In der vorliegenden Hausarbeit möchte ich mich mit der Frage
auseinandersetzen, welchen konkreten Einfluss die Erfahrungen des
Nationalsozialismus und des zweiten Weltkrieges auf die Entstehung der AEDM,
sowie die Gestaltung und Aufnahme der Freiheitsrechte in die Charta hatten.
Den Schwerpunkt meiner Hausarbeit soll die inhaltliche Analyse einiger
Freiheitsrechtartikel in Bezug auf die Unrechtserfahrungen des
Nationalsozialismus bilden.Zunächst möchte ich das nationalsozialistische Menschenbild und die
Menschenrechtssituation im Dritten Reich skizzieren und anschließend kurz die
Ideen- und Entstehungsgeschichte der AEDM erläutern. Darauffolgend soll
unter anderem anhand von biografischen Überlieferungen und
Kommissionsdokumenten die Wirkung des Nationalsozialismus auf die
inhaltliche Gestaltung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte
dargestellt und an der beispielhaften Analyse der Präambel und einiger
ausgewählter Artikel hinsichtlich dessen verdeutlicht werden.
Ich möchte anmerken, dass ich in dieser Arbeit Menschenrechte bzw.
Menschenrechtsstandards immer auf das heutige Grundverständnis basierend
auf der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte beziehe. Menschenrechte
sind demnach die vorstaatlichen Rechte eines jeden Menschen, die ihm seit
seiner Geburt zustehen. Sie sind universell, unteilbar und egalitär und ihr Ziel
ist es, die Freiheit und die Würde eines jedes Individuums zu schützen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das Menschenbild und die Menschenrechtssituation im Nationalsozialismus
3. Ideen- und Entstehungsgeschichte der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte
4. Der Einfluss auf die Entstehung und die inhaltliche Gestaltung des Dokuments
4.1 Präambel
4.2 Artikel 1: Freiheit, Gleichheit und Solidarität
4.3 Artikel 3: Recht auf Leben und Freiheit
4.4 Artikel 5: Verbot von Folter:
4.5 Artikel 19 und Artikel 20: Meinungs- und Informationsfreiheit, Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den kausalen Einfluss der Unrechtserfahrungen während des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkriegs auf die Konzeption und die inhaltliche Ausgestaltung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (AEDM) von 1948. Dabei steht insbesondere im Fokus, inwieweit die dort verankerten Freiheitsrechte als direkte Antwort auf totalitäre Praktiken und Menschenrechtsverletzungen des Dritten Reiches zu verstehen sind.
- Nationalsozialistisches Menschenbild und Rassenideologie
- Entstehungsgeschichte der Vereinten Nationen und der Menschenrechtsidee
- Inhaltliche Analyse ausgewählter Artikel der AEDM
- Bedeutung der Nürnberger Prozesse und Kriegsverbrecher-Berichte
- Die AEDM als universelles Gegengewicht zu totalitären Systemen
Auszug aus dem Buch
4.1 Präambel
Der Präambel der AEDM lassen sich bereits erste Hinweise für Ihre Entstehungsgeschichte bzw. Beweggründe für das Zustandekommen des Dokuments und welche Ziele gesetzt wurden entnehmen.
Neben ethnischen und sozialpolitischen Gründen wird auch ein entscheidender historischer Aspekt genannt: „da die Nichtanerkennung und Verachtung der Menschenrechte zu Akten der Barbarei geführt haben, die das Gewissen der Menschheit mit Empörung erfüllen, und da verkündet worden ist, daß (sic!) einer Welt, in der die Menschen Rede- und Glaubensfreiheit und Freiheit von Furcht und Not genießen, das höchste Streben des Menschen gilt.“ In dieser kurzen Formulierung verdichtet sich die Erfahrung des zweiten Weltkrieges, die den Verfassern der Erklärung während der gesamten anderthalbjährigen Erarbeitungszeit vor Augen war. Die Erfahrungen des Zweiten Weltkrieges und des Holocausts sind demnach entscheidende Beweggründe für die Erarbeitung der Erklärung gewesen. Dem Absatz zufolge ist es das Ziel, einen weiteren Holocaust oder ähnliche Abscheulichkeiten zu verhindern, wobei ihnen die gemeinsame Erfahrung des Nationalsozialismus in der Arbeit einte: „The moral outrage thus created gave them a common platform from which to operate and to do the drafting.“ Die Tatsache, dass auf die Geschehnisse des vergangenen Jahrzehnts bereits in der Präambel des Dokuments wiederfinden, lässt auf die hohe Bedeutung für die Entstehung schließen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die historische Zäsur des Jahres 1948 ein und formuliert die zentrale Fragestellung bezüglich des Einflusses der NS-Verbrechen auf die universelle Menschenrechtserklärung.
2. Das Menschenbild und die Menschenrechtssituation im Nationalsozialismus: Dieses Kapitel analysiert die nationalsozialistische Weltanschauung, insbesondere die Rassenideologie und den Sozialdarwinismus, als radikalen Gegenentwurf zu humanistischen Menschenrechtsvorstellungen.
3. Ideen- und Entstehungsgeschichte der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte: Hier wird der völkerrechtliche Kontext von der Atlantik-Charta bis hin zur Gründung der UN-Menschenrechtskommission unter Eleanor Roosevelt nachgezeichnet.
4. Der Einfluss auf die Entstehung und die inhaltliche Gestaltung des Dokuments: Dieser Hauptteil verknüpft die historischen Unrechtserfahrungen mit der Formulierung spezifischer Artikel der Erklärung, darunter das Recht auf Leben, das Folterverbot und politische Freiheitsrechte.
5. Fazit: Das Fazit resümiert, dass die AEDM als direktes, durch den Zweiten Weltkrieg katalysiertes Resultat der Überwindung totalitärer Ideologien zu betrachten ist.
Schlüsselwörter
Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg, Holocaust, Menschenbild, Rassenideologie, Menschenrechte, Vereinte Nationen, Freiheitsrechte, Präambel, Totalitarismus, UN-Menschenrechtskommission, Unrechtserfahrung, Eleanor Roosevelt, Universalität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit untersucht, inwiefern die Grausamkeiten des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkriegs die inhaltliche Ausgestaltung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte von 1948 maßgeblich beeinflusst haben.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind das nationalsozialistische Menschenbild, die Entstehungsgeschichte der UN-Menschenrechtsdeklaration sowie die Analyse konkreter Freiheitsrechte im Kontext historischer Unrechtserfahrungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, dass die AEDM keine bloße idealistische Deklaration ist, sondern als bewusste, normative Reaktion auf die traumatischen Ereignisse und die Menschenrechtsverletzungen der NS-Zeit entstand.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine historisch-analytische Arbeit, die primär auf der Auswertung von Kommissionsdokumenten, historischen Berichten sowie der Analyse einschlägiger Fachliteratur basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden sowohl die ideologischen Grundlagen des NS-Regimes (Rassenlehre, Euthanasie) als auch die Entstehungsgeschichte der UN erläutert. Zudem findet eine inhaltliche Analyse spezifischer Artikel (z.B. Artikel 1, 3, 5, 19, 20) statt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Nationalsozialismus, Menschenrechte, Universalität, Holocaust, Freiheitsrechte und die Arbeit der UN-Menschenrechtskommission.
Warum spielt die Präambel der AEDM für die Argumentation des Autors eine besondere Rolle?
Die Präambel dient als Beleg dafür, dass die Verfasser der Erklärung explizit auf die "Akten der Barbarei" Bezug nahmen, was die unmittelbare Wirkung der NS-Greuel auf die Normsetzung unterstreicht.
Inwiefern beeinflussten die Nürnberger Prozesse die Arbeit der Menschenrechtskommission?
Die Kommission hatte Zugang zu Beweismitteln der Prozesse, was den Delegierten die Unmenschlichkeit des NS-Regimes (z.B. medizinische Experimente) plastisch vor Augen führte und den Druck zur Etablierung verbindlicher Rechte erhöhte.
- Citation du texte
- Anonym (Auteur), 2010, Der Einfluss von Nationalsozialismus und Weltkriegserfahrung auf Entstehung und Inhalt der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/194777