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Gesundheit und soziale Schicht: Österreichs Gesundheitswesen als Problemfall

Titre: Gesundheit und soziale Schicht: Österreichs Gesundheitswesen als Problemfall

Thèse de Master , 2011 , 169 Pages

Autor:in: MMag. MA, MBA Leonhard Heinzl (Auteur)

Economie politique - Economie de la santé
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Résumé Extrait Résumé des informations

Menschen achten oftmals nicht nachhaltig und behutsam auf ihre Gesundheit, da neben Fehlernährung, Bewegungsmangel bzw. einseitige Belastung des Bewegungsapparates auch eine bewusste Schädigung der Gesundheit durch den Konsum von legalen bzw. illegalen Substanzen in Kauf genommen wird.
Jedoch wird von jedem Individuum erwartet, dass im Anlassfall alle erdenklichen Maßnahmen für die Aufrechterhaltung und Wiederherstellung der eigenen Gesundheit unternommen werden, gleich wie viele Kosten dadurch entstehen. Auf der einen Seite sind wir in Österreich in der glücklichen Lage, dass jeder Mensch, unabhängig von Geschlecht, Religion, sozialem Status usw. im Akut fall die gleichen medizinischen Leistungen in Anspruch nehmen kann. Auf der anderen Seite wird von den PatientInnen in Österreich das Gesundheitssystem, glaubt man den Zahlen der OECD, übermäßig viel in Anspruch genommen. Hier ist vor allem auf die überproportional hohe Anzahl an diagnostischen Untersuchungen zu verweisen, welche, speziell in Oberösterreich, verglichen mit Internationalen Daten, an der Spitze liegen. Genau hier beginnen die Kosten multiplikativ zu steigen, da der „Moral Hazard“ durch die PatientInnen aber auch durch die Ärztinnen und Ärzte bzw. Krankenhausträger zu tragen kommt, da die PatientInnen kein Interesse daran haben im Anlassfall an die verursachten Kosten zu denken und auch die Träger haben großes Interesse daran, dass die, für Diagnostik zur Verfügung gestellten Geräte und Instrumentarien eingesetzt werden, da mit einer höheren Anzahl an Untersuchungen die Skalenerträge des jeweiligen medizinischen Gerätes steigen, indem die durchschnittlichen Kosten pro Untersuchung sinken, jedoch die Vergütung pro Untersuchung immerwährend gleich bleibt.
In dieser Arbeit wird eine der größten Studien weltweit vorgestellt, welche die PatientInnen im Anlassfall befragt, wodurch versucht wird, einen etwaigen Zusammenhang von sozialer Herkunft, mit der Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen und der Notwendigkeit eines Aufsuchens einer Akutambulanz in einem Krankenhaus aufzeigt und in Verbindung setzt. Schlussendlich sollen zwei Möglichkeiten aufgezeigt werden, die zu einer etwaigen Kostendämpfung bei gleichbleibend guter Gesundheitsversorgung beitragen könnten. Meiner Meinung nach wird Selbstverantwortung das „Zauberwort“ sein, welches im Gesundheitswesen in den nächsten Jahren Einzug halten muss.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Ausgangssituation und Problemstellung

2 Ziel dieser Arbeit

3 Theorie

3.1 Wohlfahrtsstaatliche Theorie – Expansion oder Rückbau

3.2 Gesundheitsökonomische Theorie

3.2.1 Effizienz und gerechte Verteilung

3.2.2 Gesundheitsgüter und allokatives Versagen

3.2.2.1 Externe Effekte und der Kollektivcharakter von Gesundheitsgütern

3.2.2.2 Optionalgut medizinische Leistung

3.2.2.3 Konsumentensouveränität

3.2.2.4 Asymmetrisches Gesundheitswissen

3.2.2.5 Steigende Skalenerträge

3.2.3 Allokatives Marktversagen im Krankenversicherungsmarkt

3.2.3.1 Krankenversicherungsmarkt und asymmetrische Information

3.2.3.2 Trittbrettfahrer

4 Methodik

4.1 Der Fragebogen

4.1.1 Struktur des Fragebogens

4.1.1.1 Fragebogen Patient/Patientin

4.1.1.2 Fragebogen Mediziner/Medizinerin

4.2 Aufbau des Fragebogens

5 Sozial- und Wohlfahrtsstaat

5.1 Die Entwicklung des österreichischen Sozialsystems

5.2 Sozialstaat und Verfassung

5.3 Herausforderungen der Sozialstaaten

5.3.1 Globalisierung und Wohlfahrtsstaat

5.3.2 Modernisierung des Sozialstaats

5.3.2.1 Vom Wohlfahrtsstaat zum Wettbewerbsstaat?

5.3.2.2 Deregulierung und Wohlfahrtsstaatenwandel im Schatten der Hierarchie

5.3.2.3 Betrachtungsweisen des Neoliberalismus in Österreich

5.4 Kriterien für sozial- und wohlfahrtsstaatlicher Einstellungen

5.5 Die drei Welten des Wohlfahrtskapitalismus

5.5.1 Der konservative Sozialstaat

5.5.2 Der liberale Wohlfahrtsstaat

5.5.3 Der sozialdemokratische Wohlfahrtsstaat

5.6 Kritik am Wohlfahrtsstaat: Soziologie vs. Ökonomie

6 Bedeutung von Arbeit

6.1 Arbeit und Gesundheit

6.2 Gegenwärtige Entwicklung der Arbeitswelt

6.3 Demographische Entwicklung

7 Soziale Ungleichheit und Gesundheit

7.1 Arbeitslosigkeit und Gesundheit

7.2 Präventionshypothese vs. Deprivationshypothese

8 Historischer Hintergrund der Sozialversicherung

8.1 Die Versicherten

8.2 Leistungs- und Aufgabenumfang der Sozialversicherung

8.3 Organisation der Sozialversicherung

9 Struktur des Gesundheitswesens in Österreich

9.1.1 Länder und Gemeinden

9.2 Finanzierung

9.3 Sozialversicherung vs. Zusatzkrankenversicherung

9.3.1 Die Versicherungsprämie in der Zusatzkrankenversicherung

9.3.2 Das Risiko

9.3.3 Steuerliche Absetzbarkeit

9.4 Zusatzkrankenversicherung in Österreich

10 Inanspruchnahme der Gesundheitsleistungen

10.1 Inanspruchnahme der Gesundheitsleistung im extramuralen Bereich

10.2 Inanspruchnahme der Gesundheitsleistung im intramuralen Bereich

10.3 Inanspruchnahme der Gesundheitsleistung und Alter

10.4 Inanspruchnahme der Gesundheitsleistungen und Arbeitslosigkeit

10.5 Gesundheitszustand und Migration

10.6 Lösungsansatz Gesundheitszentren

11 Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Diese Masterthesis untersucht das österreichische Gesundheitssystem vor dem Hintergrund steigender Kosten und der sogenannten "Kostenfalle". Ziel der Arbeit ist es, durch eine empirische Untersuchung der Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen – insbesondere im Hinblick auf die soziale Schichtzugehörigkeit der PatientInnen – aufzuzeigen, wie das System durch gezielte Interventionsansätze, wie etwa die Einführung von Gesundheitszentren und mehr Eigenverantwortung, nachhaltig gesichert werden kann.

  • Analyse der Inanspruchnahme medizinischer Leistungen durch PatientInnen in Akutambulanzen.
  • Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft, Bildung, Erwerbsstatus und dem Gesundheitsverhalten.
  • Kritische Beleuchtung der ökonomischen und soziologischen Faktoren im österreichischen Sozial- und Wohlfahrtsstaat.
  • Entwicklung von Reformvorschlägen zur Kostendämpfung bei gleichzeitig hoher Versorgungsqualität.

Auszug aus dem Buch

1 Ausgangssituation und Problemstellung

Gesundheit ist das größte Gut der Menschheit, denn ohne Gesundheit relativiert sich vieles. Österreich investiert viel Geld dafür, dass den Menschen in unserem Land eine bestmögliche Gesundheitsversorgung zukommt. Betrachtet man den Anstieg der Gesundheitsausgaben gemessen am BIP, zeigt sich, dass die Finanzierung einer Spitzenmedizin, welche für alle Österreicherinnen und Österreicher gleichermaßen zugänglich ist, in den nächsten Jahren in Bedrängnis kommen wird, sollte in die derzeitige Entwicklung nicht regulierend eingegriffen werden.

Genau hier ist meine Motivation für diese Arbeit zu finden, da ich der Meinung bin, dass im Gesundheitswesen, welches sehr komplex und wo alle Akteurinnen sehr sensibel auf Veränderungen reagieren, keine einseitigen Änderungen vorgenommen werden sollen. Mit den in dieser Arbeit vorgestellten Interventionsmöglichkeiten wird eine breite Veränderung im Gesundheitswesen angestrebt, welche vor allem bei einer Verhaltensänderung aller, im Gesundheitswesen Beteiligten ansetzt. Das Kernstück der Arbeit stellt eine quantitative Befragung von PatientInnen und ÄrztInnen dar, wodurch eine etwaige unterschiedliche Inanspruchnahme bzw. Nachfragen von medizinischen Gesundheitsleistungen aufgrund sozialer Herkunft erforscht werden soll. Dazu wird im Kapitel 10 noch genauer eingegangen.

Zusammenfassung der Kapitel

Ausgangssituation und Problemstellung: Dieses Kapitel erläutert die Motivation für die Arbeit angesichts steigender Gesundheitskosten und die Notwendigkeit, das System durch Verhaltensänderungen effizienter zu gestalten.

Ziel dieser Arbeit: Hier werden die Interventionsansätze sowie das Ziel der quantitativen Patientenbefragung in verschiedenen Krankenhäusern zur Identifikation von Verbesserungspotenzialen dargelegt.

Theorie: Es erfolgt eine fundierte Auseinandersetzung mit wohlfahrtsstaatlichen und gesundheitsökonomischen Theorien, um die Mechanismen hinter Marktversagen und Sozialsystemen zu verstehen.

Methodik: Dieses Kapitel beschreibt den empirischen Forschungsansatz, inklusive der Erhebung mittels Fragebögen bei PatientInnen und ExpertInneninterviews.

Sozial- und Wohlfahrtsstaat: Eine historische und theoretische Reflexion des österreichischen Sozialsystems im Kontext europäischer Entwicklungen und politischer Herausforderungen.

Bedeutung von Arbeit: Untersuchung des Einflusses von Erwerbsarbeit auf den sozialen Status, das Selbstwertgefühl und die Gesundheit eines Individuums.

Soziale Ungleichheit und Gesundheit: Analyse der Korrelation zwischen sozialem Status (Bildung, Beruf, Einkommen) und Morbidität bzw. Mortalität.

Historischer Hintergrund der Sozialversicherung: Ein Rückblick auf die Entstehung und Entwicklung der Sozialversicherung in Österreich seit dem späten Mittelalter.

Struktur des Gesundheitswesens in Österreich: Eine detaillierte Übersicht der Kompetenzverteilung zwischen Bund, Ländern und Versicherungsträgern.

Inanspruchnahme der Gesundheitsleistungen: Auswertung der empirischen Daten hinsichtlich der Nutzung von Akutambulanzen und der Einflussfaktoren wie Alter, Herkunft und Bildung.

Fazit und Ausblick: Zusammenfassung der Ergebnisse mit konkreten Lösungsvorschlägen, wie etwa einem dreistufigen Sozialversicherungsmodell und der Implementierung von Gesundheitszentren.

Schlüsselwörter

Gesundheitswesen, Österreich, Sozialversicherung, Soziale Ungleichheit, Inanspruchnahme, Akutambulanz, Kostenfalle, Gesundheitsökonomie, Eigenverantwortung, Gesundheitszentren, Patientenbefragung, Wohlfahrtsstaat, Moral Hazard, Prävention, Gesundheitspolitik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das österreichische Gesundheitssystem unter besonderer Berücksichtigung der Kostenentwicklung und der unterschiedlichen Inanspruchnahme von medizinischen Leistungen durch verschiedene Bevölkerungsgruppen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Themen umfassen gesundheitsökonomische Theorien, die Rolle des Wohlfahrtsstaates, den Einfluss von Arbeit und sozialer Ungleichheit auf die Gesundheit sowie die historische Entwicklung des Sozialversicherungssystems.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Hauptziel ist es, auf Basis einer umfangreichen empirischen Befragung herauszufinden, warum PatientInnen vermehrt Akutambulanzen aufsuchen, und darauf aufbauend Lösungsansätze zur Effizienzsteigerung und Kostendämpfung zu entwickeln.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine Kombination aus einer explorativen Literaturrecherche, ExpertInneninterviews und einer quantitativen empirischen Erhebung, die über 12.000 ausgefüllte Fragebögen umfasst.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil konzentriert sich auf die theoretischen Grundlagen der Sozialversicherung, die Analyse der sozialen Ungleichheit in Bezug auf die Gesundheit sowie die detaillierte Auswertung der Patientenbefragung in verschiedenen Linzer Krankenhäusern.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Gesundheitswesen, Sozialversicherung, soziale Ungleichheit, Inanspruchnahme von Leistungen, Effizienz, Gesundheitszentren und Eigenverantwortung.

Was ist das Ziel des "dreistufigen Sozialversicherungsmodells"?

Das Modell soll den Versicherten mehr Wahlmöglichkeiten bieten und durch gezielte Selbstbehalte und Anreizsysteme die Eigenverantwortung stärken, um so den "Moral Hazard" im Gesundheitswesen zu minimieren.

Warum spielt die Muttersprache bei der Untersuchung eine wichtige Rolle?

Die Unterscheidung zwischen Nationalität und Muttersprache hilft zu verstehen, ob MigrantInnen aufgrund kultureller Prägungen oder mangelnder Vertrautheit mit dem österreichischen System alternative Versorgungswege wie Akutambulanzen bevorzugen.

Welche Rolle spielen Gesundheitszentren in den Lösungsvorschlägen?

Gesundheitszentren sollen als effiziente "Gatekeeper" vor dem Krankenhaussektor dienen, um PatientInnen bedarfsgerecht im extramuralen Bereich zu versorgen und so teure Doppeluntersuchungen in Spitalsambulanzen zu vermeiden.

Fin de l'extrait de 169 pages  - haut de page

Résumé des informations

Titre
Gesundheit und soziale Schicht: Österreichs Gesundheitswesen als Problemfall
Auteur
MMag. MA, MBA Leonhard Heinzl (Auteur)
Année de publication
2011
Pages
169
N° de catalogue
V194969
ISBN (ebook)
9783656203476
ISBN (Livre)
9783656204275
Langue
allemand
mots-clé
Gesundheit Ökonomie Gesundheitsmanagement Gesundheitsökonomie
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
MMag. MA, MBA Leonhard Heinzl (Auteur), 2011, Gesundheit und soziale Schicht: Österreichs Gesundheitswesen als Problemfall, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/194969
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Extrait de  169  pages
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