Lebenslanges Lernen. Warum es im 21. Jahrhundert so wichtig ist und worin die Probleme bestehen


Seminararbeit, 2012
10 Seiten, Note: 1

Leseprobe

Inhalt

Vorwort

Definition lebenslanges Lernen und die neuen Anforderungen für den Menschen

Das lebenslange Lernen und die Probleme für die Gesellschaft

Lebenslanges Lernen- soziale Ausgrenzung im Alter

Lebenslanges Lernen und die Aufgaben der Schule

Das lebenslange Lernen und dessen Unterstützung durch Beratung

Biographisches Beispiel

Fazit

Literaturverzeichnis

Vorwort

Im Zuge der Industrialisierung entwickelte sich die Gesellschaft immer mehr zu einer Wis­sens- und Informationsgesellschaft. Durch den immer schneller werdenden technischen Fortschritt müssen Menschen heutzutage in der Lage sein, sich an sich ändernde Um­stände anzupassen, flexibel zu sein, schnell zu handeln und mit den Umstrukturierungen des Arbeitsmarktes zurechtkommen. Diese beinhalten nämlich Phasen der Arbeitslosig­keit und prekäre Arbeitsverhältnisse genauso wie befristete Arbeitsverträge, häufige Be­rufs- und Tätigkeitswechsel sowie die neue Selbstständigkeit. Aufgrund dieser Schwan­kungen ist es eine notwendige Bedingung, sich ständig weiterzubilden um mit der Konkur­renz mithalten zu können. Die folgende Arbeit soll darauf eingehen, wie dieses lebenslan­ge Lernen genau auszusehen hat, worin die Probleme bestehen und was mit jenen pas­siert, die sich entweder nicht an die Forderung der Moderne halten möchten oder gesell­schaftlich davon ausgeschlossen werden.

Definition lebenslanges Lernen und die neuen Anforderungen für den Menschen

Laut Christiane Hof gibt es keine eindeutige Definition des Begriffes lebenslanges Lernen, sondern es existieren unterschiedlichste Erklärungen dafür. Viele Menschen verstehen darunter, dass man sich im Laufe seiner gesamten Lebensspanne Wissen, Fähigkeiten und Kompetenzen in jeglicher Hinsicht aneignet. Neue Informationen werden sich damit angeeignet und dann verarbeitet. In früheren Zeiten erlangte in der Öffentlich lediglich das Lernen in Bildungsinstitutionen Anerkennung. Informelles und nicht-formales Lernen da­gegen wurden aufgrund ihres mangelnden Qualifizierungsnachweises weitgehend abge­lehnt. Heutzutage umfasst der Begriff des lebenslangen Lernens jedoch auch das Lernen im Alltag, im Berufsleben und in der Kommunikation mit Freunden und Bekannten. Dar­über hinaus bieten Medien, das Internet und kulturelle Einrichtungen optimale Möglichkei­ten für die Weiterbildung der Menschen. Menschen können und sollen sämtliche Berei­che, für die sie Interesse aufbringen, so weit wie nur irgendwie möglich vertiefen. An­schließend gilt es heute als notwendige Bedingung, sein Wissen immer wieder zu reflek­tieren und sich kritisch mit sich selbst sowie mit seiner Umwelt auseinanderzusetzen. Menschen, die lediglich dazu heranerzogen werden, sich den Wünschen und Anforderun­gen ihrer Vorgesetzten zu unterwerfen, werden heute nicht mehr benötigt. Selbstständi­ges Arbeiten, selbsttätiges Lernen und die ständige Reflexion des erworbenen Wissens gelten als Voraussetzung dafür, um im Arbeitsleben im 21. Jahrhundert bestehen zu kön­nen. Man kann den Prozess des lebenslangen Lernens demzufolge durchaus als Antwort auf den schnellen Wandel der Lebensverhältnisse der Menschen betrachten. Früher wur­de das Lernen als Ergebnis des Lehrens betrachtet. Das Ziel des Lehrens bestand darin, die Differenz der Wissensstände zwischen der lehrenden Person und der lernenden Per­son auszugleichen. Der Mensch konnte nach Abschluss seiner Ausbildung in die Gesell­schaft entlassen werden und galt als gemachter Mensch, der nicht mehr zu Weiterbildung verpflichtet war. Heute reicht dies jedoch nicht mehr aus. Auch wenn sich die heute Ge­sellschaft nach wie vor am wissenschaftlichen Wissen orientiert, sind sie sich weitgehend über die Grenzen der wissenschaftlichen Rationalität bewusst. Weil jedes Wissen im Grunde zerbrechlich und unsicher ist, weil es jederzeit falsifiziert werden könnte, müssen Menschen in der Lage sein adäquat mit Wissen und Nicht-Wissen umzugehen und über die Bereitschaft verfügen, auch traditionell habitualisierte Ansichten in Frage zu stellen und neu zu formulieren. Dies erfordert die Kompetenz zur Reflexion von Wissen, welche wiederum nur dann möglich ist, wenn man sich sein Leben lang weiterbildet. Im 21. Jahr­hundert wird der Erwachsene als ein Mensch betrachtet, der seinen Lebenslauf ständig neu konstruiert. Das alte, auf Kontinuität ausgerichtete System, nach welchem zuerst die Schulbildung, anschließend die Karriere und Familienplanung, und schließlich die Pensio­nierung erfolgen existiert heute nicht mehr. Vielmehr müssen Menschen damit rechnen, inmitten ihrer Schulzeit einen Beruf anzunehmen, um sich ihre Lebenserhaltung leisten zu können, aber auch während ihrer Berufszeit müssen sie zu Weiterbildung bereit sein. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass das Lebenslange Lernen heute alle For­men des Lernens, an jedem Ort, zu jeder Zeit, mit jeden nur möglichen Inhalt umfasst. Zusätzlich wird dieser Lernprozess als kontinuierlicher Prozess verstanden, der nicht mehr auf bestimmte Lebensphasen wie die Kindheit und Jugend beschränkt ist, sondern das Leben im Ganzen betrifft, sodass auch Menschen kurz vor ihrem Tod noch nicht von diesem Prozess befreit sind. Das Lebenslange Lernen stellt damit eine Entgrenzung der Pädagogik und des Lernens dar. (vgl. Hof 2009)

Das lebenslange Lernen und die Probleme für die Gesellschaft

Das Leben der Menschen wird durch diese große Veränderung viel anstrengender, denn diese müssen sich um diverse Tätigkeitsbereiche zur selben Zeit kümmern, was oftmals Stress und Verunsicherung auszulösen vermag. Darüber hinaus spricht der Prozess des lebenslangen Lernens nicht alle Menschen an. Kinder und Erwachsene aus bildungsfer­nen Familien der Arbeiterschicht werden oftmals ausgeschlossen und laufen Gefahr, an den Rand des Arbeitsmarktes gedrängt zu werden. Für bildungsnahe Menschen wie bei­spielsweise Akademiker/innen stellt die Weiterbildung dahingegen eine Selbstverständ­lichkeit dar, weil sie mit dieser Anforderung aufwachsen. Der Staat muss deshalb das lebenslange Lernen auch bei bildungsfernen Schichten mit gezielten Maßnahmen fördern. Wie genau dies funktionieren könnte, steht jedoch noch im Ungewissen. Solange das lebenslange Lernen in der Eigenverantwortung der Menschen liegt, kann es kaum eine Besserung für dieses Problem geben. Menschen, die aus bildungsfernen Familien stam­men, werden von Kindheit an nicht damit konfrontiert, eigenständig etwas zu lernen, weil ihnen sowohl die Motivation als auch die Fähigkeit zum Selbstlernen fehlt. Das eigenver­antwortliche Lernen erfordert nämlich das Vorhandensein einiger Grundkompetenzen wie beispielsweise die Fähigkeit, mit einer Vielfalt von Informationen umzugehen und dabei wichtige Inhalte von unwichtigen zu selektieren. Diese Barrieren müssten unbedingt ab­geschafft werden, um für alle Menschen den gleichen Zugang zum lebenslangen Lernen schaffen zu können. Ein weiteres Problem besteht darin, dass der Prozess des lebens­langen Lernens nicht nur mit der Freiheit verbunden ist, wann, wo, wie und was zu lernen, sondern dass er auch die Notwendigkeit beinhaltet, sich ständig weiterzubilden. (vgl. Hof 2009) Man kann sich jedoch meiner Ansicht nach selbst nicht mit der Population verglei­chen, weil der Qualifikationsnachweis dieser Leistungen fehlt. Die eigenständig erworbe­nen Kompetenzen können lediglich aus der Handlungsfähigkeit des Menschen abgeleitet werden. Man kann somit nie sicher sein, dass man sich ausreichend weitergebildet hat, um mit der Konkurrenz mithalten zu können, weil man den Wissensstand dieser Personen nicht kontrollieren kann. Darüber hinaus existiert meiner Meinung nach die Gefahr, dass man sich beim eigenverantwortlichen Lernen mit Inhalten befasst, die später im Leben nie zur Anwendung kommen, und gleichzeitig jene Inhalte vergisst, die man im Beruf oder im Alltag unbedingt benötigen würde. Die Auswahl an Weiterbildungsmöglichkeiten ist so groß, dass sich jedes Individuum mit der Qual der Wahl auseinandersetzen muss und möglicherweise die falsche Entscheidung trifft. Hierzu sind die gesellschaftlichen, politi­schen und ökonomischen Rahmenbedingungen noch nicht ausreichend geschaffen. (vgl. Hof 2009)

Lebenslanges Lernen- soziale Ausgrenzung im Alter

Weil die persönliche Lebenserwartung steigt, wenn man auf die Möglichkeit des lebens­langen Lernens zurückgreift, sollten auch ältere Menschen sich ständig weiterbilden. Öf­fentliche Bildungseinrichtungen nehmen auf diesen Umstand jedoch keine Rücksicht, denn diese sprechen meist nur Menschen bis zu einem gewissen Alter an. Darüber hin­aus muss man meistens schon vor Antritt einer Weiterbildungsmöglichkeit über bestimmte Voraussetzungen verfügen, um überhaupt daran teilnehmen zu dürfen. Ältere Menschen verfügen meist nur über geringe Ausbildungsabschlüsse, weil sie sich zu früheren Zeiten.

[...]

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Details

Titel
Lebenslanges Lernen. Warum es im 21. Jahrhundert so wichtig ist und worin die Probleme bestehen
Hochschule
Leopold-Franzens-Universität Innsbruck  (Erziehungswissenschaft)
Veranstaltung
KU
Note
1
Autor
Jahr
2012
Seiten
10
Katalognummer
V195138
ISBN (eBook)
9783656208280
ISBN (Buch)
9783656208846
Dateigröße
692 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Lebenslanges Lernen, selbstgesteuertes Lernen, Lernen, Lehren, Erziehungswissenschaften, Pädagogik, Psychologie, Schule, Lehrer, Peterlini
Arbeit zitieren
Manuela Aberger (Autor), 2012, Lebenslanges Lernen. Warum es im 21. Jahrhundert so wichtig ist und worin die Probleme bestehen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/195138

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