Marcus Antonius’ politisches Handeln nach den Iden des März 44 v.Chr. in der Überlieferung Ciceros


Hausarbeit, 2011

14 Seiten


Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1 EINLEITUNG

2 UMSTÄNDE IN ROM IM MÄRZ 44 V.CHR
2.1 POLITISCHE SITUATION IN ROM VOR DEN IDEN DES MÄRZ
2.2 POLITISCHE SITUATION IN ROM NACH DEN IDEN DES MÄRZ
2.2.1 Caesarm ö rder
2.2.2 Senat

3 MARCUS ANTONIUS’ POLITISCHES HANDELN NACH DEN IDEN DES MÄRZ
3.1 CICEROS SICHT DER RES PUBLICA NACH DEN IDEN DES MÄRZ
3.2 ANTONIUS’ POLITISCHES HANDELN IN DER BEWERTUNG CICEROS
3.2.1 Beurteilung der Bewertung Ciceros

4 AUSBLICK

LITERATURVERZEICHNIS

1 Einleitung

Marcus Antonius ist eine zentrale Figur der antiken Geschichte des ersten vorchrist- lichen Jahrhunderts. Er ist vor allem mit Kleopatra an seiner Seite bekannt, doch be- reits nach dem Tod Caesars nahm er eine entscheidende politische Stellung ein und wurde innerhalb kürzester Zeit zu der dominierenden Figur in diesen Tagen.

Obwohl sein späterer Rivale Oktavian strikt Antonius’ damnatio memoriae verfolgt hat, ist es ihm nicht gelungen, ihn aus der römischen Geschichtsschreibung zu lö- schen.1 Von verschiedenen antiken Autoren, wie Sueton, Plutarch, Velleius Patercu- lus, Appian, Cassius Dio und Cicero liegt bis in die heutige Zeit Quellenmaterial vor, welches Aufschlüsse über die Person Marcus Antonius gibt. Die antiken Quellen skizzieren häufig ein negatives Bild von Antonius, doch diese Betrachtungsweise ist einseitig und unvollständig - vermutlich war er eine faszinierende, facettenreiche Persönlichkeit. Diese Thematik wird jedoch nicht Gegenstand dieser Hausarbeit sein, da Antonius Todfeind Ciceros war und Ciceros Ausführungen über ihn von Feind- schaft und Ablehnung durchzeichnet sind.

Im Folgenden wird der Fokus auf wenige Tage und Wochen nach den Iden des März 44 v.Chr. gelegt. In einem ersten Teil dieser Arbeit wird auf die politische Situation an den Iden des März eingegangen werden. In einem zweiten Teil steht die Betrachtung der Ereignisse mit „ciceronianischer Brille“ im Vordergrund. Folgende Fragestellungen sollen diesen zweiten Abschnitt leiten: Wie schildert Cicero die Geschehnisse in der res publica ? Wie bewertet er Antonius’ Handeln? Wie kann Ciceros Wertung verstanden und eingeordnet werden?

Die zentrale Quelle dieser Arbeit sind Ciceros Briefe an Atticus. Die später folgenden Philippischen Reden sollen außer Acht gelassen werden, wie auch seine epistu lae ad familiares .

2 Umstände in Rom im März 44 v.Chr.

2.1 Politische Situation in Rom vor den Iden des März

Im März 44 v.Chr. war Gaius Iulius Caesar der mächtigste Mann im römischen Im- perium. Nachdem er am 10. Januar 49 v.Chr. in Italien einmarschiert war und den Bürgerkrieg begonnen hatte, der bis zum Frühjahr 45 v.Chr. andauern sollte, erreich- te er durch seine militärischen Siege diese herausragende Stellung im Staat. Für diese militärischen Verdienste wurde ihm im Jahr 46 v.Chr. die Diktatur für 10 Jahre über- tragen, im Folgejahr ebenso das Konsulat für den gleichen Zeitraum, bis er schließ- lich Mitte Februar 44 v.Chr. die dictatura perpetua antrat, die einen Verfassungs- bruch darstellte. Von diesem Bürgerkrieg hat sich die römische Republik nie wieder erholen können. 2 Obgleich Caesar wissentlich diesen Krieg gegen die eigene Repu- blik begonnen hatte, erhielt er paradoxerweise diese Ehrerweisungen für seine Leis- tungen. Möglich war dies nur durch das Entscheidungsmuster des Senats, der sich häufig unter den politischen und militärischen Sachzwängen einer Situation beugen musste und gegen die Verfassung entschied. Durch dieses opportunistische Verhalten im Senat gelang es Einzelpersonen immer wieder, an eine der Monarchie ähnliche Regierungsform im Staat zu gelangen. Dieses Phänomen erkannte auch die Ver- schwörergruppe unter Gaius Cassius Longinus und Marcus Iunius Brutus, die als Häupter in der Verschwörung gegen Caesar genannt werden. Letztendlich ermorde- ten sie ihn öffentlich in der Senatssitzung am 15. März.

2.2 Politische Situation in Rom nach den Iden des März

Im Folgenden sollen die Ereignisse direkt nach der Ermordung Caesars kurz skizziert werden. Zunächst herrschte im Senat und auf den Straßen Roms Angst und große Unsicherheit. Aufgrund der allgemeinen Verwirrung konnten sich die Verschwörer kein Gehör verschaffen. Folglich gaben sie ihre selbstbestimmte Politik auf und be- schlossen mit den Caesarianern zu verhandeln. Nach einer ersten Flucht des Antoni- us in sein Haus wurde er bald von vielen Konsularen und Vertrauten Caesars aufge- sucht und sie verhandelten über das weitere Vorgehen. Antonius nahm eine dominie- rende Rolle ein und sprach sich für eine allgemeine Versöhnung mit den Caesarmör- dern und gegen einen Rachezug aus. Am 17. März wurde die Amnestie der Mörder in der Senatssitzung durch Antonius beschlossen. Auf diese Weise wurde Caesar nicht als Tyrann verurteilt, sodass seine Gesetzgebung, insbesondere seine Personal- entscheidungen, weiterhin geltend blieben. Zudem wurde die acta Caesaris bestätigt und Antonius sicherte sich rasch die nachgelassenen Papiere Caesars wie auch sein Vermögen. Noch am selben Tag kam es zu einer demonstrativen Aussöhnung der Caesarmörder mit den Caesarianern: Cassius speiste bei Antonius und Brutus bei Lepidus. Man beschloss ein Staatsbegräbnis für Caesar zu organisieren. Antonius hielt bei diesem die laudatio funebris und erregte mit dieser große Aufruhr beim Volk. Seine Worte erregten Mitleid und weckten den Hass gegen Caesars Mörder, sodass die Verschwörer vor dem aufgewiegelten Volk aus Rom fliehen müssen.3 Im Mai 44 v.Chr. trifft dann Octavian in Rom ein und nimmt das Erbe Caesars an. Es entstehen große Spannungen zwischen den beiden, die in einem Machtkampf gipfeln, weil Antonius, der ein enger Gefährte Caesars war, sich als sein Nachfolger sieht. Doch dies betrifft nicht mehr die direkten Geschehnisse nach den Iden des März.

Der Tod der übermächtigen Führungsspitze im römischen Reich erforderte eine Neubesetzung dieser Stelle, um das Entstehen eines durchaus gefährlichen Machtvakuums zu verhindern. Einerseits haben die Mörder Caesars erfolglos die Initiative ergriffen, sich sowohl im Senat, als auch beim Volk Gehör zu verschaffen, andererseits hätte der Senat legitimerweise seine Stellung behaupten können. Innerhalb kürzester Zeit gelang es jedoch den Caesarianern sich zu behaupten und Antonius gelingt es, zur beherrschenden Figur im Staat zu werden.4

2.2.1 Caesarmörder

Es ist fraglich, ob die Verschwörer einen konkreten Plan für die Tage nach dem Mord hatten. Ihre Versuche sich Gehör zu verschaffen wirken unüberlegt und unsi- cher. Als geradezu verzweifelt und kindisch könnte man ihren Zug über das Forum- zum Kapitol bezeichnen: Sie liefen „schreiend“5, „mit entblößten Schwertern“6 und „unter Begleitung zahlreicher Gladiatoren“7 durch die Stadt. Die persönlichen Moti- ve der Attentäter waren sicherlich ideologischen bzw. idealistischen Inhalts, sodass sie die res publica libera wiederherstellen wollten. Weiterhin war der Tyrannenmord nur gestattet, sofern er der Befreiung der Bürger dienlich war und hieraus keine eige- nen Machtvorteile erzielt werden. Zudem verfügten die Attentäter über keine Machtmittel, wie Armeen oder Geldmittel, die sie zur Untermauerung ihres Herr- schaftsgesuchs hätten einsetzen können. Ihr einziges Ziel konnte es nur sein, die Re- publik zu befreien und Senat und Volk von der Richtigkeit ihres Agierens zu über- zeugen.

[...]


1 Vgl. Southern, Pat: Marcus Antonius. Ein Lebensbild. Aus dem Englischen von Christof Köhler. Erfurt 2000, S. 9.

2 Vgl. Jehne, Martin: Die römische Republik. Von der Gründung bis Caesar. 2. Aufl. München 2008, S. 116ff.

3 Vgl. Gotter, Ulrich: Der Diktator ist tot. Politik in Rom zwischen den Iden des März und der Be- gründung des Zweiten Triumvirats. Stuttgart 1996. (Historia: Einzelschriften; H. 110), S. 21-27.

4 Vgl. a.a.O., S. 15.

5 Gotter, Ulrich: Der Diktator ist tot. Politik in Rom zwischen den Iden des März und der Begründung des Zweiten Triumvirats. Stuttgart 1996. (Historia: Einzelschriften; H. 110), S. 22.

6 Gotter, Ulrich: Der Diktator ist tot. Politik in Rom zwischen den Iden des März und der Begründung des Zweiten Triumvirats. Stuttgart 1996. (Historia: Einzelschriften; H. 110), S. 22.

7 Ebd.

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Details

Titel
Marcus Antonius’ politisches Handeln nach den Iden des März 44 v.Chr. in der Überlieferung Ciceros
Hochschule
Universität Bielefeld
Autor
Jahr
2011
Seiten
14
Katalognummer
V195565
ISBN (eBook)
9783656214885
ISBN (Buch)
9783656216384
Dateigröße
469 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
marcus, antonius’, handeln, iden, märz, überlieferung, ciceros
Arbeit zitieren
Master of Education Ann-Christin Robben (Autor), 2011, Marcus Antonius’ politisches Handeln nach den Iden des März 44 v.Chr. in der Überlieferung Ciceros, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/195565

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