzen für die Region und die spätere Aufarbeitung der Geschichte werden hier zusammengefasst.
9. Zusammenfassung der Ergebnisse: Ein Resümee der historischen Entwicklung und der unterschiedlichen Forschungsperspektiven in Deutschland und Litauen.
10. Quellen- und Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Sekundärliteratur und Internetquellen.
Schlüsselwörter
Memelland, Memelgebiet, Zwischenkriegszeit, Versailler Vertrag, Litauen, Deutsches Reich, Memelkonvention, Autonomie, Nationalsozialismus, Prozess von Kowno, Außenpolitik, Grenzkonflikt, Bevölkerungspolitik, Propaganda, Souveränität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht die politisch komplexe Geschichte des Memellandes in der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen und die Auswirkungen auf die dort lebende Bevölkerung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die völkerrechtliche Stellung des Memelgebiets, die Autonomiebestrebungen, die wirtschaftliche Abhängigkeit und der politische Druck durch Litauen und das Deutsche Reich.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie abhängig die memelländische Bevölkerung von den Machtinteressen Litauens und Deutschlands war und wie wenig eigenen politischen Gestaltungsspielraum sie besaß.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer chronologischen Aufarbeitung sowie einer kritischen Analyse deutscher und litauischer Nachkriegsliteratur und zeitgenössischer Quellen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die historischen Etappen von der Gründung als Mandatsgebiet über die Memelkonvention und den Prozess von Kowno bis hin zur Abtretung an das Deutsche Reich 1939.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Memelland, Autonomie, Zwischenkriegszeit, Deutsch-litauische Beziehungen und Nationalsozialismus sind die prägenden Begriffe.
Welche Rolle spielte der Prozess von Kowno?
Er fungierte als wichtige Zäsur, in der Litauen versuchte, nationalsozialistische Strukturen im Memelgebiet durch juristische Strafverfolgung zu unterbinden.
Was war der "deutsche Einheitsblock"?
Es handelte sich um einen politischen Zusammenschluss der deutschen Parteien im Memelgebiet, der bei den Landtagswahlen eine deutliche Mehrheit erzielte.
Wie bewerten deutsche und litauische Historiker das Memelgebiet heute?
Die Forschung zeigt unterschiedliche Sichtweisen, wobei deutsche Historiker oft den Fokus auf das Schicksal der Bevölkerung legen, während litauische Historiker die Bedeutung für den Gesamtstaat betonen.
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- Markus Bingel (Author), 2009, Das Memelland in der Zwischenkriegszeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/194537