In dieser Hausarbeit möchte ich mich mit der politischen Partizipation von türkischen Migranten auseinandersetzen. Den Schwerpunkt der Hausarbeit soll die Rolle bzw. der Einfluss ethnischer Gemeinschaften auf die politische Partizipation von türkischen Migranten bilden.
Zunächst werden für diese Hausarbeit entscheidende Begriffe definiert, darauffolgend möchte ich die Rahmenbedingungen einer politischen Partizipation von Migranten auf der Makro- und Mikroebene skizzieren und die Funktion von ethnischen Gemeinschaften erläutern. Anschließend soll anhand einer Fallstudie von Berger/Galonska/Koopmans5 über die politische Partizipation von türkischen Migranten in Berlin der Einfluss von ethnischen Vereinen auf genau jene Partizipation erläutert werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung:
2. Definition: Migranten und ethnische Gemeinschaften
2.1 Migranten
2.2 ethnische Gruppen
3. Rahmenbedingen der Partizipation von Migranten auf der Makro- und Mikroebene
3.1 Makroebene: institutionelle Rahmenbedingungen
3.2 Mikroebene: individuelle Bedingungen
4. Ethnische Gemeinschaften
4.1 Herkunftslandbezogene Interessen
4.2. Aufnahmelandorientierte Interessen
5. Fallbeispiel: Die politische Partizipation von türkischen Migranten in Berlin
6.Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Verhältnis zwischen der Mitgliedschaft in ethnischen Gemeinschaften und der politischen Partizipation von Migranten in Deutschland. Dabei wird insbesondere der Forschungsfrage nachgegangen, ob ethnische Vereine als Orte der Segregation wirken oder ob sie durch die Bündelung von Ressourcen eine aktive Teilhabe im Aufnahmeland fördern können.
- Politische Partizipation von Migranten in der Bundesrepublik Deutschland
- Theoretische Grundlagen zu Migration, ethnischen Gruppen und Sozialkapital
- Institutionelle und individuelle Rahmenbedingungen politischer Teilhabe
- Differenzierung ethnischer Gemeinschaften nach Herkunfts- und Aufnahmelandinteressen
- Fallstudie zur politischen Aktivität türkischer Migranten in Berlin
Auszug aus dem Buch
3.1 Makroebene: institutionelle Rahmenbedingungen
Die politische Partizipation von Migranten in Deutschland ist einerseits durch das seit dem Jahr 2000 gültige Staatsangehörigkeitsrecht und andererseits durch eingeschränkte Partizipationsrechte gekennzeichnet.
Migranten besitzen wie deutsche Staatsangehörige die im Grundgesetz verankerten Grund- und Menschenrechte, zu denen u.a. die freie Persönlichkeitsentfaltung (Art. 2 GG), die freie Religionsausübung (Art.4 GG) und die freie Meinungsäußerung sowie die Pressefreiheit (Art. 5 GG) gehören. Des Weiteren gilt für sie das Petitionsrecht nach Art. 17 GG.
Die unmittelbar in den Grundrechten manifestierten Partizipationsrechte der Versammlungsfreiheit und das Recht der Parteigründung gelten jedoch nicht für Migranten, da diese als Bürgerrechte definiert sind und sie somit ausschließlich deutschen Staatsangehörigen nach Art.116 GG vorbehalten sind. Ist die Versammlungsfreiheit (Art. 8 GG) ist im Grundgesetz zwar noch zunächst auf Deutsche beschränkt wird im §1 des Versammlungsgesetzes die Veranstaltung oder die Teilnahme an einer Versammlung Ausländern freigestellt: “Jedermann hat das Recht, öffentliche Versammlungen und Aufzüge zu veranstalten und an solchen Veranstaltungen teilzunehmen.“
Auch das Wahlrecht ist nach Artikel 20 GG ausschließlich deutschen Staatsbürgern vorbehalten. Eine Ausnahme bilden Einwanderer aus anderen EU-Staaten, die sowohl an den Wahlen zum Europäischen Parlament, als auch an Kommunalwahlen teilnehmen dürfen. Ausländern aus sogenannten Drittländern bleibt auch dieses Recht verwehrt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beleuchtung der gesellschaftlichen Debatte um Migration und Integration sowie Einführung in die Fragestellung der politischen Partizipation.
2. Definition: Migranten und ethnische Gemeinschaften: Definition der zentralen Begriffe „Migranten“ und „ethnische Gruppen“ zur Abgrenzung für die weitere Untersuchung.
3. Rahmenbedingen der Partizipation von Migranten auf der Makro- und Mikroebene: Analyse der rechtlichen Institutionen auf Makroebene sowie der individuellen Ressourcen wie „civic skills“ auf Mikroebene.
4. Ethnische Gemeinschaften: Differenzierung zwischen herkunftslandbezogenen und aufnahmelandorientierten Interessen innerhalb ethnischer Vereine.
5. Fallbeispiel: Die politische Partizipation von türkischen Migranten in Berlin: Empirische Untersuchung des Einflusses von ethnischen Vereinsmitgliedschaften auf das politische Engagement türkischer Migranten.
6.Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse unter Einbeziehung des theoretischen Rahmens und der politischen Relevanz.
Schlüsselwörter
Migration, Politische Partizipation, Ethnische Gemeinschaften, Sozialkapital, Integration, Staatsbürgerschaft, Vereinswesen, Türken, Deutschland, Berlin, Rahmenbedingungen, Civic Voluntarism, Partizipationsressourcen, Interessen, Politische Aktivität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Einfluss von ethnischen Vereinen auf die politische Partizipation von Migranten in Deutschland.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Themenfelder umfassen die rechtlichen Rahmenbedingungen für Migranten, das Konzept des Sozialkapitals sowie die Differenzierung ethnischer Interessen.
Was ist die zentrale Forschungsfrage?
Die Arbeit fragt, ob die Mitgliedschaft in ethnischen Vereinen die politische Partizipation von Migranten im Aufnahmeland fördert oder behindert.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit stützt sich primär auf die Sekundäranalyse einer empirischen Studie von Berger/Galonska/Koopmans aus dem Jahr 2001.
Was steht im Hauptteil im Fokus?
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Begriffsdefinitionen die institutionellen Hürden der Teilhabe sowie die empirischen Ergebnisse der Berliner Fallstudie analysiert.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie ethnische Selbstorganisation, politische Teilhabe, Migrationshintergrund und soziales Kapital.
Warum spielt das „civic voluntarism“-Modell von Sidney Verba eine Rolle?
Das Modell dient dazu, die Bedeutung individueller Ressourcen wie Zeit, Geld und „civic skills“ für das politische Engagement zu erklären.
Welches Ergebnis liefert die Fallstudie zu türkischen Migranten?
Die Studie zeigt, dass eine Mitgliedschaft in ethnischen Vereinen zwar positive Auswirkungen auf die politische Aktivität hat, jedoch keine eindeutige Steigerung des politischen Interesses an Deutschland erzwingt.
Gibt es eine Korrelation zwischen der Identität und politischem Interesse?
Die Untersuchung deutet darauf hin, dass die Beteiligung in ethnischen Vereinen das Interesse an deutscher Politik nur dann signifikant fördert, wenn die Migranten auch gleichzeitig in deutschen Vereinen aktiv sind.
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- Anonym (Autor), 2010, Fördern ethnische Vereine die politische Partizipation von Migranten?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/194776