Alfred Tarski hat als erster bewiesen, dass eine Definition des Wahrheitsprädikats in einem
formalen System dass die Arithmetik enthält, nicht gegeben werden kann (Pucher 2001:
27f). In der folgenden Arbeit werde ich auf Tarskis Theorie als Korrespondenztheorie
eingehen und mich mit zwei Interpretationen, einmal durch K. Popper und durch D.
Davidson, befassen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Korrespondenztheorie – Das T-Schema
3. Tarskis Wahrheitstheorie als Korrespondenztheorie
3.1. Interpretation durch Popper
3.2. Interpretation durch Davidson
4. Schluss: Probleme – Alternative
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht Alfred Tarskis Wahrheitstheorie unter dem spezifischen Fokus der Korrespondenztheorie. Ziel ist es, die formale Konzeption Tarskis zu analysieren und dabei insbesondere die Interpretationsansätze von Karl Popper und Donald Davidson kritisch gegenüberzustellen und ihre philosophische Tragweite zu beleuchten.
- Grundlagen der Korrespondenztheorie und des T-Schemas
- Tarskis semantische Konzeption der Wahrheit
- Die Rehabilitierung der Korrespondenztheorie durch K. Popper
- Die Bedeutungstheorie für natürliche Sprachen nach D. Davidson
- Abgrenzung zur Kohärenztheorie als alternative Wahrheitstheorie
Auszug aus dem Buch
3. Tarskis Wahrheitstheorie als Korrespondenztheorie
Eine präzise Formulierung der Wahrheitsbedingung eines Satzes lieferte Alfred Tarski („Die semantische Konzeption der Wahrheit und die Grundlagen der Semantik“). „P“ ist wahr genau dann, wenn P. Beispiel: "Schnee ist weiß" ist genau dann wahr, wenn Schnee weiß ist.
Es wird keine Definition der Wahrheit angegeben, sondern nur ein Kriterium, anhand dessen festgestellt werden kann, ob etwas wahr ist. Diese Äquivalenz verallgemeinert Tarski zum berühmten Tarski-Schema. Der Name des Satzes sei X, die Satzaussage selbst wird für die Variable „p“ eingesetzt und muss eine Aussage der Sprache sein, auf die sich das Wort wahr bezieht (Huber 2002: 97).
(T) X ist wahr genau dann, wenn p.
Die Wahrheitsdefinition bei Tarski beruht soweit auf Erfüllung und sie bildet keine intuitive adäquate Korrespondenztheorie. Wenn man Tarskis Theorie als Korrespondenztheorie auffasst, gibt es zwei wesentliche Bestandteile. Zum einen die Äquivalenzen und dann noch die Definition der Wahrheit durch einen referentiellen Begriff von Erfüllung (Moreno 1992: 85).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der Definition des Wahrheitsprädikats bei Alfred Tarski ein und skizziert die methodische Vorgehensweise der Arbeit.
2. Korrespondenztheorie – Das T-Schema: Hier werden die Grundlagen der klassischen Korrespondenztheorie erörtert und die Funktionsweise des T-Schemas von Tarski anhand von Beispielen dargelegt.
3. Tarskis Wahrheitstheorie als Korrespondenztheorie: Das Kapitel erläutert die formale Konzeption von Tarski und bildet die Basis für die anschließende differenzierte Betrachtung durch Popper und Davidson.
3.1. Interpretation durch Popper: Dieser Abschnitt analysiert Poppers Auffassung, dass Tarski primär die Korrespondenztheorie rehabilitiert habe, und beleuchtet die Rolle der Metasprache.
3.2. Interpretation durch Davidson: Hier wird Davidsons Vorschlag diskutiert, Tarskis Wahrheitstheorie auf natürliche Sprachen anzuwenden und Wahrheit durch Folgen von Gegenständen zu erklären.
4. Schluss: Probleme – Alternative: Das abschließende Kapitel diskutiert die Grenzen der Korrespondenztheorie und stellt ihr die Kohärenztheorie als möglichen Gegenentwurf gegenüber.
Schlüsselwörter
Wahrheitstheorie, Korrespondenztheorie, T-Schema, Alfred Tarski, Semantik, Wahrheit, Karl Popper, Donald Davidson, Metasprache, Objektsprache, Erfüllung, Kohärenztheorie, Sprachphilosophie, Satz, Tatsachen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Wahrheitstheorie von Alfred Tarski und untersucht, inwiefern diese als eine Form der Korrespondenztheorie interpretiert werden kann.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind das T-Schema, die Unterscheidung zwischen Objekt- und Metasprache, der Begriff der Erfüllung sowie die Rezeption Tarskis durch andere Philosophen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist eine fundierte Analyse und ein Vergleich der Interpretationen von K. Popper und D. Davidson hinsichtlich Tarskis Wahrheitskonzeption.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine philologisch-analytische Methode, indem sie Tarskis Originalschriften und deren sekundärphilosophische Einordnungen durch Popper, Davidson und andere Autoren auswertet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des T-Schemas und die anschließende kritische Auseinandersetzung mit der philosophischen Bedeutung von Tarskis Formulierungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Korrespondenztheorie, T-Schema, Wahrheit, Semantik und die Differenzierung zwischen Kohärenz- und Korrespondenzansätzen.
Warum spielt die Unterscheidung von Objekt- und Metasprache bei Tarski eine solch zentrale Rolle?
Sie ist notwendig, um die bei Tarski behandelten semantischen Antinomien zu vermeiden und eine logisch präzise Definition von Wahrheit überhaupt erst zu ermöglichen.
Inwiefern unterscheidet sich der Ansatz von Davidson von dem Poppers?
Während Popper vor allem die Rehabilitierung des Korrespondenzbegriffs betont, versucht Davidson, Tarskis formales Modell mittels einer Bedeutungstheorie auf die Komplexität natürlicher Sprachen zu übertragen.
Was kritisiert der Autor an der Kohärenztheorie?
Der Autor führt an, dass der Kohärenztheorie der notwendige Bezug zur Realität fehlt und sie zudem die logischen Gesetze voraussetzt, die sie eigentlich begründen sollte.
- Citation du texte
- Miri Unger (Auteur), 2011, Tarskis Wahrheitstheorie als Korrespondenztheorie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/195147