Das gesamte deutsche Bildungswesen befindet sich derzeit in einer Umbruchphase, die so-wohl strukturelle als auch inhaltliche Reformen mit sich führt. Die Bildungsträger erlangen eine immer weitergehende Autonomie, doch neue Curricula und Studienreformen führen zu einer immer dichteren Regularienflut. Zudem ist das Bildungswesen einer immer stärkeren Qualitätskontrolle ausgesetzt, um Effizienz und Transparenz von Unterricht zu sichern (bspw. PISA und länderweite Schulinspektion). Der Begriff Bildung definiert sich zunehmend über empirisch nachprüfbare Leistungsstandards, sodass sich die Ausbildung von Kompetenzen zu einem elementaren Schlüsselwort im Bildungswesen manifestiert hat. Diese Outputorientierung hat, vor allem im letzten Jahrzehnt, auch das Fach Latein erreicht. Im didaktischen Bereich können grundlegende Veränderungen konstatiert werden, sodass der heutige Lateinunterricht (LU) kaum noch dem der vergangenen Jahrzehnte ähnelt. Der altsprachliche Unterricht steht neuen Herausforderungen gegenüber. Da er im Fächerkanon stets einem scharfen Legitimationsdruck ausgesetzt ist, ein allseits bekanntes Kontinuum der Fachgeschichte, darf er sich nicht den neuen Medien entziehen und muss sich im didaktischen Bereich auch an den modernen Fremdsprachen anlehnen. Varietas delectat könnte ein Schlagwort dieses innovativen Lateinunterrichts lauten. Aber nicht nur die Mannigfaltigkeit der Methoden im Fach Latein hat zugenommen, sondern auch der Einsatz von diversen fortschrittlichen Medien, wie Internet, Audio und Video hat stetig zugenommen. Trotz aller Veränderung kann jedoch festgestellt werden, dass sich die modernen Medienprodukte für den altsprachlichen Unterricht quantitativ in einem überschaubaren Rahmen bewegen. Aus diesem Grund wird am Ende dieser Arbeit ein neues auditives Medienprodukt vorgestellt.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 MEDIENBILDUNG IN SCHULE UND UNTERRICHT
2.1 DEFINITION „NEUE MEDIEN“
2.2 BEDEUTUNG DER „NEUEN MEDIEN“
2.2.1 Medienkompetenz eine Schlüsselqualifikation im Jahr 2011
2.3 CHANCEN UND MÖGLICHKEITEN DURCH DIE „NEUEN MEDIEN“
2.4 EINWÄNDE UND GEFAHREN BEI DER NUTZUNG VON „NEUEN MEDIEN“
3 ALTE SPRACHE UND NEUE MEDIEN – INNOVATIVER LATEINUNTERRICHT
3.1 DAS MEDIUM PC IM LU
3.2 AUDITIVE MEDIEN UND WEITERE MODERNE MEDIEN IM LU
3.2.1 Signifikanz der lateinischen Aussprache
4 AUDITIVES MEDIENPRODUKT – RAP: SINN DES LEBENS
4.1 PRODUKTIONSANLASS
4.2 HERSTELLUNGSPROZESS
4.2.1 Didaktische Überlegungen
4.3 TEXT
5 FAZIT
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die Bedeutung und den Nutzen neuer Medien im modernen Lateinunterricht aufzuzeigen, um das Fach für Schülerinnen und Schüler motivierender und lebensweltnäher zu gestalten. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, wie durch den gezielten Medieneinsatz — insbesondere bei der Produktion eines eigenen auditiven Medienprodukts — das Lernen der komplexen lateinischen Sprache erleichtert und die Medienkompetenz der Lernenden gefördert werden kann.
- Bedeutung von Medienkompetenz als Schlüsselqualifikation in der heutigen Wissensgesellschaft.
- Möglichkeiten und Herausforderungen des Medieneinsatzes im schulischen Lateinunterricht.
- Konzeption und Herstellungsprozess eines schülerzentrierten, auditiven Medienprodukts (Rap).
- Didaktische Reflexion über die Rolle der Lehrkraft im modernen, medienunterstützten Unterricht.
- Förderung von intrinsischer Motivation und selbstständigem Lernen durch kreative Medienprodukte.
Auszug aus dem Buch
4.2 Herstellungsprozess
In einem ersten Schritt habe ich mit den SuS eine Mindmap zu der Frage „Was bewegt mich momentan?“ erstellt. Ziel war es, ein für die SuS im Alter von 12-17 Jahre interessantes Thema für den Rap zu finden. Der Inhalt sollte an ihre Lebenswelt angepasst sein, da ein Rap immer eine message verfolgt. Je nachdem ob Latein die erste, zweite oder dritte Fremdsprache ist, sind die SuS zwischen 12 und 17 Jahren, zu dem Zeitpunkt dieser Demonstrativpronomeneinführung, alt. Die genannten Themengebiete reichten von Fußball, Liebe, Sport, Schule, Clique, Partys, Urlaub, Streit mit bester Freundin, krankes Haustier, Tiere allgemein, Eltern bis hin zu tief greifenden Themen, wie der Frage nach dem Sinn des Lebens. Sowohl dieser letzte Punkt, als auch die Motive Liebe und Party, wie auch Schule und Lernen werden in diesem Medienprodukt aufgegriffen. Das abgesteckte Themenfeld sollte möglichst breit sein, sodass allen SuS die Möglichkeit zur Identifizierung mit diesem Song gegeben wird, da die Musik u.a. ein Medium der Selbstfindung ist.
In einem zweiten Schritt habe ich einen Text verfasst und diesen den SuS mit der Bitte vorgestellt, ihn zu bewerten. Schnell wurde klar, dass mein Text nicht „hip“ war. Wörter wie Mädchen, Musik, Hören wurden gegen Chicks, Beat und Pumpen ausgetauscht. Zudem veränderten wir gemeinsam den gesamten Sprachstil, indem Sätze verkürzt und Konjunktionen weggelassen wurden. Insgesamt wurde ein derber Sprachgebrauch eingeführt. In einem dritten Schritt musste der Sänger nochmals Wortstellungen verändern, sodass die einzelnen Strophen auf den Beat passten.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die Umbruchphase des Bildungswesens und die Notwendigkeit, moderne Medien in den altsprachlichen Unterricht zu integrieren.
2 MEDIENBILDUNG IN SCHULE UND UNTERRICHT: Dieses Kapitel definiert neue Medien und unterstreicht die Rolle der Medienkompetenz als essenzielle Schlüsselqualifikation für Schülerinnen und Schüler.
3 ALTE SPRACHE UND NEUE MEDIEN – INNOVATIVER LATEINUNTERRICHT: Hier wird der Einsatz von Computern und auditiven Medien diskutiert, um den Lateinunterricht methodisch zu bereichern und die Aussprache zu fördern.
4 AUDITIVES MEDIENPRODUKT – RAP: SINN DES LEBENS: Dieses Kapitel dokumentiert die praktische Erstellung eines Rap-Songs im Unterricht, einschließlich der didaktischen Überlegungen und der Reflexion der Schüler.
5 FAZIT: Das Fazit fasst zusammen, dass moderne Medien den Lateinunterricht zwar nicht grundlegend verändern, ihn aber fundamental beeinflussen und die Motivation steigern können.
Schlüsselwörter
Lateinunterricht, Neue Medien, Medienkompetenz, Audiovisuelle Medien, Rap, schülerzentrierter Unterricht, digitale Lernumgebung, didaktische Innovation, Fremdsprachenunterricht, Motivationssteigerung, Medienkritik, Demonstrativpronomen, Wissensvermittlung, Schulpädagogik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Integration neuer Medien in den altsprachlichen Unterricht, um das Fach Latein für Lernende attraktiver und zeitgemäßer zu gestalten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind Medienkompetenz, der Einsatz digitaler Werkzeuge im Unterricht sowie die kreative Produktion von Medien durch Schülerinnen und Schüler.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, den Mehrwert von modernen Medienprodukten zur Steigerung der Lernmotivation und zur Erleichterung der Grammatikvermittlung aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde ein fallstudienbasierter Ansatz gewählt, bei dem ein konkretes Medienprodukt (ein Rap-Song zur Grammatik) entwickelt und dessen Entstehungsprozess reflektiert wurde.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen der Medienbildung, den Einsatz technischer Medien im Lateinunterricht und die praxisorientierte Erstellung eines eigenen Songs.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Medienkompetenz, Lateinunterricht, schülerzentrierter Unterricht, auditive Medien und didaktische Innovation.
Warum wurde ausgerechnet ein Rap-Song als Medienprodukt gewählt?
Der Rap wurde gewählt, da er ein Medium der Identitätsfindung für Jugendliche ist und als kreativer Weg dient, um trockene Grammatikthemen in die Lebenswelt der Schüler zu übertragen.
Welche Herausforderungen bei der Leistungsbewertung werden erwähnt?
Die Arbeit thematisiert die Schwierigkeit, bei Gruppenarbeiten und kreativen Medienprojekten die individuelle Leistung einzelner Schülerinnen und Schüler objektiv zu ermitteln.
Welche Bedeutung hat die lateinische Aussprache laut der Autorin/des Autors?
Die Aussprache ist essenziell für die grammatikalische Analyse, da bestimmte Flexionsformen wie Dativ und Ablativ nur durch die Länge der Vokale unterscheidbar sind.
- Arbeit zitieren
- Master of Education Ann-Christin Robben (Autor:in), 2010, Medienkompetenz – eine Schlüsselqualifikation im Jahr 2011. Alte Sprache und neue Medien? Auditiver Medieneinsatz – Eine Prämisse für innovativen Lateinunterricht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/195558