Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Philosophy - Philosophy of the 17th and 18th Centuries

Descartes' Gottesbeweise in den Meditationen

Title: Descartes' Gottesbeweise in den Meditationen

Term Paper , 2012 , 16 Pages

Autor:in: Fabian Roll (Author)

Philosophy - Philosophy of the 17th and 18th Centuries
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Ziel der folgenden Untersuchung ist es, die Positionen von Descartes' beiden Gottesbeweisen in ihrem Verhältnis zueinander und hinsichtlich ihrer Rolle in der Argumentationsstruktur der Meditationen insgesamt zu erarbeiten. Im Ersten Teil der folgenden Betrachtungen werden die wesentlichen Voraussetzungen erarbeitet, um sich anschließend dem ideentheoretischen Gottesbeweis der Dritten Meditation und dem ontologischen Gottesbeweis der Fünften Meditation im Einzelnen zu widmen. Die Einzelbetrachtungen führen im weiteren Verlauf der Untersuchung sowohl zu einer Analyse des Bedeutungszusammenhangs beider Beweise, als auch zu einer Aussage hinsichtlich ihrer Stellung in Descartes‘ Meditationen. Hierbei ist das Werk von Dominik Perler zu erwähnen, welches für die folgenden Betrachtungen sehr hilfreich war.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Wesentliche Voraussetzungen für die Gottesbeweise

2.1. Der methodische Zweifel

2.2. Die Erkenntnis der eigenen Existenz

3. Der Gottesbeweis der Dritten Meditation

3.1. Die Ideenlehre

3.2. Der ideentheoretische Gottesbeweis

4. Der Gottesbeweis der Fünften Meditation

4.1. Ursachen des Sich-Täuschens

4.2. Der ontologische Gottesbeweis

5. Stellung der Gottesbeweise

6. Kritik

7. Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle und das Verhältnis der zwei Gottesbeweise von René Descartes in seinen Meditationes de prima philosophia, um zu erörtern, inwiefern diese für die Argumentationsstruktur seines neuen Wissenssystems notwendig sind.

  • Methodischer Zweifel als Ausgangspunkt für die Wissensbegründung
  • Charakterisierung und Funktion der Erkenntnis der eigenen Existenz (Cogito)
  • Analyse des ideentheoretischen Gottesbeweises der Dritten Meditation
  • Untersuchung des ontologischen Gottesbeweises der Fünften Meditation
  • Kritische Reflexion über die Beweiskraft der Argumentationen

Auszug aus dem Buch

3.1. Die Ideenlehre

Für die Klärung der möglichen Existenz Gottes ist die sichere Erkenntnis der eigenen Existenz unzureichend. Descartes ist der Ansicht, dass es zunächst zu untersuchen gilt, wie die Idee eines Gottes entsteht. Dies ist vor allem Voraussetzung für den ideentheoretischen Gottesbeweis der Dritten Meditation, welcher im späteren Verlauf dieses Kapitels analysiert wird. Für die Errichtung eines neuen Wissenssystems reicht es also nicht aus, ein unbezweifelbares Fundament zu haben. Man benötigt auch Meinungen bzw. Ideen, die auf dieser Grundlage beruhen und im Gegensatz zu den falschen und bezweifelbaren Meinungen des alten Wissenssystems wahr sind.

Unter Ideen versteht Descartes also das, „was aus der Aktivierung von geistigen Fähigkeiten resultiert: geistige Akte und Zustände.“ Der Terminus „Idee“ wird also als Äquivalent mit dem Terminus „Gedanke“ eingeführt. Dabei bestehen Ideen immer aus jeweils zwei Aspekten, die es zu unterscheiden gilt: Auf der einen Seite die geistigen Vorkommnisse, bzw. der Akt des Denkens, und auf der anderen Seite das, was durch diesen Akt repräsentiert wird: der repräsentative Gehalt einer Idee. Descartes nennt diesen Gehalt „objektive Realität“. Ideen können allerdings „im eigentlichen Sinne [nicht] falsch sein, wenn sie allein für sich betrachtet werden, und ich sie nicht auf irgendetwas anderes beziehe; denn ob ich mir nun eine Ziege oder eine Chimäre vorstelle, so ist es nicht weniger wahr, daß [sic] ich mir das eine vorstelle als das andere.

Wichtig ist hierbei, dass die beiden Aspekte einer Idee immer zusammen gehören. Es kann keinen Denkakt ohne repräsentativen Gehalt vollzogen werden und im Umkehrschluss kann kein repräsentativer Gehalt ohne einen zugehörigen Denkakt stehen. Laut Descartes gibt es verschiedene Arten von Ideen: „Von [den] Ideen aber scheinen mir die einen angeboren, die anderen erworben und wieder andere von mir selbst erzeugt zu sein […]. Unter erworbenen Ideen versteht er jene, die auf Wahrnehmungsprozesse beruhen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung skizziert die Problematik, dass Descartes für seine neue Wissenschaft nicht nur das eigene Ich, sondern auch Gott als Fundament benötigt.

2. Wesentliche Voraussetzungen für die Gottesbeweise: Dieses Kapitel erläutert den methodischen Zweifel als notwendigen ersten Schritt und die darauf aufbauende Erkenntnis des eigenen denkenden Ichs (res cogitans).

3. Der Gottesbeweis der Dritten Meditation: Hier wird die Ideenlehre eingeführt, um darzulegen, wie Descartes aus der Idee Gottes auf dessen notwendige Existenz schließt.

4. Der Gottesbeweis der Fünften Meditation: Das Kapitel befasst sich mit dem ontologischen Gottesbeweis, der Gott unabhängig von Erfahrung allein durch sein Wesen als notwendig existierend bestimmt.

5. Stellung der Gottesbeweise: Es wird analysiert, dass die Gottesbeweise inhaltlich verknüpft sind und eine zentrale Rolle in der Metaphysik des Ichs spielen.

6. Kritik: Hier werden Einwände gegen die logische Zwingendheit der Gottesbeweise, insbesondere hinsichtlich der Kausalität und der Definition von Existenz als Eigenschaft, diskutiert.

7. Schlussbemerkung: Die Arbeit fasst zusammen, dass die Gottesbeweise trotz der Kritik formale Bestandteile von Descartes' Philosophie bleiben und als Hilfsmittel dienen, um das Außersubjektive zu begründen.

Schlüsselwörter

René Descartes, Meditationes de prima philosophia, Gottesbeweis, Methodischer Zweifel, Cogito, res cogitans, Ideenlehre, Objektive Realität, Ontologischer Gottesbeweis, Metaphysik, Wahrheitskriterium, Existenz, Kausalität, Vollkommenheit, Erkenntnistheorie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Funktion und Argumentationsstruktur der beiden Gottesbeweise von René Descartes in seinen Meditationes de prima philosophia.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind der methodische Zweifel, das Cogito-Argument, die Ideenlehre, die Unterscheidung verschiedener Realitätsgrade sowie die kritische Auseinandersetzung mit der metaphysischen Begründung der Existenz Gottes.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, das Verhältnis der Gottesbeweise der dritten und fünften Meditation zueinander zu analysieren und ihre Rolle für die Stabilität des gesamten cartesischen Wissenssystems zu erarbeiten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine philosophische Untersuchung, die textnah argumentiert und auf fachwissenschaftliche Sekundärliteratur (etwa Dominik Perler) zurückgreift.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die methodischen Voraussetzungen (Zweifel und Cogito), die detaillierte Analyse der beiden Beweisgänge, deren gegenseitige Stützung und eine kritische Diskussion der Prämissen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Gottesbeweis, methodischer Zweifel, Cogito, Ideenlehre und ontologischer Beweis charakterisieren.

Warum benötigt Descartes überhaupt einen Gottesbeweis für seine Philosophie?

Descartes benötigt Gott, um ein über sein eigenes Ich hinausgehendes, zuverlässiges Fundament für die Außenwelt und die Wahrheit zu schaffen, da er ohne Gott Gefahr läuft, in einem radikalen Zweifel zu verharren.

Welcher Unterschied besteht zwischen dem ideentheoretischen und dem ontologischen Gottesbeweis?

Der ideentheoretische Beweis geht von der Idee Gottes in uns aus und fragt nach deren Ursache, während der ontologische Beweis versucht, die Existenz direkt aus dem Begriff und dem vollkommenen Wesen Gottes abzuleiten.

Excerpt out of 16 pages  - scroll top

Details

Title
Descartes' Gottesbeweise in den Meditationen
Author
Fabian Roll (Author)
Publication Year
2012
Pages
16
Catalog Number
V194967
ISBN (eBook)
9783668716803
ISBN (Book)
9783668716810
Language
German
Tags
descartes gottesbeweise meditationen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Fabian Roll (Author), 2012, Descartes' Gottesbeweise in den Meditationen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/194967
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  16  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint