Marcus Antonius ist eine zentrale Figur der antiken Geschichte des ersten vorchristlichen Jahrhunderts. Er ist vor allem mit Kleopatra an seiner Seite bekannt, doch bereits nach dem Tod Caesars nahm er eine entscheidende politische Stellung ein und wurde innerhalb kürzester Zeit zu der dominierenden Figur in diesen Tagen.
Obwohl sein späterer Rivale Oktavian strikt Antonius’ damnatio memoriae verfolgt hat, ist es ihm nicht gelungen, ihn aus der römischen Geschichtsschreibung zu löschen. Von verschiedenen antiken Autoren, wie Sueton, Plutarch, Velleius Paterculus, Appian, Cassius Dio und Cicero liegt bis in die heutige Zeit Quellenmaterial vor, welches Aufschlüsse über die Person Marcus Antonius gibt. Die antiken Quellen skizzieren häufig ein negatives Bild von Antonius, doch diese Betrachtungsweise ist einseitig und unvollständig – vermutlich war er eine faszinierende, facettenreiche Persönlichkeit. Diese Thematik wird jedoch nicht Gegenstand dieser Hausarbeit sein, da Antonius Todfeind Ciceros war und Ciceros Ausführungen über ihn von Feindschaft und Ablehnung durchzeichnet sind.
Im Folgenden wird der Fokus auf wenige Tage und Wochen nach den Iden des März 44 v.Chr. gelegt. In einem ersten Teil dieser Arbeit wird auf die politische Situation an den Iden des März eingegangen werden. In einem zweiten Teil steht die Betrachtung der Ereignisse mit „ciceronianischer Brille“ im Vordergrund. Folgende Fragestellungen sollen diesen zweiten Abschnitt leiten: Wie schildert Cicero die Geschehnisse in der res publica? Wie bewertet er Antonius’ Handeln? Wie kann Ciceros
Wertung verstanden und eingeordnet werden?
Die zentrale Quelle dieser Arbeit sind Ciceros Briefe an Atticus. Die später folgenden Philippischen Reden sollen außer Acht gelassen werden, wie auch seine epistulae ad familiares.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 UMSTÄNDE IN ROM IM MÄRZ 44 V.CHR.
2.1 POLITISCHE SITUATION IN ROM VOR DEN IDEN DES MÄRZ
2.2 POLITISCHE SITUATION IN ROM NACH DEN IDEN DES MÄRZ
2.2.1 Caesarmörder
2.2.2 Senat
3 MARCUS ANTONIUS’ POLITISCHES HANDELN NACH DEN IDEN DES MÄRZ
3.1 CICEROS SICHT DER RES PUBLICA NACH DEN IDEN DES MÄRZ
3.2 ANTONIUS’ POLITISCHES HANDELN IN DER BEWERTUNG CICEROS
3.2.1 Beurteilung der Bewertung Ciceros
4 AUSBLICK
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das politische Agieren von Marcus Antonius in den unmittelbaren Wochen nach der Ermordung Caesars im März 44 v.Chr., wobei der Schwerpunkt auf der kritischen Perspektive Ciceros in seinen Briefen an Atticus liegt.
- Politische Umbrüche in Rom nach den Iden des März
- Die Rolle der Senats- und Caesarianer-Fraktionen
- Ciceros Wahrnehmung der res publica und seine Antonius-Kritik
- Langfristige persönliche und politische Gegnerschaft zwischen Cicero und Antonius
- Methodische Einordnung historischer Quellen zur Person Marcus Antonius
Auszug aus dem Buch
3.1 Ciceros Sicht der res publica nach den Iden des März
Aus den ersten drei Wochen nach der Ermordung Caesars gibt es keine Briefe von Cicero, die Aufschluss über seine Sicht der Ereignisse geben könnten. Für die Analyse der Politik des Antonius kommen die Briefe an Atticus XIV, 1-14 in Frage, die den Zeitraum von Anfang bis Ende April abdecken.
Caesar hatte nach seiner Machtergreifung wesentliche Bestandteile der res publica ausgelöscht und viele seiner Gegner im Bürgerkrieg niedergeschlagen. Eine Opposition im Verborgenen beseitigte ihn jedoch an den Iden des März. Problematisch war dies jedoch, da es ihr nicht gelang, die alte Republik wieder herzustellen, da Caesar wesentliche Instrumente der res publica bereits verändert hatte, nachdem er seine Macht auf ihre Kosten ausgebaut hatte. Diese Tatsache hat auch der Republikaner Cicero erkannt und wurde im Laufe der Zeit zu einem starken Gegner Caesars. Immer wieder war er in der Zeit vor der Ermordung Caesars für eine Rückkehr zur traditionellen, republikanischen Verfassungsform eingetreten und wurde sogar vom Senat mit dem römischen Ehrentitel pater patriae ausgezeichnet.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Die Einleitung stellt die Bedeutung von Marcus Antonius als zentrale Figur nach Caesars Tod dar und definiert den Fokus der Arbeit auf die Analyse von Ciceros Briefen an Atticus.
2 UMSTÄNDE IN ROM IM MÄRZ 44 V.CHR.: Dieses Kapitel beleuchtet die politische Instabilität in Rom vor und nach der Ermordung Caesars unter Berücksichtigung der Rollen der Caesarmörder und des Senats.
3 MARCUS ANTONIUS’ POLITISCHES HANDELN NACH DEN IDEN DES MÄRZ: Hier wird Antonius' geschicktes, aber widersprüchliches Taktieren analysiert und Ciceros vernichtende Bewertung seiner Politik im historischen Kontext eingeordnet.
4 AUSBLICK: Das Kapitel reflektiert mögliche Einsatzszenarien für die behandelte Thematik im Latein- und Geschichtsunterricht der gymnasialen Oberstufe.
Schlüsselwörter
Marcus Antonius, Cicero, Iden des März, Caesar, res publica, Senat, Briefe an Atticus, politische Geschichte, römische Republik, Tyrannenmord, Machtvakuum, Caesarianer, politische Rede, Historia, Machtkampf.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert das politische Handeln von Marcus Antonius direkt nach der Ermordung Caesars im Jahr 44 v.Chr. aus der kritischen Perspektive von Marcus Tullius Cicero.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Arbeit deckt die politische Situation im Rom des März 44 v.Chr., die Analyse der Korrespondenz Ciceros sowie die Hintergründe der Feindschaft zwischen Cicero und Antonius ab.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Cicero die Ereignisse nach dem Mord an Caesar wahrnahm und welche spezifische Rolle Antonius dabei in seinem negativen Weltbild einnahm.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär angewandt?
Es handelt sich um eine quellenkritische Analyse, die Ciceros Briefe an Atticus als Primärquelle nutzt, um die politische Handlungsweise des Antonius zu dekonstruieren.
Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einordnung der Umstände in Rom und eine tiefgehende Auseinandersetzung mit der Bewertung von Antonius' Handeln durch Cicero.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?
Zu den zentralen Begriffen zählen Marcus Antonius, Cicero, res publica, Iden des März und die politische Krise der römischen Republik.
Warum spielt die persönliche Vorgeschichte zwischen Cicero und Antonius eine so große Rolle?
Die Arbeit verdeutlicht, dass Ciceros Abneigung nicht allein durch das politische Agieren nach den Iden des März begründet war, sondern tief in langjährigen, persönlichen Konflikten wurzelte.
Wie bewertet der Autor die Rolle des Senats in dieser Krise?
Der Autor konstatiert, dass der Senat durch seine Uneinigkeit und Interessenpolitik unfähig war, das entstehende Machtvakuum sinnvoll zu füllen, und somit ungewollt den Aufstieg von Antonius begünstigte.
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- Master of Education Ann-Christin Robben (Autor), 2011, Marcus Antonius’ politisches Handeln nach den Iden des März 44 v.Chr. in der Überlieferung Ciceros, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/195565