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Die Akzeptabilität des Lexems 'übelst' im mündlichen und schriftlichen Sprachgebrauch

Título: Die Akzeptabilität des Lexems 'übelst' im mündlichen und schriftlichen Sprachgebrauch

Trabajo de Seminario , 2011 , 22 Páginas , Calificación: 2,0

Autor:in: B.A. Christian Luther (Autor), Julia Kothe (Autor)

Filología alemana - Lingüística
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Die Sprache ist durch dynamische Prozesse geprägt, welche sie stetig modifizieren und neue Variationen ihrer bestehenden Form hervorbringen. Der Wandel kommunikativer Bedürfnisse evoziert einen Wandel des Sprach- und Wortgebrauchs. In der Folge erhalten bestehende Ausdrücke neue Bedeutungen, werden auf andere Benennungszusammenhänge angewandt oder gänzlich durch innovative Wortformen substituiert.
Wilhelm von Humboldt bezeichnete diese Fähigkeit als inneren Sprachsinn – das allen Menschen gegebene Vermögen, die Welt bewusst zu erfassen und zum Ausdruck dessen sinnvolle Symbole zu setzen. Jene sprachkonstitutive Kraft lässt sich im Besonderen an (Neu-)Lexemen nachvollziehen, die den Superlativ ausdrücken. Zahlreiche Einträge im Synonymwörterbuch des Duden für den Superlativ von ‚gut’ beweisen, dass der Versuch, sprachliche Zeichen für besonders positiv wahrgenommene Sachverhalte zu finden, paradigmatisch für den Prozess der Vokabularerweiterung ist.
Das Wort ‚übelst’ ist ein Resultat derartiger Entwicklungen. Nach ersten Beobachtungen scheint der Neologismus in den mündlichen Sprachgebrauch integriert zu sein. Doch inwieweit ist dieses Lexem auch außerhalb des Mündlichen akzeptiert? Lässt sich seine Verwendung auch in der geschriebenen Sprache beobachten? Und kann dies Evidenzen für seine Übernahme in die Standardsprache liefern?

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Wortform ‚übelst’- Theoretische Grundlagen

2.1 Vom Adjektiv zur Steigerungspartikel

2.2 Syntaktische und semantische Funktion

3. Konzeption des Fragebogens

3.1 Vorüberlegungen und Hypothese

3.2 Aufbau und Struktur

3.2.1 Anordnung der Beispielsätze

3.2.2 Funktion und intendierte Wirkung

3.3 Auswahl der Zielgruppe

4. Auswertung der Ergebnisse

5. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Akzeptabilität des Neologismus „übelst“ im modernen Sprachgebrauch, um festzustellen, inwieweit sich dieser Ausdruck von der mündlichen Umgangssprache in die geschriebene Sprache integriert hat.

  • Sprachwandel und Neologismen im Deutschen
  • Syntaktische und semantische Analyse von „übelst“
  • Methodik der empirischen Datenerhebung mittels Fragebogen
  • Vergleich von mündlicher und schriftlicher Akzeptanz
  • Soziolinguistische Aspekte der Sprachverwendung

Auszug aus dem Buch

2.1 Vom Adjektiv zur Steigerungspartikel

Die Wortform ‚übel-st’ kann auf das Adjektiv bzw. Adverb ‚übel’ in der 2. Komparationsstufe zurückgeführt werden. Dabei wurde die morphologische Struktur der Superlativform ‚am übelsten’ übernommen und um den Affix -en verkürzt.

Als Ursprung und Motivation dieser Übernahme kann das prototypische Merkmal des Adjektivs verstanden werden, graduierende Funktion zu haben. Die superlativische Adjektivform dient in dieser morphologischen Konstruktion als eine dem Adjektiv vorangestellte Markierung des höchsten Steigerungsgrades. Der Adjektiv selbst wird demnach nicht kompariert, sondern der Positiv wird durch einen Steigerungsausdruck, der in seiner Wortform auf den Superlativ verweist, modifiziert. Besonders in der Umgangssprache des Deutschen wird diese Vergleichskonstruktion häufig verwendet.

Betrachtet man den Beispielsatz „Das Essen war übelst lecker.“ zeigt sich, dass das Lexem ‚übelst’ in seiner Verwendung und Funktion mit der Steigerungspartikel ‚sehr’ vergleichbar ist. Damit besitzt das Wort ‚übelst’ semantisch nur eine geringe denotative Bedeutung, ist morphologisch nicht flektierbar und ist syntaktisch nicht erstellenfähig und daher kein Satzglied. Folglich kann es der Wortklasse der Steigerungspartikeln zugeordnet werden. Steigerungspartikeln unterschieden sich von anderen Subklassen der Partikeln dadurch, dass sie sich nicht auf den gesamten Satz, sondern zumeist nur auf Adjektive bzw. Adverb-Adverbien beziehen. Dabei liegt ihre Funktion primär darin, den durch die Adjektive bezeichneten Eigenschaften eine implizite Grad-Skala zuzuordnen, indem sie den Grad dieser Eigenschaften angeben oder modifizieren. Diese Funktionen lassen sich, wie im Abschnitt 2. 2 gezeigt wird, für den Ausdruck ‚übelst’ konstatieren.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den sprachlichen Wandel durch neue Ausdrucksformen und definiert die Forschungsfrage bezüglich der Akzeptanz des Wortes „übelst“ im Sprachgebrauch.

2. Die Wortform ‚übelst’- Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert die morphologische Herkunft von „übelst“ und dessen funktionale Entwicklung zur Steigerungspartikel im Deutschen.

3. Konzeption des Fragebogens: Hier wird die methodische Herangehensweise der Untersuchung beschrieben, inklusive der Hypothesenbildung, des Aufbaus des Fragebogens und der Zielgruppenauswahl.

4. Auswertung der Ergebnisse: Die erhobenen Daten der 42 Probanden werden analysiert, wobei die Akzeptanz von „übelst“ in unterschiedlichen Kontexten und Altersgruppen ausgewertet wird.

5. Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit dem Fazit, dass „übelst“ als Steigerungspartikel fest im mündlichen Sprachgebrauch verankert ist, während seine schriftliche Akzeptanz noch variiert.

Schlüsselwörter

Neologismus, übelst, Steigerungspartikel, Sprachwandel, Umgangssprache, empirische Sprachforschung, Fragebogenanalyse, morphologische Struktur, Sprachgebrauch, Akzeptabilität, linguistische Analyse, Soziolinguistik, Wortbildung, Sprachsystem, Grammatik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Akzeptabilität und den Verwendungsstatus des Wortes „übelst“ als Neologismus im aktuellen deutschen Sprachgebrauch.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der morphologischen Herleitung, der syntaktisch-semantischen Funktion als Steigerungspartikel sowie der empirischen Untersuchung zur Akzeptanz in verschiedenen Kontexten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Überprüfung der Hypothese, dass „übelst“ ein jugend- und umgangssprachliches Phänomen ist, das im schriftlichen Standardbereich noch auf Ablehnung stößt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wurde eine quantitative empirische Erhebung mittels eines Fragebogens durchgeführt, um Daten von 42 Testpersonen zu gewinnen und auszuwerten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, die methodische Konzeption des Fragebogens und die anschließende empirische Auswertung der Beispielsätze.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Neologismus, Steigerungspartikel, Sprachwandel, Umgangssprache und Akzeptabilität.

Welche Rolle spielt die Altersstruktur bei der Erhebung?

Die Untersuchung unterscheidet zwischen zwei Altersgruppen (19-34 Jahre und 35-55 Jahre), um Unterschiede in der Akzeptanz zwischen verschiedenen Generationen aufzuzeigen.

Inwiefern beeinflusst der Kontext die Bewertung des Wortes „übelst“?

Die Analyse zeigt, dass der Kontext (Chat-Sprache vs. formelle Zeitungstexte) massiv darüber entscheidet, ob „übelst“ von den Befragten als angemessen oder inakzeptabel bewertet wird.

Final del extracto de 22 páginas  - subir

Detalles

Título
Die Akzeptabilität des Lexems 'übelst' im mündlichen und schriftlichen Sprachgebrauch
Universidad
University of Leipzig  (Institut für Germanistik)
Curso
Methodologie der Sprachwissenschaft
Calificación
2,0
Autores
B.A. Christian Luther (Autor), Julia Kothe (Autor)
Año de publicación
2011
Páginas
22
No. de catálogo
V195724
ISBN (Ebook)
9783656218852
ISBN (Libro)
9783656219262
Idioma
Alemán
Etiqueta
Linguistik Germanistik Sprachwissenschaft Deutsche Sprachwissenschaft Angewandte Linguistik Phänomene des Deutschen Gegenwartssprache Übelst Jugendsprache uebel mündlich schriftlich Sprachgebrauch Kiezdeutsch Jugend Lexik
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
B.A. Christian Luther (Autor), Julia Kothe (Autor), 2011, Die Akzeptabilität des Lexems 'übelst' im mündlichen und schriftlichen Sprachgebrauch, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/195724
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