Im Vorwort zu den „Philosophischen Untersuchungen“ wirft Wittgenstein seinem Tractatus logico-philosophicus „schwere Irrtümer“ vor . Trotzdem gehört die „logisch-philosophische Abhandlung“, als die „große Kritik der abendländischen Logik“ , zu den wichtigsten Werken der Philosophie des 20. Jahrhunderts. Das Werk fasziniert gleichermaßen durch Einfachheit und Komplexität. Wittgenstein „bleibt auf Distanz und fordert dazu auf, selbst nachzudenken. Nichts, was er schreibt ist mundgerecht. Vieles erscheint sperrig, wird aber durch die eigene Arbeit an seinen Texten rasch verständlich. Manches erscheint leicht und klar, erweist sich aber als schwer. Aus beiden Gründen können wir von seinen Büchern mehr lernen als aus den meisten Lehrbüchern der Philosophie“ . Es gibt viele unterschiedliche Ansätze den Tractatus zu lesen. Erik Stenius z.B. schreibt im Vorwort zu seinem Kommentar des Tractatus, wie er selbst Wittgensteins Sätze einteilt: Sätze die er zu verstehen glaubt und seines Erachtens richtig sind, Sätze die er zu verstehen glaubt und seines Erachtens falsch sind, Sätze die er nicht versteht und daher unfähig ist ihren Wert einzuschätzen und Sätze die verständlich erscheinen jedoch einen unbestimmten und dunklen Eindruck machen . Treffender kann man es, wie ich finde, nicht formulieren. Diese Arbeit hat sich zur Aufgabe gemacht den Wittgensteinschen Begriff des „Unsinns“ zu untersuchen, also darzulegen, was Wittgenstein unter „Unsinn“ versteht und was einen „unsinnigen“ bzw. „sinnvollen“ Satz charakterisiert.
Ich werde wie folgt vorgehen: Zunächst, nachdem ich den Autor und sein Werk kurz vorgestellt habe, werde ich die Intention des Tractatus darlegen, um mich dann mit der zugrunde gelegten Auffassung von Sprache zu beschäftigen. Hierbei soll deutlich werden, was für Charakteristika einen „sinnvollen“ und damit, ex negativo, einen „unsinnigen“ Satz kennzeichnen. Daraufhin werde ich zusammenfassend den Begriff des „Unsinns“ erläutern. Im letzten Abschnitt soll geklärt werden, warum die Sätze des Tractatus selber „unsinnig“ sind, und warum sie trotzdem ihre Berechtigung haben.
Inhaltsverzeichnis
1.) Einleitung
2.) Leben und Werk Wittgensteins
3.) Tractatus logico-philosophicus
4.) Die Grenzen der Sprache
4.1) Die Intention des Tractatus
4.2) Die Grenzen der Sprache
4.3) Sagen und Zeigen
4.4) Unsinn
4.5) Reductio ad absurdum
5.) Resümee
6.) Literaturverzeichnis
Häufig gestellte Fragen
Was versteht Ludwig Wittgenstein unter „Unsinn“ im Tractatus?
Unsinn sind Sätze, die versuchen, über Dinge zu sprechen, die außerhalb der Grenzen der Sprache liegen, wie etwa Metaphysik oder Ethik.
Was ist der Unterschied zwischen „Sagen“ und „Zeigen“?
Sprache kann Tatsachen in der Welt „sagen“. Höhere Werte wie Ethik oder die logische Form der Sprache selbst können nicht gesagt werden, sie „zeigen“ sich nur.
Warum bezeichnet Wittgenstein seine eigenen Sätze als unsinnig?
Da der Tractatus versucht, die Grenzen der Sprache von innen heraus zu beschreiben, verstößt er gegen seine eigenen Regeln und dient nur als „Leiter“, die man nach dem Aufstieg wegwirft.
Was kennzeichnet einen „sinnvollen“ Satz?
Ein sinnvoller Satz ist ein Bild einer Tatsache; er beschreibt eine mögliche Konfiguration von Gegenständen in der Welt.
Was ist die Hauptintention des Tractatus logico-philosophicus?
Das Werk will das Denken begrenzen, indem es die Grenze der Sprache zieht und klärt, worüber man sinnvoll sprechen kann und worüber man schweigen muss.
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- Florian Heusinger von Waldegge (Autor), 2005, Diesseits und jenseits der Grenzen der Sprache, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/194792