In dieser Hausarbeit werden die Schichtfolgen des obersten Famenne, sowie des Tournais und Visé des westlichsten Deutschlands und Ostbelgiens beschrieben und interpretiert.
Inhaltsverzeichnis der Exkursion
Einführung
Hastenrather Kalkwerke /Aufschluss Hammerberg
Zwischenstopp Weißenstein
Straßenaufschluss an der Schlauser Mühle
Ancienne Carrièr des Furges
Vesdre-Mäander
Ratingen-Cromford "Am Blauen See"
Kleinsteinkothen
Ehemaliger Steinbruch Zippenhaus östlich von Velbert-Formation
Ehemaliger Bahneinschnitt in Wuppertal-Riescheid
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit dokumentiert eine geologische Exkursion, deren Ziel es ist, die sedimentologische Entwicklung sowie die Faziesunterschiede des Mississippiums und des Oberdevons im rheno-ardennischen Raum und am Rande der Niederrheinischen Bucht zu analysieren und zu vergleichen.
- Sedimentationsprozesse am Ostrand des Anglo-Brabanter Flachschelfs.
- Analyse von Fazieswechseln, Regressionen und Transgressionen im Oberdevon und Unterkarbon.
- Dokumentation lokaler Aufschlusssituationen hinsichtlich Lithologie und Fossilgehalt.
- Untersuchung von Diagenese- und Verkarstungsprozessen in Karbonatgesteinen.
- Korrelation von Schichtabfolgen zur Rekonstruktion regionaler Ablagerungsbedingungen.
Auszug aus dem Buch
Ancienne Carrièr des Furges
Hier überragt ein Crinoiden Reef Mound aus dem Dolhain das umgebende Gelände. Er ist massig und deutlich gebändert. In der Zusammensetzung schwankt er zwischen einem Crinoiden-Packstone und -Wackestone. Er enthält neben den Crinoiden auch Styolite, durch drucklösung der Karbonatpartikel entstandene längliche Strukturen und Stromataktis, synsedimentäre Hohlräume durch Mikrobenkrusten, die von innen mit kristalisiertem Kalzit überzogen sind. Der Reef Mound entstand auf einer Erhebung am Meeresboden durch Crinoiden, die als Sedimentfänger meist Spiculi von zersetzten Schwämmen fingen und dadurch den Mound vertikal wachsen ließen.
Dieser Reef Mound ist der erste der sich im rheno-ardennischen Raum bildete, nachdem es durch das Kellwasserevent zu einem massiven Massenaussterben vor allem unter den Riffbildnern kam.
Der Mound stammt aus relativ flachem Wasser, das allerdings zu tief für Korallen war, denn diese fehlen völlig.
Zusammenfassung der Kapitel
Einführung: Überblick über die Sedimentationsgeschichte des Mississippiums und Oberdevons sowie die Bedeutung der Lage zum London-Brabant-Massiv.
Hastenrather Kalkwerke /Aufschluss Hammerberg: Detaillierte Beschreibung der Schichtabfolgen von Pont d’Arcole- bis zur Terwagne-Formation inklusive Hinweisen auf Diagenese und Verkarstung.
Zwischenstopp Weißenstein: Betrachtung der gebankten und fossilreichen Kalksteine der Hastenrath-Formation.
Straßenaufschluss an der Schlauser Mühle: Analyse der zyklischen Wechsellagerungen und der Strunium-Transgression in einem randmarinen Ablagerungsmilieu.
Ancienne Carrièr des Furges: Untersuchung eines Crinoiden Reef Mounds als erste Riffbildung nach dem Kellwasserevent.
Vesdre-Mäander: Dokumentation einer überkippten Schichtabfolge vom Evieux bis zur unteren Vesdre-Formation.
Ratingen-Cromford "Am Blauen See": Analyse der Velbert-Formation als Äquivalent des Kontinentalhangs und Untersuchung der Hastièrformation.
Kleinsteinkothen: Vorstellung der Typuslokalität der Subformation „Steinkothen“ und Einordnung der Lagunenfazies.
Ehemaliger Steinbruch Zippenhaus östlich von Velbert-Formation: Untersuchung eines anoxischen Milieus im mittleren Tournaisium und der anschließenden Sequenzgrenze.
Ehemaliger Bahneinschnitt in Wuppertal-Riescheid: Analyse der schichtfolgen der Riescheider Subformation in einem vom Kulmbecken getrennten Spezialbecken.
Schlüsselwörter
Sedimentologie, Oberdevon, Mississippium, Fazies, Karbonatplattform, Crinoiden, Diagenese, Verkarstung, Transgression, Regression, London-Brabant-Massiv, Rheno-ardennischer Raum, Formation, Tournaisium, Lithologie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die sedimentologische Aufnahme und geologische Analyse verschiedener Aufschlüsse aus dem Mississippium und Oberdevon im Raum Belgien und Westdeutschland.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Faziesentwicklung, dem Einfluss des London-Brabant-Massivs auf die Sedimentation sowie der Dokumentation von Transgressions- und Regressionszyklen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die geologische Interpretation der beobachteten Gesteinsabfolgen und deren Korrelation zur Rekonstruktion der Ablagerungsräume unter Berücksichtigung globaler Ereignisse.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine vor Ort durchgeführte geologische Exkursionsaufnahme mit lithologischer Beschreibung, Fossilbestimmung und der Analyse struktureller Gegebenheiten der Aufschlüsse.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Beschreibung der besuchten Lokationen, von Hastenrath über den Vesdre-Mäander bis hin zum ehemaligen Bahneinschnitt in Wuppertal-Riescheid.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär durch Begriffe wie Sedimentologie, Fazies, Karbonatplattform, Transgression, Regression und Formation charakterisieren.
Warum ist die Unterscheidung zwischen Dolomitisierung und Verkarstung in Hastenrath wichtig?
Die Verkarstung und Dolomitisierung weisen darauf hin, dass die betroffenen Schichten zwischenzeitlich über dem Meeresspiegel gelegen haben müssen, was wichtige Informationen über den Meeresspiegelstand liefert.
Welche Bedeutung kommt dem Reef Mound in der Ancienne Carrièr des Furges zu?
Er stellt die erste Riffbildung im rheno-ardennischen Raum nach dem Massenaussterben des Kellwasserevents dar und gibt Aufschluss über die ökologischen Bedingungen in flacheren Meeresbereichen.
- Arbeit zitieren
- Rodrigo Garcia (Autor:in), 2012, Exkursionsbericht: Karbonatsedimentation, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/195687