Friedrich der Große - Porträt eines Monarchen der Aufklärung


Fachbuch, 2012
95 Seiten

Leseprobe

Inhalt

Einführung

Kindheit und Jugend

Fluchtversuch, Festungshaft und Pardonierung

Verlobung und Heirat

Rheinfeldzug, Feuertaufe und Reise nach Preußen

Rheinsberg

Regierungsantritt

Eroberung Schlesiens

Jahre des Friedens

Siebenjähriger Krieg

Letzte Jahre

Literatur

Einführung

Friedrich II., der Große, König von Preußen, gilt zweifellos als eine der umstrittensten, aber auch populärsten Gestalten der neuzeitlichen Geschichte. Die kontroverse Beurteilung dieses Monarchen findet ihre Begründung in seiner eigenen, so widersprüchlichen Persönlichkeit. Dieser intelligente, ungeheuer begabte und religiös tolerante Mensch war nicht nur seinen Zeitgenossen mitunter rätselhaft, sondern lässt bis heute manche Fragen offen.

Die einen sehen ihn als aufgeklärten und tatkräftigen König, als einen Schriftsteller von Bedeutung und weltgewandten Philosophen, die anderen betrachten ihn als Tyrannen, Zyniker und Machiavellisten.

Seine Vielschichtigkeit lässt sich jedoch nur schwerlich auf einen gemeinsamen Nenner bringen. Seine geistige Aufgeschlossenheit und Verpflichtung den Ideen der Aufklärung gegenüber sollte Friedrich und sein Königreich wegführen vom Gottesgnadentum hin zu der festen Überzeugung, der erste Diener seines Staates zu sein.

Er nahm sich für seine Untertanen und sein Land in die Pflicht. Friedrich setzte sich für seine Ziele persönlich ein, verfolgte sie engagiert, auch rücksichtslos, wenn es darauf ankam mit Leib und Leben. So erreichte er für Preußen nach siegreichem Ausgang des Siebenjährigen Krieges die europaweite Anerkennung als fünfte Großmacht in der „Pentarchie“ nach Österreich, Frankreich, Großbritannien und Rußland.

Die vorliegende Darstellung möchte einen unvoreingenommenen Blick auf die Persönlichkeit und das Wirken Friedrichs des Großen werfen. Im Vordergrund stehen die persönlichen Aussagen des Königs in seinen politischen, historischen und philosophischen Werken sowie seinen Briefen. Darüber hinaus sollen Berichte von Zeitgenossen Authentizität der Ereignisse vermitteln.

Kindheit und Jugend

Seit Dezember 1711 standen Kanonen im Berliner Lustgarten und auf den Wällen der Stadtbefestigung bereit, um die Geburt eines Sohnes und Erben des Kronprinzen Friedrich Wilhelm, des späteren „Soldatenkönigs“, und seiner Gemahlin Sophie Dorothea verkünden zu können. Am 24. Januar, zwischen 11:00 Uhr und 12:00 Uhr, wurde der sehnlichst erwartete Prinz geboren.

Die Geburt des Enkels war für König Friedrich I. in Preußen das letzte bedeutungsvolle Ereignis seines Lebens, denn er starb bereits am 25. Februar 1713 infolge einer Lungenerkrankung. Die zwei ersten Söhne des Kronprinzen, Friedrich Ludwig und Friedrich Wilhelm, waren beide im ersten Lebensjahr dem „Zahnen“ erlegen. So war es nur zu verständlich, dass der Oberhofzeremonienmeister Johann von Besser den Tag der Geburt des Prinzen in den „Ceremonialacta und Journal des Königlichen Preußischen Hofes gravitätisch verzeichnete: „Sonntags Morgen nach der Predigt, da man eben in der Predigt um eine glückliche Genesung der Kronprinzessin wegen herangenahter Geburtsstunde gebeten, genas sie zwischen 11 und 12 Uhr ihres dritten Prinzen, des jetzigen Prinzen von Preußen und Oranien. S.M. [Friedrich I.] hatten sich eben in ihrem Gemache an die Tafel gesetzet, aber weilen kurz darauf der Königliche Leibmedikus, der Herr Hofrat Gundelsheim, die fröhliche Zeitung von der Geburt des Prinzen gebracht, wurde S.M. vor Freuden so sehr darüber alteriert, daß sie mit Tränen in den Augen sich alsbald zur Kronprinzessin herübertragen ließen und hernachmals nichts essen konnten.

Die Glocken wurden alsbald geläutet und alle Stücke auf den Wällen gelöset, so daß in einem Augenblicke die ganze Stadt und der Hof in unaussprechliche [Freude] versetzt ward. S.M. deklarierten, daß auch dieser Prinz gleich den vorigen den Namen «Prinz von Preußen und Oranien» führen sollte, und hing ihm nachmittags um 2 Uhr nebst einem ganz neuen Ordenskreuz das Ordensband um, wozu S.M. sich abermals zu I.K.H. der Kronprinzessin tragen ließ. Als S.M. aus der Prinzessin Zimmer zurückkam und sich eben in Ihren Tragsessel setzen wollten, trat ich herzu und legte meine untertänigsten Glückwünsche ab, und weil ich unter anderem auch daran erinnerte, daß, da dieser Prinz in der Ordnung der dritte wäre, den die Kronprinzessin zur Welt gebracht, wir hoffen könnten, daß er auch derjenige sein würde, der beim Leben bleiben würde und nach Sr.M. glücklichem Exempel zur Regierung dermal uns kommen sollte, als welcher gleichfalls Ihre zwei älteren Brüder verloren und als dritter Prinz des Kur-Hauses Sukzessor geworden, empfunden S.M. darüber ein so großes Vergnügen, daß Sie alsbald sagten: «Ei, so will ich ihm auch meinen Namen geben» und, es der Kronprinzessin anzudeuten, wieder in der Prinzessin Gemach zurückgingen.“[1]

Für das noch recht junge Königtum der Hohenzollern, einem Land, das politisch zum Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation gehörte, welches, einem Bonmot Voltaires zufolge, „weder heilig, noch römisch, noch reich und mächtig, noch deutsch“ war, war es von größter Bedeutung, dass die Dynastie einen gesunden, männlichen Erben stellen konnte.

Bereits am 31. Januar 1712, eine Woche nach der Geburt des Prinzen, fand die feierliche Taufe statt. Wiederum läuteten die Glocken in der ganzen Stadt. Eine Doppelreihe von Schweizern und Gardisten säumte den Weg von den Gemächern des Kronprinzen zur Schlosskapelle. Dem Täufling hatte man eine kleine Krone auf das Haupt gesetzt und ihn in ein silbergewirktes, brillantenbesetztes Taufkleid gehüllt, dessen Schleppe von sechs Gräfinnen getragen wurde. Unter einem karmesinroten, von einer Markgräfin und zwei Mark-

grafen getragenen Himmel wurde der Prinz zur Kapelle gebracht, wo der König und die Königin, der Kronprinz und seine Gemahlin, Fürst Leopold von Anhalt-Dessau sowie ein großes Gefolge das Kind erwarteten. Der König stand unter einem mit Gold bestickten Baldachin, dessen vier Stangen von Kämmerern getragen und dessen vier Seitenquasten von drei Rittern des Schwarzen-Adler-Ordens gehalten wurden. Der Täufling wurde von seiner Majestät übernommen und anschließend von Bischof von Bär, der ihn, Friedrich, schon 1701 in Königsberg gekrönt hatte, getauft.

Zu den Paten und Patinnen, die ihre Vertreter geschickt hatten, gehörten neben anderen Kaiser Karl VI., Zar Peter I., der Große, Kurfürst Georg Ludwig von Hannover, die Kurfürstin-Mutter Sophie von Hannover, Herzogin-Witwe Eleonore von Braunschweig-Bevern.

Friedrich besaß im Gegensatz zu seinen verstorbenen Brüdern eine zähere Gesundheit. Stolz schildert der Großvater ihn als „fet und frisch“, als ein „rechtes ... gesundes Kind „, das brav an seiner Amme saugt. Am 30. August 1712 vermeldet der König nach Hannover „daß Fritz nunmehro 6 Zähne hat und ohne die geringste Incommodität. Daraus kann man auch die Prädestination sehen, daß alle seine Brüder daran haben sterben müssen, dieser aber bekömmet sie ohne Mühe ...“.[2]

Wohl nur die ersten Lebensjahre des Kronprinzen scheinen vollkommen unbeschwert gewesen zu sein. Diese Zeit verlebte er zumeist mit seiner drei Jahre älteren Schwester Wilhelmine. Beide durften sich nach Belieben in den Gemächern und Parkanlagen der Schlösser tummeln. Um die Erziehung des kleinen Prinzen kümmerte sich zunächst seine Gouvernante Madame Marte du Vale de Rocoulle, eine Hugenottin, die bereits den Vater erzogen hatte. Für Friedrich blieb sie bis zu ihrem Tod „la chère bonne maman“. Vom vierten bis zum sechsten Lebensjahr, zeitweilig auch danach, wurde Jacques Egide Duhan de Jandun, ebenfalls ein Hugenotte, vom König zu seinem Erzieher bestellt. Duhan war nicht nur Soldat, sondern auch Kunst und Wissenschaften sehr zugetan, wofür Friedrich sich ab seinem achten Lebensjahr in zunehmendem Maße interessierte. Von 1718 bis 1729 wurde die nunmehr vorrangig militärische Erziehung des Prinzen in die Hände zweier hoher Offiziere, des Gouverneurs und Oberhofmeisters Albrecht Konrad Graf Finck von Finckenstein und des Obersten Christoph Wilhelm von Kalkstein, gelegt. Ihre Aufgabe bestand nach Instruktion des Vaters darin, Friedrich unter Einfluss der Leibnizschen Lehre zu einem frommen Christen und tapferen Soldaten zu erziehen.

Gleich nach dem Aufstehen um sechs Uhr früh musste Friedrich nieder knien und laut sein Gebet sprechen. Er hatte dem Allmächtigen zu danken, dass er ihn die Nacht über vor Unheil bewahrt hatte und musste darum bitten, er möge ihn von allem abhalten, was ihn von Gott abbringen würde. Anschließend folgten Waschen (von Händen und Gesicht), Anziehen und Kämmen, sowie Tee- und Kaffeetrinken. Um halb sieben betraten Lehrer Duhan und Bedienstete sein Zimmer. Es folgten nun Bibellektüre, nochmaliges Beten und Singen eines Kirchenliedes. Von sieben bis Viertel vor elf fand Unterricht statt. Bevor der Kronprinz zusammen mit dem Vater das Mittagessen einnahm, wusch er sich nochmals, nunmehr mit Seife, und sein Haar wurde leicht gepudert. Beim König hielt er sich bis vierzehn Uhr auf. Dann folgten erneut bis siebzehn Uhr Unterrichtsstunden. Die verbleibende Zeit bis zum Schlafengehen um halb elf blieb ihm zur freien Verfügung. Sodann wünschte er dem Vater eine gute Nacht, wusch Hände und Gesicht, betete, sang ein frommes Lied. Danach musste der Gouverneur, der im gleichen Raum schlief, sofort das Licht löschen. „Er soll sich bemühen, sauber und ordentlich zu sein und niemals schmutzig. Das ist mein letztes Wort“[3], sagte Friedrich Wilhelm einmal zu seinem Sohn. Der König selbst hatte ein derart überdimensioniertes Reinlichkeitsempfinden, dass er kein gepolstertes Mobiliar und keine Vorhänge in seinen Räumen duldete. Friedrich jedoch war Zeit seines Lebens trotz entsprechender Erziehung kein großer Freund von Sauberkeit.

Die Erzieher des Prinzen milderten insgeheim manche vom Vater auferlegte Bestimmung des Lehrplans. Insbesondere Duhan kommt das Verdienst zu, Friedrich als erster mit Geschichte und Literatur vertraut gemacht zu haben. Auch das ausdrückliche Verbot des Königs, dem Kronprinzen Lateinunterricht zu erteilen, wurde von ihm auf Drängen Friedrichs umgangen. Eines Tages aber, als der Prinz etwa acht Jahre alt war, erschien Friedrich Wilhelm unerwartet während des Unterrichts und ertappte Duhan dabei, wie er Friedrich aus der „Goldenen Bulle“ übersetzen ließ. Der König fuhr Duhan an, was er hier denn für Unfug treibe. „Ihro Majestät“, versuchte dieser sich zu verteidigen, „ich explicire dem Prinzen auream bullam. Ich werde Dich Schurken auream bullam“[4], schrie der König zornig und jagte Duhan mit Fußtritten und Stockschlägen aus dem Zimmer. Duhan ließ sich jedoch durch diesen Zwischenfall nicht beeinträchtigen und setzte bis zu seiner Entlassung durch den König im Jahre 1727 den Unterricht seines Zöglings von Zeit zu Zeit fort.

König Friedrich Wilhelm I. war sicherlich ein denkbar schlechter Pädagoge. Er hatte die Absicht, seinen Sohn nach den Grundsätzen von Strenge, Disziplin, protestantischer und militärischer Härte aufzuziehen, die er sich selbst angeeignet hatte, ohne die wesentlich kompliziertere, vielfältigere Veranlagung des kleinen Prinzen zu berücksichtigen. Sein Wille, einen Soldaten aus ihm zu machen, stand dabei im Vordergrund.

Die ersten Spielzeuge des Kronprinzen waren Bleisoldaten, Rüstungen, Trommeln, Gewehre und kleine Kanonen. Mit vier Jahren musste er die 45 Kommandos des preußischen Exerzierreglements lernen und sich im Pistolenschießen üben, obgleich der Krach der Schüsse ihn anfangs erschreckte. Mit sechs Jahren wurde er in die Kompanierolle der „Kadetten des Königlichen Prinzen“ eingetragen, die eigens für ihn aufgestellt worden war. Bald übernahm er das Kommando und ließ die Kompanie von 131 Buben vor seinem Paten, Peter dem Großen, und seinem Großvater, Georg I. von England, paradieren. Für ihre stramme Haltung erhielten sie anschließend vom König ein Fass Bier.

Die Mutter Friedrichs hingegen, Sophie Dorothea, war eine feinsinnige Frau, die Literatur und Kunst gegenüber große Aufgeschlossenheit an den Tag legte und für die Neigungen des Kronprinzen, die sich in eben diese Richtung entwickelten, Verständnis zeigte. Auf Friedrich und seine Schwester Wilhelmine hatte sie jedoch keinen guten Einfluss. Ständig bekundete sie öffentlich ihre Geringschätzung und ihren Abscheu vor der Lebensweise des Königs, des „Bettlerkönigs“, wie sie ihn nannte und brachte die Kinder gegen den Vater auf. Sophie Dorothea vermisste seit dem Regierungsantritt ihres Gemahls den äußeren Glanz und Luxus der Monarchie, der ihr so sehr zusagte. So weit möglich führte sie ihr eigenes Leben in ihrem Schloss Monbijou am Spreeufer. Ihr vorrangiges Streben bestand darin, Wilhelmine und Friedrich mit ihren englischen Verwandten, mit Frederick, dem Prinzen von Wales, und Prinzessin Amelia zu verheiraten. Diese „englische Heirat“ sollte außer einer umfangreichen Korrespondenz und stapelweise Akten nichts einbringen. Friedrich Wilhelm wollte von diesen Bestrebungen nichts wissen, weshalb die Königin ihren Kindern mitteilte, dass der Vater, wie so oft, ihrem Glück im Wege stünde. Sophie Dorotheas Vater, Georg I. von England, mag diese Heiraten durchaus begünstigt haben, wohingegen sein Sohn Georg II. diesem Vorhaben eher reserviert gegenüber stand. Er brachte seinem Vetter und Schwager, der ihn, als sie Kinder waren, einmal fürchterlich verhauen hatte, nur Verachtung und Hass entgegen. Das ständige Aufbegehren Sophie Dorotheas gegen den König und ihre Verstrickung in allerlei Hofintrigen trugen erheblich zum Unfrieden in der königlichen Familie bei. Als Friedrich zwölf Jahre alt war, konnte jedermann erkennen, dass er mit seinem Vater auf denkbar schlechtem Fuße stand. Der Kronprinz war ein sensibler, höflicher, zuweilen boshafter Junge, der raue Umgangsformen hasste. Seine Stimme war klar und weich, seine großen blauen Augen hatten bereits jenen ausdrucksvollen und durchdringenden Blick, den sie immer behalten sollten.

Dem Zeugnis seiner Schwester Wilhelmine, der zukünftigen Markgräfin von Bayreuth zufolge, war Friedrichs Stimmung oftmals düster, er dachte lange nach, bevor er antwortete und lernte nur mühsam. „Dem König“, so schreibt Wilhelmine in ihren Memoiren, „war mein Bruder von Natur zuwider, er sah ihn nie, ohne ihn zu misshandeln, und das flößte ihm die Furchtsamkeit und Scheu ein, die er nie gegen seinen Vater ablegte.“[5] Friedrich Wilhelm erteilte seinem Sohn den offiziellen Befehl, nur zu den Mahlzeiten in seiner Gegenwart zu erscheinen und drohte ihm ständig mit dem Stock. Friedrich bekam Schläge, weil er bei kaltem Wetter Handschuhe getragen, mit einem silbernem Löffel gegessen oder ihn ein bockendes Pferd abgeworfen hatte. Die Wutausbrüche seines Vaters ängstigten, aber faszinierten ihn auch. Als er älter wurde, verbündete er sich mit Wilhelmine und beide ärgerten den König, wo immer sich Gelegenheiten ergaben, um ihm, sobald sie ihn in Zorn versetzt hatten, geschickt aus dem Weg zu gehen. Zumeist suchten sie bei solchen Gelegenheiten Zuflucht hinter Wandschirmen im Zimmer ihrer Mutter oder entwischten durch Geheim- und Wandtüren in den Räumen der Königin. Dem Vater blieb nicht verborgen, dass die Königin ihren Sohn in Schutz nahm, wo sie nur konnte. Der König musste einsehen, dass sein Sohn sich, trotz aller Strenge, nicht in die von ihm gewünschte Richtung entwickeln würde. Friedrich gehorchte zwar meist, aber sein Verhalten ließ manchmal den vom Vater gewünschten Ernst vermissen. Während eines Besuchs im Hause des Vizepräsidenten des Generaldirektoriums*, des Generals Friedrich Wilhelm von Gumbkow, im Frühjahr 1724, bemerkte der König plötzlich, auf den Sohn deutend: „Ich möchte wohl wissen, was in diesem kleinen Kopf vorgeht. Ich weiß, daß er nicht so denkt wie ich; es gibt Leute, die ihm andere Gesinnungen beibringen und ihn veranlassen, alles zu tadeln; das sind Schufte.“ Dieses letzte Wort wiederholte er nochmals und fuhr dann fort: „Fritz, denke an das, was ich dir sage. Halte immer eine gute und große Armee, du kannst keinen besseren Freund finden und dich ohne sie nicht halten. Unsere Nachbarn wünschen nicht mehr, als uns über den Haufen zu werfen, ich kenne ihre Absichten, du wirst sie auch noch kennen lernen. Glaube mir, denke nicht an die Eitelkeit, sondern halte dich an das Reelle. Halte immer auf eine gute Armee und auf Geld; darin besteht die Ruhe und die Sicherheit eines Fürsten.“[6] Der Vater hatte seine Worte mit leichten Schlägen auf die Wange des Prinzen begleitet, die aber immer stärker wurden und schließlich in Ohrfeigen ausarteten.

Ein Zerwürfnis zwischen König und Kronprinz schien unvermeidbar zu sein. Friedrich gab sich aber stets beherrscht und ließ die Schläge und Beleidigungen des Vaters geradezu mit Gleichmütigkeit über sich ergehen. Friedrich Wilhelm hielt weiterhin an seinem Vorhaben fest, die Entwicklung des Prinzen nach seinen Vorstelllungen zu lenken. Am 1. Mai 1725 ernannte er den 13jährigen zum Hauptmann des Königlichen Leibregiments in Potsdam und sorgte dafür, dass der Schulunterricht weitgehend durch militärische Ausbildung ersetzt wurde. Auf Befehl des Königs hätten sich die Erzieher „äußerst angelegen sein zu lassen, Meinem Sohne die wahre Liebe zum Soldatenstande einzuprägen.“[7] Mit 14 Jahren erfolgte die Ernennung Friedrichs zum Major der Potsdamer Grenadiere, der sogenannten „Langen Kerls“**, und mit 16 wurde er Oberstleutnant.

* Das Generaldirektorium, mit vollem Namen General-Ober-Finanz-Kriegs- und Domänen-Direktorium, war eine zwischen 1723 und 1808 bestehende preußische zentrale Behörde für die Innen- und Finanzverwaltung. Es wurde von König Friedrich Wilhelm I. (1688 – 1740) als „Registratur“ eingerichtet.

** „Lange Kerls“ war die volkstümliche Bezeichnung für die Soldaten des Königsregiments (Nr. 6) Friedrich Wilhelms I. von Preußen, der sogenannten „Potsdamer Riesengarde“. Die Grenadiere dieses Regiments mussten mindestens 6 Fuß, also etwas über 1,88 Meter, messen. Spezialbeauftragte des Königs waren europaweit unterwegs, um große Männer durch hohe Handgeldzahlungen – manchmal auch unter Ausübung von Zwang – zur Dienstnahme in Preußen zu bewegen.

Da Friedrich Wilhelm den Kronprinzen nun so eng wie möglich an sich binden und ständig kontrollieren wollte, musste dieser ihn auf nahezu allen Reisen begleiten. Still, ängstlich und oftmals krank schien Friedrich für körperliche Anstrengungen jeglicher Art wenig geeignet, doch auf dessen Konstitution nahm der Vater keinerlei Rücksicht. Er überforderte seinen Sohn ständig, so dass ein ausländischer Diplomat entsetzt bemerkte: „Ob ihn schon der König herzlich liebt, so fatiguieret [ermüdet] er ihn mit Frühaufstehen und Strapazen den ganzen Tag dennoch dergestalt, daß er bei jungen Jahren so ältlich und steif aussiehet, als ob er schon viele Kampagnen getan hätte.“[8]

Oftmals saß der Kronprinz schon morgens um zwei Uhr im Sattel und sein Dienst dauerte bis spät in die Nacht. Als der König in den Jahren 1725 und 1726 zur Inspektion nach Magdeburg, Preußen und Westfalen reiste, musste Friedrich ihn begleiten. Der Sohn lehnte sich in jenen Jahren nie öffentlich gegen den Vater auf, er gab sich äußerlich stets gehorsam. Innerlich aber stemmte er sich mit aller Kraft gegen ihn. Der Frankfurter Schriftsteller und Jurist Johann von Loen bemerkte nach seinem Aufenthalt in Berlin: „Der König sowohl als die Königin halten diesen Prinzen unter einer scharfen Zucht, und es sind wohl wenig Königskinder in der Welt, denen so durch den Sinn gefahren und der jugendliche Wille gebeugt wird.“[9]

Über die Atmosphäre am Berliner Hof weiß von Loen folgendes zu berichten: „Wenn man von dem Berliner Hof redet, so versteht man darunter schier nur die Kriegsleute. Die Räte, Kammerherren, Hofjunker und dergleichen, wenn sie nicht zugleich Kriegsämter haben, werden nicht viel geachtet. Ich sehe hier einen königlichen Hof, der nichts Prächtiges als seine Soldaten hat. Schauspiele sieht man in Berlin gar nicht, es sei denn, man verstehe darunter die schöne Mannschaft, die täglich auf die Parade ziehet. Insonderheit ist das große Grenadierregiment zu Potsdam etwas so majestätisches, daß kein Potentat in der Welt es darinnen leicht dem König in Preußen wird vortun können. Wann sie ihre Waffenübungen machen, wann sie Feuer geben, wann sie auf und ab ziehen, so läßt es, als ob sie zusammen nur einen Körper ausmachten.“[10]

Friedrich Wilhelm bemühte sich unablässig und immer wieder aufs neue, den Sohn nach seinen Vorstellungen zu formen. Er nahm ihn neben den zahlreichen Reisen auch auf die Jagd mit, eine fürstliche Unterhaltung, die Friedrich Zeit seines Lebens ablehnte, oder er ließ ihn an der sogenannten „Abendgesellschaft“, dem „Tabakkollegium“, teilnehmen. Diese abendliche Runde, zu der sich Generäle, Minister, ausländische Botschafter und Possenreißer in einem kahlen Raum auf Holzbänken zusammen fanden, aus großen Körben den Tabak entnahmen und reichlich Alkohol konsumierten, war die einzige Entspannung des Königs. Der Kronprinz verabscheute diese biertrinkende, rauchende Männergesellschaft, die sich an derben Späßen und schmutzigen Witzen erfreute sowie mitunter Gefallen daran fand, Gelehrte wie den ehemaligen Präsidenten der Akademie der Wissenschaft, den Hofrat Jakob Paul Freiherrn von Gundling, zu Hofnarren zu machen und möglichst erniedrigenden Demütigungen auszusetzen. Friedrich tat bei diesen Zusammenkünften so, als ob er rauche und trinke – beides konnte er sein Leben lang nicht ausstehen. Der Vater hatte ihn bei solchen Gelegenheiten unter genauer Beobachtung.

Zu jenem Zeitpunkt sah Friedrich Wilhelm seine Erziehungsarbeit bereits als gänzlich gescheitert an. Es war ihm nicht gelungen, aus dem Sohn einen guten Soldaten zu machen. Friedrich schießt schlecht, sitzt krumm im Sattel und fällt bei einer Parade in Gegenwart der Generäle vom Pferd. Nach Ansicht des Vaters ist er faul und erfüllt seine Pflichten nicht. Er wäscht sich nicht, trägt aber Hemden mit Spitzen, kräuselt sein Haar und ist vollkommen verweichlicht. Er liest, insbesondere französische Literatur, spielt Flöte und hat nur Spott übrig für Personen oder Dinge, die der König besonders schätzt.

Missmutig ruft der Vater aus: „Fritz ist ein Querpfeifer und Poet, er macht sich nichts aus den Soldaten und wird mir meine ganze Arbeit verderben!“[11]

Um Friedrich fortan noch besser unter Kontrolle halten zu können, stellte der Vater ihm vier junge Offiziere als Gefährten und zugleich Aufsichtspersonen zur Seite, die ihn ständig begleiten mussten. Diese hatten vom König die Order erhalten, den Kronprinzen von Verfehlungen jeglicher Art abzuhalten und Friedrich Wilhelm über alle Vorkommnisse Bericht zu erstatten. Friedrich gelang es innerhalb kurzer Zeit, seine Bewacher für sich einzunehmen. Mit einem dieser Offiziere, Leutnant Friedrich Ludwig Felix von Borcke, verband ihn bald eine enge Freundschaft. Dennoch fühlte sich Friedrich aufgrund seiner misslichen Lage zutiefst bedrückt und niedergeschlagen. Aber auch der König verfiel im Winter 1727/28 in tiefste Schwermut und beabsichtigte ernsthaft abzudanken und seinem Sohn die Herrschaft zu übertragen. Zu eben jener Zeit erhielt Friedrich Wilhelm eine Einladung von August II., dem „Starken“, Kurfürst von Sachsen und König von Polen, für Anfang des Jahres 1728 an den Dresdner Hof, die ihm durch Feldmarschall Jakob Heinrich Graf Flemming persönlich überbracht wurde.

Zwischen beiden Königen war es vor einiger Zeit zu Spannungen gekommen, da ein sächsischer „Langer Kerl“, wohl unter Anwendung von Gewalt, nach Berlin verschleppt worden war. Beiden Fürsten war daran gelegen, die aufgrund dieses Zwischenfalls leicht angespannte Lage wieder zu normalisieren. Hocherfreut nahm der Preußenkönig diese Einladung an.

Da der sächsische Hof aber nicht nur einer der prunkvollsten und kultiviertesten war, sondern auch als einer der sittenlosesten galt, wollte Friedrich Wilhelm seinen Sohn zunächst nicht mit auf diese Reise nehmen. Seine Schwester Wilhelmine, die wusste, wie sehr sich ihr Bruder nach einer solchen Abwechselung sehnte und die selbst den König begleiten durfte, drängte den sächsischen Gesandten in Berlin, Ulrich Friedrich von Suhm, so eingehend, bis dieser August II. dazu veranlasste, persönlich auf das Erscheinen des Kronprinzen zu bestehen. Für Friedrich eröffnete sich in Dresden eine gänzlich neue, berauschende Welt. Festivitäten aller Art - Opern, Theateraufführungen, Bälle – lösten einander ab. Der Kronprinz erhielt auch Gelegenheit, erstmals öffentlich als Flötenspieler aufzutreten, wofür er mit reichlich Beifall belohnt wurde.

Auch Friedrich Wilhelm vergnügte sich und blieb während dieser vier Wochen am sächsischen Hof bei bester Laune, obwohl er bemerkt haben muss, dass sein Sohn in dieser Gesellschaft eine bessere Figur machte als er. Auf einem der Bälle platzten ihm die Hosen, was ihn unfreiwillig zur komischen Figur machte. „Ich bin in Dressen und springe und tantze, ich bin mehr fatiguirt als wenn ich alle Tage zwei Hirsche tot hetzte“,[12] schrieb er ausgelassen nach Berlin. Der Gastgeber scheute wahrhaftig keine Mühen, die Gäste abwechslungsreich zu unterhalten. Eines Abends führte August sie durch einige erlesene Räume des Schlosses. In einem wurde plötzlich ein Vorhang beiseite geschoben und der Gesellschaft bot sich nach Wilhelmines Schilderung folgender Anblick: „Es war dies ein Mädchen in dem Zustande unserer ersten Eltern, nachlässig auf einem Ruhebette hingestreckt. Dieses Geschöpf war schöner als man Venus und die Grazien malt: sie bot dem Blicke einen Körper von Elfenbein dar, weißer als der Schnee und schöner geformt als der der schönen Statue der mediceischen Venus in Florenz. Das Cabinet, welches diesen Schatz einschloß, war von so vielen Kerzen erleuchtet, daß ihr Glanz blendete und der Schönheit dieser Göttin einen neuen Schimmer verlieh. Die Erfinder dieses Schauspiels zweifelten nicht daran, daß der Gegenstand Eindruck auf das Herz des Königs machen werde, aber es kam ganz anders.“[13] Sobald der Vater die „hingestreckte“ Schöne erblickt hatte, riss er den Hut vom Kopf, hielt ihn seinem Sohn vor das Gesicht und drängte ihn ungeduldig aus dem Raum.

Friedrich hatte aber von der reizvollen Dame, der Gräfin Orczelska, Tochter und zugleich Geliebte Augusts sowie seines Sohnes, wohl genug zu Gesicht bekommen, um von ihr hingerissen zu sein. Wilhelmine behauptet, ihr Bruder sei den Reizen dieser hübschen Frau erlegen und habe von der Reise nach Dresden sogar eine Geschlechtskrankheit mit nach Berlin gebracht. Inwieweit diese Darstellung reine Legende ist, bleibt offen. Es gilt aber als gesichert, dass Friedrich bald nach der Rückkehr aus Dresden von einer schweren, womöglich lebensbedrohenden, Krankheit befallen wurde. Tiefbesorgt berichtet der König am 23. April 1728 an den Fürsten Leopold von Anhalt-Dessau: „Mein ältester Sohn ist sehr krank und wie eine Abzehrung. Sie können sich einbilden, wie mir zumute dazu ist. Ich will bis Montag abwarten; wo es dann nit besser wird, ein Konsilium aller Doktor halten, denn sie nit sagen können, wo es ihm sitzet, und er so mager wie ein Schatten wird, doch nit hustet. Also Gott sei anbefohlen; dem müssen wir uns alle unterwerfen. Aber indessen gehet es sehr hart, da ich soll itzo von die Früchte genießen, da er anfänget, räsonabel zu werden, und müßte ihn in seiner Blüte einbüßen. Enfin, ist Gottes Wille, der machet alles recht; er hat es gegeben, er kann es nehmen, auch wiedergeben. Sein Will gescheh im Himmel als auf Erden. Meine beste Konsolation ist: Wir müssen alle dahin, also einer frühe, der ander spät, da ist kein Kraut vor gewachsen. Ich wünsche Euer Liebden von Herzen, daß sie der liebe Gott möge vor allem Unglücke und solche Chagrin bewahren. Wenn die Kinder gesund sein, so weiß man nit, daß man sie lieb hat.“[14]

Der Kronprinz überstand die Krankheit, konnte aber erst, nachdem er bereits am 14. März 1728 das Oberstleutnantpatent erhalten hatte, Mitte Mai seinen militärischen Dienst wieder aufnehmen. Er war aber noch nicht wieder so weit in Ordnung, um den Vater auf seinen Inspektionsreisen zu begleiten.

Während der Abwesenheit des Königs widmete sich Friedrich vorrangig dem Lesen und Musizieren. Da August der Starke der Königin sein Kammerorchester und den Flötisten Johann Joachim Quantz für einige Zeit ausgeliehen hatte, fanden auf Schloss Monbijou fast täglich Konzerte statt. Kaum aber war der König wieder zurückgekehrt, setzte sich der Konflikt zwischen Vater und Sohn fort. So kam es zu Szenen, als Friedrich Wilhelm erfuhr, dass der Kronprinz Schulden gemacht hatte, um sich insgeheim eine größere Bibliothek, die im Haus des Finanzrates Julius von Pehnen unterbracht war, und Noten zuzulegen. Friedrich, der wohl den anpassungsfähigen Charakter seiner Mutter geerbt hatte, es zudem fast schon gewohnt war, dass der Vater mit Kerzenleuchtern und Tellern nach ihm warf, schwieg und erleichterte seine Seele in Briefen an seine Freunde. „Der König ist beständig schlechter Laune“, schrieb er am 3. September 1728 aus Wusterhausen* an den jungen Leutnant von Borcke, „er brummt gegen jedermann, ist mit niemand, auch [nicht] mit sich selbst, zufrieden, leider Gottes; wie könnte man ihn zufriedenstellen? Er ist schrecklich aufgebracht gegen mich. [...] Er hat alles mögliche mit mir vor, aber schwankt zu sehr, so daß ich glaube, es wird alles beim alten bleiben. Wir sind weder vorwärts noch rückwärts gekommen [...], man lernt endlich durch die Länge der Zeit, sorglos zu werden; ich bin es jetzt trotz allem, was mir passieren kann, ich blase Flöte, ich lese und liebe immer meine Freunde mehr als mich selbst.“[15]

* König Friedrich Wilhelm I. liebte dieses kleine, einfache Schloss in Wusterhausen, das von einem übelriechenden Wassergraben umgeben war und an dessen Zugbrücke, nahe des Eingangs, zwei Bären und vier Adler angekettet waren, die vor allem durch ihr aggressives Verhalten Bediensteten und Besuchern gegenüber auffielen.

Wenig später, am 10. September, wandte sich Friedrich, da er den Vater nicht mehr anzusprechen wagte, in einem Brief, ebenfalls aus Wusterhausen, an ihn: „Mein lieber Papa, ich habe mich lange nicht unternehmen mögen zu meinem lieben Papa zu kommen, teils weil es mir abgeraten, vornehmlich aber weil ich mich noch einen schlechteren Empfang als den ordinairen sollte vermuten sein; und aus Furcht, meinen lieben Papa mehr mit meinem gegenwärtigen Bitten zu verdrießen, habe ich es lieber schriftlich tun wollen. Ich bitte also meinen lieben Papa, mir gnädig zu sein, und kann hierbei versichern, daß, nach langem Nachdenken, mein Gewissen mir nicht das mindeste gezeigt hat, worin ich mir etwas zu reprochiren haben sollte; hätte ich aber wider mein Wissen und Willen getan, das meinen lieben Papa verdrossen habe, so bitte ich hiermit untertänigst um Vergebung und hoffe, daß mein lieber Papa den grausamen Haß, den ich aus allem seinem Tun genug habe wahrnehmen können, werde fahren lassen; ich könnte mich sonst gar nicht darein schicken, da ich sonsten immer gedacht habe, einen gnädigen Vater zu haben, und ich nun das Contraire sehen sollte. Ich fasse dann das beste Vertrauen, und hoffe, daß mein lieber Papa dieses Alles nachdenken und mir wieder gnädig sein wird [...]“[16]

Die schriftliche Antwort des Vaters fällt jedoch höchst ungnädig aus: „Sein eigensinniger, böser Kopf, der nicht seinen Vater liebet; denn wenn man nun Alles tut, absonderlich seinen Vater liebet, so tut man, was er haben will, nicht wenn er dabei steht, sondern wenn er nicht Alles sieht. Zum Andern weiß er wohl, daß ich keinen effeminierten Kerl leiden kann, der keine männliche Inclinationen hat, der sich nicht schämt, weder reiten noch schießen zu können, und dabei malpropre an seinem Leibe, seine Haare wie ein Narr sich frisieret und nicht verschneidet, und ich Alles dieses tausendmal reprimandiret, aber Alles umsonst und keine Besserung in Nichts ist. Zum Andern hoffärtig, recht bauernstolz ist, mit keinem Menschen spricht, als mit Welschen, und nicht populär und affable [leutselig] ist, und mit dem Gesichte Grimassen macht, als wenn er ein Narr wäre, und in nichts meinen Willen tut, als mit der Force angehalten; nichts aus Liebe, und er Alles dazu nichts Lust hat, als seinem eigenen Kopf folgen, sonsten Alles nichts nütze ist.“[17]

Friedrich gab trotz dieser eindeutigen Antwort die Hoffnung nicht auf, den Vater doch noch sanfter stimmen zu können. So äußerte er wenig später während eines Essens aus Anlass des Hubertusfestes dem sächsischen Gesandten von Suhm gegenüber laut, so dass es der König hören konnte, wie sehr er seinen Vater ehre. Bald darauf warf er sich dem Vater in gespielter Trunkenheit zu Füssen und küsste ihm die Hände. Zwar war Friedrich Wilhelm an diesem Abend hoch erfreut über das Verhalten des Sohnes, aber langfristig änderte sich an seiner Willfährigkeit ihm gegenüber nichts. Er trat nun sogar nach dem Kronprinzen oder zog ihn an den Haaren – bevorzugt vor den Augen der Dienerschaft und Offiziere.

Die beiden Offiziere Finckenstein und Kalckstein, die dem Kronprinzen vom Vater als Erzieher zur Seite gestellt, worden waren, wurden im Frühjahr 1729 durch Oberstleutnant Friedrich Wilhelm von Rochow und Leutnant Dietrich Freiherrn von Keyserlingk ersetzt. Rochow sollte bei der Erziehung des Prinzen einer eindeutigen Instruktion des Königs folgen und Friedrich darin unterweisen, „daß alle effiminierte, laszive, weibliche Occupationes einem Manne höchst unanständig wären“, derartiges sei etwas für Gecken und Damoiseaux;“ein Damoiseau aber ist ein Lump und ein schurkischer Kerl, der zu nichts nutz in der Welt, als zu Nasenstübern.“[18] In seiner Unterweisung tadelt der König zudem, dass der Prinz „in seinem Gehen, Lachen, Sprechen allemal grimassiret, und wenn er reitet, isset oder gehet, sich allezeit krumm und schief hält. Wer aber“, so der Vater, „den Kopf zwischen den Ohren hangen läßt und schlotterig ist, der ist ein Lumpenkerl.“ Rochow soll mit allen Mitteln dem Prinzen „die Schlafmütze auf dem Kopp vertreiben, daß er mehr Vivacität bekommt:“[19]

Friedrich Wilhelm hoffte, so aus seinem Sohn doch noch einen guten Offizier und „honnête-home“* machen zu können. Friedrich verstand sich mit beiden neuen Erziehern ausgezeichnet, „aber Keyserlingk als der ausschweifendere und jüngere war ihm infolgedessen lieber“[20],wie Wilhelmine in ihren Memoiren festhielt. Aber auch Rochow konnte letzten Endes die Situation nicht mehr ändern. Die Zusammenstöße zwischen Vater und Sohn häuften sich fortan eher noch. Der Kronprinz war aufgrund ständiger Überwachung gezwungen, all das, was ihm am Herzen lag und wofür er sich interessierte, heimlich zu tun. Der Flötenunterricht, den Quantz ihm gab, musste stets im Verborgenen statt finden. Quantz kam erstmals im Mai 1728 beim Besuch Augusts des Starken am Preußischen Hof nach Berlin. Die Königin war von seinem Spiel so begeistert, dass sie ihn nur zu gerne in ihren Diensten gesehen hätte, was August jedoch ablehnte. Wohl gestattete er es Quantz aber, zweimal jährlich nach Berlin zu reisen, um Friedrich im Flötenspiel zu unterrichten. Meist fand dieser heimliche Unterricht am frühen Morgen oder aber am Nachmittag statt. So geschah es auch im Sommer des Jahres 1730, kurz vor einer gemeinsamen Reise von Vater und Sohn in die Rheinprovinzen. Der Kronprinz hatte beim Musizieren, wie meist, die Uniform, den „Sterbekittel“, wie er verächtlich sagte, abgelegt und sich in einen bequemen Schlafrock aus Goldbrokat gehüllt. Auch trug er keinen Zopf, sondern eine gepuderte französische Perücke mit Haarbeutel. Vor der Tür zu Friedrichs Raum stand bei diesen musikalischen Treffen stets ein mit dem Prinzen befreundeter Offizier, um ein überraschendes Kommen des Vaters sofort zu melden. An jenem Tag war dies der junge Leutnant Hans Hermann von Katte, der plötzlich ins Zimmer gestürzt kam und aufgeregt das Nahen des Königs ankündigte. Eiligst ergriff Katte Flöten und Noten, packte Quantz bei der Hand und flüchtete mit ihm in eine angrenzende, zum Beheizen der Öfen bestimmte Kammer. Hier mussten beide über eine Stunde ausharren. Friedrich gelang es noch, den Schlafrock gegen die Uniform auszutauschen, nicht aber die Perücke samt Haarbeutel verschwinden zu lassen. Dieser Anblick entzürnte den Vater vollends, er riß seinem Sohn die Perücke vom Kopf und untersuchte das ganze Zimmer, bis er endlich hinter der Wandverkleidung verborgene Fächer voll mit Büchern, zumeist natürlich französische Literatur, und Schlafröcken entdeckte. Letztere warf er auf der Stelle in das Kaminfeuer. Die Bücher wurden dem Buchhändler Haude zum Verkauf übergeben, der sie jedoch, da er Mitleid mit dem Prinzen hatte, zu Friedrichs Verfügung hielt und ihm später die gesamte Bibliothek wieder zurück gab. Die tiefe Kluft zwischen Vater und Sohn war zu diesem Zeitpunkt unüberbrückbar geworden. Wilhelmine, die für ihren Bruder nur höchste Bewunderung empfand (“... der liebenswürdigste Prinz, den man sich denken konnte, schön und gut gewachsen, mit einem für sein Alter überlegenen Geist ...“)[21], berichtet in ihren Memoiren, wie sich die Auseinandersetzung allmählich ihrem Höhepunkt näherte: „Niemand weiß, was ich ertragen muß“, habe ihr der Bruder berichtet. „Täglich bekomme ich Schläge, werde behandelt wie ein Sklave und habe nicht die mindeste Erholung. Man verbietet mir das Lesen, die Musik, die Wissenschaften, ich darf fast mit niemand mehr sprechen, bin von lauter Aufpassern umgeben. Was mich endlich ganz überwältigt hat, ist der letzte Auftritt, den ich in Potsdam mit dem König hatte. Er läßt mich des Morgens rufen; sowie ich eintrete, faßt er mich bei den Haaren, wirft mich zu Boden, und nachdem er seine starken Fäuste auf meiner Brust und meinem ganzen Leibe erprobt hatte, schleppt er mich an das Fenster und legt mir den Vorhangstrang um den Hals. Glücklicherweise hatte ich Zeit gehabt, mich aufzuraffen und seine beiden Hände zu fassen; da er aber den Vorhangstrang aus allen Kräften zuzog, und ich mich erdrosselt fühlte, rief ich endlich um Hilfe. Ein Kammerdiener eil-

* Nicolas Farets Hauptwerk, der 1630 in Paris erschienene „L’Honnête Homme ou L’art der plaire à la Cour“, verschaffte dem Autor nachhaltige Anerkennung und die sofortige Aufnahme in die 1635 gegründete Académie française. In seinem Erziehungs- bzw. Verhaltenstraktat bespricht Faret die wichtigsten Regeln für das erfolgreiche Auftreten des Adeligen bei Hofe im Zeitalter des Absolutismus.

te herbei und befreite mich mit Gewalt aus des Königs Händen. Sage nun selbst, ob mir ein anderes Mittel übrigbleibt als die Flucht? Katte und Keith sind bereit, mir bis ans Ende der Welt zu folgen; ich habe Pässe und Wechsel und habe alles so gut eingerichtet, daß ich nicht die geringste Gefahr laufe. Ich entfliehe nach England; dort empfängt man mich mit offenen Armen, und ich habe von des Königs Zorn nichts mehr zu fürchten.“[22]

Fluchtversuch, Festungshaft und Pardonierung

Die Gelegenheit zur Flucht schien sich auf jener gemeinsamen Reise von König und Kronprinz in die Rheinprovinzen zu bieten. Am frühen Morgen des 16. Juli 1730 brachen sie zusammen auf. Der Kronprinz stand während der gesamten Reise unter strikter Bewachung von Oberst von Rochow, Generalmajor Wilhelm Dietrich von Buddenbrock und Oberst Arnold Christoph von Waldow, die vom König persönlich angehalten worden waren, mit dem Prinzen in einem Wagen zu fahren. Am 20. Juli trafen die Reisenden ins Ansbach ein, um sich eine Woche am Hof des Markgrafen Karl Wilhelm Friedrich aufzuhalten, mit dem Friedrichs Schwester Friederike Luise seit einem Jahr verheiratet war. Hier erhielt der bereits beunruhigte Kronprinz, der bis zu diesem Zeitpunkt von seinem Mitverschworenen und Fluchthelfer, Leutnant von Katte, noch keine Nachricht erhalten hatte, endlich durch dessen Vetter, der als Kurier zwischen beiden fungierte, Mitteilung, dass er in Berlin verbleiben müsse, da er keinen Urlaub bekommen habe. Friedrich schrieb ihm voll Zuversicht, dass die Flucht auch so gelingen werde: „In zwei Tagen bin ich frei, ich habe Geld, Kleider, Pferde, meine Flucht wird unfehlbar gelingen und sollte ich verfolgt werden, so will ich in einem Kloster mir eine Freistatt suchen, wo man unter Skapulier und Kutte den argen Ketzer nicht herausfinden soll. Du wirst mir sogleich nachfolgen mit dem, was ich dir anvertraut habe, und wenn wir uns auch erst jenseits des Meeres wiederfänden: nimm deinen Weg über Leipzig und Wesel nach Holland, dort wirst du von mir hören.“[23] Der Vetter Kattes bat den Kronprinzen inständig, bloß nichts Unüberlegtes zu tun. Zu Rochow bemerkte er, ohne dabei ins Detail zu gehen, gut auf den Prinzen Acht zu geben. Am 29. Juli hatte Friedrich Katte mitgeteilt, sich nach Den Haag zu begeben, wo er selbst als Comte d’Alberville unterzutauchen gedenke.

Die weitere Reise ging über Augsburg nach Ludwigsburg. Bei Heilbronn verließ man das Neckartal, um den Weg Richtung Rhein fort zu setzen. In Steinsfurt, wo die Reisenden die Nacht auf einem Hof verbrachten, wollte der Prinz endlich seinen Fluchtplan in die Tat umsetzen, Für die frühen Morgenstunden hatte er den Pagen Keith, der eher gegen seinen Willen in die Verschwörung eingeweiht war, mit zwei Pferden zu der Scheune bestellt, in der Friedrich die Nacht verbrachte. Keith verspätete sich und Oberst von Rochow war bereits durch einen misstrauisch gewordenen Kammerdiener geweckt worden. Der Oberst trat auf den Prinzen zu und wünschte ihm einen Guten Morgen – die Flucht war damit gescheitert.

Friedrich wollte aber nicht aufgeben, und Keith sollte für die kommende Nacht wiederum Pferde besorgen. Dieser hielt der nervlichen Belastung jedoch nicht mehr stand und warf sich dem König am 6. August in Mannheim, nach Besuch des Gottesdienstes in der kurfürstlichen Hofkirche, vor die Füße und gestand das gesamte Vorhaben. Friedrich Wilhelm ließ sich seine Erregung, so gut wie irgend möglich, nicht anmerken. Er befahl Rochow, der mit Friedrich erst zwei Stunden nach dem König eingetroffen war, „bei seinem Kopfe“, da noch drei ausländische Territorien – Hessen-Darmstadt, Frankfurt und Köln – zu durchqueren seien, den Kronprinzen unter strengster Bewachung in das preußische Wesel zu bringen.

Bei der Zusammenkunft von Vater und Sohn in Darmstadt sagte der König, ohne sich seine Kenntnis des Fluchtplanes anmerken zu lassen, spöttisch zu Friedrich: „Ich wundere mich, Ihn hier noch zu sehen. Ich glaubte, Er sei schon in Paris.“ Friedrich, der nicht ahnte, dass man ihn bereits verraten hatte, konterte keck: „Wenn ich gewollt hätte, wäre ich es auch.“[24]

Sobald man am 12. August in Wesel preußischen Boden erreicht hatte, wurde der Kronprinz verhaftet und vom König selbst einem ersten Verhör unterzogen, in dessen Verlauf Friedrich Wilhelm schließlich die Kontrolle verlor und mit gezogenem Degen auf seinen Sohn losgehen wollte. Festungskommandant Konrad Heinrich von der Mosel warf sich augenblicklich mit folgenden Worten dazwischen: „Wenn Sie Blut sehen wollen, Sire, dann nehmen Sie meines; aber schonen Sie Ihres Sohnes!“[25] Der Vater sah in dem Fluchtversuch nicht nur eine „Desertion“, sondern auch eine mögliche Verschwörung gegen ihn selbst. Der Kronprinz entzog sich bei allen weiteren Verhören geschickt jeder eindeutigen Antwort und wurde in der Festung Küstrin inhaftiert. Zwischenzeitlich hatte der König auch Katte in Gewahrsam nehmen lassen, der am 27./ 28. August ein ausführliches Geständnis nieder schrieb. Lediglich dem Pagen Keith war es, kurz nachdem Friedrich ihm noch eine Notiz mit dem dringendem Rat zugesteckt hatte, schnellstmöglich die Flucht zu ergreifen, gelungen, nach Holland zu entkommen.

Die Festungshaft in Küstrin war durch eine Ordre des Königs bis in alle Einzelheiten geregelt: „Also daß des Tages dreimal die Thüre aufgeschlossen wird, und jedesmal nicht länger auf bleiben muß als vier Minuten und allemal zwei Capitains bei dem Auf- und Zuschließen sein sollen, was die Schildwachen anlangt, sollen sie so viel setzen als nöthig ist, denn sie davor responsable sein sollen. Die beiden Capitains, die auf- und zuschließen lassen, sollen bei größester Ungnade mit dem Gefangenen nicht sprechen, wenn Er Ihnen was fräget, was hier und dort passiret, was Neues wäre in der Welt sollen sie Ihm nicht antworten, und dieses ist meine stricte Ordre, da sie sich beiderseits sollen nach conformieren, und mit ihren Köpfen responsable sein.“[26]

Der Kronprinz litt unter den strengen Haftbedingungen, gab sich aber bei Anhörungen den Mitgliedern der Untersuchungskommission gegenüber gelassen bis dreist. Am 16. September fand schließlich das entscheidende Verhör statt, bei dem der Gefangene 185 Fragen vorgelegt bekam, die der König entweder selbst formuliert oder aber zuvor genehmigt hatte. Hier hieß es u.a.: „1. Wer ist sein Vater?. 2. Wer ist sein Landesherr?, 3. Wer ist sein Kriegsherr?, 4. Weiß Er sich zu erinnern, daß Se. Königliche Majestät in Preußen als sein Vater und Landesherr Ihm in seiner Jugend alle Liebe erwiesen?“[27] Friedrich Wilhelm wollte auf diese Weise wohl zeigen, dass sein Sohn ihm von Anfang an zuwider gehandelt habe. Der König hatte zeitweilig für Friedrich sogar die Todesstrafe vorgesehen und versuchte, jedoch vergebens, vom Kronprinzen einen Thronverzicht zu erzwingen. Lieber lasse er sich, so der Sohn, „den Kopf abschlagen“, als dem Thron zu entsagen. In einem Zusatzprotokoll anlässlich jenes Verhörs vom 16. September 1730 gab der Prinz an: „...daß er wohl erkenne, ganz und gar in allen Stücken unrecht zu haben; am meisten beklage er, daß Seine Königliche Majestät Chagrin [Kummer] darum hätten, bäthe Dieselbe aber, zu glauben, daß seine Intention niemals criminel gewesen, noch er gesuchet, Sr. Königlichen Majestät das geringste zu leide zu thun; er submittire [unterwerfe] sich in allem des Königs Willen und Gnade, Se. Majestät möchten es mit ihm machen, wie Sie es gut finden würden, und bäthe Dieselbe um Vergebung.“[28]

Friedrich Wilhelm riss dieses Zusatzprotokoll wutentbrannt zur Hälfte entzwei und ließ die Haftbedingungen für seinen Sohn verschärfen.

Erst der mutige Protest einiger hoher Offiziere am Preußischen Hof konnte den cholerischen König von weiteren Exzessen gegen den eigenen Sohn abhalten. Hinzu kam, dass die Angelegenheit unterdessen in ganz Europa Aufsehen erregt und Friedrich durchaus Sympathien eingebracht hatte. Die Niederlande, Schweden und England intervenierten im Namen der protestantischen Religion zugunsten des Kronprinzen. Auch der Kurfürst von Sachsen und König von Polen sowie der Kaiser, als Oberhaupt des Reiches, und Rußland gesellten sich den um Gnade Bittenden bei. Der König war gezwungen einzulenken und von seiner Rachsucht gegen den Prinzen abzulassen, um letzten Endes bei der ganzen Auseinandersetzung nicht selbst zum Angeklagten zu werden. Am 25. Oktober trat das Kriegsgericht zusammen und Ende Oktober lagen die Urteile vor. Im Fall des Kronprinzen erklärte das Gericht, dass es sich nicht „erkühnen“ dürfe, über den Sohn oder gar die Familie des Königs ein Urteil zu sprechen und überwies die Entscheidung „Seiner Königlichen Majestät Gnade“. Der König aber hatte gehofft, dass die Richter ihm aus der Verlegenheit helfen würden, doch statt dessen musste er erkennen, dass diese das Vergehen des achtzehnjährigen Prinzen schlussendlich als jugendliche Unbesonnenheit abtaten. Sein ganzer Zorn traf nun den in die Fluchtpläne eingeweihten Leutnant von Katte. Das Kriegsgericht verurteilte den jungen Offizier wegen „Fahnenflucht“ zu lebenslanger Festungshaft. Friedrich Wilhelm griff ein und ließ den Urteilsspruch kraft seines Anspruchs als absoluter Monarch in ein Todesurteil umwandeln: „... was aber den Lieutenant Katten und deßen Verbrechen auch die von dem Kriegsrecht deshalb gefällte Sentenz anbelanget, so sind Seine Königl. Majestät zwar nicht gewohnet, die Kriegsrechte zu schärfen, sondern vielmehr, wo es möglich zu mindern. Dieser Katte aber ist nicht nur in Meinem Dienst Offizier bei der Armée, sondern auch bei die Guarde Gens d’armes. Und da bei der ganzen Armée alle meine Offiziere Mir getreu und hold sein müssen, so muß solches um so viel mehr geschehen von den Officiers von solchen Regimentern; indem bei solchen ein großer Unterschied ist, denn Sie immediatement an Sr. K.M. allerhöchsten Person und Dero Königliche Hause attachiret sein, Schaden und Nachteil zu verhüten, vermögen seines Eides. Da aber dieser Katte mit der künftigen Sonne tramiret [zusammen arbeitet] zur Desertion, mit fremden Ministren und Gesandten allemal durch einander gestecket... So wissen Se. K.M. nicht was vor kahle Raisons das Kriegs-Recht genommen und Ihm das Leben nicht abgesprochen hätten. S.K.M. werden auf die Art sich auf keinen Officier noch Diener, die in Eid und Pflicht sein, sich verlassen können, denn solche Sachen, die einmal in der Welt geschehen seind, öfters geschehen können, es würden aber alsdann alle Thäter den Praetext nehmen, wie es Katten wäre ergangen, und weil der so leicht und gut durchgekommen wäre, ihnen dergleichen geschehen müßte. S.K.M. seind in Dero Jugend auch die Schule durchlaufen und habe das Lateinische Sprichwort gelernet fiat justitia und pereat mundus [es geschehe Recht, möge auch die Welt untergehen]. Also wollen sie hiermit und zwar von Rechts wegen, daß der Katte, ob er schon nach denen Rechten verdienet gehabt, wegen des begangenen crimen laesae Majestatis [Majestätsverletzung] mit glühenden Zangen gerissen und aufgehänget zu werden, Er dennoch nur, in consideration seiner Familie, mit dem Schwert vom Leben zum tode gebracht werden soll. Wann das Kriegs-Recht dem Katten die Sentenz publiciret, soll ihn gesaget werden, daß Sr. K.M. es leid thäte, es wäre aber besser, daß er stürbe, als daß die Justiz aus der Welt käme.“[29]

Man darf annehmen, dass diese Anordnung des Königs wohl nicht ausschließlich aus dessen Besorgnis um Recht und Ordnung hervorgegangen ist. Es manifestiert sich hier mit Sicherheit auch die tiefe, hilflose Wut gegen einen von denjenigen, die die „aufgehende Sonne“ [Friedrich] so sehr bewundern.

Am 3. November ergeht an den Generalmajor Otto Gustav von Lepel und den Oberst Gottfried von Reichmann der Befehl Friedrich Wilhelms, den verurteilten Katte in Küstrin in Empfang zu nehmen und am 6. November die Todesstrafe zu vollstrecken: „Den Montag als den 6. dieses früh um 7 Uhr, sollet ihr von der Garnison 150 Mann commandiren lassen, die den Kreis schließen sollen vor die Fenster des Kronprinzen, oder woferne, ja daselbst nicht Platz genug dazu wäre, müßet Ihr einen anderen Platz nehmen, so daß der Kronprinz aus dem Fenster selbigen gut übersehen kann. Wenn der Kreis geschlossen ist soll die 30 Gensdarmes ... nebst dem Prediger dem Lieut. Katte im Kreis bringen und soll ihm der Ober-Auditeur Gerbet als dann das Todes-Urteil verlesen.“[30] Nach einem Gebet soll der Scharfrichter Katte den Kopf abschlagen und der Leichnam bis 2 Uhr nachmittags auf dem Richtplatz liegen bleiben.

Friedrich, dessen Haftbedingungen unter der Hand bereits erheblich erleichtert worden waren (neben der Gefangenenkost erhielt er u.a. kalten Braten und Früchte), ahnte, abgeschirmt von der Außenwelt, nicht das geringste von dieser dramatischen Entwicklung.

Am frühen Morgen des 6. November wurde ihm in knappen Worten mitgeteilt, dass er in Kürze die Hinrichtung des Freundes mit anzusehen habe. In den noch verbleibenden zwei Stunden flehte er immerfort verzweifelt um Aufschub, damit er ein Gnadengesuch an den König richten könne, wenn nötig, wie er pathetisch ausrief, um den Preis des eigenen Lebens – aber vergebens. Um sieben Uhr, die Truppen hatten bereits Aufstellung genommen, führten zwei Offiziere den Prinzen an das Fenster seiner Kammer. Katte schritt bereits gefesselt zwischen zwei betenden Geistlichen zum Richtplatz. Als er im trüben Licht des Novembermorgens zu Friedrichs Fenster empor sah, rief dieser ihm laut zu: „Mein lieber Katte, ich bitte Sie tausendmal um Verzeihung!“ Katte erwiderte mit klarer Stimme: „Nichts von Verzeihung, mein Prinz, ich sterbe mit tausend Freuden für Sie!“[31] Die folgende Verlesung des Todesurteils hörte Katte gefasst an, legte seinen Rock ab, öffnete den Kragen seines Hemdes weit, kniete an dem als Richtstätte bestimmten Sandhaufen nieder und betete. Dann fiel sein Haupt unter dem Schwert. Friedrich blieb der Anblick erspart – er war bereits kurz zuvor in eine tiefe Ohnmacht gesunken. Seine Schwester Wilhelmine berichtete über diesen tragischen Augenblick: „Die Herren waren genötigt, ihn aufs Bett zu tragen. Er blieb mehrere Stunden bewußtlos dort liegen. Sobald er wieder zu sich kam, war der erste Anblick, der ihn traf, der blutige Körper des armen Katte, den man so hingelegt hatte, daß er nicht umhin konnte, ihn zu sehen. Dies Schaustück bewirkte, daß ihm zum zweitenmal eine Schwäche befiel. Als er sich davon erholt hatte, ergriff ihn ein heftiges Fieber. Herr v. Münchow ließ, dem Befehl des Königs trotzend, die Vorhänge des Fensters herab und schickte nach den Ärzten, die meinen Bruder für sehr gefährlich krank erklärten. Er wollte nichts nehmen von allem, was sie ihm darboten. Er war außer sich und seine Aufregung so maßlos, daß er sich getötet hätte, wäre er unbewacht geblieben.“[32]

Am 27. Dezember, rund sieben Wochen nach der Exekution des Freundes, wurde an den ersten Minister des Königs, General Friedrich Wilhelm von Grumbkow, aus Küstrin gemeldet: „Das Fieber des Kronprinzen ist nach drei Anfällen gewichen, aber er sieht sehr elend aus.“[33]

Der größte Zorn des Königs schien mit der Hinrichtung Kattes verflogen zu sein. Friedrich Wilhelm musste zwischenzeitlich eingesehen haben, welche unabsehbaren, politischen Folgen die Exekution seines eigenen Sohnes gehabt hätte und so erschien ihm die „Pardonierung“ des Kronprinzen als die einzige Möglichkeit seiner „Resozialisierung“. Dieses Vorhaben wurde dadurch erleichtert, dass nun auch Friedrich den Entschluss gefasst hatte, sich dem Willen des Vaters zu unterwerfen und fortan nicht mehr gegen den Strom zu schwimmen.

Diese Einsicht teilte er dem König mehrere Wochen nach der Hinrichtung in etwas geziertem Stil aus Küstrin mit: „Allerdurchlauchtigster König und Vater, Ich erkenne mit aller Submission die Gnade, so sie mir erwiesen, und mir öfters erlauben, an Sie zu schreiben und meinen untertänigsten Respekt und Treue zu versichern, und versichere hierbei alleruntertänigst, daß Sie aus meiner ganzen Conduite ersehen werden, daß ich aus Submission und Gehorsam Alles tun werde, Dero Befehl Genüge zu tun. Erlauben Sie mir, daß ich mir versichern darf, daß der Gott, der die Herzen der Könige regieret wie die Wasserbäche, Ihres, o mein Vater, also regieren wird, daß, nach so lange wohlverdienter Entziehung Ihrer Gnade, ich mich inskünftige so viel von Dero Gnade werde zu rühmen haben, als wie ich bishero über Ihre väterliche Züchtigungen habe klagen können.“[34]

In Küstrin musste der Kronprinz „väterliche Züchtigungen“ nicht fürchten, aber Straferleichterungen seitens des Königs wurden ihm erst gewährt, nachdem man dem Vater die Nachricht hinterbracht hatte, dass sein Sohn aufgrund der Strenge und Eintönigkeit der Haft in eine Gemütskrankheit verfallen könnte. So verfügte Friedrich Wilhelm, dass der Prinz als Auskultator (vergleichbar mit einem heutigen Referendar) Dienst bei der Kriegs- und Domänenkammer in Küstrin tun solle, um so die Praxis der Verwaltung kennen zu lernen und sich insbesondere im Bearbeiten von Akten der Finanz- und Domänenbehörden zu üben. Hier musste er sich unter anderem aneignen, welche Bedeutung Manufakturen, Forst- und Wasserverwaltung, Wege- und Brückengelder, Märkte und Zölle für das Staatswesen haben. Als dem König durch seine Beamte positive Berichte über das Betragen des Sohnes zugingen, gestattete er ihm, sich auf dem Gelände der Festung eine kleine Wohnung einzurichten. Eine Instruktion des Vaters an den Hofmarschall, den Geheimen Rat Gerhard von Wolden, legte fest, was Friedrich erlaubt und verboten sei: „Der Kronprinz soll mit keinem korrespondieren als mit des Königs und der Königin Majestäten. Sonst wird dem Kronprinzen permittiret, alle Mahlzeiten zwei Gäste zu bitten. Es muß aber der von Wolden verhüten, daß kein Frauenzimmer mit dabei zugegen ist, sondern lauter Mannspersonen. Französische Bücher, auch deutsche Weltliche Bücher und Musik bleiben scharf verboten, wie jemals gewesen; ingleichen Spielen und Tanzen und soll bei Leib und Leben von alle Dehm, so hierin verboten, nicht statuiret werden und soll der von Wolden den Kronprinzen jederzeit auf solide Sachen führen.“[35]

Typisch für den sittenstrengen Monarchen ist zweifellos die Anordnung, dass „kein Frauenzimmer“ an den Mahlzeiten teilnehmen dürfe. An anderer Stelle, in einer „Instruktion für meinen Successor“ heißt es: „Arbeiten müßt Ihr, so wie ich beständigst getan [...]. Also seien die Regenten zur Arbeit erkoren und nicht zum faulen Weiberleben. Leider die meisten großen Herren sein gottlos, lassen ihre Ministris den Willen und occupieren sich mit Mätressen und sardanapalische Fleischeslüste.“[36]

Unter derart strenge Aufsicht gestellt hatte Friedrich wahrhaftig keine Gelegenheit, sich „sardanapalischen Fleischeslüsten“ hinzugeben. Dennoch war es ihm vergönnt, bald nach den schwersten Tagen der Haft die Bekanntschaft der Frau des Obersten Adolf Friedrich von Wreech, Luise Eleonore, zu machen. Sie war kaum älter als er selbst. Mit ihr verband ihn wohl nur eine rein platonische Beziehung, bei der es zum Austausch von Gedichten und Episteln im typischen galanten Stil der Zeit kam. Zu Beginn ihrer Bekanntschaft widmete Friedrich der dreiundzwanzigjährigen eine poetische Liebeserklärung in unbeholfenen französischen Versen. Bei Ausritten über Land in die umliegende Neumark, die ihm fortan von Zeit zu Zeit erlaubt waren, stattete der Kronprinz den Wreechs auf ihrem Wohnsitz, dem Gut Tamsel, bis zum Ende seiner Verbannung 1734 manchen Besuch ab.

Jene kurzweiligen Freuden waren für Friedrich lediglich eine kurze Atempause, denn bis auf weiteres hatte er dem strengen Reglement des Vaters Folge zu leisten. Um sich von der Wirkung der von ihm befohlenen Erziehungsmaßnahmen selbst einen Eindruck machen zu können, kündigte der König für den 15. August 1731 seinen Besuch in Küstrin an: „Sodann will ich ihn sehen, und wenn ich demselben nur in die Augen sehen werde, will ich gleich urtheilen, ob er sich gebessert hat oder nicht.“[37]

Über die Zusammenkunft Friedrich Wilhelms mit dem Kronprinzen im Haus des Gouverneurs verfasste General von Grumbkow einen ausführlichen Bericht: „Sobald Seine Königliche Majestät sich nach dem Kronprinzen umwandten, fiel derselbe Sie zu Füßen. Nachdem Seine Königliche Majestät ihm befohlen aufzustehen, sagten Seine Königliche Majestät mit sehr ernsthafter Miene: Ihr werdet Euch zu besinnen wissen, was nunmehro vor Jahr und Tag passiret ist, und wie schändlich Ihr euch aufgeführet, auch was vor ein gottloses Vornehmen Ihr gehabt. Da ich Euch nun von Jugend auf bei mir gehabt und Euch also wohl kennen müssen, habe ich alles in der Welt gethan, mit Guten und Bösen um Euch zum ehrlichen Manne zu machen, und da ich Euer böses Vornehmen schon einiger Maßen soupçonniret [verdächtigt], habe ich Euch aufs aller rudeste und härteste im sächsischen Lager tractiret, in Hoffnung, Ihr würdet in Euch gehn und eine andre Conduite [Benehmen] annehmen, mir Eure Fauten [Fehler] offenbaren und um Vergebung bitten, aber alles umsonst, und seid Ihr immer verstockter geworden.

Wenn ein junger Mensch Sottisen [Torheiten] tut in Courtoisiren, liederliche Händel anfängt und dergleichen, solches kann man noch als Jugendfehler pardonnieren, aber mit Vorsatz Lâchetéen [Niederträchtigkeiten] und dergleichen garstige Action zu tun, ist impardonnable [unverzeihlich]. Ihr habt gemeint, mit Eurem Eigensinne durchzukommen, aber höre, mein Kerl, wenn Du auch 60 und 70 Jahre alt wärst, so sollst Du mir nichts vorschreiben. Und da ich mich bis Dato gegen Jedermann souteniret [behauptet], so wird es mir an Mitteln auch nicht fehlen, Dich zur Raison zu bringen. Wie habe ich es nicht in allen Occasionen ehrlich mit Euch gemeint: wie ich das letzte Mal Nachricht kriegte von Euren Schulden, wie hab ich Euch väterlich vermahnt, mir Alles zu entdecken. Ich wollte Alles bezahlen, Ihr solltet mir nur Wahrheit sagen. Worauf Ihr mir gesaget: Ihr wäret über die benannte Summe noch 200 Taler schuldig, welche ich denn bezahlet und meinen Frieden mit Euch gemacht. Nachhero hat es sich aber gefunden, daß Ihr überdem noch viele Tausende schuldig gewesen, und da Ihr nun gewußt, daß Ihr es nicht bezahlen können, so war es so gut, als wäre das Geld gestohlen worden. […] Seine Königliche Majestät frugen ihn hernach, ob seine Intention nicht wäre gewesen, nach England zu gehn? So er mit Ja antwortete, worauf Seine Königliche Majestät sagten: Nun höret die Suiten [Folgen] an! Eure Mutter würde in das größte Unglück geraten sein, weil ich sie naturellement soupçonniret haben würde, als wenn sie mit von der Sache gewußt; Eure Schwester hätte ich lebenslang an einen Ort gesetzet, wo sie weder Sonne noch Mond beschienen hätten. [...] Sehet, das sind die Früchte Eures unbesonnenen und gottlosen Verfahrens. Und da ich Euch sonsten in allerhand Krieges- und Civil-Commissionen wollen employiren, wie dürft Ihr Euch nun nach einer solchen Action vor meinen Officieren und übrigen Bedienten zeigen? Das Einzige, was dieses repariren kann, ist, daß Ihr mit Hintersetzung Eures Blutes suchet, diese Faute zu repariren. Worauf der Kronprinz sich wehmütig zu Seiner Königlichen Majestät Füßen warf, bittend, ihn auf die härtesten Proben zu stellen, und wollte er alles ausstehen, Seiner Königlichen Majestät Gnade und Estime [Wertschätzung] wiederzugewinnen; darauf Ihro Königliche Majestät ihn frugen: Hast Du Katten verführt oder hat Kate Dich verführt? Worauf der Kronprinz ohne häsitiren [zögern] antwortete: Ich habe ihn verführt. Worauf Seine Königliche Majestät replicirten: Es ist mir lieb, daß Ihr einmal die Wahrheit gesagt. Sie continuirten ferner: Wie ihn das Leben von Cüstrin gefiele? Ob er noch so eine Aversion vor Wusterhausen und seinen Sterbekittel, wie er ihn genannt, zu tragen?

Es könnte sein, daß ihm des Königs Compagnie nicht anstünde; es wäre wahr, er, der König, hätte keine französischen Manieren, könnte auch keine Bonmots auf die Petits-Maîtres-Manier hervorbringen, welches er für die größten Bärenheutereien hielte. Er wäre ein deutscher Fürst, und würde als solcher leben und sterben. [...] Seine rechten Freunde, und die es ehrlich mit ihm meinten, hätte er gehaßt und verläumdet, diejenigen, so ihn flattiret und in seinem bösen Vorhaben gestärkt, hätte er caresssirt. Er sähe nun die Früchte davon, indem seit etlicher Zeit in Preußen und in Berlin keiner nach ihm gefragt, ob er in der Welt wäre oder nicht, und wenn nicht einer oder der andre aus Cüstrin gekommen wäre und erzählt hätte, daß er mit den Ballons spielte und französische Haarbeutel trüge, so hätte man nicht gewußt, ob er lebte oder todt wäre.

Hernach kamen Seine Majestät auf seine Principia in der Religion, und zeigten ihm aufs allerbündigste, was für horrible Suiten aus dem absoluto decreto, darinnen man Gott für einen Urheber der Sünde machet, daß Christus nicht für alle Menschen gestorben wäre, entspringen. Worauf denn der Kronprinz hoch und teuer versicherte, daß er nunmehr ganz Seiner Majestät christlichen und orthodoxen Meinung beistimme. Worauf Ihro Königliche Majestät ihn väterlich und zärtlich vermahnten, daß, wenn bei ihm Gottlose sich gegen seine Pflichten, gegen Gott, den König und das Vaterland äußerten, sollte er alsobald auf seine Knie fallen und Jesum Christum inbrünstig bitten, ihn durch Hülfe des heiligen Geistes von solchen bösen Vornehmen zu entledigen und auf bessere Wege zu bringen. [...] Worauf Seine Königliche Majestät ihm das Vergangene, in Hoffnung auf bessere Aufführung, gänzlich vergaben, welches der Kronprinz mit der größten Gemütsbewegung annahm, des Königs Füße küßte und viele Tränen vergoß.“[38]

Der König begab sich daraufhin in einen anderen Raum, Friedrich folgte und warf sich dem Vater erneut wortlos zu Füssen. Als Friedrich Wilhelm schließlich in den Wagen stieg, „...küßte der Kronprinz Seiner Königlichen Majestät [...] die Füße, und Seine Königliche Majestät umarmte ihm und sagten, daß, weil Sie glaubten, daß seine Reue aufrichtig wäre, wollten Sie nun auch weiter für ihn sorgen, welches denn in dem Kronprinzen solche Freude setzte, die man mit keiner Feder exprimiren kann...“[39]

Froh und überrascht bemerkte Friedrich zu Rat Hille: „Ich habe bisher nicht geglaubt, daß mein Vater einen Funken von Liebe für mich hätte. Jetzt bin ich überzeugt, daß er mich früher für Kleinigkeiten mehr mißhandelt hat als jetzt für eine große Missetat, die ich nicht ableugnen kann...“[40]

Der erste Schritt einer Rehabilitierung des Kronprinzen war damit getan. Bereits wenige Tage nach der Aussöhnung zwischen Vater und Sohn wurden Friedrich weitere Erleichterungen in seinem Exil zugestanden. Der Hofmarschall des Prinzen, Gerhard von Wolden, sollte basierend auf einer Instruktion des König dem Prinzen zuweilen „ein Plaisir machen, auf dem Wasser zu fahren, Enten zu schießen und solche Lust, die permittiret ist.“[41]

Friedrichs größtem Wunsch aber, wieder Soldat werden zu dürfen, kam der Vater zu diesem Zeitpunkt noch nicht nach und begründete diesen Entschluss in einem Brief an seinen Sohn folgendermaßen: „Du schreibst mir auch, daß Du itzund lieber ein Soldat sein wolltest. Doch glaube ich, daß Dir dieses nicht recht von Herzen gehe und Du mir nur flattiren [schmeicheln] wollest, da Du doch weissest, was ich vom Flattiren halte. [...] Aber was gilt es, wenn ich Dir recht Dein Herz kitzelte, wenn ich aus Paris einen maître de flûte mit etlichen zwölf Pfeifen und Musique-Büchern, imgleichen eine ganze Bande Komödianten und ein großes Orchester kommen ließe, wenn Ich lauter Franzosen und Französinnen, auch ein paar Dutzend Tanzmeister nebst einem Dutzend petits-maîtres verschriebe, und ein großes Theater bauen ließe, so würde Dir dieses gewiß besser gefallen als eine Compagnie Grena-

diers; denn die Grenadiers sind doch, nach Deiner Meinung, nur Canailles, aber ein petit-maître, ein Französchen, ein bon mot, ein Musiquechen, und Komödiantchen, das scheinet was Nobleres, das ist was Königlicheres, das ist digne d’un prince.“[42]

Der Kronprinz wiederholte seine Bitte nicht, sondern widmete sich stattdessen, wie bisher, mit Fleiß den Verwaltungsaufgaben und berichtete dem König regelmäßig darüber. Friedrich Wilhelm ließ sich durch diesen Eifer nicht täuschen, denn er kannte seinen Sohn nur zu gut. Gleichwohl zeigte er sich aber hocherfreut, wenn Friedrich Vorschläge zur Verbesserung machte, etwa bezüglich der Frondienste: „Wenn Ihr dasjenige, vor Euch alleine beobachtet und ausfindig gemachet habt, seid Ihr schon weit in der Wirthschaft gekommen; denn das ist ein sehr nötiger Punct, daß die Dienste auf einen solchen Fuß, wie Ihr vorgeschlagen habet, geführet werden; dahero approbiere Ich denselben vollkommen...“[43]

Der König zeigte sich noch mit manch anderer Anregung Friedrichs „sehr content“ und versprach schließlich sogar Geschenke – „ein recht gut Pferd“, einen Wagen, ein Silbergeschirr: „Ich lasse Messer, Löffel, Gabeln, Schüsseln noch zu machen, auch Leuchter, daß ein Esel alles in einem Kasten tragen kann.“ Abschließend fügte er hinzu: „Brauchet Ihr was, so schreibet mir.“[44]

Fortan gestaltete sich das Leben in der Verbannung von Küstrin recht erträglich. Doch vor der endgültigen Pardonierung des Kronprinzen lag noch ein schwerer Schritt – die Heirat mit einer Frau nach dem Willen des Vaters. Zugleich hatte der König die Begnadigung Friedrichs von einer Einwilligung Wilhelmines zu ihrer Heirat mit dem Erbprinzen Friedrich von Bayreuth abhängig gemacht. Sie erklärte sich, ihrem Bruder zuliebe letztlich bereit, den ihr unbekannten jungen Markgrafen zu ehelichen. Die Hochzeit war auf den 20. November 1731 angesetzt worden und Friedrich sollte seine Freiheit daraufhin, wenn auch nicht sofort, zurück erhalten.

So sahen sich die Geschwister endlich nach 15 Monaten anlässlich der Vermählungs-feierlichkeiten, die mehrere Tage dauerten, wieder. Am 3. Tag durfte der Kronprinz auf Geheiß des Vaters in Berlin erscheinen. Völlig unbemerkt, in Zivil gekleidet, betrat er den Ballsaal. Wilhelmine schildert das Wiedersehen mit dem geliebten Bruder in ihren Memoiren: „Grumbkow unterbrach mich inmitten eines Menuetts. «Aber Prinzessin», sagte er, «Sie scheinen fürwahr von der Tarantel gestochen, sehen Sie denn nicht die Fremden, die soeben gekommen sind?» Ich hielt inne, blickte nach allen Seiten und sah in der Tat einen ganz in grau gekleideten Jüngling, der mir unbekannt war. «Umarmen Sie ihn doch», sagte er, «es ist der Kronprinz.» Vor Freude stand mir das Herz still. «Himmel!», rief ich, «mein Bruder! Aber wo ist er denn? Zeigen Sie ihn mir um Gottes Willen!» Grumbkow führte mich zu ihm. Als ich ihm näher kam, erkannte ich ihn, doch mit Mühe. Er war viel dicker geworden und hatte einen sehr kurzen Hals bekommen, auch ein verändertes Gesicht, das nicht mehr so schön war wie früher.“[45]

Wohl auf Zuraten Grumbkows, um den König nicht zu verstimmen, begegnete Friedrich seiner Schwester auffallend reserviert. Erst am nächsten Tag hatten die Geschwister Gelegenheit, sich in aller Ruhe auszutauschen.

Das Betragen des Sohnes während des Aufenthalts bei Hofe vom 23. November bis 4. Dezember 1731 hatte den Vater zufrieden gestimmt, und so gestattete dieser ihm, einer Parade beizuwohnen. Kurz darauf wurde der Kronprinz, nachdem sämtliche Generäle unter Führung des „Alten Dessauers“ bei Friedrich Wilhelm vorgesprochen und ihn inständig darum gebeten hatten, wieder als Oberst in die Armee eingestellt und ihm das in Nauen und Ruppin stationierte Infanterieregiment gegeben.

Verlobung und Heirat

Zuvor aber sollte die Verlobung des Prinzen stattfinden. Am 4. Februar 1732 wurde Friedrich um Mitternacht durch einen Eilboten geweckt, der ihm ein Schreiben des Königs überbrachte: „...Ihr wißt, Mein lieber Sohn, daß, wenn Meine Kinder gehorsam sind, Ich sie sehr lieb habe, so, wie Ihr zu Berlin gewesen, Ich Euch alles von Herzen vergeben habe und von der Berliner Zeit, daß Ich Euch nicht gesehen, auf nichts gedacht, als auf Euer Wohlsein und Euch zu etabliren, sowohl bei der Armee, als auch mit einer ordentlichen Schwiegertochter, und Euch suchen bei Meinen Leben noch zu verheirathen. Ihr könnt wohl persuadiret sein, daß Ich habe die Prinzessinnen des Landes durch andere, so viel als möglich ist, examinieren lassen, was sie für Conduite und Education; da sich denn die Prinzessin, die älteste von Bevern, gefunden, die da wohl aufgezogen ist, modeste und eingezogen; so müssen die Frauen sein. Ihr sollt Mir cito Euer Sentiment schreiben. Ich habe das Haus von Katsch gekauft, das bekommt der Feldmarschall als Gouverneur, und das Gouvernements-Haus werde lassen zu recht bauen und meubliren, und Euch so viel geben, daß Ihr allein wirthschaften könnt, und will Euch bei der Armee im April commandiren. Die Prinzessin ist nicht häßlich, auch nicht schön. Ihr sollt keinem Menschen was davon sagen, wohl aber der Mama schreiben, daß Ich Euch geschrieben habe, und wenn Ihr einen Sohn haben werdet, da will Ich Euch lassen reisen; die Hochzeit aber vor zukommendem Winter nicht sein kann. Indessen werde sehen, Gelegenheit zu machen, daß Ihr Euch etliche Mal sehet in allem Honneur, doch damit Ihr sie noch lernet kennen. Sie ist ein gottesfürchtiges Mensch, und dieses ist Alles, und comportable sowohl mit Euch als mit den Schwiegereltern. Gott gebe seinen Segen dazu, und segne Euch und Eure Nachfolger, und erhalte Dich als einen guten Christen...[46]

General Friedrich Heinrich von Seckendorff, seit 1726 kaiserlicher Gesandter am Berliner Hof, hatte seit geraumer Zeit nach einer Prinzessin Ausschau gehalten, die dem Kaiserhaus genehm war und schlug Friedrich Wilhelm, auf Rat des Prinzen Eugen, eine Nichte der Kaiserin vor – Elisabeth Christine von Braunschweig-Bevern. Nachdem der König diesem Plan zugestimmt hatte, die ganze Angelegenheit bereits publik gemacht worden war und Friedrich bis auf weiteres in Küstrin fest saß, konnte er dem Vater nur noch unterwürfig und widerspruchlos sein Einverständnis geben: „Ich habe die Gnade gehabt, meines allergnädigsten Vaters Brief zu empfangen, und ist mir lieb, daß mein allergnädigster Vater von der Prinzessin zufrieden ist. Sie mag sein, wie sie will, so werde jederzeit meines allergnädigsten Vaters Befehle nachleben; und mir nichts Lieberes geschehen kann, als wenn ich Gelegenheit habe, meinem allergnädigsten Vater meinen blinden Gehorsam zu bezeigen, und erwarte in alleruntertänigster Submission meines allergnädigsten Vater weitere Ordre.“[47]

Der Kronprinz hatte es mittlerweile gelernt, einer väterlichen „Ordre“ Folge zu leisten. Voll Bitterkeit bemerkt er noch Jahre später über diese vom Vater aufgezwungene Konvenienzehe in seinen „Denkwürdigkeiten zur Geschichte des Hauses Brandenburg“ lakonisch: „...aus Gefälligkeit für den Wiener Hof vermählte der König seinen ältesten Sohn mit einer Nichte des Kaisers.“[48]

Eine Woche nach dem Brief an den König, in dem er seine Zustimmung zur Heirat so devot kundtat, wurde dem Kronprinzen gestattet, die Festung Küstrin am 26. Februar 1732 zu verlassen.

In dem regen Briefwechsel mit seinem Hofmarschall von Grumbkow hingegen hatte Friedrich seit längerem ganz andere Töne angeschlagen: „...und wenn ich mich verheirate, werde ich gewiß ein sehr schlechter Ehemann sein, denn ich fühle in mir weder genug Beständigkeit noch genug Liebe zum weiblichen Geschlecht, um glauben zu können, ich würde sie in der Ehe in mich aufnehmen, und der bloße Gedanken an meine Frau ist mir eine so verhaßte Sache, daß ich nicht ohne Abneigung daran denken kann. Trotzdem würde ich immer alles aus Gehorsam tun, aber niemals in guter Ehe leben.“[49]

Auch seiner inzwischen am Bayreuther Hof lebenden Schwester Wilhelmine gegenüber berichtete er im März 1732 unmissverständlich: „Die Prinzessin hat ein ganz hübsches Gesicht, aber tiefliegende Augen und einen häßlichen Mund. Sie hat einen bäurischen Gang und einen Blick von unten herauf [...], ein unangenehmes Lachen, einen Gang wie eine Ente, schlechte Zähne, ist sehr schlecht angezogen, ängstlich in der Unterhaltung und fast stets stumm. Davon abgesehen, hat sie einen schönen Teint, einen schönen Busen, eine schöne Figur in Deiner Größe, hübsche Hände, blondes Haar, ein gutes Herz. Sie ist nicht launenhaft, sondern höflich, aber stets zuviel oder zuwenig, recht bescheiden, sehr schlecht erzogen und ohne die geringste Lebensart. Nach diesem Bild, liebste Schwester, kannst Du Dir sagen, daß sie mir gar nicht gefällt und ich über diese Heirat sehr wütend bin. Man kann voraussehen, daß es eine sehr schlechte Ehe geben wird. Das tut mir oft weh, aber was man nicht ändern kann, muß man hinnehmen.“[50]

Das feierliche Verlöbnis fand am 10. März 1732 im Beisein von etwa 300 Gästen in Berlin statt. Friedrich, dessen gedrückte Stimmung und Niedergeschlagenheit während der gesamten Zeremonie allgemein aufgefallen waren, konnte beim Wechseln der Ringe einige Tränen nicht mehr zurück halten, so dass die Gratulanten anschließend den König und seinen Sohn zu diesen „Freudentränen“ beglückwünschten.

Bis zur Hochzeit sollte jedoch noch mehr als ein Jahr vergehen. Um das eigentliche Ziel dieser Heirat, den Kronprinzen möglichst eng an das Kaiserhaus zu binden, auch erfüllen zu können, hatte Seckendorff einen Plan entwickelt, der einem Scheitern dieses Vorhabens vorbauen und zugleich die Gunst des Prinzen für die Belange Habsburgs sichern sollte: „...einem wahren und sehr eifrigen Diener Eurer Königlichen Hoheit“, so schrieb Seckendorff an Friedrich, „liegt das glücklicherweis wiederhergestellte gute Einvernehmen in der Königlichen Familie so sehr am Herzen, daß er nicht umhinkam, Eure Königliche Hoheit darauf aufmerksam zu machen, wie alle unsre Sorge darauf gerichtet sein muß, dasselbe zu erhalten, und wie die Furcht besteht, daß während Ihres Aufenthaltes in Küstrin notwendigerweise einige Schulden gemacht worden sind, die jetzt durchaus bezahlt werden müssen, ohne daß die Sache zur Kenntnis des Königs kommen darf, der, wenn er davon Wind bekommt, möglicherweise glauben könnte, das Geld sei übel angewandt worden. Zuerst werden Eurer Königlichen Hoheit fünfhundert Dukaten übergeben werden, um damit die Schulden zu bezahlen. Da jedoch die einmalige Bezahlung der gesamten Schulden Verwunderung erregen könnte, so wird es klug sein, monatliche Abzahlungen zu leisten und selbst die vertrauten Freunde glauben zu lassen, daß jene Zahlungen aus den Ersparnissen der Königlichen Monatsgelder sowie den Einnahmen aus dem Regimente erfolgen.“[51]

Friedrich ging auf dieses Angebot nur zu gerne ein und sollte Seckendorff so manches Mal Mitteilung machen, dass er „auf dem Trockenen“ sei. Gleichzeitig ließ er keine Gelegenheit aus, dem Kaiser seine „Anhänglichkeit und hohe Verehrung“ zu bezeugen.

[...]


[1] H. Droysen: Zu Friedrich des Großen Geburt und Taufe, in: Hohenzollern-Jahrbuch, Jg. 1914, S. 241

[2] W. Hofmann: «Flegels haben Wir genung im lande». Friedrich der Große in Zeugnissen, Berichten und Anekdoten, Frankfurt a. M.–Berlin 1986, S. 12

[3] N. Mitford: Friedrich der Große, München 1973, S. 21

[4] Hofmann: «Flegels haben Wir genung im lande», S. 18

[5] C. v. Grünwald: Porträt des Genius. Friedrich der Große, Hamburg 1967, S. 89

[6] Hofmann: «Flegels haben Wir genung im lande», S. 24

[7] Quellen-Lesebuch für den Unterricht, Hannover-Berlin 1903, 2. Teil, S. 62 f.

[8] Wie Anm. 6

[9] G. Volz (Hrsg.): Friedrich der Große im Spiegel seiner Zeit, 3 Bde., Berlin 1926, Bd. 1, S. 7

[10] Ebd., S. 5 ff.

[11] Hofmann: «Flegels haben Wir genung im lande», S. 26

[12] Ebd., S. 28

[13] Ebd.

[14] O. Krauske (Hrsg.): Die Briefe König Friedrich Wilhelms I. an den Fürsten Leopold von Anhalt-Dessau, Acta Borussica, Berlin 1905, S. 397 ff.

[15] G. Mendelssohn-Bartholdy (Hrsg.): Der König. Friedrich der Große in seinen Briefen und Erlassen, sowie in zeitgenössischen Briefen, Berichten und Anekdoten, Ebenhausen 1912, S. 9

[16] J. Preuß (Hrsg.): OEuvres de Frédéric le Grand, 30 Bde., Berlin 1846-1857, Bd. 27, Teil 3, S. 10

[17] Ch. Graf v. Krockow, K.H. Jürgens: Friedrich der Große. Lebensbilder, Bergisch Gladbach 1986, S. 28

[18] Hofmann: «Flegels haben Wir genung im lande», S. 31

[19] Ebd., S. 31

[20] I. Weber-Kellermann (Hrsg.): Wilhelmine von Bayreuth, Frankfurt a. M. 1990, S. 31

[21] Ebd., S. 96

[22] Wilhelmine Markgräfin von Bayreuth: Memoiren. Aus dem Französischen übersetzt von A. Kolb, Leipzig 1920, S. 146 ff.

[23] Hofmann: «Flegels haben Wir genung im lande» , S. 43

[24] Ebd., S. 44

[25] Ebd., S. 46

[26] P. Gaxotte: Friedrich der Große, Frankfurt a. M. – Berlin – Wien 1973, S. 75 f.

[27] Ebd., S. 76

[28] Ebd., S. 78

[29] Hofmann: «Flegels haben Wir genung im lande» , S. 56

[30] Gaxotte: Friedrich der Große, S. 86 f.

[31] Hofmann: «Flegels haben Wir genung im lande», S. 59

[32] Weber-Kellermann: Wilhelmine von Bayreuth, S. 233

[33] G. Wolff: Friedrich der Große. Krankheiten und Tod, Mannheim 2000, S. 39

[34] Preuß (Hrsg.): OEuvres, Bd. 27, Teil 3, S. 13

[35] J. Preuß: Friedrich der Große, 4 Bde. und Urkundenbuch in 5 Bden., Berlin 1832-1834, Urkundenbuch Bd. 2, S. 161

[36] E. Berner: Geschichte des Preußischen Staates, München-Berlin 1891, S. 282

[37] Gaxotte: Friedrich der Große, S. 104

[38] F. Förster: Friedrich Wilhelm I., König von Preußen, Bd. 3, Potsdam 1865², S. 75 f.

[39] Hofmann: «Flegels haben Wir genung im lande», S. 69

[40] Ebd.

[41] Ebd., S. 70

[42] Ebd., S. 70 f.

[43] Gaxotte: Friedrich der Große, S. 112

[44] Ebd., S. 112 ff.

[45] Weber-Kellermann: Wilhelmine von Bayreuth, S. 283

[46] Preuß (Hrsg.): OEuvres, Bd. 27, Teil 3, S. 59

[47] Ebd., S. 64

[48] Preuß (Hrsg.): OEuvres. Bd. 1, S. 187

[49] Mendelssohn-Bartholdy (Hrsg.): Der König, S. 43 f.

[50] K. Heckmann-Janz, S. Kretschmer, Friedrich Wilhelm Prinz von Preußen (Hrsg.): „...solange wir zu zweit sind.“ Friedrich der Große und Wilhelmine Markgräfin von Bayreuth in Briefen, München 2003, S. 36

[51] Mendessohn-Bartholdy (Hrsg.): Der König, S. 53

Ende der Leseprobe aus 95 Seiten

Details

Titel
Friedrich der Große - Porträt eines Monarchen der Aufklärung
Autor
Jahr
2012
Seiten
95
Katalognummer
V195288
ISBN (eBook)
9783656211518
ISBN (Buch)
9783656212775
Dateigröße
1065 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
friedrich, große, porträt, monarchen, aufklärung
Arbeit zitieren
Wolf Birkenbihl (Autor), 2012, Friedrich der Große - Porträt eines Monarchen der Aufklärung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/195288

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