Es werden die Novellen des slowenischen Autors Marjan Tomsic vorgestellt.
In dieser Seminararbeit wird gezeigt, wie der in Slowenien populäre Autor Volkstümliches und Tiefsinniges zu einer Art magischem Realismus verschmilzt.
Literaturgeschichtliche Informationen und ein Blick auf die Kunst der Jahre nach 1990 runden diesen Arbeit ab.
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Lebensdaten des Dichters Tomšič
Vruja – Textbesprechung und Analyse
Sedem ljubezni
Vruja
Izvirni greh
Kako se je ženil Lukič
Ruža Marija
Sveta Uršola
Amore mio
Črni angel
Freska
Vetra
Šopek poljskih rož
Zanigrad
Labirint
Roženkravt
Košenice
Aleluja
Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Diese Seminararbeit setzt sich zum Ziel, den slowenischen Schriftsteller Marjan Tomšič und seine Novellensammlung „Vruja“ literaturwissenschaftlich zu erschließen, wobei insbesondere die ästhetische Gestaltung, die Erzählstrukturen und die Verknüpfung von magischem Realismus mit istrischen Traditionen analysiert werden.
- Analyse der Erzähltechniken und der Rolle des fiktionalen Erzählers in den Werken von Marjan Tomšič.
- Untersuchung des magischen Realismus und dessen Integration in die zeitgenössische slowenische Literatur.
- Interpretation der Novellensammlung „Vruja“ hinsichtlich ihrer zentralen Motive (Liebe, Tod, Identität).
- Einordnung des Autors und seiner Werke in den Kontext der literarischen Postmoderne.
- Erforschung der Wechselbeziehung zwischen volkstümlichen Mythen und modernen literarischen Ausdrucksformen.
Auszug aus dem Buch
Vruja – Textbesprechung und Analyse
Es gehört zur Komposition dieses Buches, dass die erste Geschichte „Sedem ljubezni“ (Sieben Lieben) heißt, da die geheimnisvolle Macht der Liebe, die Mann und Frau verbindet, ein Hauptthema dieser Erzählungen ist. Auch in der letzten Novelle Aleluja – die Textgattung, die in diesem Sammelband Vruja vorliegt, ist die Novelle – ist die Liebe ein das Leben durchdringendes Prinzip, das aber durch Gnade, Glück und Schönheit ergänzt wird. Es ist für Tomšič typisch, dass Istrien der Ort des Geschehens ist, obwohl man bei ihm öfters versteht, dass etwas Universelles gemeint ist. In einigen Novellen aus dem Sammelband Vruja wird der Realismus durch eine Phantastik ergänzt, die in ihrer Märchenhaftigkeit prophetisch wirkt und die erzählte Zeit auf eine eigenartige Art und Weise darstellt. Diese Abkehr von der istrischen Thematik ist für die zweite Hälfte des Buches typisch. Mir gefällt daran, dass das biblisch und esoterisch Angehauchte an dieser Belletristik die Weisheit vermittelt, dass sich der Mensch nicht seinem bösen Willen hingeben darf. Im Roman Oštrigeca wird uns ja erzählt, dass es schädlich ist, den Verführungen des Unmoralischen zu erliegen. Obwohl der Kampf zwischen Gut und Böse nicht in allen Texten dieses Autors so offensichtlich im Vordergrund steht wie in diesem Roman, dessen Held mit einer Hexe zu kämpfen hat, problematisieren die Novellen in dieser Sammlung in märchenhafter oder realistischer Form das Problem der moralischen Entscheidung. Denn in ihnen werden Verbrechen erwähnt, die Schuld der Toten thematisiert und der technisierte Krieg als gespenstisch kritisiert.
Zusammenfassung der Kapitel
Sedem ljubezni: Eine Novelle, die die geheimnisvolle Kraft der Liebe als verbindendes und das Leben durchdringendes Prinzip ins Zentrum rückt.
Vruja: Die titelgebende Novelle beschreibt das Schicksal von Juras und Vruja, wobei magische Elemente und die istrische Umgebung eine zentrale Rolle spielen.
Izvirni greh: Eine Erzählung über Verleumdung und Reue in einem istrischen Milieu, in der das christliche Weltbild den Realismus verfremdet.
Kako se je ženil Lukič: Ein Bericht über einen Bauern, dessen planvolles Handeln und Heiratsbestrebungen in einer fast märchenhaften Weise geschildert werden.
Ruža Marija: Eine Erzählung, die sich über den Vater des Icherzählers und seine Erfahrungen als Matrose in einem Küstendorf entfaltet, geprägt durch das Motiv der Tätowierung.
Sveta Uršola: Diese Geschichte thematisiert das tragische Schicksal der Urša und ihrer Mutter, wobei religiöse Motive und der Geist Istriens eine wichtige Rolle spielen.
Amore mio: Eine Novelle über die Zähmung eines Hundes und die schicksalhaften Verstrickungen eines Installateurs, in der Magie und Liebe verschmelzen.
Črni angel: Ein dramatisches Stück, das ein Milieu von Verbrechern schildert und das Böse als eine Art Zauber oder Wahnidee begreift.
Freska: Eine Erzählung, die mit der Schilderung einer dämonischen Erscheinung beginnt und das Verhältnis von Mensch, Tod und Krieg thematisiert.
Vetra: Diese surrealistische Novelle verschwimmt die Grenzen zwischen Realität und Illusion, wobei Erinnerungen an eine Reise und eine große Liebe im Vordergrund stehen.
Šopek poljskih rož: Eine Suche nach einer verborgenen Quelle der Worte und die Begegnung mit mythischen Wesen, eingebettet in eine phantastische Reise.
Zanigrad: Eine metaphorische Auseinandersetzung mit dem Tod und einer Zeitreise, die den Niedergang des alten Istriens widerspiegelt.
Labirint: Eine Erzählung, die nach dem Tod des Protagonisten die menschliche Subjektivität und die Suche nach Ordnung im Labyrinth des Lebens reflektiert.
Roženkravt: Eine Geschichte über Träume, den Friedhof und die Landschaft Westsloweniens, in der die Suche nach dem Erzengel Gabriel eine Rolle spielt.
Košenice: Eine Erzählung, die mit einem Zitat beginnt und sich in eine traumartige Vergangenheit von Bauern und mythischen Figuren verliert.
Aleluja: Die abschließende Novelle agiert als Parodie auf mythologische und literarische Überlieferungen und reflektiert die Identität eines Künstlers.
Schlüsselwörter
Marjan Tomšič, Vruja, Slowenische Literatur, Postmoderne, Magischer Realismus, Istrien, Erzählstruktur, Belletristik, Motivanalyse, Mythologie, Intertextualität, Literaturwissenschaft, Volkstümliche Literatur, Identitätssuche, Zeitgenössische Literatur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Diese Seminararbeit befasst sich mit der literarischen Analyse der Novellensammlung „Vruja“ des slowenischen Autors Marjan Tomšič im Kontext der zeitgenössischen Literatur.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Arbeit untersucht Themen wie Liebe, Tod, das istrische Milieu, die Anwendung des magischen Realismus sowie die Rolle des Erzählers und die Bedeutung der Intertextualität.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, Tomšič als bedeutenden zeitgenössischen Autor in die Entwicklung der slowenischen Literatur einzuordnen und seine Erzählungen einer tiefgreifenden literaturwissenschaftlichen Besprechung zu unterziehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor nutzt eine textanalytische Methode, die sich an literaturwissenschaftliche Standards anlehnt, jedoch die subjektive Lesart und die Kommunikationsabsicht des Autors in den Fokus rückt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die einzelnen Novellen der Sammlung „Vruja“ detailliert zusammengefasst und analysiert, wobei besonderes Augenmerk auf Form, Sprache und erzählerische Besonderheiten gelegt wird.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Schlagworte umfassen neben dem Autor und seinem Werk vor allem Begriffe wie Postmoderne, magischer Realismus, Intertextualität und das regionale Setting Istriens.
Wie geht der Autor mit der Grenze zwischen Realität und Magie um?
Tomšič löst diese Grenze auf, indem er fantastische Elemente – wie Zauberer, Geister oder mythologische Figuren – nahtlos in den Alltag und das realistische istrische Milieu integriert.
Warum ist der Begriff „Postmoderne“ für diese Untersuchung wichtig?
Er dient als Rahmen für die Klassifizierung von Tomšičs Werk, da dieser typische postmoderne Merkmale wie ironische Brechungen, den Rückgriff auf klassische Motive und das Spiel mit literarischen Traditionen zeigt.
- Citar trabajo
- Magister (Mag. phil.) Ivo Marinsek (Autor), 2007, Der Erzähler Marjan Tomsic, insbesondere seine Novellensammlung "Vruja", Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/195665