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Besonderheiten und Spannungsfelder des Faches Zeitgeschichte

Título: Besonderheiten und Spannungsfelder des Faches Zeitgeschichte

Ensayo , 2012 , 4 Páginas , Calificación: 1.7

Autor:in: Anonym (Autor)

Historia - Otros
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Die Einteilung der Zeit erfolgt, allgemein gehalten, in drei Kategorien: der Zukunft als Begriff
für alles was kommt, die Gegenwart als Begriff für alles was ist und die Vergangenheit für
alles was war. Die Geschichtsforschung beschäftigt sich mit Ereignissen, die der letztgenannten
Kategorie zuzuordnen sind. Darunter befinden sich solche, die noch immer das Denken
und Handeln der Menschen im besonderen Maß beeinflussen und die Gegenwart mitgestalten.
Ein Großteil dieser fällt in eine Art Grauzone zwischen Gegenwart und Vergangenheit oder
immerhin in eine noch nicht abgeschlossene Epoche, mit der sich in der Geschichtsforschung
das Fach Zeitgeschichte beschäftigt. Die Geschichte, die wir als Zeitgeschichte bezeichnen ist
nicht klar definiert, meint aber die Geschichte, die die Gegenwart unmittelbar mitgeprägt und
den Erfahrungshorizont der Menschen bestimmt. Derzeit betrifft dies das 20. und wenn man
so will, das 21. Jahrhundert. Die Zeit steht nicht still und so ändert sich auch der Zeitraum mit
dem sich die Zeitgeschichtsforschung befasst. Ein Mittelalterhistoriker, wird sich, sofern sich
an der Definition der Epoche nichts ändert, wohl immer in der Zeit zwischen 500 n. Chr. –
1500 n. Chr. bewegen. Womit sich die Zeitgeschichtsforschung heute beschäftigt, wird in
einem Jahrhundert, keine Zeitgeschichte mehr sein und das was heute geschieht, wird 50 Jahre
später die Zeithistoriker beschäftigen. Der Fokus des Faches Zeitgeschichte wird sich stetig
ändern, dabei aber immer auf der jüngsten Vergangenheit liegen. Ich fasse kurz zusammen:
Das Fach Zeitgeschichte bewegt sich immer in der Nähe zur Gegenwart und hat keinen festen
zeitlichen Rahmen. Selbst der thematische Rahmen lässt sich schwer festlegen, zählen doch
Wirtschafts- und Politikgeschichte ebenso zu den Themenfeldern wie gesellschafts-, kultur- oder
geistesgeschichtliche Entwicklungen. Das geographische Spektrum ist ebenso breit gefächert,
eine Beschränkung wird im Zuge der fortschreitenden Globalisierung wohl auch keinen
Sinn ergeben. Die Erforschung der Antike beschränkt sich mehr oder weniger auf den Mittelmeerraum,
die Erforschung des Mittelalters auf den Okzident, die Notwendigkeit der globalen
Orientierung der Zeitgeschichtsforschung wird schon angesichts derzeitiger zentraler Begriffe,
wie Weltkrieg, deutlich. [...]

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsdefinitionen der Zeitgeschichte

2.1 Zeitlicher und thematischer Rahmen

3. Das Spannungsverhältnis zur Gegenwart

3.1 Rolle der Zeitzeugen

3.1.1 Methode Oral History

3.2 Medien, Politik und Erinnerungskultur

4. Selbstverständnis der Zeitgeschichtsforschung

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Das primäre Ziel dieser Arbeit ist es, die komplexen Herausforderungen und das Selbstverständnis der Zeitgeschichtsforschung in einem spannungsgeladenen Umfeld zwischen medialer Vermittlung, politischer Instrumentalisierung und individuellen Erinnerungen zu analysieren.

  • Definition des Fachbereichs Zeitgeschichte und seine zeitliche Abgrenzung
  • Die Bedeutung und Problematik von Zeitzeugnissen als historische Quelle
  • Einsatz und methodische Reflexion der "Oral History"
  • Einfluss von Medien und Politik auf die öffentliche Wahrnehmung von Geschichte
  • Die Perspektivengebundenheit und Objektivität des Historikers

Auszug aus dem Buch

Rolle der Zeitzeugen

Eine viel größere spielen da schon Freunde und Verwandte, vor allem die Älteren, die das „damals“ noch selbst miterlebt haben, Zeitzeugen eben. Sie vermögen es Geschichte lebendig zu machen, geben ihr ein Gesicht – und das darf man nicht vergessen, auch einen eigenen Stempel. Ein Beispiel: Ein Großvater, der im 2. Weltkrieg bei der Wehrmacht war, erzählt seinem wissbegierige Enkel, dass es bei der Wehrmacht keine Hinrichtungen von Kriegsgefangenen oder Juden gab. Diese Aussage ist nach heutigen Erkenntnissen als falsch zu bewerten. Aus Sicht des Großvaters jedoch mag sie stimmen, da es in seinem Frontabschnitt möglicherweise keine Gräueltaten gab oder er davon nichts mitbekommen hat.

Trotzdem hat die Stimme eines Zeitzeugen in der öffentlichen Wahrnehmung ähnlich großes Gewicht wie die eines Zeithistorikers. Zeitzeugen sind für das Fach Zeitgeschichte eine wertvolle Quelle, eine Quelle auf die andere historische Disziplinen nicht zurückgreifen können. Zur Erschließung dieser Quellen wird häufig auf eine Methode zurückgegriffen, die man Oral History nennt. Dabei führt der Historiker Erinnerungsinterviews mit Zeitzeugen, die er später für seine historische Arbeit auswertet. Besonders dann wenn kein Schriftgut vorliegt oder es um die Rekonstruktion der Alltagsgeschichte geht, kommt Oral History zum Einsatz.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Kategorisierung von Zeit sowie die allgemeine Einordnung des Fachbereichs Zeitgeschichte.

2. Begriffsdefinitionen der Zeitgeschichte: Erläuterung der Schwierigkeit einer klaren zeitlichen und thematischen Abgrenzung dieses speziellen Forschungsfeldes.

2.1 Zeitlicher und thematischer Rahmen: Detaillierte Betrachtung darüber, warum Zeitgeschichte keinen festen zeitlichen Rahmen besitzt und wie sich die Themenfelder stetig wandeln.

3. Das Spannungsverhältnis zur Gegenwart: Untersuchung der Problematik, dass Zeitgeschichte unmittelbar mit der Gegenwart verknüpft ist und dadurch Forschungshemmnisse entstehen.

3.1 Rolle der Zeitzeugen: Analyse des Werts und der subjektiven Verzerrung von Zeitzeugenaussagen als historisches Erkenntnismittel.

3.1.1 Methode Oral History: Vorstellung der Methode, durch Interviews mit Zeitzeugen historische Sachverhalte, insbesondere der Alltagsgeschichte, zu erschließen.

3.2 Medien, Politik und Erinnerungskultur: Diskussion über die Beeinflussung des Geschichtsbildes durch Massenmedien, Spielfilme und staatliche Geschichtspolitik.

4. Selbstverständnis der Zeitgeschichtsforschung: Reflexion über die Objektivität des Historikers und die Wächterfunktion des Faches gegenüber der Vergangenheit.

Schlüsselwörter

Zeitgeschichte, Geschichtsforschung, Oral History, Zeitzeugen, Gegenwart, Erinnerungskultur, Medien, Politik, Objektivität, Historiker, Quellenkritik, Alltagsgeschichte, Deutungskonflikt, Geschichtspolitik, Holocaust

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Definition, den Herausforderungen und der methodischen Arbeitsweise der Zeitgeschichtsforschung in einer Gesellschaft, die stark von medialen und politischen Einflüssen geprägt ist.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die Abgrenzung der Zeitgeschichte, der Umgang mit Zeitzeugen, die Bedeutung der Oral History sowie der Einfluss von Medien und Politik auf das öffentliche Geschichtsbild.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, das Spannungsfeld aufzuzeigen, in dem sich Zeitgeschichtsforschung bewegt, und die Notwendigkeit einer kritischen, unabhängigen Rekonstruktion der jüngeren Vergangenheit zu begründen.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär diskutiert?

Ein besonderer Fokus liegt auf der Oral History, also dem Einsatz von Erinnerungsinterviews zur Rekonstruktion historischer Sachverhalte, wenn schriftliche Quellen fehlen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil behandelt die Rolle der Zeitzeugen, die methodische Anwendung der Oral History, die Gefahren von Medien und Politik für das historische Bild sowie das Selbstverständnis des Zeithistorikers.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Zeitgeschichte, Oral History, Erinnerungskultur, Medien, Politik, Objektivität, Zeitzeugen und historische Quellenkritik.

Warum sind Zeitzeugen für Historiker eine Herausforderung?

Zeitzeugen greifen auf ihr persönliches, oft durch soziale Gruppen beeinflusstes Gedächtnis zurück, was zu Deutungskonflikten führen kann, da Erlebtes subjektiv gefärbt oder verfälscht sein kann.

Inwiefern beeinflussen Medien das öffentliche Geschichtsbild?

Medien neigen dazu, Geschichte zu trivialisieren oder emotionalisieren, was ein gefährliches Halbwissen fördern kann und den komplexen historischen Kontext oft überdeckt.

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Detalles

Título
Besonderheiten und Spannungsfelder des Faches Zeitgeschichte
Universidad
Dresden Technical University
Calificación
1.7
Autor
Anonym (Autor)
Año de publicación
2012
Páginas
4
No. de catálogo
V194796
ISBN (Ebook)
9783656209607
Idioma
Alemán
Etiqueta
besonderheiten spannungsfelder faches zeitgeschichte
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Anonym (Autor), 2012, Besonderheiten und Spannungsfelder des Faches Zeitgeschichte, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/194796
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