Die Arbeit bietet eine Übersicht über die traditionellen Außenhandelstheorien Ricardos und Smith mit kurzer Abhandlung des damaligen histrorischen Kontexts. Die neo-klassische Theorie wird als das Grundmodell des intersektoralen Handels dargestellt. Spanien ist dabei das Beispiel für Industrialisierung. Im Weiteren werden die Modelle unter dem Gesichtspunkt der immer weiter fortschreitenden Globalisierung untersucht. Der Fokus liegt dabei auf Direktinvestitionen, Inter- und Intraindustriellem Handel, den heutigen Handelsströmen und der Exportstruktur der Entwicklungsländer. Der Einfluss des freien Welthandels auf die Bildung der Bevölkerung wird dargestellt und die Grundgedanken der ökonomischen Nationalisten als Lösungsansatz für Entwicklungsländer diskutiert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die klassische Theorie des internationalen Handels
2.1 Adam Smith
2.2 David Ricardo
2.2.1 Historischer Kontext
2.2.2 Smith, Ricardo und The Wealth of Nations
2.3 Ricardos Geldpreise
2.4 Kernaussagen und Grenzen der klassischen Außenhandelstheorie
3. Die neoklassische Theorie – das Grundmodell des intersektoralen Handels
4. Spanien als Beispiel für Industrialisierung
5. Die Außenhandelstheorie unter dem Aspekt der Globalisierung
5.1 Direktinvestitionen
5.2 Inter- und intraindustrieller Handel
5.3 Die heutigen Handelsströme des Welthandels
5.4 Exportstruktur der Entwicklungsländer
6. Der Einfluss des freien Welthandels auf die Bildung der Bevölkerung
7. Grundgedanken der ökonomischen Nationalisten als Lösungsansatz für Entwicklungsländer
8. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht, inwiefern klassische und neoklassische Außenhandelstheorien angesichts der heutigen, durch Globalisierung geprägten Weltwirtschaft noch als valide Argumentationsgrundlage für den freien Welthandel dienen können. Dabei wird insbesondere hinterfragt, ob diese Theorien die aktuelle ökonomische Realität von Entwicklungsländern adäquat erfassen oder ob sie deren Marginalisierung fördern.
- Kritische Analyse der klassischen Theorien von Adam Smith und David Ricardo.
- Untersuchung der neoklassischen Theorie (Heckscher-Ohlin-Modell) und deren Grenzen.
- Betrachtung der Industrialisierung Spaniens im 19. Jahrhundert als historisches Modell.
- Analyse der globalen Handelsströme, Direktinvestitionen und der Exportstruktur von Entwicklungsländern.
- Bewertung von Protektionismus als Lösungsansatz für Entwicklungsländer durch ökonomische Nationalisten.
Auszug aus dem Buch
2.2.1 Historischer Kontext
Als Sohn jüdischer Eltern wurde Ricardo in Jahre 1772 in London geboren. Als drittes von siebzehn Kindern folgte er seinem Vater mit 14 Jahren an die Londoner Börse. Eine herkömmliche Ausbildung hatte er bis dahin nicht genossen, wohl aber die Talmuth Schulen Londons und Amsterdams für kurze Zeit besucht.8 Nachdem er mit 21 Jahren die Quäkerin Priscilla Anne Wilkinson heiratete wurde er aus seiner Familie verstoßen und baute seine Selbständigkeit an der Börse aus.9 Nebenbei mischte er sich zunächst als Beobachter und später als Parlamentsmitglied in das politische Geschehen seiner Zeit ein, indem er beispielsweise die Liquiditätskrise der Bank of England 1797 in einem Brief an den König erläuterte. Durch den 1793 begonnenen Krieg mit Frankreich mussten finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt werden, um die Kriegsmaschinerie am Laufen zu halten. Während sich Frankreich 1797 vom Papiergeld abwendete, führte England es ein. Aus Angst hatten viele Personen zu diesem Zeitpunkt ihr Papiergeld in Münzgeld aus Gold, der sogenannten guinea, umgetauscht. Dieselbe Krisenstimmung von 1745, dem Beginn des siebenjährigen Krieges, verbreitete sich in der Bevölkerung und letztendlich zog auch David Ricardo als Leutnant in den Krieg gegen Napoleon ein.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung legt das Ziel dar, die Anwendbarkeit klassischer Außenhandelstheorien auf die heutige Weltwirtschaft zu prüfen und deren Schwächen im Kontext der Globalisierung aufzuzeigen.
2. Die klassische Theorie des internationalen Handels: Dieses Kapitel erläutert die Ansätze von Adam Smith und David Ricardo sowie deren historische Hintergründe und die Entwicklung der Theorie der komparativen Kostenvorteile.
3. Die neoklassische Theorie – das Grundmodell des intersektoralen Handels: Das Kapitel beschreibt das Heckscher-Ohlin-Modell als Weiterentwicklung der klassischen Theorie, welches Handelsmuster durch unterschiedliche Faktorausstattungen erklärt.
4. Spanien als Beispiel für Industrialisierung: Die Industrialisierung Spaniens im 19. Jahrhundert dient hier als empirisches Modell, um regionale Entwicklungsunterschiede im Kontext von Marktintegration und Kosteneffekten zu verdeutlichen.
5. Die Außenhandelstheorie unter dem Aspekt der Globalisierung: Hier wird analysiert, warum klassische und neoklassische Theorien internationale Kapitalströme, Direktinvestitionen und intraindustriellen Handel nur unzureichend erklären können.
6. Der Einfluss des freien Welthandels auf die Bildung der Bevölkerung: Es wird untersucht, wie offener Handel die Lohnstrukturen und die Qualifizierung von Arbeitskräften in Industrie- und Entwicklungsländern beeinflusst.
7. Grundgedanken der ökonomischen Nationalisten als Lösungsansatz für Entwicklungsländer: Das Kapitel stellt die Ansätze von Alexander Hamilton und Friedrich List vor, die für ein Mindestmaß an Protektionismus zur Förderung der Industrialisierung in wirtschaftlich schwachen Ländern plädieren.
8. Fazit: Das Fazit stellt fest, dass die klassische und neoklassische Theorie als Basis für den heutigen freien Welthandel den Problemen von Entwicklungsländern nicht gerecht wird und plädiert für alternative Ansätze wie regionale Integrationsblöcke.
Schlüsselwörter
Außenhandelstheorie, Globalisierung, Adam Smith, David Ricardo, Heckscher-Ohlin-Modell, Entwicklungsländer, Protektionismus, komparative Kostenvorteile, Industrielle Entwicklung, Welthandel, Direktinvestitionen, ökonomischer Nationalismus, internationale Arbeitsteilung, Handelsliberalisierung, Handelsströme
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht kritisch die heutige Relevanz und Anwendbarkeit der klassischen und neoklassischen Außenhandelstheorien angesichts der komplexen Bedingungen der modernen globalisierten Weltwirtschaft.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die Außenhandelstheorien von Smith und Ricardo, das Heckscher-Ohlin-Modell, die Industrialisierung Spaniens im 19. Jahrhundert, globale Handelsströme und die besondere wirtschaftliche Lage von Entwicklungsländern.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage lautet, inwiefern klassische Außenhandelstheorien aufgrund der geänderten Rahmenbedingungen der heutigen Weltwirtschaft an Erklärungskraft verloren haben und warum sie daher möglicherweise nicht als alleinige Basis für den aktuellen freien Welthandel dienen sollten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine theoretische Analyse der klassischen und neoklassischen Außenhandelstheorien, kombiniert mit einer Betrachtung empirischer Daten, historischer Beispiele (Spanien) und der Auswertung von Fachliteratur.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die theoretischen Grundlagen (Smith, Ricardo, Heckscher-Ohlin), hinterfragt diese anhand von Globalisierungsaspekten wie Kapitalmobilität und Direktinvestitionen und diskutiert Lösungsansätze wie den ökonomischen Nationalismus.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Außenhandelstheorie, Globalisierung, Entwicklungsländer, komparative Kostenvorteile und Protektionismus charakterisiert.
Inwiefern beeinflusst der freie Welthandel laut Arbeit die Entwicklungsländer?
Die Arbeit argumentiert, dass der freie Welthandel auf Basis klassischer Theorien für viele Entwicklungsländer problematisch ist, da er ihre Industrialisierung behindern und ihre Marginalisierung sowie Abhängigkeit von Rohstoffexporten zementieren kann.
Welchen Lösungsansatz schlägt die Autorin für Entwicklungsländer vor?
Die Autorin diskutiert die Bildung regionaler Integrationsblöcke, in denen sich Länder auf einem ähnlichen Entwicklungsniveau zunächst durch protektionistische Maßnahmen schützen, um ihre eigene industrielle Basis aufzubauen, bevor sie voll am freien Welthandel partizipieren.
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- Inga Marie Ramcke (Autor), 2006, Die heutige Anwendbarkeit klassischer Außenhandelstheorien, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/195599