Krankenhausseelsorge gehört zu den wichtigsten Bereichen orthodoxer pastoraler Diakonie. Ein orthodoxer Krankenhausseelsorger sollte durch seine besonders entwickelten Fähigkeiten und wenn möglich durch gute Aus- und Fortbildung, Mut zum Glauben und zur Ausübung der Geduld in der Zeit der Schwäche am Krankenbett vermitteln können. Wichtig ist, dass der Seelsorger ökumenisch aufgeschlossen ist und den, für die weitere Entwicklung orthodoxer Krankenhausseelsorge, so wichtigen Dialog mit evangelischen und katholischen Krankenhausseelsorgern aufsucht. Gute Kontakte mit Leitung und Personal der Krankenhäuser ist ebenso unablässig. Da die Orthodoxie noch eine junge Konfession in Deutschland ist und sich stets um bessere Organisation bemüht, ist eine ausgeprägte und organisatorisch strukturierte Krankenhausseelsorge noch nicht möglich. Unser aller Hoffnung jedoch ist auf Gott, der aus dem unmöglichen mögliches macht.
Inhaltsverzeichnis
1. Grundlinien orthodoxer Seelsorge
2. Krankenhausseelsorge in der Weltorthodoxie
3. Orthodoxe Krankenhausseelsorge in Deutschland
4. Probleme orthodoxer Krankenhausseelsorge in Deutschland
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den pastoralen Dienst der Orthodoxen Kirche im Kontext der Krankenhausseelsorge in Deutschland, analysiert die theologischen Grundlagen dieses Dienstes und beleuchtet die strukturellen sowie praktischen Herausforderungen, vor denen orthodoxe Seelsorger in einem konfessionell anders geprägten Umfeld stehen.
- Theologische Verankerung der Diakonie und Nächstenliebe
- Bedeutung von Kommunikation und Dialog im pastoralen Dienst
- Situation der orthodoxen Krankenhausseelsorge in Deutschland
- Strukturelle Hürden und fehlende Ausbildungsstandards
- Die Rolle von Ehrenamtlichen und interkonfessioneller Kooperation
Auszug aus dem Buch
Orthodoxe Krankenhausseelsorge in Deutschland
Im 17. Jh. gab es schon in Leipzig eine orthodoxe Hauskapelle für griechische Handelsleute. Die erste jedoch orthodoxe Kirchengemeinde entstand 1829 in München. Die historische Salvatorkirche dient seither als orthodoxes Gotteshaus im Zentrum der bayerischen Hauptstadt. Russische Emigranten gründeten weiter Gemeinden in der Zeit vor dem 2. Weltkrieg. Der Strom der Gastarbeiter aus Griechenland und Serbien in den Sechzigern und Siebzigern und die Zuwanderung zahlreicher Osteuropäer nach dem Fall des eisernen Vorhangs behalfen den Zuwachs der Orthodoxie in Deutschland enorm. Die Migranten brachten so zu sagen in ihren Koffern auch den orthodoxen Glauben mit sich. Auch eine Zahl von Deutschen, die zur Orthodoxie konvertiert sind, vervollständigen das bunte Bild der orthodoxen Kirchengemeinden in Deutschland.
Es ist erstaunlich, dass orthodoxe Christen, gleich nach ihrer Ankunft sich in Kirchengemeinden organisieren, die einen stark nationalen Charakter haben. Man bemüht sich nicht nur um Erfüllung der gottesdienstlichen Pflicht und die Bewahrung des orthodoxen Glaubens, sondern auch um den Aufbau einer kleinen „Heimat“ in der Fremde. Der Gottesdienst ist nicht nur eine Form des Betens, sondern auch eine Art einerseits Orthodoxie weiter zu erleben und andererseits nationale Identität zu bewahren.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Grundlinien orthodoxer Seelsorge: Dieses Kapitel definiert die Diakonie als wesentlichen Bestandteil christlichen Lebens und betont die ganzheitliche Sichtweise des Menschen auf Körper, Geist und Seele.
2. Krankenhausseelsorge in der Weltorthodoxie: Hier wird dargelegt, dass aufgrund der dezentralen Struktur der autokephalen Kirchen keine einheitliche Organisationsform existiert und die Praxis stark von lokalen Gegebenheiten abhängt.
3. Orthodoxe Krankenhausseelsorge in Deutschland: Dieses Kapitel beschreibt die historische Entwicklung der orthodoxen Gemeinden in Deutschland und die daraus resultierende Notwendigkeit der seelsorglichen Betreuung, oft unter erschwerten Bedingungen.
4. Probleme orthodoxer Krankenhausseelsorge in Deutschland: Es werden spezifische Hindernisse analysiert, wie das Fehlen einer formalen theologischen Ausbildung für Krankenhausseelsorge und die mangelnde institutionelle Anbindung an das deutsche Gesundheitssystem.
5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Krankenhausseelsorge ein zentraler, aber noch in der Entwicklung befindlicher pastoraler Bereich ist, der stark vom individuellen Engagement der Priester abhängt.
Schlüsselwörter
Orthodoxe Kirche, Krankenhausseelsorge, Diakonie, Seelsorge, Pastoral, Nächstenliebe, Glaube, Dialog, Liturgie, Krankensalbung, Diaspora, Krankenhaus, Kommunikation, Spiritualität, Gemeinde.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt den pastoralen Dienst der Orthodoxen Kirche im Krankenhauswesen innerhalb Deutschlands und analysiert die theologischen sowie praktischen Aspekte dieses Dienstes.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der theologischen Begründung der Diakonie, der historischen Entwicklung der Orthodoxie in Deutschland und den organisatorischen Herausforderungen der Seelsorge in einem fremdkonfessionellen Umfeld.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den aktuellen Stand der orthodoxen Krankenhausseelsorge in Deutschland aufzuzeigen und die Barrieren für eine systematische Etablierung zu benennen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um einen essayistischen Ansatz, der theologische Quellen mit soziologischen Beobachtungen zur Situation der orthodoxen Migration und Gemeindebildung verbindet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Grundlinien orthodoxer Seelsorge, die internationale Organisation der Seelsorge, die spezifische Situation in Deutschland sowie die Identifikation aktueller Probleme.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Orthodoxie, Diakonie, Krankenhausseelsorge, Kommunikation und interkonfessioneller Dialog.
Wie wirkt sich das Fehlen einer einheitlichen Organisationsstruktur auf die Praxis aus?
Da keine zentralen Verträge bestehen, hängt die Qualität und Verfügbarkeit der Seelsorge oft vom persönlichen Einsatz des jeweiligen Gemeindepfarrers ab.
Welche Rolle spielt die Sprache bei der Seelsorge?
Die Sprache stellt oft eine Barriere dar, weshalb ehrenamtliche Laien, die sowohl die Muttersprache als auch Deutsch beherrschen, eine wichtige Brückenfunktion übernehmen.
Warum wird das Erscheinungsbild des Priesters als Hürde genannt?
In Deutschland ist das traditionelle Gewand eines orthodoxen Priesters oft unbekannt, was zu Irritationen oder Verwechslungen führen kann, die erst durch Aufklärung überwunden werden müssen.
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- Dr. Christos-Athenagoras Ziliaskopoulos (Author), 2012, Pastoraler Dienst der Orthodoxen Kirche. Krankenhaus-Seelsorge in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/195738