Die sinkenden Geburtenzahlen bei gleichzeitig steigender Lebenserwartung sind die Ursache dafür, dass in Deutschland die Bevölkerung in einigen Jahren zahlenmäßig abnehmen und das Durchschnittsalter der Bevölkerung steigen wird. Der Grundstein dafür wurde bereits vor über 50 Jahren gelegt (Stichwort Pillenknick). Die Folge ist: Die Bevölkerungspyramide steht Kopf. Es gibt immer mehr Ältere und immer weniger Jüngere. Der Anteil der über 60-Jährigen (25 %) übertrifft schon jetzt den der unter 20-Jährigen (21 %). In 25 Jahren wird er mehr als doppelt so hoch sein.
Im Rahmen der Diskussionen um das Renteneintrittsalter oder der Auswirkungen auf die Finanzierung der sozialen Sicherungssysteme kommt immer mehr in den Vordergrund, dass die Erwerbsbevölkerung altert. Aber weit weniger ist das öffentliche Bewusstsein dafür, dass damit auch zwangsläufig die Teams älter werden. Während das Durchschnittsalter der Belegschaften steigt, rücken gleichzeitig weniger Nachwuchskräfte nach. Die demographische Entwicklung wird daher auch den Arbeitsmarkt und die betriebliche Arbeitswelt der Zukunft nachhaltig und tiefgreifend beeinflussen. Die älter werdenden Mitarbeiter werden künftig als Arbeitskraft dringend benötigt. Sie müssen aber vor allem auch deshalb länger arbeiten, weil sich die Bedingungen für den Erhalt einer Rente seit ihrer Einführung durch Bismarck grundsätzlich geändert haben...
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Begründungsansatz
1.2 Veränderung der betrieblichen Altersstrukturen
2 Demographischer Wandel
2.1 Ursachen
2.2 Wirkung
2.3 Fähigkeiten und Fertigkeiten älterer Arbeitnehmer
2.4 Wissensgesellschaft
3 Begrifflichkeiten und Abgrenzung
3.1 Personalmanagement
3.2 Betriebliches Gesundheitsmanagement
3.3 Die beruflichen Lebensphasen
3.4 Was ist „alt“?
3.5 Age Management
4 Personalgewinnung im Gesundheitswesen
4.1 Institutionelle Rahmenbedingungen
4.2 Aktuelle Situation
4.3 Wie sieht die Zukunft aus?
4.4 Anreize, Chancen und Aufgaben
5 Grenzen, Vergleichsdaten und Lösungsmodelle
5.1 Möglichkeiten und Grenzen im Personalmanagement
5.2 Möglichkeiten und Grenzen im betrieblichen Gesundheitsmanagement
5.3 Älter werdende Teams – altersgemischte Teams - Lösungsmodell
6 Zusammenfassender Ausblick
6.1 Fazit für das Sozial- und Gesundheitswesen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Herausforderungen und Chancen, die der demographische Wandel für das Personalmanagement und das betriebliche Gesundheitsmanagement, insbesondere im Sektor des Gesundheitswesens, mit sich bringt. Ziel ist es, Strategien für altersgemischte Teams zu identifizieren, um die Arbeitsfähigkeit älterer Arbeitnehmer zu erhalten und den Fachkräftemangel durch eine präventive und altersorientierte Personalpolitik abzufedern.
- Demographischer Wandel und seine Auswirkungen auf die betriebliche Altersstruktur
- Leistungsfähigkeit und Kompetenzprofile in unterschiedlichen Lebensphasen
- Rolle des betrieblichen Gesundheitsmanagements bei der Förderung älterer Mitarbeiter
- Personalgewinnung und institutionelle Rahmenbedingungen im Gesundheitswesen
- Lösungsmodelle und Best-Practice-Ansätze aus skandinavischen Ländern
Auszug aus dem Buch
2.3 Fähigkeiten und Fertigkeiten älterer Arbeitnehmer
Haupteinflussfaktoren für die Leistungsfähigkeit und Produktivität im Alter sind Erfahrung und Fertigkeiten, Motivation und die körperliche Konstitution. Ergebnisse der psychologischen und gerontologischen Altersforschung deuten darauf hin, dass es keine generelle Abnahme von kognitiven und intellektuellen Fähigkeiten im Alter gibt. Es gilt sich zwei Dimensionen der kognitiven Fähigkeit zu unterscheiden der fluiden und der kristallinen Intelligenz. Zur fluiden Intelligenz gehört unter anderem die geringe Fähigkeit zur Anpassung an neue Situation, die im Alter abnimmt. Und zur kristallinen Intelligenz gehört, das mehr erfahrungsbasierte Wissen, was im Alter steigt (s.Abb.5).
Studien im betrieblichen Gesundheitsmanagement zeigen, dass ältere Arbeitnehmer, die regelmäßig über einen Zeitraum von drei Monaten Ausdauersport betreiben, wie Nordic Walking, Schwimmen oder Radfahren, ihre Produktivität entweder steigern oder sie langfristig gleichbleibend halten können. In der geistigen Entwicklung ist zwischen Mechanik und Pragmatik zu unterscheiden. Mechanik umfasst die geistige Leistung – Schnelligkeit der Verarbeitung neuer Informationen oder die Kontrolle des Ablaufes. Diese Fähigkeit zeigt einen abfallenden Verlauf schon ab etwa 25 Jahren. Die Pragmatik hingegen, die das im Laufe des Lebens erworbene Wissen umfasst, zeigt einen ansteigenden Verlauf bis etwa 55 oder 60 Jahre und danach Stabilität. Allerdings verändern sich die Lernprozesse mit dem Alter, sie werden langsamer und die Motivation für die Aufnahme der neuen Informationen muss stark ausgeprägt sein.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet die demographische Entwicklung, die zu einem steigenden Durchschnittsalter und einer älter werdenden Belegschaft in Unternehmen führt.
2 Demographischer Wandel: Hier werden Ursachen und Auswirkungen des Wandels sowie die kognitiven und physischen Veränderungen bei Arbeitnehmern analysiert.
3 Begrifflichkeiten und Abgrenzung: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie Personalmanagement, betriebliches Gesundheitsmanagement und Age Management im Kontext des Älterwerdens.
4 Personalgewinnung im Gesundheitswesen: Der Fokus liegt auf den spezifischen Rahmenbedingungen und der aktuellen Personalsituation im Gesundheits- und Pflegesektor.
5 Grenzen, Vergleichsdaten und Lösungsmodelle: Hier werden Lösungsstrategien und internationale Vergleichsdaten zur Förderung älterer Arbeitskräfte vorgestellt.
6 Zusammenfassender Ausblick: Der Ausblick skizziert eine notwendige strategische Neuorientierung im Personalmanagement für die kommenden Jahrzehnte.
Schlüsselwörter
Demographischer Wandel, Personalmanagement, Betriebliches Gesundheitsmanagement, Älter werdende Teams, Altersgemischte Teams, Altersstruktur, Age Management, Fachkräftemangel, Lebenslanges Lernen, Gesundheitswesen, Arbeitsfähigkeit, Arbeitszeitgestaltung, Kompetenzprofil, Prävention, Beschäftigungsfähigkeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit primär?
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen des demographischen Wandels auf die Altersstruktur von Belegschaften und wie Unternehmen, insbesondere im Gesundheitswesen, darauf reagieren können.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zentrale Themen sind die Leistungsfähigkeit im Alter, das Age Management, Strategien zur Personalgewinnung und die Bedeutung betrieblicher Gesundheitsförderung.
Was ist das Hauptziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, Aufgaben und Möglichkeiten für ein altersorientiertes Personal- und Gesundheitsmanagement zu identifizieren, um ältere Mitarbeiter erfolgreich im Erwerbsleben zu halten.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturstudie, der Auswertung existierender Studien und der Analyse von Daten des Statistischen Bundesamtes sowie internationaler Vergleichsmodelle.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die demographische Entwicklung, definiert Begriffe, untersucht die Situation in der Gesundheitsbranche und präsentiert konkrete Lösungsmodelle.
Welche Schlagworte charakterisieren diese Arbeit?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie demographischer Wandel, Age Management, Gesundheitsmanagement, Altersstruktur und Arbeitsfähigkeit geprägt.
Welche Rolle spielt die "kristalline Intelligenz" bei älteren Arbeitnehmern?
Die kristalline Intelligenz, die auf erfahrungsbasiertem Wissen und sozialer Kompetenz beruht, nimmt im Alter eher zu und stellt einen wichtigen Erfolgsfaktor dar.
Warum sind altersgemischte Teams laut Autor nicht immer ein Patentrezept?
Wenn altersgemischte Teams lediglich zu starrer Arbeitsteilung führen oder kurzfristige Optimierung vor langfristiger Integration steht, können Konflikte und Produktivitätsverluste entstehen.
Welchen Einfluss hat das DRG-System auf Krankenhäuser?
Die Einführung des DRG-Systems hat einen erhöhten Kostendruck erzeugt, was zu Prozessoptimierungen und teilweise zur Vermeidung von Neueinstellungen führte.
- Citar trabajo
- Franziska Köhler (Autor), 2012, Älter werdende Teams. Potentiale des Personalmanagement in Zusammenarbeit mit dem betrieblichen Gesundheitsmanagement, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/195070