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Tier, Mensch, Maschine

Descartes' Maschinenbegriff und dessen Verwendung durch La Mettrie in seinem Essay 'L'homme machine'

Título: Tier, Mensch, Maschine

Trabajo Escrito , 2009 , 13 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Maximilian Gilleßen (Autor)

Filosofía - Filosofía de los siglos XVII y XVIII
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Es ist das Ziel dieser Arbeit, die Entwicklung des Maschinen-Begriffs bei Descartes und dessen Ver-wendung durch La Mettries Konzeption des Menschen als Maschine aufzuzeigen unter dem Zeichen zweier Thesen: 1. dass Mechanizität bzw. Maschinalität zu einer wesentlichen metaphorischen Dimension jeglichen Sprechens über ein anthropologisches Selbstverständnis gehört und 2. dass diese Begriffskonstellation von Mensch und Maschine letzten Endes auf das Tier als dritten Term in einer triadischen Relation verweist. Die Beziehungen dieser Triade sollen so in den jeweiligen Konzeptionen Descartes' und La Mettries erarbeitet und deren Konvergenzen und Differenzen deutlich gemacht werden.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Eine Physiologie aus dem Geist der Mechanik

2.1. Die Stellung der Physiologie in Descartes' Systemkonzeption

2.2. Einführung des Maschinenbegriffs als Metapher

2.3. Der Körperautomat

2.4. Beseelte und seelenlose Automaten: Mensch und Tier

3. La Mettries Anthropolgie zwischen Tier und Maschine

3.1. Die Ver-wendung des Maschinenbegriffs

3.2. Mensch und Tier unter dem Zeichen der Maschine

3.3. Empfindende Maschinen

4. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Entwicklung und philosophische Bedeutung der Maschinenmetapher bei René Descartes und Julien Offray de La Mettrie. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das Verständnis des menschlichen Körpers als Maschine sowohl Descartes' cartesianischen Dualismus als auch La Mettries materialistische Anthropologie geprägt hat und welche Konsequenzen dies für das Verhältnis von Mensch, Tier und Maschine hat.

  • Die Mechanisierung des menschlichen Körpers in der Philosophie des 17. Jahrhunderts.
  • Descartes' Leib-Seele-Dualismus und die Konzeption des Tierautomaten.
  • La Mettries Kritik am cartesischen Dualismus und sein Konzept des Menschen als Maschine.
  • Die Bedeutung von Sprache und Vernunft als Abgrenzungsmerkmale zwischen Mensch und Tier.
  • Das Verhältnis von Empfindung, Komplexität und physiologischer Organisation.

Auszug aus dem Buch

2.3. Der Körperautomat

Am umfangreichsten ausgearbeitet findet man die Physiologie Descartes' in seinem Traité de l'homme. Interessanterweise beginnt dieser mit einer Fiktion: „Ich stelle mir einmal vor, daß der Körper nichts anderes sei als eine Statue oder eine Maschine aus Erde, die Gott gänzlich in der Absicht formt, sie uns so ähnlich wie möglich zu machen.“ Diese doppelbödige Vereinigung biblischer Schöpfungsgeschichte mit der Mechanik dient Descartes zum Ausgangspunkt seiner Rekonstruktion eines göttlichen Körperautomaten, dessen Nachbildungscharakter zugleich auf den wirklichen, menschlichen Körper verweist. Einerseits kann dies als rhetorische Maskierung verstanden werden, als Strategie, eine wissenschaftliche Konzeption als unanklagbares Gedankenexperiment auszugeben, andererseits darin eine Schwäche in der Maschinenmetapher selbst aufgedeckt werden, denn die Maschine ist immer schon von der Intention eines anderen abhängig, einem Werkmeister, und so an sich kein Prinzip der Erklärung, sondern nur deren Verschiebung. „Gott ist das personifizierte Rätsel am Körperautomaten.“

Descartes' naturphilosophische Rekonstruktion des Körpers basiert auf hydro-pneumatischen Funktionsprinzipien. Die Blasebälge von Kirchenorgeln und die hydraulisch betriebenen Automatenfiguren der höfischen Gärten dienen dabei zur Erläuterung der zwei geschlossenen, sich gegenseitig regulierenden Regelkreise von Blut und den von Descartes postulierten Spiritus animales. So funktioniert der Körper über einen Kreislauf von Partikelbewegungen, der von der Wärme des Herzens angetrieben wird. Descartes profitierte dabei von William Harveys Publikation seiner experimentellen Beschreibung des Blutkreislaufs, wenngleich er die von Harvey angenommene Bewegung des Herzens aufgrund der Propositionen seiner eigenen Mechanik nicht übernahm. Statt dessen erhitzt die linke Herzkammer in seiner Konzeption jeweils einen einzigen Tropfen Blut, der sich so ausdehnt und in die Körperarterien gepresst wird, insbesondere auf direktem Wege ins Gehirn, wo aus ihm in der Zirbeldrüse schnellbewegte, kleinste Teilchen, die Spiritus animales, destilliert und durch Bewegungen der Epiphyse zur motorischen Kontrolle über die Nervenbahnen in die Muskeln des jeweiligen Körperteil geschickt werden: „So wie man in den Grotten und den Fontänen in den Gärten unserer Könige sehen kann, daß allein die Kraft, mit der das Wasser sich bewegt, [...] hinreicht, um dort allerhand Maschinen in Bewegung zu setzen.“ Dabei werde eine Seele in einem solchen Automaten „ihren Hauptsitz im Gehirn haben und dort wie ein Quellmeister sein, der den Verteiler, an dem alle Röhren dieser Maschine zusammenkommen, bedienen muß“ zur Koordination seiner Bewegungen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Mechanisierung des Weltbildes ein und definiert das Ziel der Arbeit, die Konzeptionen von Descartes und La Mettrie in Bezug auf die Maschinenmetapher und das anthropologische Selbstverständnis zu vergleichen.

2. Eine Physiologie aus dem Geist der Mechanik: Dieses Kapitel analysiert Descartes' mechanistisches Körpermodell, das den menschlichen Körper als Automaten begreift und die Seele von den physiologischen Körperfunktionen trennt.

3. La Mettries Anthropolgie zwischen Tier und Maschine: Dieses Kapitel untersucht, wie La Mettrie die mechanistische Metaphorik aufgreift, um das cartesianische Dualismus-Modell zu überwinden und den Menschen als komplexe, empfindende Maschine zu definieren.

4. Zusammenfassung: Das abschließende Kapitel reflektiert die philosophischen Folgen der Maschinenmetapher, insbesondere die Gefahren der Verdinglichung bei Descartes im Vergleich zu La Mettries Ansatz, der das Verhältnis von Körper, Geist und Tier neu bestimmt.

Schlüsselwörter

Descartes, La Mettrie, Maschinenmetapher, Körperautomat, res extensa, res cogitans, Dualismus, Materialismus, Tierautomat, Physiologie, Mechanik, Empfindung, Anthropologie, Spiritus animales, Sprachfähigkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die philosophische Bedeutung der „Maschine“ als Erklärungsmodell für den menschlichen Körper im Denken von Descartes und La Mettrie.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind das mechanistische Weltbild der Neuzeit, der Leib-Seele-Dualismus, die Abgrenzung zwischen Mensch und Tier sowie die Entwicklung einer materialistischen Anthropologie.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die Entwicklung des Maschinenbegriffs bei Descartes aufzuzeigen und zu untersuchen, wie La Mettrie diesen Begriff nutzt, um die cartesianische Trennung von Mensch und Tier sowie Geist und Körper zu dekonstruieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine diskursanalytische Vorgehensweise, bei der die Originalschriften von Descartes und La Mettrie im Kontext ihrer Zeit und im Vergleich zu zeitgenössischen wissenschaftlichen Erkenntnissen (wie dem Blutkreislauf) interpretiert werden.

Welche Inhalte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung von Descartes' mechanistischer Physiologie und Körperautomaten-Theorie sowie eine detaillierte Analyse von La Mettries Werk „L’homme machine“, insbesondere hinsichtlich der Empfindung und der psychophysischen Einheit.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Maschinenmetapher, cartesianischer Dualismus, Materialismus, Körperautomat, Sprachfähigkeit und die methodische Fiktion der Trennung von Mensch und Tier.

Wie unterscheidet Descartes zwischen Mensch und Tier in seinem Automaten-Modell?

Descartes unterscheidet primär durch die Vernunft und die Sprache. Während der Tierkörper für ihn eine rein mechanische Maschine ist, besitzt der Mensch eine res cogitans, die ihn durch Denken und sprachliche Kommunikation über das rein mechanische Tier erhebt.

Was versteht La Mettrie unter einer „empfindenden Maschine“?

La Mettrie postuliert, dass alle seelischen Vermögen in direkter Abhängigkeit zur physischen Komplexität des Gehirns und Körpers stehen. Die „Seele“ ist für ihn lediglich ein Bewegungsprinzip innerhalb der komplex organisierten Materie.

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Detalles

Título
Tier, Mensch, Maschine
Subtítulo
Descartes' Maschinenbegriff und dessen Verwendung durch La Mettrie in seinem Essay 'L'homme machine'
Universidad
Free University of Berlin  (Institut für Philosophie)
Curso
Theoretische Philosophie der Neuzeit
Calificación
1,0
Autor
Maximilian Gilleßen (Autor)
Año de publicación
2009
Páginas
13
No. de catálogo
V194813
ISBN (Ebook)
9783656203209
ISBN (Libro)
9783656203889
Idioma
Alemán
Etiqueta
Descartes La Mettrie Dualismus res cogitans Maschine Körperautomat Maschinenmetapher Metaphorologie mechanomorph Rationalismus Tier Traité de l'homme La description du corps humain Les passions de l'âme Discours de la méthode Menschmaschine William Harvey Irritabilität Anthropologie Physiologie
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Maximilian Gilleßen (Autor), 2009, Tier, Mensch, Maschine, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/194813
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