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Körperkult, Schönheitswahn und Essstörungen

Hintergründe und Ursachen, Möglichkeiten der Intervention und Prävention in der Sozialpädagogik und interdisziplinär

Titre: Körperkult, Schönheitswahn und Essstörungen

Mémoire (de fin d'études) , 2012 , 146 Pages , Note: 1

Autor:in: S. Dormann (Auteur)

Travail Social
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Résumé Extrait Résumé des informations

Die amerikanischen Psychologen Feingold und Mazzella wiesen anhand von 222 Einzelstudien nach, dass sich die Körper-Unzufriedenheit bei Frauen innerhalb von 50 Jahren nach Kriegsende dramatisch gesteigert hat. Auch Ess-Störungen nahmen rapide zu. Kaum eine Kultur ist so stark körperfixiert wie die westliche. Der Körper soll Selbstzufriedenheit ermöglichen, Sympathie und Liebe erwirken, er soll zu Erfolg und Ansehen verhelfen und als Lustobjekt taugen. Dabei soll er fit und gesund sein, aber in erster Linie schön. Dies betrifft insbesondere Frauen, jedoch zeigt sich zunehmend auch bei Männern eine steigende Unzufriedenheit mit ihrem Körper. Ein Psychiater-Team an der Harvard Medical-School untersuchte die zunehmende Körper-Verzweiflung der Männer in den USA und in Europa und stieß immer wieder auf das auch bei Männern weit verbreitete Eingeständnis: „Ich hasse meinen Körper”. Was bei Frauen schon lange nachgewiesen ist, nämlich dass ihre Körperunzufriedenheit in den letzten Jahrzehnten anstieg, wird jetzt auch bei Männern festgestellt. 1972 waren nach einer amerikanischen Studie nur 15 % der männlichen Probanden mit ihrer Gesamterscheinung unzufrieden. 1997 dagegen hatte sich dieser Anteil schon verdreifacht. Bei den weiblichen Probanden war ein Anstieg von 25 % im Jahr 1972 auf 56 % im Jahr 1997 festzustellen. Außerdem zeigte die Studie auch, dass 40 % der befragten Männer mindestens die Hälfte ihrer Freizeit damit zubrachten, ihr Gewicht unter Kontrolle zu halten, 58 % hatten bereits eine Diät hinter sich und 4 % brachten sich zum Erbrechen, um nicht zuzunehmen. Das Auftreten von Körperverachtung und -ablehnung und das Phänomen der Körperschemastörung, bei gleichzeitiger exzessiver Beschäftigung mit dem Körper, ist in dieser Form historisch einmalig. Nicht-westliche Kulturen kennen sie nicht in dieser Weise und in Entwicklungsländern ist Magersucht rar, bei schwarzen Amerikanerinnen selten, und auch in der ehemaligen DDR kam sie kaum vor. Dies legt nahe, dass diese Störungen mit den sozialen Lebensformen zusammenhängen. Während in nicht-westlichen Gesellschaften die Beschaffenheit des Körpers kaum ein Thema ist, stehen die Menschen in den Industrienationen unter dem Diktat, schlank sein zu müssen. Will man zu einer bestimmten Gruppe in der Gesellschaft gehören, setzt das nicht selten intensive Arbeit am Körper voraus. [...]

Extrait


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Schönheitsideale

1.1 Erklärungsansätze für Schönheit

1.1.1 Der philosophische Bezugspunkt

1.1.2 Ist Schönheit messbar?

1.1.3 Welchen Sinn hat Schönheit?

1.2 Schönheitsideale des Körpers im Wandel der Zeit

1.3 Resümee

2. Körperkult und Schönheitswahn

2.1 Körpermanipulationen und Körpermodifikationen

2.2 Körpermanipulation und -modifikation am Beispiel der kosmetischen Chirurgie

2.3 Der Körper als Ware

2.4 Körperkult und Schönheitswahn als Ablehnung der Natur

2.5 Körperideal und Medienideal

3. Essstörungen: Symptomatik, Epidemiologie und Diagnostik

3.1 Anorexia nervosa

3.2 Bulimia nervosa

3.3 Adipositas

3.4 Binge-Eating-Störung

3.5 Körperschemastörung

4. Erklärungsansätze für Essstörungen

4.1 Biologisch-genetische Ansätze

4.2 Psychoanalytisch-objektbeziehungspsychologische und sozialpsychologische Ansätze

4.3 Psychoanalytisch-triebtheoretische Ansätze

4.4 Familiendynamische Ansätze

4.5 Neo-behavioristische Ansätze

4.6 Soziokulturelle Ansätze

4.6.1 Feministische Ansätze

4.6.2 Kulturtheoretische Ansätze

4.6.3 Medien und Essstörungen

4.7 Identitätstheoretische Ansätze

4.8 Resilienz und protektive Faktoren

5. Essstörungen behandeln

5.1 Stand der Therapieforschung

5.2 Verhaltenstherapien

5.3 Gesprächspsychotherapien und Psychoanalyse

5.4 Familientherapien

5.5 Gestalt- und Körperpsychotherapien

5.6 Feministische Therapie

5.7 Beratung und Selbsthilfe

5.8 Inhalt und Ziele der interdisziplinären Essstörungstherapie

5.8.1 Motivationsarbeit

5.8.2 Anamnese

5.8.3 ANAD – Intensivtherapeutische Wohngruppen

5.9 Sozialpädagogische Begleitung und Unterstützung bei Essstörungen

5.10 Beispiel für ein sozialpädagogisches Behandlungsmodell

5.11 Prävention von Essstörungen

5.11.1 PriMA – Primärprävention Magersucht bei Mädchen ab der 6. Klasse

5.11.2 TOPP – Teenager ohne pfundige Probleme

5.11.3 Torera – Gemeinsam gegen den Stier

5.11.4 Evaluation von PriMa

Schluss

Zielsetzung und thematischer Fokus

Die vorliegende Arbeit untersucht den komplexen Zusammenhang zwischen der Entstehung von Essstörungen und soziokulturellen sowie individuellen Faktoren. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie gesellschaftliche Schönheitsideale, Medienbilder und familiäre Dynamiken zur Entwicklung von Essstörungen beitragen, und evidenzbasierte Ansätze zur Prävention und Therapie, insbesondere unter sozialpädagogischen Gesichtspunkten, darzustellen.

  • Historische Entwicklung und kulturelle Varianz von Schönheitsidealen.
  • Körperkult, Schönheitswahn und deren Einfluss durch moderne Medien.
  • Symptomatik, Epidemiologie und Diagnostik verschiedener Essstörungen.
  • Psychologische, soziale und biologische Erklärungsansätze für Essstörungen.
  • Interdisziplinäre Therapiemöglichkeiten und Ansätze der Primärprävention.

Auszug aus dem Buch

1.1.1 Der philosophische Bezugspunkt

Ein unbekannter Sophist schreibt: „Ich glaube, wenn jemand allen Menschen beföhle, alles Hässliche, was jeder dafür hält, auf einen Haufen zusammenzutragen, und wenn sie dann aufgefordert würden, von diese Haufen das Schöne zu nehmen, was jedem gefalle – ich glaube, dass kein Stück zurückbliebe, sondern dass alles wieder einen Besitzer bekäme. Denn nicht alle meinen über alles dasselbe.“ Die Sophisten bestritten die objektive Geltung der Schönheit. Allein die subjektive Wahrnehmung, der persönliche Geschmack des einzelnen, entscheide darüber, was jemand schön nenne. Schön sei schlicht das, was für Auge und Ohr angenehm sei. Platon hingegen konnte dem nicht zustimmen. Für ihn geht es um das Gemeinsame der schönen Dinge. Dieses Gemeinsame zu finden, ist bis heute das Hauptproblem in der Schönheitsdiskussion geblieben.

„Die Schönheit der sinnlichen Erscheinung sei nur ein Abglanz jener wahren und einzigen Schönheit, die der Mensch einmal als körperlose Seele geschaut habe, bevor ihn seine Schwäche auf die Erde und in die Leiblichkeit hinein habe fallen lassen. Durch die Schau schöner Dinge werde der Mensch an die Schau jener Schönheit erinnert, so dass er sie aufs Neue ersehne und sich bemühe, von der sinnlichen Schönheit stufenweise hinaufzusteigen über die Schönheit der Seelen, die Schönheit eines aufrechten Lebenswandels, die Schönheit des Wissens, bis zu jener unwandelbaren und einen Erkenntnis, der Schau der höchsten Schönheit, die zugleich die höchste Wahrheit und die Idee des Guten sei“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Schönheitsideale: Erläutert philosophische Erklärungsansätze für Schönheit, untersucht deren Messbarkeit und skizziert den Wandel von Körperidealen von der Steinzeit bis heute.

2. Körperkult und Schönheitswahn: Analysiert aktuelle Körpermodifikationen, insbesondere die kosmetische Chirurgie, und beleuchtet die Rolle des Körpers als Ware sowie die Ablehnung der Natur im modernen Schönheitsideal.

3. Essstörungen: Symptomatik, Epidemiologie und Diagnostik: Liefert eine detaillierte Übersicht klinischer Essstörungen wie Magersucht, Bulimie, Adipositas, Binge-Eating-Störung und Körperschemastörung samt deren diagnostischer Kriterien.

4. Erklärungsansätze für Essstörungen: Untersucht verschiedene Perspektiven auf die Entstehung von Essstörungen, darunter biologische, psychoanalytische, familiendynamische und soziokulturelle Ansätze.

5. Essstörungen behandeln: Diskutiert therapeutische Ansätze, interdisziplinäre Versorgungsmodelle wie die ANAD-Wohngruppen und konkrete Primärpräventionsprojekte für Schulen.

Schlüsselwörter

Essstörungen, Schönheitsideale, Körperkult, Magersucht, Bulimie, Adipositas, Körperbild, Körperschemastörung, Prävention, Medienhandeln, Interdisziplinäre Therapie, Soziokulturelle Faktoren, Identitätsbildung, Psychosoziale Beratung, Körpermodifikation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Entstehung von Essstörungen unter dem Einfluss soziokultureller Faktoren sowie mit Ansätzen zu deren Prävention und Behandlung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören die philosophische und kulturelle Betrachtung von Schönheit, die Rolle der Medien bei der Körperbildformung, die Symptomatik verschiedener Essstörungen sowie pädagogische Interventionsstrategien.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, das komplexe Zusammenspiel von gesellschaftlichen Normen, individueller Psychologie und familiärer Dynamik bei der Entwicklung von Essstörungen aufzuzeigen und dabei die Bedeutung interdisziplinärer Unterstützung hervorzuheben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse psychologischer, soziologischer und medizinischer Fachquellen sowie auf die Evaluation bestehender Präventionsmodelle an Schulen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die klinische Symptomatik von Essstörungen, verschiedene theoretische Erklärungsmodelle zur Entstehung der Erkrankungen sowie die praktische Behandlung und Prävention, insbesondere durch schulische Projekte wie „PriMa“.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Essstörungen, Schönheitsideale, Körperbild, interdisziplinäre Therapie, Prävention und soziokulturelle Faktoren.

Wie unterscheidet sich die „Barbie-Matrix“ von herkömmlichen Diagnosemethoden?

Die „Barbie-Matrix“ ist ein Instrument der Primärprävention, das Schülern helfen soll, den Übergang von einem „normalen“ Verhalten zu einer klinischen Symptomatik anhand konkreter Szenarien visuell und psychologisch nachzuvollziehen.

Warum spielt die sozialpädagogische Begleitung bei der Therapie eine so wichtige Rolle?

Da Essstörungen oft mit einem sozialen Rückzug und Problemen in der Lebensführung einhergehen, ist die sozialpädagogische Unterstützung essenziell, um die berufliche Integration und die Bewältigung des Alltags außerhalb einer Klinik sicherzustellen.

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Résumé des informations

Titre
Körperkult, Schönheitswahn und Essstörungen
Sous-titre
Hintergründe und Ursachen, Möglichkeiten der Intervention und Prävention in der Sozialpädagogik und interdisziplinär
Université
University of Frankfurt (Main)
Cours
Sozialpädagogik / Sozialarbeit, Pädagogik
Note
1
Auteur
S. Dormann (Auteur)
Année de publication
2012
Pages
146
N° de catalogue
V194725
ISBN (ebook)
9783656221869
ISBN (Livre)
9783656222354
Langue
allemand
mots-clé
Körperkult Schönheitswahn Essstörungen Sozialpädagogik Pädagogik Diplomarbeit
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
S. Dormann (Auteur), 2012, Körperkult, Schönheitswahn und Essstörungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/194725
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Extrait de  146  pages
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