Medienethik in den USA und in Deutschland


Hausarbeit, 2010
15 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

1 Einleitung

2 Medienethik
2.1 Funktionen der Medienethik
2.2 Ebenen der Medienethik
2.3 Ethikkodizes

3 Medienethik in den USA
3.1 Rechtliche Grundlagen
3.2 Ethikkodizes
3.3 Medienselbstkontrolle
3.3.1 Ebene des Mediensystems
3.3.2 Ebene der Publikumsethik
3.3.3 Ebene der Individualethik

4 Fazit

1 Einleitung

Den Medien werden in der Bundesrepublik Deutschland eine Vielzahl an Freiheiten zugesprochen, welche im Grundgesetz Absatz 5 verankert sind. Gleichzeitig tragen die Medien jedoch eine groRe Verantwortung. „Die Medien als der wichtigste Vermittler von Information haben in unserer Gesellschaft eine herausragende Verantwortung." (Hermanni, 1988, S. 7) Aufgrund dieser groRen Verantwortung bedarf es einer Regulierung der bestehenden Freiheiten. An diesem Punkt setzt die Medienethik an. Sie versucht einen regulativen Rahmen fur die zugestandenen Freiheiten zu stecken. Diese Arbeit wird einen Oberblick uber die Funktionen und Funktionsweise der Medienethik geben und auf die Ebenen eingehen, auf denen Medienethik stattfinden kann. Die zweite Halfte dieser Hausarbeit beschaftigt sich mit der Verankerung der Medienethik im nordamerikanischen Mediensystem allgemein, besonderes Augenmerk wird allerdings auf die Institutionalisierung der Medienselbstkontrolle innerhalb der verschiedenen Ebenen gelegt werden. AbschlieRend wird diese Arbeit auf die Frage eingehen, ob das US-amerikanische Mediensystem im Bezug auf die Verankerung der Medienethik dem deutschen Mediensystem als Vorbild dienen kann.

2 Medienethik

2.1 Funktionen der Medienethik

Die Medienethik stellt einen Regulierungsversuch der von der Pressefreiheit gewahrten Freiheiten dar. Nicht alles was rechtlich erlaubt ist, ist auch ethisch vertretbar. Nach Debatin (1997) erfullt die Medienethik daher eine Art Steuerungsfunktion. „Die Steuerungsfunktion als integrierendes, legitimierendes und motivbildendes Moment ist auf zwei Ebenen von Bedeutung, namlich auf der institutionell-organisationsinternen Ebene und auf der individuellen Ebene." (Debatin, 1997, S. 282) Auf der institutionell-organisationsinternen Ebene gehorten dazu institutionelle Verfasstheiten ebenso, wie Satzungen, Programmgrundsatze und Geschaftsordnungen von Organisationen, in denen ethische Normen verinnerlicht seien. Der individuellen Ebene gehorten hingegen allgemeine moralische Oberzeugungen des einzelnen Individuums an. Diese dienten als Handlungsorientierung und der internen Steuerung des Einzelnen. Debatin halt allerdings fest, dass das Steuerungspotential der Medienethik als eher schwach zu werten sei. Da sich die Medienethik im standigen Konflikt mit okonomischen Motiven wie Rentabilitat, Konkurrenz, Zeit- und Erfolgsdruck, etc. befande, wurde ihr Potenzial als Steuerungsmechanismus oft stark eingeschrankt. Gegenuber dem Recht, welches wenn uberhaupt nur retroaktiv wirksam werden konne, sei der Medienethik allerdings der Vorteil der Proaktivitat zugute zu halten. (S.282-284)

Die zweite von Debatin beschriebene Funktion der Medienethik ist die Reflexionsfunktion. Dabei gehe es erstens um eine ethische Kontingenzreflexion, welche auch die allgemeinere Problematik der Realitatskonstruktion durch die Medien beinhalte. Zweitens reflektiere die Medienethik problematische Inhalte, Vorgange und Handlungen im Mediensystem. Weiterfuhrend sei in diesem Zusammenhang aber auch die kritische Analyse problematischer medialer Formen wie z.B. Unterhaltung, Werbung oder Gewaltdarstellungen zu nennen. Komplettierend zu den ersten beiden Punkten kame erganzend noch die kritische Bewertung von technischen, institutionellen, wirtschaftlichen sowie gesellschaftlichen Strukturen den Mediensystems. (S.284-285)

2.2 Ebenen der Medienethik

Nach dieser kurzen Einfuhrung in die Funktionen der Medienethik, beschaftigt sich der folgende Abschnitt mit ihren Ebenen. Purer (1992) teilt die Verantwortung im Journalismus in 3 Ebenen. Die Individualebene, die Ebene des Mediensystems und die Ebene der Publikumsethik. (S. 312) Im Folgenden sollen die Inhalte der jeweiligen Ebenen kurz beleuchtet werden.

Im Vordergrund der Individualethik steht die personliche Verantwortung des Journalisten. „ihr Ziel ist es, die Sensibilitat des Journalisten fur seine Handlungen und Entscheidungen zu steigern und damit ein grofieres Bewusstsein uber das moralisch Richtige in Entscheidungssituationen anzustreben." (Stapf, 2006, S.119) Es tragt jeder Journalist die Verantwortung fur seine Arbeit selbst. Nach Boventer sind „Zweck und Sinn [einer Handlung] daran zu messen, inwieweit er einer freien Meinungs- und Geisteskultur forderlich ist." (Boventer, 1989, S.19) Er zahlt drei Maximen fur einen wahrhaftigen Journalismus auf: Ehrlichkeit im Beobachten; Sorgfalt beim Recherchieren; Unabhangigkeit vom Urteil. (1989, S. 131) Doch die Verantwortung des einzelnen Journalisten geht noch weiter. „Da es in der Medienberichterstattung keine vorgegebene Realitat gibt und jede Kodierung der information immer schon interpretation beinhaltet, erlangen die Medien Macht uber die Wirklichkeit. Die Medien durfen dem Journalisten nicht als Herrschaftsmittel zur Selbstverwirklichung dienen." (Stapf, 2006, S. 121)

Journalisten sind niemals komplett frei in ihren Entscheidungen, da sie in einem Mediensystem tatig sind, das ihnen bestimmte Vorgaben macht. Daher ist ein weiterer Greifpunkt der Medienethik die Ebene des Mediensystems. Saxer (1992) nennt drei ethikrelevante Strukturen eines Mediensystems. Demnach bestimmten die institutionellen Rahmenbedingungen, wie Recht, Markt und Medienpolitik die ethischen Moglichkeiten des Einzelnen. Weiters hatten aber auch die im Mediensystem tatigen Organisationen durch in ihre Unternehmenskultur integrierte, ethische Komponenten einen Einfluss. Als drittes nennt Saxer journalistische Routinen. Er bezeichnet sie als „zentrale Strukturen der journalistischen Berufskultur" (Saxer, 1992, S. 117), welche den Journalisten als Entscheidungsrahmen fur ihre Arbeit dienen konnten. (S. 109-123)

Die dritte Ebene der Medienethik stellt die Ebene der Publikumsethik dar. In Funioks Darstellung (1996) wird hier von einem „aktiven Rezipienten" ausgegangen. Der Empfanger medialer Inhalte wird hier - im Gegensatz zum Stimulus-Response Modell - als mundiges, eigenverantwortliches Individuum betrachtet, das aktiv sucht, bewusst auswahlt und kritisch beurteilt. (S. 111) Da die Rezipienten nach diesem Modell jedoch nicht die alleinige Verantwortung tragen wurden, konne man hier nur von einer Mitverantwortung des Publikums sprechen (S. 112). Diese Teilverantwortung bestunde aus den drei Teilsaspekten der staatsburgerlichen Mitverantwortung fur die Medien, der Verantwortung fur sich selbst und die eigene Freizeit, sowie der Verantwortung fur Heranwachsende. (S. 112-118)

2.3 Ethikkodizes

Um die Wahrung von ethischen und moralischen Grundsatzen beizukommen, existieren so genannte Ethikkodizes. „Sie reprasentieren einen Katalog von Handlungsanleitungen, der fur Journalisten in alien Kontexten gelten soil und werden traditionell von den Berufsverbanden, der Profession, propagiert." (Stapf, 2006, S. 204) Laut Stapf schutzten Ethikkodizes vor allem die Medienrezipienten, Informationsquellen der Journalisten sowie die von der Berichterstattung Betroffenen. Also alle diejenigen, die von der Macht der Profession betroffen seien (S.203). Johannesen formulierte 1988 folgende Statuen fur Ethikkodizes:

„Codes can educate new persons in a profession or business by acquainting them with guidelines for ethical responsibility based on the experience of predecessors and by sensitizing them to ethical problems specific to their field codes can narrow the problematic areas with which a person has to struggle, of course the more complex or unusual ethical problems still remain for deliberation. .

the very process of developing the formal code can be a healthy one that forces participants to reflect on their goal, on means allowable to achieve those goals, and on their obligations to peers, to clients or customers, to employees, and to public at large. . . .

An appropriate and effective voluntary code may minimize the need for cumbersome an intrusive governmental regulations." (Johanessen, 1988, S. 61-62)

[...]

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Medienethik in den USA und in Deutschland
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung)
Veranstaltung
Medienlehre
Note
2,0
Autor
Jahr
2010
Seiten
15
Katalognummer
V195694
ISBN (eBook)
9783656217657
ISBN (Buch)
9783656218531
Dateigröße
433 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Medienethik;, Medienethik USA, Medienethik Deutschland;, Ethik in den Medien
Arbeit zitieren
Nikolai Wiskow (Autor), 2010, Medienethik in den USA und in Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/195694

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