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Friedenssicherung im Kongo: EUFOR RD Congo und die Präsidentschaftswahlen 2006 in der DR Kongo

Titel: Friedenssicherung im Kongo: EUFOR RD Congo und die Präsidentschaftswahlen 2006 in der DR Kongo

Magisterarbeit , 2010 , 126 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Jan-David Blaese (Autor:in)

Politik - Thema: Europäische Union
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Von Juni 2006 an sicherte eine Militäroperation der Europäischen Union, 'EUFOR RD Congo', vier Monate lang die Durchführung der ersten freien und fairen Präsidentschaftswahlen seit mehr als 40 Jahren in der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo) ab. Die Militärmission unterstützte die 'Operation United Nations Organization Mission in the Democratic Republic of Congo' (MONUC) der Vereinten Nationen (VN), welche bereits seit 1999 in der DR Kongo stationiert ist.

Ein autokratisches, neopatrimoniales Regierungssystem, ökonomische Krisen und externe Effekte führten Anfang der 90er Jahre zum Zusammenbruch des kongolesischen Staates. Zwischen 1998 und 2002 wurde auf dem Territorium der DR Kongo der von der ehemaligen US-Außenministerin Madeleine Albright als First African World War bezeichnete Krieg mehrerer afrikanischer Staaten ausgetragen. Erst nach der Machtübernahme des Präsidentenamtes durch Joseph Kabila, dem Sohn des 2001 ermordeten Präsidenten Laurent-Désiré Kabila, und der Ratifizierung des Friedensabkommens von Sun City im Jahr 2003 verbesserte sich die Situation. Die externen Kriegsakteure zogen sich aus dem Staatsgebiet der DR Kongo zurück und es kam zu einem ökonomischen Aufschwung.

Dennoch, auch nach Abschluss des Friedensabkommens blieb das Ausmaß der Gewalt in der DR Kongo hoch und die Durchsetzungskraft staatlicher Institutionen gering. Deshalb wurden die Präsidentschaftswahlen mit der Hoffnung auf die Schaffung eines nachhaltigen Friedens verknüpft. Die Absicherungskräfte der EU zogen sich nach Durchführung der Wahlen zurück. Wenig später brachen Konflikte zwischen der kongolesischen Zentralregierung und Rebellengruppierungen wieder auf und das Ausmaß der Gewalt in der DR Kongo erhöhte sich erneut.

Vor diesem Hintergrund ist der Gegenstand dieser Arbeit die EUFOR RD Congo Mission zur Absicherung der Präsidentschaftswahlen in der DR Kongo und die Auswirkungen der militärischen Operation.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Problemkontext

1.2 Gegenstand der Arbeit und Darlegung der Arbeitshypothesen

1.3 Forschungsstand

1.4 Aufbau der Arbeit

1.5 Situation der DR Kongo vor den Wahlen

2. EUFOR RD Congo als Peacebuilding-Operation

2.1 Theoretische Verortung der Arbeit

2.2 Peacebuilding-Begriff und kritische Reflexion

2.3 Operationalisierung

3. Grundlagen, Planung und Durchführung von EUFOR RD Congo

3.1 Grundlagen von EUFOR RD Congo

3.1.1 Entwicklung der Europäischen Sicherheits- und Verteidigungs Politik

3.1.2 Bestimmende Akteure innerhalb der ESVP

3.1.3 Strategische Leitdokumente im Rahmen der ESVP

3.1.4 Zusammenarbeit zwischen der Europäischen Union und den Vereinten Nationen

3.2 Planung von EUFOR RD Congo

3.2.1 Zielbestimmungen von EUFOR RD Congo

3.2.2 Interessen der beiden größten Truppensteller Deutschland und Frankreich

3.2.3 Finanzierung von EUFOR RD Congo

3.2.4 Konzeptionsphase von EUFOR RD Congo

3.3 Durchführung von EUFOR RD Congo

3.3.1 Ablauf der Wahlen in der DR Kongo

3.3.2 EUFOR RD Congo während der Präsidentschaftswahlen in der DR Kongo

3.3.3 Zusammenarbeit zwischen EUFOR RD Congo und dritten Akteuren vor Ort

3.3.4 Probleme und Defizite des Einsatzes

3.3.5 Exkurs: Die Parlaments- und Gouverneurswahlen in der DR Kongo

4. Auswirkungen von EUFOR RD Congo

4.1 EUFOR RD Congo, Peacebuilding und die Abhaltung von Wahlen

4.2 Auswirkungen von EUFOR RD Congo auf die DR Kongo

4.2.1 Situation der DR Kongo nach den Präsidentschaftswahlen 2006

4.2.2 Methodische Verortung und Problematik der Validität von Zahlen

4.2.3 Auswahl und Prüfung der Indikatoren

4.3 Auswirkungen von EUFOR RD Congo auf die ESVP

5. Überprüfung der Hypothesen und Schlussbetrachtung

5.1 Überprüfung der ersten Hypothese

5.2 Überprüfung der zweiten Hypothese

5.3 Schlussbetrachtung: Möglichkeiten und Grenzen eines nachhaltigen Friedens in der DR Kongo

Zielsetzung & Themen

Diese Magisterarbeit analysiert die Auswirkungen der EU-Militäroperation EUFOR RD Congo auf die Demokratische Republik Kongo im Kontext der Präsidentschaftswahlen 2006. Ziel der Untersuchung ist es, zu prüfen, inwieweit die Absicherung der Wahlen durch die EU tatsächlich zu einem nachhaltigen innerstaatlichen Frieden beitragen konnte und in welchem Verhältnis die Mission zu den weitergehenden politischen Interessen der Europäischen Union und ihrer Mitgliedstaaten stand.

  • Analyse von Peacebuilding-Operationen im Kontext von Post-Konfliktwahlen
  • Untersuchung der Entscheidungsfindung und Interessenslage von EU-Mitgliedstaaten
  • Evaluierung des operativen Erfolgs der Mission EUFOR RD Congo
  • Überprüfung der Wirksamkeit demokratischer Wahlen als Instrument der Friedenssicherung
  • Methodische Anwendung von Governance-Indikatoren zur Zustandsanalyse des kongolesischen Staates

Auszug aus dem Buch

1.1 Problemkontext

Von Juni 2006 an sicherte eine Militäroperation der Europäischen Union, EUFOR RD Congo, vier Monate lang die Durchführung der ersten freien und fairen Präsidentschaftswahlen seit mehr als 40 Jahren in der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo) ab. Die Militärmission unterstützte die Operation United Nations Organization Mission in the Democratic Republic of Congo (MONUC) der Vereinten Nationen (VN), welche bereits seit 1999 in der DR Kongo stationiert ist.

Ein autokratisches, neopatrimoniales Regierungssystem, ökonomische Krisen und externe Effekte führten Anfang der 90er Jahre zum Zusammenbruch des kongolesischen Staates. Zwischen 1998 und 2002 wurde auf dem Territorium der DR Kongo der von der ehemaligen US-Außenministerin Madeleine Albright als First African World War bezeichnete Krieg mehrerer afrikanischer Staaten ausgetragen. Erst nach der Machtübernahme des Präsidentenamtes durch Joseph Kabila, dem Sohn des 2001 ermordeten Präsidenten Laurent-Désiré Kabila, und der Ratifizierung des Friedensabkommens von Sun City im Jahr 2003 verbesserte sich die Situation. Die externen Kriegsakteure zogen sich aus dem Staatsgebiet der DR Kongo zurück und es kam zu einem ökonomischen Aufschwung.

Dennoch, auch nach Abschluss des Friedensabkommens blieb das Ausmaß der Gewalt in der DR Kongo hoch und die Durchsetzungskraft staatlicher Institutionen gering. Deshalb wurden die Präsidentschaftswahlen mit der Hoffnung auf die Schaffung eines nachhaltigen Friedens verknüpft. Die Absicherungskräfte der EU zogen sich nach Durchführung der Wahlen zurück. Wenig später brachen Konflikte zwischen der kongolesischen Zentralregierung und Rebellengruppierungen wieder auf und das Ausmaß der Gewalt in der DR Kongo erhöhte sich erneut.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in den Kontext der DR Kongo ein, erläutert die Forschungsfrage hinsichtlich der Auswirkungen von EUFOR RD Congo und legt die Hypothesen der Arbeit fest.

2. EUFOR RD Congo als Peacebuilding-Operation: In diesem Kapitel wird das theoretische Konzept des Peacebuilding erörtert, kritisch reflektiert und operationalisiert, um die Militäroperation theoretisch einzuordnen.

3. Grundlagen, Planung und Durchführung von EUFOR RD Congo: Das Kapitel behandelt die Entwicklung der ESVP, die institutionelle Planung der EU-Mission, die Interessen der beteiligten Staaten sowie den tatsächlichen Ablauf der Operation.

4. Auswirkungen von EUFOR RD Congo: Hier wird anhand theoretischer Ansätze und empirischer Indikatoren untersucht, welche tatsächlichen Auswirkungen die Mission auf die DR Kongo und die europäische Sicherheits- und Verteidigungspolitik hatte.

5. Überprüfung der Hypothesen und Schlussbetrachtung: Dieses Kapitel fasst die Ergebnisse der Hypothesenprüfung zusammen und diskutiert abschließend die Chancen und Limitierungen nachhaltiger Friedensprozesse im Kongo.

Schlüsselwörter

DR Kongo, EUFOR RD Congo, ESVP, Peacebuilding, Präsidentschaftswahlen 2006, MONUC, Friedenskonsolidierung, Post-Konfliktwahlen, Krisenmanagement, Sicherheitspolitik, Krisenreaktion, Demokratisierung, Governance, Interventionspolitik, Nachhaltiger Frieden.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der EU-Militäroperation EUFOR RD Congo und deren Beitrag zur Absicherung der Präsidentschaftswahlen 2006 in der Demokratischen Republik Kongo.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentral sind die Verknüpfung von militärischen Kriseninterventionen mit der theoretischen Konzeption des Peacebuilding sowie die Rolle der ESVP in komplexen internationalen Konfliktlagen.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, welche Auswirkungen die ESVP-Mission EUFOR RD Congo hatte und inwieweit die Abhaltung der Präsidentschaftswahlen unter militärischer Absicherung zu einem nachhaltigen Frieden beitragen konnte.

Welche wissenschaftliche Methodik wird verwendet?

Die Untersuchung basiert auf einer theoretischen Verortung im Peacebuilding-Kontext, ergänzt durch eine qualitative Analyse sowie die quantitative Auswertung von Governance-Indikatoren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die institutionellen Grundlagen der ESVP, die konkrete Planung und Durchführung der Mission sowie eine Wirkungsanalyse auf Basis politischer und sozioökonomischer Daten.

Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Peacebuilding, ESVP, Post-Konfliktwahlen, nachhaltiger Frieden, Institutionen der EU und die politische Entwicklung in der DR Kongo.

Welche Rolle spielte die Kooperation mit der UN (MONUC)?

Die Kooperation mit der UN-Mission war die essenzielle Basis für den Einsatz; die Arbeit beleuchtet die institutionellen Absprachen und operativen Herausforderungen bei der Zusammenarbeit beider Missionen.

Warum konnte die Mission keinen nachhaltigen Frieden garantieren?

Die Arbeit stellt fest, dass die Mission primär auf die Wahlabsicherung ausgerichtet war, während die tiefsitzenden strukturellen Probleme des Staates und der kurze Mandatszeitraum eine langfristige Stabilisierung verhinderten.

Welche Lehren zieht der Autor für künftige EU-Missionen?

Der Autor fordert eine stärkere Vereinfachung der institutionellen Strukturen sowie eine bessere Abstimmung zwischen zivilen und militärischen Komponenten, um in Zukunft unabhängig von kurzfristigen Interessen agieren zu können.

Ende der Leseprobe aus 126 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Friedenssicherung im Kongo: EUFOR RD Congo und die Präsidentschaftswahlen 2006 in der DR Kongo
Hochschule
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Note
1,3
Autor
Jan-David Blaese (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
126
Katalognummer
V194952
ISBN (eBook)
9783656214380
ISBN (Buch)
9783656218418
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Europäische Union Sicherheitspolitik Internationale Politik Demokratische Republik Kongo
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Jan-David Blaese (Autor:in), 2010, Friedenssicherung im Kongo: EUFOR RD Congo und die Präsidentschaftswahlen 2006 in der DR Kongo, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/194952
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