Die Forderung nach Integration ist nicht erst seit „Deutschland schafft sich ab“ in aller Munde. Politiker und Wirtschaftler, Vereine und Medien debattieren über Fachkräftemangel, Parallelgesellschaften, Islamunterricht, Integrationsverweigerer, Sprachkurse, Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse, ausländische Sozialhilfeempfänger und vieles mehr. Neben vorrangig italienischen und türkischen Gastarbeitern in Westdeutschland, vietnamesischen in der ehemaligen DDR und diversen anderen, die schon über Generationen in Deutschland und oftmals besser integriert sind als manch Deutschdeutscher es zugeben möchte, betreffen diese Diskussionen auch jene Menschen, die aus Liebe zu ihrem deutschen Partner hierher kamen oder hier jemanden kennenlernten, mit dem sie den „Bund für's Leben“ schlossen.
Jedoch sind binationale Partnerschaften nicht unbedingt die erste Assoziation, wenn man an Integration denkt, denn sind Migranten, die Deutsche heiraten, nicht schon dadurch wunderbar integriert? Manch einer stellt sich den deutschen Partner vielleicht als eine Art persönlichen Integrationsbetreuer eines Migranten vor. Aber ist dem wirklich so? Angenommen, der im Ausland erworbene Berufsabschluss wird in Deutschland nicht anerkannt – leider kein seltener Fall – bedeutet das für das Paar, dass der deutsche Partner erst einmal für die Versorgung zuständig ist. Kann er oder sie sich dann noch darum kümmern, dass der oder die Andere Deutsch lernt, Kulturveranstaltungen besucht und Freundschaften zu Deutschen knüpft? Ist das denn überhaupt Integration? In was soll er oder sie sich eigentlich integrieren, was ist denn deutsche (Leit-)Kultur? Letztere sind Fragen, die dieser Arbeit zugrunde liegen ohne selbst ausreichend behandelt werden zu können. Es soll vor allem gefragt werden, inwieweit sich eine Partnerschaft, speziell eine heterosexuelle Ehe mit einem oder einer Deutschen sich auf die Integration des Partners mit eigener Migrationserfahrung auswirkt, vielleicht sogar selbst ein Indikator für eine erfolgreiche Integration desselben ist.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1 Vorüberlegungen
1.1 Migration, Migranten, Deutsche
1.2 Integrationsbegriff und Messbarkeit von Integration
1.3 Binationale Ehen
2 Rolle des Aufnahmelands Deutschland
2.1 Gesetzeslage für mit Deutschen verheiratete Migranten
2.2 Gesellschaftliche Reaktion auf Binationale
2.3 Angebote zur Unterstü
3 Rolle der binationalen Ehe
4 Integration der mit Deutschen verheirateten Migranten
4.1 Integrationsindikatoren der Ausländerbeauftragten
4.2 Binationale Ehe als Indikator für Integration?
4.3 Umfrage unter binational Verheirateten
5 Zusammenfassung und Ausblick.
LLiteraturverzeichnis
Häufig gestellte Fragen
Ist die Heirat mit einem Deutschen ein Garant für Integration?
Die Arbeit untersucht kritisch, ob binationale Ehen automatisch zur Integration führen oder ob sie lediglich ein Indikator für bereits erfolgreiche Integration sind.
Welche Hürden gibt es für Migranten in binationalen Ehen?
Häufige Probleme sind die Nichtanerkennung ausländischer Berufsabschlüsse, was zu finanzieller Abhängigkeit vom deutschen Partner führen kann und die soziale Integration erschwert.
Welche Rolle spielt der deutsche Partner im Integrationsprozess?
Oft wird der deutsche Partner als eine Art „persönlicher Integrationsbetreuer“ gesehen, doch die Realität zeigt, dass dies durch finanzielle oder berufliche Sorgen oft nicht leistbar ist.
Gibt es spezielle Gesetze für mit Deutschen verheiratete Migranten?
Ja, die Arbeit beleuchtet die spezifische Gesetzeslage in Deutschland für Migranten, die durch den „Bund fürs Leben“ hierhergekommen sind.
Wie wird Integration in diesem Kontext gemessen?
Die Arbeit nutzt Integrationsindikatoren der Ausländerbeauftragten und führt eine Umfrage unter binational Verheirateten durch.
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- Hanna A. Langer (Author), 2012, Integration durch Heirat? - Einfluss der Heirat von Migranten und Deutschen auf die Integration in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/195228